Chan-Chan, größte Lehmstadt der Welt © Ernst Wiesenmaier
Offizieller Name
Republik Peru
Fläche
1.285.220 km²
Einwohner
32,2 Mio. (2017, HDR 18)
Bev.-Wachstum
1,1% (INEI 2014)
Regierungssitz
Lima
Amtssprache
Spanisch
Andere Sprachen
Quechua (13,8%), Aymara (1,2%)

Übersichtskarte

Link zu den Seiten von go2Peru
Quelle: go2Peru

Peru hat 2.400 km Küste am pazifischen Ozean und grenzt an Kolumbien und Ecuador im Norden, an Brasilien und Bolivien im Osten und Chile im Süden. Peru ist in 24 Departements und die verfassungsmäßige Provinz Callao eingeteilt. Die Departements sind in 194 Provinzen und diese in 1.828 Bezirke (Distritos) gegliedert. 

Mit der wieder ab 2001 in Angriff genommenen Dezentralisierung des Landes, geht eine forcierte Regionalisierung mit der Bildung von Makroregionen (Zusammenschluss von Departements) einher. Ein Beispiel hierfür bildet die Pilotregion Amazonas-San Martin im Nordosten des Landes.

Detailliertere Karten gewünscht?:

Landesimpressionen

Es herrscht kein Mangel an Impressionen über Peru im Internet, die von der aufschlussreichen Kultur und Traditionen historischen Stätten, über Natur und Landschaften, bis zu detaillierten Einsichten in Städte und ReisezielenAktivurlaub sowie weiteren Reiseziele (Videos) reichen.

Fluss Amazonas 2016
Fluss Amazonas © Diana Postigo
Landschaft in der Selva 2016
Landschaft in der Selva © Diana Postigo
Sonnenuntergang im Pazifik
Peruanische Küste © Ernst Wiesenmaier
Das mittlere Bergland Perus
Das mittlere Bergland © Ernst Wiesenmaier
Das karge Bergland
Das karge Bergland mit Vicuñas © Ernst Wiesenmaier
Die peruanische Küste
"Lomas" an der wüstenhaften Küste © Diana Postigo

Videos: Landesimpressionen

Videos gestern und heute

Grunddaten

Die Inter-American Development Bank, das offizielle Tourismusportal und die CIA liefern Grundinformationen über Peru. Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer internationaler und nationaler Organisationen, die statistische Daten zum Land bereitstellen. Besonders zu erwähnen sind hier die Zentralbank Perus und natürlich die Weltbank.

Klima

Die großen Höhenunterschiede bedingen vielfältige Klimazonen: gemäßigtes, feuchtes Klima an der flachen Küste in Lima, trockenes Klima im bergländischen Cuzco (3326m), warm gemäßigtes bis subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit am Ostabfall der Anden bis hin zum tropischen Klima im östlichen Tiefland (Pucallpa). Die interaktive Klimakarte gibt Auskunft über weitere Orte.

In unregelmäßigen Abständen taucht eine warme Meeresströmung an der pazifischen Küste auf, was zu extremen klimatischen Veränderungen in den betroffenen Regionen führt. Man spricht vom "El Niño"-Phänomen. Das stärkste bisher beobachtete El Niño-Ereignis der Jahre 1982 und 1983 löste in den Wüstengegenden Perus nach tagelangen, anhaltenden Niederschlägen Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Die Schadensbilanz betrug damals ca. 13 Mrd. Dollar. Trotz getroffener Vorkehrungen durch den peruanischen Staat waren die Folgen des Niño-Stromes auch im Jahr 1997/98 verheerend.

Zur Jahreswende 2016/17 ist das als "El Niño costero" bezeichnete Wetterphänomen an der peruanisch-ecuadorianischen Küste unerwartet aufgetaucht. Im Gegensatz zum bisherigen "El Niño", zeichnet sich dieses durch sein lokales Auftreten, eine ungewöhnlich starke Erwärmung der Meerwassertemperatur (bis zu 10° C. über dem Normalwert) und das Fehlen von kalten Winden aus der Antarktis aus. Dies hatte heftige Dauerregen, Schlammlawinen und Überschwemmungen zur Folge. Die Bilanz der stärksten Niederschlägen seit 18 Jahren in Lima und den nördlichen Regionen des Landes: 90 Tote, 20 Vermisste, insgesamt 742.101 direkt von den Überschwemmungen und den Erdrutschen betroffene Menschen. 120.889 haben ihr Obdach verloren. 818 von 2800 Verwaltungsbezirken sind davon betroffen. Ferner sind 2.148 Kilometer Straßen zerstört und weitere 4.554 beschädigt worden; 175 Brücken sind zerstört und 290 sind beschädigt worden (Angaben des Nationalen Katastrophenschutzzentrums COEN vom 25.03.2017). Die internationale Gemeinschaft reagiert mit Humanitären Hilfsmaßnahmen, auch Deutschland. Das Meteorologische Institut Perus SENAMHICIIFEN oder ENFEN berichtet regelmäßig über dieses Phänomen. Allgemeine Wetterangaben zu Peru findet man im Internet auch auf Deutsch.

Flora und Fauna

Ökologische Probleme

Die dringlichsten ökologischen Probleme des Landes sind die Zerstörung des Regenwaldes, die Übernutzung der Weiden an den Andenabhängen und einer damit einhergehende Bodenzerstörung und Erosion, die Zunahme der Wüstenbildung an der Küste und an den Abhängen der westlichen Anden, die Luftverschmutzung in den Städten und die Wasserverschmutzung in Bächen und Flüssen durch Bergbau und kommunale Abwässer.

