palästinensische Hügellandschaft ® Petra Schöning
Offizieller Name
Palästinensische Gebiete
Fläche
6.025 km² (5.660 km² WB, 365 km² Gaza)
Einwohner
4,98 Mio. (2,99 Mio. WB, 1,99 Mio. Gaza)
Bevölkerungswachstum
2,5% pro Jahr (2019)
Regierungssitz
Ramallah
Amtssprache
Arabisch
Regionalsprachen
-

Übersichtskarten

Landkarte vom Westjordanland, CIA World Factbook (PD-USGov)
Landkarte Westjordanland, CIA World Factbook (PD-USGov)
Landkarte Gazastreifen, CIA World Factbook (PD-USGov)
Landkarte Gazastreifen, CIA World Factbook (PD-USGov)

Gutes Kartenmaterial gibt es u.a. bei der University of Texas, bei ReliefWeb, beim UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs - occupied Palestinian territory (OCHA oPt), beim Applied Research Insitute - Jerusalem (ARIJ), der Palästinensischen Mission, PASSIAAl-BabB'Tselem und BBC News.

Lage und Größe des Landes

Lage Palästinas, Foto: Vardion, CC-BY-SA-2.5
Lage Palästinas, Foto: Vardion, CC-BY-SA-2.5

Mit seinen 6.025 qkm (5.660 qkm Westjordanland, 365 qkm Gazastreifen) ist Palästina etwas mehr als doppelt so groß wie das Saarland, das kleinste deutsche Bundesland. Mehr als elfmal passt es in das größte Bundesland, Bayern, hinein.

Im Norden, Westen und Süden grenzt das Westjordanland an Israel (307 km), im Osten an Jordanien (97 km). Der Gazastreifen hat im Norden und Osten eine Grenze mit Israel (51 km), im Süden mit Ägypten (11 km), im Westen grenzt er an das Mittelmeer.

Landesimpressionen

Sehr interessante und schöne historische Bilder, schwerpunktmäßig von Jerusalem, die der Armenier Elia Kahvedjian in den 20er bis 70er Jahren aufgenommen hat, kann man sich auf der Website Elia Photo anschauen. Historische Fotos vom Leben in Palästina vor 1948 gibt es auch auf der Website Palestine Photo Project. Die Fotosammlung ist eine Initiative der gemeinnützigen Organisation Karama in San Diego (Kalifornien).

Berge der Judäischen Wünste
Judäische Wüste © Petra Schöning
El-Ubeidiyye
El Ubeidiyye ® Petra Schöning

Grunddaten

Viele palästinensische, deutsche und internationale Organisationen und Institutionen stellen grundlegende Daten zu Palästina bereit, z.B. das Palestinian Central Bureau of Statistics (hier seien insbesondere die Publikationen Palestine in Figures und Statistical Yearbook of Palestine genannt), die CIA (auf separaten Seiten finden sich dort Infos über das Westjordanland und den Gazastreifen), die Weltbank, die Vereinten Nationen (hier sind insbesondere das OCHAoPt zu nennen sowie  UNISPAL, die Palästinensische Mission sowie das Auswärtige Amt. Die Website Visualizing Palestine bietet viele Informationen zu Palästina und dem Nahostkonflikt in sehr anschaulichen grafischen Darstellungen.

Naturräumliche Gegebenheiten

Sonnenuntergang im Wadi Makhrour
Sonnenuntergang im Wadi Makhrour ® Klaudia Hobje

Der tiefste Punkt des Westjordanlandes ist das Tote Meer mit 431 Metern unter dem Meeresspiegel, der höchste Punkt ist der Jabal Assur in der Region Ramallah mit 1.022 Metern. Als Rohstoff besitzt das Westjordanland Naturstein.

Der Gazastreifen besteht zum großen Teil aus Sand und Dünen. Die Landschaft ist flach bis leicht hügelig. Mit 105 Metern über dem Meeresspiegel ist der Abu Auda die höchste Erhebung. Der Berg befindet sich im Südosten des Regierungsbezirks Rafah. Die einzigen Bodenschätze, die der Gazastreifen hat, ist ein großes Erdgasfeld vor der Küste.

Flora und Fauna

Blumenbeet in Ramallah © Petra Schöning
Blumenbeet in Ramallah © Petra Schöning

In den unterschiedlichen Regionen Palästinas gibt es eine reichhaltige Flora und Fauna. Viele Informationen hierüber (und auch über die Naturschutzgebiete in Palästina) hält die Website Mahmiyat.ps und auch die Palestine Wildlife Society in Beit Sahour bereit.

