Einkaufen am Büdchen in Bethlehem ® Petra Schöning
Währung
Israelischer Schekel (NIS) am weitesten verbreitet
Wechselkurs
3,82 NIS pro € (Dezember 2019)
Zeitzone
UTC +2
Landesvorwahl (Telefon)
+970, in einigen Gebieten +972
Klima (für Hauptstadt)
heiße, trockene Sommer, kurze, nasskalte Winter

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Palästina verfügt über keinerlei Souveränitätsrechte, was die Einreise und den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländer betrifft. Allein zuständig für die Erteilung von Visa ist der Staat Israel.

Deutschen und Angehörigen zahlreicher weiterer Staaten wird in der Regel bei der Einreise ein drei Monate gültiges Touristenvisum in Form eines blauen DIN A8-Zettels ausgestellt, der genauso wie der Pass während des gesamten Aufenthalts immer griffbereit sein muss, da man jederzeit danach gefragt werden kann. Bei der Ausreise gibt es einen rosa­far­benen Ausreisezettel in DIN A8-Größe. 

Bei der Einreise muss der Reisepass noch mindestens 6 Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig sein.

Nur vor dem Jahr 1928 geborene Deutsche müssen einen Visumsantrag stellen. Das Antragsformular und die auszufüllende Erklärung sind auf der Website der israelischen Botschaft zu finden.

Ein normales Touristenvisum kann in der Regel nur durch erneute Aus- und Einreise verlängert werden.

Jahrespraktikant/inn/en können über anerkannte Träger in West-Jerusalem ein Jahresvisum beantragen. Für Entsandte der Entwicklungszusammenarbeit ist in der Regel die bundesdeutsche diplomatische Vertretung bei der Beantragung des Visums behilflich. Arbeitsvisa für mitausreisende Ehepartner/innen sind nicht garantiert, aber möglich.

Wohnen und Versorgung

Haus in der Altstadt von Nablus
Haus in der Altstadt von Nablus © Petra Schöning

Guter Wohnraum, für den Ausländer recht hohe Preise zahlen müssen, steht in ausreichendem Maße in Palästina zur Verfügung, sei es in Jerusalem, Ramallah/Al-Bireh/Betunia, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour, Hebron, NablusJericho oder anderswo. Als Mieter sind Ausländer gern gesehen, weil sie in dem Ruf stehen, pünktlich zu zahlen, und sie nach Ende der Dienstzeit auch problemlos wieder ausziehen.

Wohnungen mit Zentralheizung gibt es nicht so häufig (eine Heizung wird ja auch nur ca. drei Monate im Jahr gebraucht), sind aber auch verfügbar. Auch kleine Wohnungen sind nicht so zahlreich zu finden. In Palästina wohnt man nicht alleine.

Mit gelegentlichen Stromausfällen - auch in Ost-Jerusalem - insbesondere im Winter, sollte man rechnen. Und in einigen Regionen gibt es auch Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung,  insbesondere im Sommer.

Alle gängigen Nahrungsmittel sind - zumindest in West-Jerusalem – erhältlich. Nur in den kleineren Orten des Westjordanlandes und im Gazastreifen wird man nicht alles bekommen. Einschränkungen in der Versorgung gibt es außerdem beim Alkohol. In der Regel wird er nur von christlichen Händlern verkauft.

Markt in Hebron
Markt in Hebron © Petra Schöning

Geld und Geldtransfer

neuer 20-Schekel-Schein
neuer 20-Schekel-Schein ® Petra Schöning

Die Versorgung mit Bargeld ist in Jerusalem sowie in den größeren Städten Palästinas kein Problem, entsprechende Geldautomaten stehen vielfach zur Verfügung.

Der Transfer auf palästinensische Konten dauert relativ lange und ist mit hohen Gebühren verbunden.

Überweisungen in US-Dollar werden in den Vereinigten Staaten automatisch geprüft und unter Umständen nicht ausgeführt.

Sehr praktisch ist ein eigenes deutsches Girokonto mit EC-Karte, mit deren Hilfe die Versorgung mit Schekel problemlos möglich ist. Es kann aber sein, dass die Karte für die Abhebung im nichteuropäischen Ausland "freigeschaltet" werden muss. Es ist daher ratsam, sich bei der eigenen Bank hier im Vorfeld zu erkundigen.

Die Bezahlung mit ausländischen Kreditkarten ist in Palästina nicht so üblich, in den gehobenen Hotels ist dies jedoch kein Problem.

Die am weitesten verbreitete Währung in Palästina ist der Neue Israelische Schekel (NIS). Im Westjordanland ist daneben auch der Jordanische Dinar (JD) im Gebrauch. Jedoch wird er fast nur im Großhandel verwendet. Eine eigene palästinensische Währung gibt es nicht.

