Ashaninka-Indianer aus dem Tiefland © Ernst Wiesenmaier
Anteil alphabetisierter Erwachsener
94,2 % (2016, HDR 18)
Bedeutendste Religion
Katholisch 89 %
Städtische Bevölkerung
77,7 % (2016, HDR 18)
Lebenserwartung
75,2 Jahre (2016, HDR 18)
Gender Inequality Index
0.368 (2016, HDR 18)
Kindersterblichkeit unter fünf Jahre (von 1000)
15,3 (2015,HDR 18)
Stl. Ausgaben Erziehung (% BSP)
3.8% (2016,HDR 18)

Sozialstruktur

Familia in der Sierra Cañon Cotahuasi
Familie im Andenhochland, (c) Nora Basurco

Der Altersaufbau ist charakterisiert durch einen großen Anteil an junger Bevölkerung. Im Jahre 1950 betrug der Anteil von Menschen unter 15 Jahren 47%, 2015 ging der Anteil auf ca. 28% zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil der Personen zwischen 15 und 49 Jahren im Vergleichszeitraum von 43% auf 53% (INEI 2015).

Daten zu Entwicklung und Zusammensetzung der Bevölkerung in ethnischer Hinsicht werden in Peru nicht geführt. Schätzungen zufolge wird die Bevölkerung des Landes wie folgt gruppiert: 47% Indigene, 33% Mestizen, 15% Weiße sowie  4% Afroperuaner.


Die Indigenen gehören zugleich zu 91% dem Volk der Quechua, zu 4,5% den Aymara und zu 4,5% zu anderen Völkern im Amazonasgebiet. Mit einer Anzahl von etwa 12 Mio. leben in Peru die meisten Indigenen Amerikas. Die Indigenen leben im Bergland oder in den Randsiedlungen der Großstädte, d.h. dass sie den höchsten Anteil der Armen darstellen, kaum Zugang zu Dienstleistungen, Information, Transport, Medien, Märkten, Bildung, Strom und Wasser haben und geringe politische Partizipation und sehr geringe politische Repräsentanz haben. In Peru werden die Indigenen - wie in keinem anderen Land Südamerikas - diskriminiert. Die Afroperuaner sind ebenfalls von Diskriminierung betroffen.

Indigene Gruppen haben sich im Nationalen Kongress der vom Bergbau betroffenen Gemeinden zusammengetan. Das Forschungszentrum CAAAP widmet sich der Förderung von Projekten mit den Ethnien des Amazonasbecken: Asháninka, Aguaruna, Shipibo-Conibo und Kechwa-Lamista (Landkarte der Ethnien).

Der Präsident Ollanta Humala (2011-2016) nominierte bei Regierungsantritt die Sängerin, Susana Baca de la Colina, afrikanischen Ursprungs zur Kulturministerin. Das Kulturministerium wird seit 2016 vom bekannten Schauspieler Salvador del Solar geleitet. Unter seiner Führung hat das Ministerium an Bedeutung gewonnen, so zum Beispiel wurde er als Redner beim Treffen der Unternehmer Perus eingeladen oder wird zu aktuellen politischen Themen befragt. 

Indigene Frauen leiden unter einer erhöhten Kinder- und Müttersterblichkeit in ländlichen Gebieten und sind häufiger Opfer männlicher Gewalt. Die NRO "Flora Tristan" setzt sich für die Rechte benachteiligter Frauen ein. 1996 wurde das Ministerium für Frauen und soziale Entwicklung ins Leben gerufen, 2011 gab es Aufgaben an das neugeschaffene Ministerium für sozialen Einschluss und wurde in Ministerium für Frauen und besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen umbenannt.  Es hat Notzentren zur Unterstützung der von sexuellen und familiären Gewalt betroffenen Frauen "CEM" gegründet.
Das UNDP präsentiert alljährlich den Human Development Index HDI. Daraus abgeleitet wird der Gender-Inequality Index GII. Peru liegt beim HDI auf Platz 84 (2014) und beim GII auf Platz 84 von 187 Ländern.