Im letzten Jahrhundert gab es noch große Waldflächen in Palästina, doch sie wurden im Zuge des Eisenbahnbaus gerodet, als hierfür Holz gebraucht wurde.

Heute beherrschen Obstbäume (Oliven-, Mandel-, Orangen-, Aprikosenbäume usw.) die Landschaft, während wilde Arten wie Pinien, Zypressen, Johannisbrotbäume, Akazien und Kiefern nur in bestimmten Regionen, insbesondere in Wadis und an Dorfrändern vorkommen.

Gazellen in Palästina © Petra Schöning
Gazellen © Petra Schöning

Die bergigen Wüsten- oder Halbwüstengebiete sind ein Schutzgebiet für verschiedene Wildtiere, von denen einige am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung in den Wadis beobachtet werden können. Der nubische Steinbock (Capar ibex nubia) und die Dorcasgazelle (Gazella dorcas) sind in den Hügeln der Westbank verbreitet.

Raubtiere existieren hier ebenfalls: Wölfe (Canis lupus) sind verbreitet in unbewohnten Gebieten. Panther (Panthera pardus) haben ihre Heimat in den ariden Gebirgen des südlichen Teils der Hebron-Berge. Auch gibt es Streifenhyänen (Hyaena hyaena) in der Nähe entlegener Ortschaften.

Darüber hinaus leben mehr als 370 Vogelarten in Palästina. Hierzu gehören der Palästinanektarvogel oder Jerichonektarvogel (Cinnyris oseus), und der Wiedehopf (Upupa epops). 121 Arten machen auf der Durchreise in Palästina Station. Insbesondere zwischen dem 10. März und dem 20. April können hier viele Vogelschwärme beobachtet werden. Die Storchenschwärme sind dabei besonders eindrucksvoll. 85% der weltweiten Storchpopulation fliegt über Palästina und Israel.

Wadi Makhrour © Petra Schöning
Wadi Makhrour © Petra Schöning

Klima

Der Felsendom im Schnee
Schnee in Jerusalem © Petra Schöning

Das Klima in Palästina ist im allgemeinen mediterran mit einem kurzen, nasskalten Winter von ungefähr Mitte Dezember bis Ende Februar (gelegentlich auch mit Schneefall!) und einem heißen, trockenen Sommer in den Gebirgen als Übergangszone zum semiariden (nördliches Jordantal) und ariden Gebiet (westlich des Toten Meers und der Negev-Wüste). Im Gazastreifen ist der Sommer feuchtheiß und der Winter milde. In Jericho und dem gesamten Jordantal sind im Sommer Temperaturen deutlich über 40 Grad C normal, im Winter fällt das Thermometer jedoch selten unter die 10 Grad-Marke.

Nach einer langanhaltenden Sommertrockenheit fällt der erste Regen ungefähr Anfang Oktober, der letzte Regen im März/April. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 660 mm (Nablus) und 166 mm (Jericho). 2019 überstieg die Niederschlagsmenge in Nablus um 18,2% und in Jenin um 17,1% den üblichen Durchschnitt.

Wasser

Wasser gehört im Nahen Osten zu den wichtigsten und knappsten Ressourcen. Von seiner Verfügbarkeit hängen die Entwicklungsmöglichkeiten der Bevölkerung und deren Lebensstandard ab. Daher geht es im Nahostkonflikt nicht nur um Land, sondern auch um diesen kostbaren Rohstoff.

Seit der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens im Juni 1967 kontrolliert Israel die Wasservorkommen dort und unterstellte sie der Militärverwaltung.

Im Oslo II-Abkommen vom September 1995 (Artikel 40, Annex III, Protokoll für zivile Angelegenheiten) erkannte Israel die palästinensischen Wasserrechte an. Für eine Interimszeit von fünf Jahren wurden Wassermengen festgelegt, die den Palästinensern zustehen. Jedoch konnten diese nicht realisiert werden und mittlerweile hat sich der Bedarf durch die wachsende Bevölkerung weiter deutlich erhöht. Außerdem wurde vereinbart, dass die bestehenden israelischen Nutzungsmengen im Westjordanland (ungefähr 80% der eindringenden Wassermenge des Berggrundwasserspeichers, der weitgehend durch Niederschläge über dem Westjordanland gespeist wird) beibehalten werden sollten. Die übergeordnete Kontrolle über die Wasserressourcen (mit Ausnahme des Küstengrundwasserspeichers) behielt Israel.