In den letzten Jahren hat Israel neue Banknoten mit neuen Sicherheitsmerkmalen herausgegeben, um diese fälschungssicherer zu machen. Zu den Erkennungszeichen gehören u.a. ein die Farbe wechselnder Sicherheitsstreifen, der an drei Stellen sichtbar ist und abwechselnd die abgebildete Person und den Wert des Geldscheins zeigt, winzige Löcher in der Form seines Wertes, sowie verschiedene Wasserzeichen. Die neuen Banknoten zeigen israelische Dichter/innen und Künstler/innen. Alle alten, im Umlauf befindlichen Geldscheine sind nach wie vor gesetzliches Zahlungsmittel und werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen.

Den aktuellen Wechselkurs kann man im Internet an vielen Orten abfragen.

Reisen, Transport und Verkehr in Palästina

Palästinensisches Sammeltaxi im Westjordanland
Palästinensisches Sammeltaxi im Westjordanland © Petra Schöning

Die "Palestinian Initiative for Responsible Tourism" (PIRT) hat einen Verhaltenskodex für gerechten Tourismus im Heiligen Land herausgegeben. Zu diesem Netzwerk gehört auch die in Beit Sahour bei Bethlehem ansässige Alternative Tourism Group, die verantwortungsvolle und fair gestaltete Reisen und Begegnungen in Palästina organisiert, auf ihrer Website viele praktische Informationen zu Palästina bereit hält und einen Reiseführer über Palästina herausgebracht hat. Weitere Mitglieder sind u.a. der Holy Land Trust in Bethlehem und das Siraj Center for Holy Land Studies in Beit Sahour. Ein weiteres Netzwerk ist NEPTO (Network for Experiential Palestinian Tourism Organization), das sich zum Ziel gesetzt hat, mit dem Tourismus lokale Gemeinden zu unterstützen, das kulturelle Erbe zu bewahren, die Umwelt zu schützen, palästinensische Kultur und Politik den Gästen zu vermitteln, und Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung zu ermöglichen. 

Es werden organisierte Fahrrad- und Klettertouren und auch Wanderungen durch das Westjordanland angeboten und auch Bücher mit Wanderrouten sind erhältlich.

Bei der Planung einer Reise durch Palästina halten die Websites Travel Palestine, Visit Palestine und Welcome to Palestine sehr viele Informationen über das Land, Reiseagenturen und Hotels bereit. 

Landschaft in der Nähe von Bir Zeit ® Petra Schöning
Landschaft in der Nähe von Bir Zeit ® Petra Schöning

Grundsätzlich gilt, dass man in Palästina und in Israel niemals das Haus verlassen sollte ohne Pass. Jederzeit sollte man darauf vorbereitet sein, ihn vorzuzeigen. Immer sollte man darüber hinaus ein geladenes Mobiltelefon bei sich haben, um bei einem Zwischenfall erreichbar zu sein oder auch mitteilen zu können, dass man später kommt. Außerdem ist es ratsam, eine Flasche Wasser mit sich zu führen für den Fall, dass die Reise länger dauert als geplant.

Bus Richtung Norden (zum Flüchtlingslager Shu'afat)
Bus Richtung Norden (zum Flüchtlingslager Shu'afat) © Petra Schöning

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Palästina sehr günstig, fahren jedoch in der Regel nur bis zum frühen Abend. Hat man es eilig, ist dieses Verkehrsmittel ebenfalls weniger zu empfehlen. Straßensperren und israelische Kontrollen können dazu führen, dass man für eine kurze Strecke lange unterwegs ist.

In Ost-Jerusalem gibt es in der Nähe des Damaskus-Tores drei große Busbahnhöfe: einen an der Nablus Road vor dem Jerusalem Hotel, einen zwischen Damaskus-Tor und Herodes-Tor und einen neuen, dritten, der sich vom Damaskus-Tor kommend hinter dem Kreisel links befindet. Die Busse in Richtung Norden haben eine grüne Aufschrift und die Busse in Richtung Süden eine blaue Aufschrift.

Straßenschild, das vor "Huckeln" warnt
Hier wird mal ausnahmsweise auf die Huckel aufmerksam gemacht, die überall auf den palästinensischen Straßen zu finden sind. In der Regel ist dies nicht der Fall. Also beim Autofahren bitte aufpassen! © Petra Schöning

Beim Autofahren in Palästina reicht es nicht aus, eine Straßenkarte zu besitzen. Nur eine genaue Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort wird einen ans Ziel bringen, wenn man woanders hin möchte als von Jerusalem nach Ramallah oder Bethlehem. Wichtig ist, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Straßen durch Erdwälle, Betonblöcke, Schranken oder sonstige Barrieren blockiert sind, an welchen Kontrollpunkten man lange warten muss und wo man am schnellsten durch kommt. Oder man fragt die Leute auf der Straße, wobei hier Arabischkenntnisse von Vorteil sind.