Bildung

Schüler aus einem Elendsviertel
Schüler aus einem Elendsviertel © Freddy Hernani Chávez

In den letzten Jahren hat die Regierung große Anstrengungen zur Förderung des Erziehungssystems unternommen. So wurden im Jahre 2005 17% des Staatshaushalts diesem Bereich gewidmet, was 2.8% des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Nach der CEPAL beträgt der Durchschnitt in Lateinamerika jeweils 18% und 4%.

Der Alphabetisierungsgrad konnte durch gezielten Ausbau des Schulwesens auf 91,6% erhöht werden (2005). Der Besuch öffentlicher Schulen ist unentgeltlich. Es besteht 11-jährige Schulpflicht (2002–2003); besonders in ländlichen Gebieten sind jedoch zu wenige Schulen vorhanden.

Das Bildungssystem Perus gliedert sich grob in drei Ebenen:

- Primarschule (6 Jahre)
- Sekundarschule (5 Jahre)
- Hochschulen (im Durchschnitt 5 Jahre)

Es gibt staatliche wie private Einrichtungen, wobei letztere von Kindern der einkommensstärkeren Schichten besucht werden und eine hohe Ausbildungsqualität haben. Der große Rest der ärmeren privaten und der staatlichen Schulen und Hochschulen kann keine vergleichbare Qualität bieten.

Die zweisprachige Erziehung (spanisch-quechua) wurde unter Velasco Alvarado in den 70er Jahren eingeführt. Die GTZ führte zu dieser Zeit ein Projekt in Puno mit Modellcharakter durch. Eine der Hauptschwierigkeiten war und ist die Sensiblisierung von Lehrern für die bilinguale Erziehung, da diese oft selber nur eine unzureichende Ausbildung haben und deren Bewusstsein, die eigene Muttersprache betreffend, eher negativ ist. In einem auf monokulturelle und monolinguistische Erziehung ausgerichteten Bildungssystem gelingt der soziale Aufstieg in der Regel nur dem, der die eigene indigene Sprache möglichst ignoriert und sich bemüht, so gut wie möglich Spanisch zu lernen und sich in die spanisch- und amerikanisch orientierte Kultur einzufügen.

In Peru gibt es über 40 Hochschulen, davon sind mehr als die Hälfte staatlich. Zu den größten Hochschulen zählen die Staatlichen Universitäten San Marcos in Lima (1551), San Agustín in Arequipa (1828), San Antonio Abad in Cuzco (1962) und La Libertad in Trujillo (1824).

Folgende Links führen Sie zu Aktivitäten einzelner Institutionen und Organisationen im Bildungsbereich:

Gesundheit und Sozialwesen

Gesundheitsversorgung
Gesundheitsversorgung, Quelle: Welthungerhilfe

Für das Gesundheitswesen gilt in Peru in noch höherem Maße das, was auch für das Bildungswesen gilt: Medizin ist Dienstleistung. Wer Geld hat, wird medizinisch gut versorgt, wer keines hat, nicht. Eine Kranken- und Sozialversicherung gibt es zwar, in ihr sind aber gerade einmal etwa 20 % der Bevölkerung erfasst. Es gibt auch (zu wenige) staatliche Medizinstationen und Krankenhäuser, in denen die Behandlung für Bedürftige kostenlos ist, aber deren Zustand ist meist schlecht und es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal, Ausstattung und Medikamenten. Staatliche Programme, wie etwa zur Bekämpfung von Cholera, Tuberkulose, Gelbfieber und Lepra, oder Programme zur Familienplanung gibt es ebenfalls, aber sie erreichen bei weitem nicht alle.

Der Altersaufbau ist charakterisiert durch einen großen Anteil an junger Bevölkerung. Im Jahre 2000 betrug der Anteil von Menschen unter 15 Jahren 37%. Die Lebenserwartung laut UNDP beläuft sich auf 74,8 Jahre (2015), die Kindersterblichkeit mit 13,1/1000 für 2015 ist immer noch recht hoch. Die medizinische Versorgungslage variiert gemäß dem Stadt-Land-Gefälle, wobei die ländlichen Regionen benachteiligt sind. Bedingt durch Mangelernährung und schlechte Wohnverhältnisse sind Malaria, Chagas, Gelbfieber und Cholera immernoch in großen Teilen des Landes verbreitet. Mehr Information zur Gesundheitssituation, zu Problemen und Lösungen im Land finden sich bei der PAHO (Panamerikanische Gesundheitsorganisation).