Die palästinensischen Wasserrechte sollten bei den Endstatusverhandlungen im Rahmen des Osloer Friedensprozesses geklärt werden. Diese Endstatusverhandlungen kamen jedoch nicht zustande. Und so werden die eigentlich nur für fünf Jahre gedachten Übergangsregelungen bis zum heutigen Tag angewendet. Dies hat zur Folge, dass die Palästinenser keinen dem Bedarf angemessenen Zugang zum Grundwasser des Westjordanlands haben.

Artikel 40 von Annex III des Oslo II-Abkommens legte außerdem die Übernahme der administrative Verantwortung für die Wasserversorgung in den palästinensischen Gebieten durch die Palästinensische Wasserbehörde fest und die Einrichtung eines gemeinsamen israelisch-palästinensischen Wasserkomitees, das dafür zuständig ist, wasser- und abwasserbezogene Infrastrukturprojekte im Westjordanland zu genehmigen.

Nutzungsrechte für den Jordan und den Küstengrundwasserspeicher legte das Interimsabkommen nicht fest, sodass die Palästinensische Behörde im Westjordanland weiterhin keinen Zugang zum Jordan hat, der durch Wasserentnahme durch die arabischen Anrainerstaaten und Israel nur noch ein Zehntel seiner ursprünglichen Wassermenge führt. In Bezug auf den Küstenaquifer haben fehlende Verfahrensregeln dazu geführt, dass sowohl Palästinenser als auch Israelis ohne gegenseitige Kontrolle oder Beschränkung Wasser entnehmen können.

Nach dem Palästinensischen Zentralbüro für Statistik (PCBS) betrug 2018 die offizielle Gesamtmenge des in den palästinensischen Gebieten zur Verfügung stehenden Wassers 389,5 Millionen Kubikmeter. 274,2 Millionen Kubikmeter Wasser (70,4%) stammten dabei aus Grundwasserressourcen, 85,7 Millionen Kubikmeter (22%) wurden von der israelischen Wassergesellschaft Mekorot gekauft, 25,5 Millionen Kubikmeter (6,5%) kamen aus palästinensischen Quellen und 4,1 Millionen Kubikmeter (1,1%) wurden durch Meerwasserentsalzung gewonnen. Die Menge des unbedenklich genießbaren Trinkwassers macht jedoch nur ungefähr 217,2 Millionen Kubikmeter aus, da ungefähr 97% des im Gazastreifen entnommenen Grundwassers nicht den WHO-Standards entspricht. Der Verbrauch pro Kopf und Tag wird mit 87,3 Litern pro Kopf und Tag für die gesamten palästinensischen Gebiete exklusive Ost-Jerusalem angegeben, für das Westjordanland mit 90,5 Litern pro Kopf und Tag und für den Gazastreifen mit 83,1 Litern pro Kopf und Tag. Dies ist deutlich weniger als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angegebene Mindestmenge von 100 Litern, die jeder Mensch pro Tag zur Verfügung haben sollte.

Diese Wassermenge kann aber nicht mit dem tatsächlichen häuslichen Verbrauch gleichgesetzt werden. Durch marode Infrastruktur und auch durch Wasserdiebstahl gingen nach Angaben des PCBS 2018 insgesamt 66,4 Millionen Kubikmeter verloren (30,8 Millionen Kubikmeter im Westjordanland (ohne Ost-Jerusalem) und 35,6 Millionen Kubikmeter im Gazastreifen). Außerdem beinhalten die Zahlen Wassermengen, die nicht für den häuslichen Verbrauch, sondern für die Wirtschaft und den Tourismus verwendet oder an Moscheen und öffentliche Gebäude geliefert werden. 2016 variierte sie von 26 Liter/Kopf/Tag in Yatta bis über 250 Liter/Kopf/Tag in Jericho, in Dörfern ohne Anschluss an das Wassernetz beträgt sie in einigen Fällen sogar nur 20 Liter pro Kopf und Tag.