Peru ist auch vom Klimawandel stark betroffen. Die Klimaerwärmung macht sich in der Cordillera Blanca – einer der höchsten im amerikanischen Kontinent - besonders bemerkbar. Der imposante Gletscher Pastoruri ist in den letzten Jahrzehnten um die Hälfte geschrumpft. In Peru liegen über 70% der Gletscher in den Tropen und das was früher eine Bergsteiger Route war, ist heute die "Route des Klimawandels". Gleich nach dem Klimagipfel in Warschau im Jahr 2013, begann Peru mit den Vorbereitungen des nächsten Klimagipfels, der in Lima im Dezember 2014 stattfinden sollte. "Wenn du nicht bereit bist, die Welt zu verändern, komm nicht nächstes Jahr nach Peru!". So der Titel des Videos zur Bewerbung des Weltklimagipfels (COP20).

Erdbeben suchen Peru aufgrund seiner geologischen Lage häufig heim, da sich hier die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte schiebt. Beide Platten bewegen sich mit jährlich 78 mm aufeinander zu. Die peruanische Küste ist deswegen regelmäßig von teils starken Erdbeben betroffen. Am 15. August 2007 bebte die Erde erneut mit einer Stärke von 8.0 der Richter-Skala südlich der Hauptstadt bei Pisco.

Am 14. Mai 2008 wurde das Umweltministerium ins Leben gerufen. Es löste die Nationale Umweltbehörde CONAM ab, die seit 1994 zentrale staatliche Umweltinstitution war. Das Ministerium ist für die Formulierung, Planung, Koordination, Durchführung, Überwachung und Evaluierung der nationalen Umweltpolitik zuständig. An der Spitze des Ministeriums steht seit April 2018 Fabiola Muñoz, die bisher verschiedene öffentliche Posten bekleidet hat. Im Nationalen Umweltinformationssystem SINIA erhält man wertvolle und umfangreiche Informationen (Dokumente, Indikatoren, interaktive Karten, usw.) zu verschiedenen Umweltthemen.

In Lima fand in der ersten Woche Dezember 2014 die Konferenz zum Klimatischen Wandel der Vereinten Nationen COP20 statt. Die Ergebnisse dieser Konferenz entsprachen nicht den an sie gesetzten Erwartungen, bildeten aber eine gute Basis für den verbindlichen Weltklimavertrag der auf der COP21 am 1.12.2015 in Paris unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag löste das Kyoto-Protokoll von 1997 ab. Zwar räumt die Regierung Kuczynski dem Bergbau Priorität gegenüber der Umwelt ein, Peru ist aber internationale Verpflichtungen (COP22 in Marrakesch) eingegangen und ist stark vom Klimawandel betroffen.

In Peru haben sich außerdem eine Reihe privater und staatlicher Institutionen in dem Umweltforschungsnetz RedPeIA zusammengeschlossen, die sich mit der Lage der Umwelt, Umweltpolitik und -projekten beschäftigen. Unter den staatlichen Institutionen ragt die Wasserbehörde ANA heraus. Die Zunahme der sozialen Konflikte im Bergbauprojekten haben zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Umweltministerium und dem Ombudsmann geführt.

Ein Rohstoffabkommen zwischen Deutschland und Peru wurde im September 2014 unterzeichnet. Eine umstrittene Partnerschaft, in der nach Welt Sichten die Bundesregierung mehr für die Anliegen der Zivilgesellschaft hätte erreichen können.

Städte und Verkehrsinfrastruktur

Nationale Symbole

Die rot-weiß-rote Nationalflagge in senkrechter Streifenform muss am 28. Juli, dem Nationalfeiertag Perus, jedes Gebäude - egal ob Palast oder Hütte - schmücken.
Die Symbole im Staatswappen sollen die Reichtümer des Landes darstellen (Vicuña, Chinarindenbaum und mineralische Rohstoffe). Den Text der offiziellen Hymne schrieb José Bernardo Alcedo (1788-1878). Die Vertonung stammt ebenfalls von ihm.

Flagge Perus
© Ministerio de Relaciones Exteriores
Wappen Perus
© Ministerio de Relaciones Exteriores

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2019 aktualisiert.

Über den Autor

Gerardo Basurco Valverde, Dr. phil, Dipl. Volkswirt, geb. 1953, Studium der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft.
Gutachter von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsberater zu Lateinamerika.
Sie können sich über aktuelle Entwicklungen Perus im Portal Peru-Vision informieren oder uns auf Facebook folgen. Seit 1979 arbeitet er als Landestrainer für Peru und seit 1996 als Länderredakteur bei der AIZ. 

Lesetipp

Iken Paap/Friehelm Schmidt-Welle (Hg./2016): Peru heute - Politik, Wirtschaft, Kultur. Frankfurt a. Main: Vervuert Verlag. [Ein umfassendes Werk mit Fachbeiträgen zu den wichtigen aktuellen Themen des Landes]

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Bei allen Fragen rund um das Fort- und Weiterbildungsprogramm der Akademie helfen wir Ihnen gerne weiter.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem Länderbeitrag oder zum LIPortal insgesamt. Richten Sie Ihre Anfrage an:

Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

+49 (0)228 4460 2036

Zum Kontaktformular

Download