Kultur

Kunst und Kultur

Die indigenen Kulturen Perus sind reich und vielfältig, verdecken und verstecken jedoch häufig ihre Ausdrucksformen. Das Wort "Indio" ist negativ geprägt, weil es mit Leibeigenschaft, Zwangsarbeit, Misshandlung und Minderwertigkeit verbunden wird. Wenn Indigene in die Randsiedlungen der Großstädte migrieren, dann setzt sofort der Prozess der "cholificación" ein, die Anpassung an die weiße Kultur (Sprache, Nahrung, Kleidung). Denn nach wie vor gilt der Satz "je weißer desto einflussreicher". Trotzdem gründen diese Migranten Clubs der Provinzler, meistens mit Namen ihrer Herkunftsorte oder eines Landschaftsmerkmals (wie Brisas del Titicaca statt Club der Aymara). Erst hierdurch lebt die kulturelle Identität mit der Pflege der kulturellen Ausdrucksformen (Tanz, Folklore) und Traditionen wieder auf.

In den 30er Jahren entstand die Bewegung des "Indigenismo", die sich gegen die Diskriminierung der Indigenen wandte. Ein bedeutender Vertreter dieser Bewegung war der bekannte Anthropologe, Verfechter der Quechua-Sprache und Ankläger des feudalen Systems, José María Arguedas. In seiner Erzählung "Traum eines Indiojungen" (englische Version) bringt er die Situation der Ausbeutung der Indigenen im feudalen System der Großgrundbesitzer des Andenhochlands zum Ausdruck. Der bedeutende Vertreter des politischen Indigenismo ist José Carlos Mariátegui, der eine Änderung der Lage der Indigenen nur im Rahmen eines umfassenden politischen Wandels sah.

Die Kultur Perus im 20. Jahrhundert ist ansonsten geprägt durch die Kultur der Weißen und des Bürgertums. Indigene Künstler, wie der Fotograf aus Cuzco Martin Chambi, der es zu weltweiten Ruhm mit seinen sozialdokumentarischen Bildern gebracht hat, sind eine klare Ausnahme.

Zu den bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen Literatur Perus gehören der Dichter César Vallejo, sowie die Literaten Mario Vargas Llosa und Alfredo Bryce Echenique, dessen 1970 geschriebenes Debütwerk Eine Welt für Julius erst 2002 auf deutsch erschienen ist. Überraschend wurde dem 74-jährigen Vargas Llosa der Literaturnobelpreis 2010 für sein umfangreiches und konstantes literarisches Schaffen verliehen. In der Begründung der schwedischen Nobelpreis-Akademie heiß t es, Vargas erhält diese Auszeichnung für seine "Kartografien von Machtstrukturen und seine bissigen Bilder von Widerstand, Revolte und Niederlage des Individuums". Vargas Llosa ist nicht nur ein Buchautor, er ist stets ein politischer Mensch geblieben. Ende der 80er Jahren führte er die Proteste gegen die Verstaatlichung des Bankensektors durch Alan García an, gründete die Bewegung Libertad und kandidierte 1990 für das Präsidentenamt Perus. Der damals unbekannte Fujimori wurde nach einer Stichwahl Präsident. Entäuscht zog sich der Literat aus der aktiven Politik zurück. Doch bald übernahm er eine Kolumne in der angesehenen spanischen Zeitung El País, in der er regelmässig Essays über aktuelle politische Themen schreibt. Als prinzipienfester Neoliberaler brachte er vor kurzem ein Amnestiegesetz von A. García zu Fall.

Nach wie vor sind die Schätze der prähispanischen Kulturen für Peru von großer Bedeutung, die in den Museen Larco Herrera, Pachacamac oder Sipán zu sehen sind. Besonders erwähnenswert ist die Textilkunst der vorinkaischen Kulturen Moche, Chimu, Nasca und Lambayeque. Auf der wichtigsten Kunstmesse der Welt, der Art Basel, wurden im Juni 2018 gemalte Bilder von Keramiken der prähispanischen Kulturen der Künstlerin Sandra Gamarra ausgestellt.