Im Gazastreifen ist die Wassersituation besonders prekär. Aufgrund andauernder Übernutzung des Küstenaquifers wegen mangelnder Verfügbarkeit alternativer Wasserquellen ist der Grundwasserspiegel abgesunken und Salzwasser eingesickert. Durch ungeklärte Abwässer wird das Grundwasser noch zusätzlich verunreinigt. Nur 3-4% des entnommenen Wassers erfüllt die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO für Trinkwasser. Teil des Problems ist, dass die Bevölkerung auf die Wasserknappheit mit der Ausweitung von privaten Brunnenbohrungen reagiert hat und die Palästinensische Wasserbehörde es nicht schafft, dies zu reglementieren. Zwei parallele Wasserbehörden machen die Situation nicht einfacher. Private Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Bildungseinrichtungen, öffentliche Körperschaften und auch Hilfsorganisationen betreiben Umkehrosmose-Einheiten. Jedoch liefern viele Anlagen kontaminiertes Wasser, die meisten haben keine Lizenz, viele nutzten Wasser aus Brunnen, die keine Genehmigung haben und es ist sechsmal so teuer wie reguläres Wasser. Es gibt mittlerweile auch drei kleine Entsalzungsanlagen im Gazastreifen. Eine große, zentrale Entsalzungsanlage  ist in Planung, die anfangs jährlich 55 Millionen Kubikmeter Wasser liefern soll, um den großen Wasserbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken, aber es wird noch dauern, bis sie fertiggestellt ist.

Ungefähr 93% der Bevölkerung in den palästinensischen Gebieten sind an das Wassernetz angeschlossen, aber nur 30% der Haushalte im Gazastreifen und 50% der Haushalte im Westjordanland hatten nach Angaben der Weltbank 2016 täglich für eine begrenzte Anzahl von Stunden Wasser. Ungefähr 15% der Bevölkerung im Gazastreifen und 48% der Bevölkerung im Westjordanland hatten 2018 weniger als 10 Tage im Monat Zugang zu fließendem Wasser. Daher gibt es bei 97% der Bevölkerung im Gazastreifen und 92% der Bevölkerung im Westjordanland Wassertanks auf ihrem Dach oder in ihrem Innenhof. Außerdem gibt es viele Palästinener, die Wasser über Tanklastwagen beziehen, obwohl dieses Wasser sehr viel teurer ist als das Leitungswasser und von oft zweifelhafter Qualität.

Zwei Jungen beim Abfüllen von Wasserkanistern im Flüchtlingslager Aida in Bethlehem
Versorgung mit Wasser im Flüchtlingslager Aida in Bethlehem © Petra Schöning

Ökologische Probleme

Einen umfassenden Überblick über die Umweltsituation in den palästinensischen Gebieten liefert der ARIJ-Bericht "Status of the Environment in the State of Palestine - 2015".

Entwaldung

Wälder bedecken ungefähr 3,94% des Westjordanlandes und 0,55% des Gazastreifens. Seit Beginn der israelischen Besatzung 1967 wurden große Teile dieser Wälder von Israel konfisziert, zu militärischen Sperrgebieten und Militärstützpunkten erklärt und/oder für den Bau von israelischen Siedlungen und der Trennungsanlage gerodet. Waldgebiete wurden auch von palästinensischer Seite abgeholzt zur Gewinnung von Brennstoff (entweder als Biomasse oder für die Kohleproduktion). Hierdurch und durch Wind, Schnee, Bodenerosion, Alterung und Feuer haben sich die Waldgebiete in den palästinensischen Gebieten extrem verringert mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf das Klima.

Invasive Arten

In Palästina gibt es laut der Palästinensischen Umweltbehörde ungefähr 50 invasive Pflanzenarten und auch einige invasive Tierarten (hier insbesondere Vogelarten), die durch den Menschen in das Land gebracht wurden, sich dort ausbreiteten und nun das heimische Ökosystem gefährden. Bei den invasiven Vogelarten geht es in erster Linie um den Halsbandsittich (Psittacula krameri), die Hirtenmaina (Acridotheres tristis) und den Indische Silberschnabel (Lonchura malabrica). Die Hirtenmaina wurde bereits im Jahr 2000 von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als eine von drei Vogelarten zu den 100 weltweit invasivsten Arten erklärt. Sie besetzt das Gebiet anderer Vögel, zerstört ihre Nester und Eier und konkurriert um deren Nahrung.

Die gebietsfremden Arten nehmen sowohl in Bezug auf die Zahl der Arten als auch in Bezug auf den Grad der Ausbreitung zu. Jedoch steht noch eine umfassende Untersuchung der negativen Auswirkungen auf die Biodiversität und die Umwelt aus als Grundlage für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Bekämpfung und Beseitigung dieser invasiven Arten. 

Bodenerosion

Bodenerosion ist vorherrschend in Regionen des intensiven Ackerbaus und in den bergigen Regionen des Westjordanlandes, wo steile Hänge starken Regenfällen und Überweidung durch Ziegen und Schafe ausgesetzt sind. Ohne Terrassierung können die Böden leicht abgetragen werden. Ackerflächen verfallen auch, weil palästinensische Bauern wegen der vom israelischen Staat auferlegten Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit ihre Felder nicht erreichen und bearbeiten können.