Bordstein in Palästina mit rot-weißen Streifen
Achtung! Hier besteht Parkverbot! © Petra Schöning

Rot-weiße Streifen am Bordstein weisen sowohl in Palästina als auch in Israel auf ein Parkverbot hin. Rot-gelbe Streifen zeigen Haltepunkte des öffentlichen Nahverkehrs an. Blau-weiße Streifen bedeuten, dass man für das Parken bezahlen muss.

Landschaft in der Nähe von Jenin
Landschaft in der Nähe von Jenin © Petra Schöning

Bei dem Mieten eines Wagens ist zu berücksichtigen, dass man mit dem Mietwagen eines israelischen Unternehmens nicht in die besetzten Gebiete fahren darf. Hat man dies vor, sollte man sich ein Auto einer palästinensischen Firma aus Ost-Jerusalem nehmen. Mit diesem darf man sich sowohl in Israel als auch in den besetzten Gebieten bewegen. Adressen finden sich im PASSIA Diary.

palästinensische Landschaft in der Nähe von Bethlehem ® Petra Schöning
palästinensische Landschaft in der Nähe von Bethlehem ® Petra Schöning

Sicherheit

Das Auswärtige Amt veröffentlicht laufend Reise- und Sicherheitshinweise für Palästina. Auf seiner Website kann und sollte man sich über die aktuelle Situation und die diesbezüglichen Ratschläge informieren.

Beim deutschen Vertretungsbüro in Ramallah wird eine Krisenvorsorgeliste - die sogenannte "Deutschenliste" - geführt. Die Eintragung erfolgt mittlerweile passwortgeschützt im Online-Verfahren. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit sie in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen schnell Kontakt zu den im Land lebenden Deutschen aufnehmen kann. Im Not- oder Krisenfall bekommt man dann vom Vertretungsbüro aktuelle Sicherheitsempfehlungen per Mail oder auch per Telefon. Auch für einen Kurzzeitaufenthalt, z.B. als Tourist(in) oder Geschäftsreisende(r), kann man sich registrieren lassen. Dies geht frühestens 10 Tage vor Beginn des Aufenthalts.

Grundsätzlich wird empfohlen, die Berichterstattung in den Medien über sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu verfolgen.

Banksy Graffito in Bethlehem ® Petra Schöning
Banksy Graffito in Bethlehem ® Petra Schöning

Gesund bleiben

Reisenden nach Palästina stellt das Centrum für Reisemedizin umfangreiche und aktuelle Informationen und Empfehlungen zur Verfügung. Bei Reisen durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen und Langzeitaufenthalten werden hier neben den Standardimpfungen nach dem deutschen Impfkalender (Tetanus und Diphtherie) auch Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut empfohlen. Auch wird empfohlen, rechtzeitig (ungefähr 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen, da im Einzelfall die unterschiedlichsten Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Telekommunikation und Internet

Palästina ohne Mobilfunk ist schon seit langem nicht mehr denkbar, inzwischen geht der eindeutige Trend zum Zweithandy.

Nicht alle Netzanbieter bieten alle Dienstleistungen in alle anderen Netze an, dies gilt besonders für SMS. Grundsätzlich sind die Dienste im Vergleich zu Deutschland günstiger, werden aber auch noch intensiver genutzt als hierzulande.

Israelische Netzanbieter haben in manchen Gegenden Palästinas, besonders dann wenn, was durchaus nicht sehr häufig vorkommt, einmal keine Siedlung in der Nähe liegt, Empfangsprobleme. Es gibt aber zwei palästinensische Anbieter: Jawwal, der seit 1999 auf dem Markt ist und nach eigenen Angaben 3 Millionen Kunden hat, sowie Wataniya Mobile, der am 1. November 2009 von den israelischen Behörden Frequenzen frei geschaltet bekommen und 1,3 Millionen Kunden hat.

Wenn man vor Ort viel mobil telefoniert, kann es auch aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, sich zwei lokale Mobiltelefonnummern (d.h. eine israelische und eine palästinensische) zuzulegen, da Anrufe innerhalb eines Netzes günstiger sind als Anrufe von einem Netz zum anderen und die Gebühren bei Nutzung von lokalen Prepaid-SIM-Karten häufig günstiger sind als die Roaming-Gebühren bei Nutzung einer deutschen SIM-Karte.

Internetzugang gibt es in zahlreichen öffentlichen Internetcafés, die oft auch in kleineren Gemeinden zu finden sind. Bei der Anmietung von Wohn- bzw. Büroräumen sollte auf das Vorhandensein eines Netzanschlusses geachtet werden, da Neuinstallationen zu einer Odyssee werden können.

Nützliche Adressen

Das Länderinformationsportal

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Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2019 aktualisiert.

Die Autorin

Petra Schöning, M.A., Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Soziologie mit Schwerpunkt Naher Osten, seit 1995 Mitglied bei Amnesty International in der Koordinationsgruppe Israel und besetzte Gebiete/ Palästina, 27-monatige Tätigkeit in Jerusalem als Zivile Friedensfachkraft, seit 2006 freiberufliche Trainerin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Israel/ Palästina.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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