Der peruanische Film ist über seine Grenzen hinaus bekannt. Die Filme von Francisco Lombardi, der sich mit sozialkritischen Themen in seinem Land auseinandersetzt, sind mehrfach auf internationalen Filmfestivals ausgezeichnet worden. So wurde "Der Hauptmann und sein Frauenbataillon" nach einem Roman von Vargas Llosa auf der Berlinade vorgestellt. Die junge peruanische Filmemacherin Claudia Llosa machte mit ihrem Film "Madeinusa" in Perú Furore. Sie erhielt auf der Berlinale 2009 den goldenen Bären für den besten Film "La teta asustada" (Eine Perle Ewigkeit).

Der Dokumentarfilm von Javier Corcuera "Sigo siendo" über die Geschichte und Vielfalt der peruanischen Musik macht Furore in Peru und auf Filmfestivals in der Welt.

Die Lehrerin für bildende Kunst Fátima Foronda bringt Farbe und Fröhlichkeit in die Elendsviertel der Stadt Lima. Vor allem Kinder werden zu Künstlern und bemalen die Außenwände ihrer Häuser. Nun möchte Fátima in der Stadt Huancayocc (in den 80er vom Terror heimgesucht) die typischen Altarbilder (retablos) dieser Region als Motive für die Häuser verwenden.

Textilien aus dem archäologischen Museum Larco
Textilien © Gerardo Basurco
Textilien aus dem archäologischen Museum Larco
Textilien © Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: © Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: © Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: ©  Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: © Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: © Gerardo Basurco
Pintura Sandra Gamarra, Foto: © Gerardo Basurco

Musik und Tanz

Der bekannte Tenor Juan Carreras unterhält in seinem Internetauftritt einige Sites zum peruanischen Tenor Juan Diego Florez, der zu einem der beliebtesten Tenöre weltweit gehört. Er hat die Organisation "Sinfonía por el Perú", in Anlehnung an das venezolanische Projekt von José Antonio Abreu gegründet, um die Musik den benachteiligten und armen Kindern Perus näher zu bringen. In der Zwischenzeit profitieren national weit mehr als 3000 Kinder und Jugendliche in 12 Zentren von dieser Initiative.

Wenn Sie Lust haben, sich mit der vielseitigen peruanischen Musik zu befassen, besuchen Sie die Website "música peruana", in der Sie peruanische Walzer, andine "huaynos" oder afroperuanische Rythmen genießen können. Aus der afroperuanischen Kultur hat eines ihrer Instrumente, der "cajón" es zum Ruhm gebracht. Es gibt kaum eine Flamenco-Gruppe, die dieses Instrument nicht einsetzt. Das Forschungs- und Informationszentrum über peruanisches Folklore CIDAN Perú informiert über die Tänze der verschiedenen Regionen.

Die Ballet-Tänzerin Vania Masías hat den klassischen Tanz verlassen und widmet sich der Ausbildung und Arbeit mit Jugendlichen aus benachteiligten Sektoren. Im Kulturverein "D1 Asociación cultural" wird Jugendlichen eine Lebensalternative angeboten. Mehr als 170.000 Jugendlichen haben davon direkt profitiert. Sie wird in der Liste der 49 innovativsten Peruaner aller Zeiten aufgeführt. Vor kurzem machte Vania wieder Schlagzeilen, als sie die Leibesübungen vor dem wöchentlichen Ministertreffen in Lima leitete.