Desertifikation

In der östlichen Hangregion des Westjordanlandes und dem Gazastreifen ist Wüstenbildung ein Problem. Diese Gebiete sind der Überweidung und Überverstädterung ausgesetzt, die Temperaturen sind hoch und die Menge des Niederschlags ist gering. Das macht die Gebiete anfällig für klimatische Veränderungen.

Militärisches Gerät, Munition und israelische Militärstützpunkte

Auch die bewaffneten Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten und israelische Truppenübungen in den palästinensischen Gebieten haben zur Zerstörung der Umwelt und Landwirtschaft in den palästinensischen Gebieten geführt. Es gibt Blindgänger und Landminen in der Landschaft, die die Umwelt und die Menschen gefährden. Nach Truppenübungen in den palästinensischen Gebieten werden Blindgänger von der israelischen Armee nicht eingesammelt. Ebenfalls gefährdet ausrangiertes militärisches Gerät die Umwelt. Auslaufender Treibstoff und Öl in den israelischen Militärstützpunkten verunreinigen den Boden und das Grundwasser. Im April 2019 starben in dem Ort Sabastiya in der Nähe von Nablus Dutzende von Vögeln durch übermäßigen Einsatz von Tränengas.

Abnehmende biologische Vielfalt

Die palästinensischen Gebiete werden als eines der weltweiten Krisengebiete in Bezug auf Biodiversität betrachtet. U.a. durch unkontrollierte Städtebauentwicklung, die Ausdehnung von israelischen Siedlungen, Übererntung von wilden Pflanzenarten, Landzerstörung und ein hohes Bevölkerungswachstum nimmt die biologische Vielfalt in den palästinensischen Gebieten ab. Pflanzenarten werden in wachsendem Maße selten oder sehr selten (das Applied Research Institute - Jerusalem (ARIJ) spricht von 370 Arten) und sind gefährdet, vollständig zu verschwinden.

Abwasser

Nach Angaben des Applied Research Institute Jerusalem (ARIJ) waren 2015 17,6% der palästinensischen Kommunen und 53,9 % aller Haushalte in den palästinensischen Gebieten (38,4% im Westjordanland und 83,5% im Gazastreifen) an ein Abwassersystem angeschlossen. Der Rest entsorgte das Abwasser über Klär- und Senkgruben. Es gibt sechs zentrale Abwasseraufbereitungsanlagen im Westjordanland und vier im Gazastreifen. Aber nur 2/3 des gesamten Abwassers wird dort aufbereitet. Der Rest gelangt ungeklärt in den Boden.

Auch das Abwasser der israelischen Siedlungen belastet die Umwelt im Westjordanland. Laut B’Tselem waren im Juni 2009 nur 81 der 121 von Israel anerkannten israelischen Siedlungen an ein Abwasserentsorgungssystem angeschlossen. Diese Anlagen benutzen Verfahren, die weniger fortschrittlich sind als die, die in Israel eingesetzt werden. Vielen von ihnen sind nur für eine geringe Bevölkerungszahl vorgesehen, leiden unter Betriebsausfällen und werden zeitweilig vollständig abgestellt. Die restlichen Siedlungen leiten ihre Abwässer ungeklärt in die Umwelt. Gemäß einer Untersuchung des Knesset Forschungsinstituts sind dies pro Jahr 19 Millionen Kubikmeter.

Die Kläranlage Nablus West
Die Kläranlage Nablus West © Petra Schöning

Abfall

Wilde Mülldeponien, auf denen auch giftige Abfälle abgeladen werden, stellen eine ernste Gefahr für Umwelt und Menschen in den palästinensischen Gebieten dar. Allein im Regierungsbezirk Ramallah/El Bireh gibt es ungefähr 40 solcher Halden.

Der Bau der Trennungsanlage im Westjordanland hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die Abfall- und Abwasserentsorgung der palästinensischen Bevölkerung dort.

Sozialraum

Gesperrte Straße in der Nahe von Birzeit
Gesperrte Straße in der Nähe von Birzeit © Petra Schöning

Eine im Juli 2018 abgeschlossene Untersuchung des UN-Büros für die Koordinierung von humanitären Angelegenheiten OCHAoPt zählte 140 voll oder gelegentlich bemannte militärische Kontrollpunkte, die meisten davon nicht als Grenzposten zwischen Israel und Palästina, und darüber hinaus zahlreiche mobile, spontane Kontrollpunkte ("flying checkpoints"), Hunderte weitere Hindernisse wie Betonblöcke, Erdwälle, gesperrte Straßen sowie der Bau des Zauns/ der Mauer (zu 85% auf palästinensischem Gebiet mit dem Ergebnis, dass ca. 9,4% des palästinensischen Gebietes vom Westjordanland inkl. Ost-Jerusalem abgetrennt werden) be- und teilweise verhindern den Zugang der Palästinenser zu ihrem Grund und Boden, ihren Arbeitsplätzen, Schulen, Universitäten, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen.

Im Januar 2017 waren 64% ( ca. 454 km) der Trennungsanlage fertig gestellt, 36% (ca. 256 km ) im Bau oder in Planung. Seit längerer Zeit gibt es nur eine geringe Bautätigkeit u.a. aus finanziellen und juristischen Gründen und wegen mangelnden Drucks von Seiten der israelischen Gesellschaft.

In den dicht besiedelten Gebieten besteht die Anlage aus einer bis zu 9 Meter hohen Betonmauer mit Wachtürmen (auf ca. 61 km), in den weniger dicht besiedelten Gebieten wurde ein elektronischer Zaun mit Pfaden und Gräben auf beiden Seiten errichtet.

Besonders schwierig ist die Lage in den Gebieten des Westjordanlandes, die zwischen der Grünen Linie und der Trennungsanlage auf der „israelischen Seite“ liegen und durch den Zaun oder die Mauer vom Rest des Westjordanlandes abgetrennt sind. Nur durch Tore oder Kontrollpunkte, die häufig nur wenige Stunden am Tag geöffnet sind, können sie ihre Arbeitsplätze, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Lebensmittelgeschäfte, Freunde und Familienangehörige erreichen. Palästinenser ab 16 Jahren brauchen eine Erlaubnis, um sich dort weiterhin aufhalten zu können. Ärzte oder Familienangehörige können die Bewohner dieser Gebiete nur mit einer Erlaubnis besuchen.

Diese Zonen gehören wie die Siedlerstraßen, Naturschutzgebiete, die israelischen Siedlungen, militärischen Einrichtungen und sonstigen sicherheitsrelevanten Gegenden zum C-Gebiet. Insgesamt macht es ca. 60% des Westjordanlandes aus. Die etwa 300.000 Palästinenserinnen und Palästinenser dort leben unter sehr schwierigen Bedingungen, denn Israel ist neben der inneren Sicherheit insbesondere für die Planungs- und Baukontrolle zuständig. In 70% des C-Gebiets ist es den Palästinensern grundsätzlich untersagt zu bauen und in weiteren 29% ist die Bautätigkeit für Palästinenser stark eingeschränkt. Nur in 1% des C-Gebiets erlaubt die israelische Zivilverwaltung den Palästinensern die Bebauung, jedoch ist dieses Gebiet so gut wie voll ausgebaut. Baugenehmigungen - die nicht nur Gebäude, sondern z.B. auch Wasserleitungen betreffen - werden so gut wie nicht erteilt. Bauen Palästinenser trotzdem auf ihrem eigenen Grund und Boden, besteht die Gefahr, dass diese Strukturen von der israelischen Armee abgerissen werden. Von Januar bis Ende Mai 2020 wurden laut B'Tselem 30 Wohneinheiten zerstört und 130 Personen obdachlos einschließlich 68 Minderjährige.Von der Vertreibung bedroht sind u.a. die Bewohner des Ortes Susiya südlich von Hebron. 86 Strukturen der Kommune haben Abrissverfügungen, darunter 32 Wohnzelte und -hütten.

Am 4. Juli 2018 begann die israelische Armee mit der Zerstörung des Beduinendorfes Khan al-Ahmar einschließlich einer mit italienischer Unterstützung errichteten Schule, die rund 170 Kindern zwischen sechs und 14 Jahren aus fünf verschiedenen Beduinengemeinden unterrichtet. Das Dorf liegt am Rande Jerusalems rund zwei Kilometer südlich der Siedlung Kfar Adumin im Westjordanland. Bei Protesten gegen die Räumung wurden 35 Personen verletzt und 13 Personen inhaftiert. Die Bewohner sollen an den Rand einer Müllkippe in der Nähe von Abu Dis zwangsumgesiedelt werden. Ende Mai 2018 hatte der Oberste Israelische Gerichtshof entschieden, dass die Zerstörung von Khan al-Ahmar rechtens sei, da die Beduinen das Dorf ohne die notwendigen Baugenehmigungen errichtet hatten. Baugenehmigungen sind jedoch im C-Gebiet so gut wie gar nicht zu bekommen.