Sport

Die beliebteste Sportart des Landes ist Fußball und peruanische Fußballer sind bei ausländischen Teams gefragt, wie Pizarros, Guerreros, Zambranos und Carlos Ascues Präsenz in der Bundesliga beweisen. Die peruanische Fans mussten jedoch 36 Jahre lang auf eine Teilnahme ihrer Lieblinge an einer Weltmeisterschaft warten. Die peruanische Nationalmannschaft konnte sich erst nach zwei Relegationsspielen gegen Neuseeland als letzte Mannschaft für die WM 2018 in Russland qualifizieren.
Nun herrscht durch die gelungene und so unerwartete Teilnahme, eine Feststimmung im ganzen Land. Diese Stimmung wird nur durch die, an den Kapitän des Nationalelf Paolo Guerrero, von der FIFA verhängte einjährige Sperrung getrübt. In letzter Minute stimmte das Schweizer Bundesgericht für das vorübergehende Aufheben dieser Sperre. Paolo Guerrero darf die peruanische Mannschaft in die WM18 anführen. Groß waren die Erwartungen an die peruanische Fußballelf. Tausende Peruaner füllten die Austragungsorte, in denen die Fußballmannschaft antrat und sind eine Bereicherung für die WM, obwohl Peru vor seinem letzten Spiel bereits in der Gruppenphase ausgeschieden ist.
Mit Blick auf die panamerikanischen Spiele, die 2019 (26.07. bis 11.08.) in Lima abgehalten werden, sollten die bolivarianischen Spiele die Feuerprobe für die peruanischen Sportler sein. Diese fanden im vergangenen November 2017 in Kolumbien statt und Peru erreichte lediglich den fünften Platz, von elf teilnehmenden lateinamerikanischen Mannschaften. In den im Mai/Juni in Cochabamba/Bolivien abgehaltenen südamerikanischen Spielen erreichte Peru den 7. Platz und erhielt 22 Gold-, 29 Silver- und 41 Bronzemedaillen. Die Erwartungen an das Gastgeberland der panamerikanischen Spiele sind hoch und eine deutliche Verbesserung der Athleten in den nächsten 12 Monaten ist notwendig.

Über die Grenzen des Landes hinweg erfreut sich das Reiten von Pferden "Paso peruano" und deren Züchtung großer Beliebtheit.

Religion

Tanz "La Diablada"
Tanz "La Diablada" auf dem Fest von der Jungfrau der Candelaria in Puno, Quelle: Boalingua

Die katholische Kirche hat in Perú von jeher einen großen Einfluß auf Politik und Gesellschaft, der sich bis heute bewahrt hat. Sie ist auch durch die Spannungen im Lande stark betroffen.

Die Theologie der Befreiung hat in Perú ihren Ursprung. Das bahnbrechende Buch "teología de la liberación" wurde von Gustavo Gutiérrez verfasst. Ein konkreter Ausdruck dieser theologischen Strömung lässt sich in der Entwicklung der Kirche Cajamarcas verfolgen. Das Oberhaupt der peruanischen Kirche, der konservative Kardinal Cipriani, zeigt sich autoritär und intolerant und hat den geschätzten Pater Gaston Garatea Redeverbot erteilt. Dominant ist wie in der übrigen Region auch die römisch-katholische Religion, der etwa 90 % der Bevölkerung angehören. Vom 15. bis 21 Januar 2018 besuchte Papst Franziskus auf seiner 6. Lateinamerika-Reise die Andenländer Chile und Peru. Der Papst besuchte den Regenwald, die Nordküste und die Hauptstadt Lima und prangerte den Umgang mit der Umwelt und den indianischen Völkern sowie die Korruption an. 

Die protestantische Kirche führte lange ein Schattendasein. Sowohl die evangelische als auch die deutsche katholische Kirche unterhalten Projekte und Partnerschaften in Perú. Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern erleben auch in Perú seit einigen Jahrzehnten basiskirchliche Strömungen und Gruppen der Pfingstbewegung Zuspruch. Durch die von Indigenen ausgeübten Kulte, sind heute synkretische Mischformen zu beobachten, welche besonders bei religiösen Festen ihren Ausdruck finden.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2018 aktualisiert.

Über den Autor

Gerardo Basurco Valverde, Dr. phil, Dipl. Volkswirt, geb. 1953, Studium der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft.
Gutachter von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsberater zu Lateinamerika .
Sie können sich über aktuelle Entwicklungen Perus im Portal Peru-Vision informieren oder uns auf Facebook folgen. Seit 1979 arbeitet er als Landestrainer für Peru und seit 1996 als Länderredakteur bei der AIZ. 

Literaturhinweise

Hans Jürgen Brandt (2016): Soziale Konflikte, in Iken Paap/Friehelm Schmidt-Welle (Hg./2016): Peru heute - Politik, Wirtschaft, Kultur. Frankfurt a. Main: Vervuert Verlag

 

 

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