Bei der Erweiterung des jüdisch-israelischen Siedlungsbaus auf das Gebiet, auf dem sich jetzt das Dorf Khan al-Ahmar befindet, würde das Westjordanland von einem durchgängigen Siedlungsblock durchschnitten, in Nord und Süd unterteilt und damit die Umsetzbarkeit einer Zwei-Staaten-Lösung deutlich erschwert.

Audio-Beitrag: Von der Politik verdunkelt - ein Dorf verliert seine Solaranlage


Auch Palästinenser, die im Westjordanland wohnen und landwirtschaftliche Flächen jenseits der Trennungsanlage haben, sind in einer schwierigen Situation. Sie brauchen einen Passierschein, um ihr Land erreichen zu können. Aus Sicherheitsgründen oder weil sie keine Verbindung zum Land nachweisen können, wir ihnen dieser häufig vorenthalten. Die, die eine Erlaubnis bekommen, können in der Regel nicht auf ihren Feldern bleiben, solange sie wollen oder dies notwendig ist, sondern müssen vor Schließung des Tores am Abend wieder nach Hause zurückkehren. Nur wenige, meistens sind dies Hirten, haben eine Erlaubnis, über Nacht auf der anderen Seite der Trennungsanlage zu bleiben.

Außerdem gibt es im Westjordanland nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Peace Now 132 „offizielle“ israelische Siedlungen, in denen 2019  427.800 Siedler leben, und 121 sogenannte „Außenposten“ mit ca. 4.000 Einwohnern, die jedoch nach internationalem Recht alle illegal sind. Hinzu kommen noch ungefähr 208.000 Siedler in zwölf Siedlungen in Ost-Jerusalem. Die drei größten Siedlungen sind Modiin Ilit mit mehr als 70.000 Einwohnern, Beitar Ilit mit mehr als 54.000 Einwohnern und Ma'ale Adumim mit mehr als 37.000 Einwohnern. Seit Beginn des Osloer Friedensprozesses Ende 1993 hat sich gemäß der israelischen Friedensorganisation Peace Now die Zahl der Siedler mehr als verdreifacht. Und der Siedlungsbau geht ungebremst weiter.

Am 20. Juni 2017 begannen die Bauarbeiten für die Siedlung Amichai für die Bewohner des geräumten Außenpostens Amona auf dem Gebiet des Dorfes Yaloud im Regierungsbezirk Nablus. Es ist die erste offiziell von Israel geschaffene neue Siedlung seit mehr als 20 Jahren.

Am 15. September 2019 stimmte die israelische Regierung der Umwandlung des Außenpostens Mevo'ot Yericho in eine offizielle Siedlung zu. Damit stieg die Zahl der insgesamt seit dem Osloer Friedensprozess entstandenen israelischen Siedlungen auf sechs.

Nach Angaben von Peace Now wurde 2019 mit dem Bau von 1.917 neuen Wohneinheiten in israelischen Siedlungen begonnen, mehr als 10% von ihnen (195 Einheiten) in illegalen Außenposten, 110 Einheiten im Jordantal. 11 neue Siedlungsaußenposten wurden errichtet, die Arbeit an 8.457 Wohneinheiten in 58 Siedlungen fortgesetzt. Außerdem wurden Ausschreibungen für 1.761 Wohneinheiten (956 im Westjordanland und 805 in Ost-Jerusalem) veröffentlicht.

Die Konfiszierung und Inbesitznahme von Land, Wasser und anderen Ressourcen zum Vorteil israelischer Siedler seit dem Beginn der israelischen Besatzung im Juni 1967 wirken sich verheerend auf die fundamentalen Rechte der Palästinenser aus. Besonders schwierig ist die Situation im Jordantal und in Ost-Jerusalem.

Video: Die Siedler der Westbank - Leben in der doppelten Realität

Der Verkehr in Palästina stützt sich ausschließlich auf Kraftfahrzeuge. Straßen, die palästinensische Ortschaften verbinden, sind in der Besatzungszeit stark vernachlässigt worden und häufig in einem schlechten Zustand. Daneben gibt es moderne, gut ausgebaute Schnellstraßen im Westjordanland, die die israelischen Siedlungen untereinander und mit Israel verbinden, die vorrangig oder ausschließlich von Israelis benutzt werden dürfen. Bestimmte Straßen dürfen von Palästinensern noch nicht einmal überquert werden. Wenn Palästinenser an eine gesperrte Straße kommen, müssen sie das Auto oder den Bus, mit dem sie gekommen sind, verlassen, zu Fuß die Straße überqueren und sich dann für die Fortsetzung der Reise ein neues Fahrzeug suchen.

Der einzige Flughafen in Palästina, der Yasser Arafat International Airport im Gazastreifen, wurde, nachdem er Ende 1998 eröffnet worden war, nach Beginn der Zweiten Intifada von Israel geschlossen. Im Dezember 2001 und Januar 2002 riss die israelische Armee die Rollbahn des Flughafens auf. 

Manara Square Ramallah ® Petra Schöning
Manara Square Ramallah ® Petra Schöning

Die größten Städte des Westjordanlandes sind Hebron, Nablus, Ramallah/Al-Bireh, Salfit, Tubas, Tulkarem, Qalqilya, Jenin, Yatta, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour und Jericho. Im Gazastreifen sind die größten Städte Gaza-Stadt, Khan YounisRafah und Jabalyah. In Ost-Jerusalem leben mehr als 341.500 Palästinenser/innen.

Beit Jala bei Sonnenuntergang
Beit Jala © Petra Schöning
Blick auf die Altstadt von Hebron
Blick auf die Altstadt von Hebron © Petra Schöning

Nationale Symbole

Alter Olivenbaum im Westjordanland © Petra Schöning
Alter Olivenbaum im Westjordanland © Petra Schöning

Olivenbäume sind ein zentrales Symbol palästinensischer Existenz. Der Olivenbaum, der ein sehr langes Leben haben kann, symbolisiert die Verbundenheit mit dem Land. Die Früchte - auch das aus ihnen gepresste Öl - sind seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel der Region. Das Öl wird übrigens auch zu einer berühmten Seife weiterverarbeitet.

Beduine aus dem Jordantal mit Kuffiye
Beduine aus dem Jordantal mit Kuffiye © Petra Schöning

Seit Jahrhunderten wird die Kuffiye (oder auch Hatta genannt), ein quadratisches, häufig schwarz-weißes oder rot-weißes Tuch, von arabischen Männern – insbesondere auf dem Land – als Schutz gegen Sonne und Staub getragen. Mit dem großen arabischen Aufstand gegen die Briten und Zionisten von 1936 bis 1939, der hauptsächlich von den Bauern getragen wurde, wurde ihre Tracht zum Symbol des bewaffneten Widerstands. An diese Tradition knüpften die palästinensischen Widerstandskämpfer in den 60er Jahren an. Als PLO-Vorsitzender war es für Yassir Arafat selbstverständlich, die Kuffiye zu tragen, und sie wurde sein Markenzeichen. Viele Fedayin trugen das Tuch dann nicht mehr als Kopfbedeckung, sondern um den Hals und zur Vermummung um den Kopf gewickelt. Auch außerhalb Palästinas wurde es zum Zeichen der Solidarität mit dem palästinensischen Volk.

Wappen der Palestinian National Authority: Tonyjeff
Wappen der Palestinian National Authority: Tonyjeff

Das Wappen der Palästinensischen Behörde zeigt die Farben der palästinensischen Flagge auf einem Schild, welcher vom Adler Saladins getragen wird. Es ist stark angelehnt an ägyptische Vorbilder.

Flagge Palästinas, Foto: Orionist
Flagge Palästinas, Foto Orionist

Die Fahne Palästinas ist schwarz, weiß, grün mit rotem Triangel am Flaggstock. Ihren Ursprung hat sie in der Flagge der Arabischen Revolte von 1916 bis 1918 gegen die Osmanen. Bereits 1917 fand sie Verwendung in der arabischen Nationalbewegung. 1964 erklärte die PLO sie zur palästinensischen Nationalflagge. Die Farbe Schwarz steht für die arabisch-islamische Dynastie der Abbasiden, Weiß steht für die der Omayyaden, Grün für die der Fatimiden. Rot ist u.a. die Farbe der Haschemiten.

Die Nationalhymne heißt „Biladi“ (Mein Land) und wurde vom palästinensischen Nationalrat 1996 eingeführt.

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Petra Schöning, M.A., Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Soziologie mit Schwerpunkt Naher Osten, seit 1995 Mitglied bei Amnesty International in der Koordinationsgruppe Israel und besetzte Gebiete/ Palästina, 27-monatige Tätigkeit in Jerusalem als Zivile Friedensfachkraft, seit 2006 freiberufliche Trainerin und Beraterin mit dem Schwerpunkt Israel/ Palästina.

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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