City of Makati
BIP
304,9 Mrd. US-$ (2016 lt. WB)
Pro-Kopf-Einkommen (Kaufkraftparität)
7.400 US-$ (2015)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
113 von 189 (2017)
Anteil Armut (nat. Armutsgrenze)
25,2 % (2012)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
43,04 (2012)
Wirtschaftlicher Transformationsindex (BTI)
Rang 33 (von 129) (2018)

Wirtschaft

- Auszug aus: "Philippinen: Wirtschaft", hg. vom Auswärtigen Amt, Berlin, November 2016:

"Die philippinische Wirtschaft weist eine deutliche Zweiteilung auf: Moderne Elektronik-Industrie und boomender Dienstleistungssektor auf der einen Seite, Armut und Subsistenzlandwirtschaft andererseits. Hinzu kommt ein Entwicklungsgefälle zwischen dem Großraum Manila (National Capital Region/NCR), der vielerorts den Entwicklungsstand eines Schwellenlandes widerspiegelt, und den wirtschaftlich rückständigeren Provinzen.

Die Landwirtschaft beschäftigt noch rund ein Drittel aller Arbeitskräfte, ihr Anteil am Sozialprodukt beträgt jedoch nur noch etwa 10 Prozent. Aufgrund des hohen Anteils der Subsistenzlandwirtschaft ist die Produktivität des Agrarsektors niedrig. Die Industrie trägt ca. ein Drittel zur Entstehung des Sozialprodukts bei. Ein wichtiges Standbein ist dabei die Elektronik-Industrie. Elektronik und Elektrotechnik machten in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte der philippinischen Exporte aus. Wichtige Wachstumssektoren sind auch der Bausektor, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie der Bereich der Infrastruktur. Der Bergbausektor konnte zuletzt nicht an die positiven Entwicklungen der Vorjahre anknüpfen und sieht sich aufgrund von Umweltschäden großer Vorbehalte der gegenwärtigen Regierung ausgesetzt. Er hat aber erhebliches Potenzial: Die Philippinen verfügen über große Lagerstätten an Gold, Kupfer und Nickel.

Der Dienstleistungssektor  hat sich in den vergangenen Jahren zur tragenden Säule der philippinischen Wirtschaft entwickelt und trägt heute mehr als die Hälfte zur Entstehung des Bruttosozialprodukts bei. Die Philippinen sind mittlerweile die weltweit zweitgrößte Outsourcing-Destination (Call CenterBusiness Process Outsourcing) nach Indien. In den nächsten Jahren wird weiterhin mit starken Wachstumsraten gerechnet. Mittelfristig dürfte die stärkere Nutzung von Künstlicher Intelligenz das weitere Wachsen des Outsourcing-Sektors in den Philippinen begrenzen.

Der direkte Einfluss des Staats auf das Wirtschaftsleben ist begrenzt. Durch die weitgehend abgeschlossene Privatisierung des Energiesektors spielen staatliche Unternehmen auch in diesem Bereich kaum mehr eine Rolle. Allerdings existieren umfangreiche Beschränkungen für ausländische Investoren (kein Eigentum an Grund und Boden; in vielen Bereichen nur Minderheitsanteil von bis zu 40 Prozent möglich). Korruption und intransparente Ausschreibungsverfahren bei öffentlichen Aufträgen haben in der Vergangenheit das Geschäftsklima für ausländische Investoren erheblich belastet. Das 10-Punkte-Wirtschaftsprogramm der Regierung, das hier nachdrücklich Abhilfe schaffen soll, wird von Investoren ausdrücklich begrüßt." 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berichtet ebenfalls über die Entwicklung in den Philippinen.

Blockierte Entwicklung oder neue Wachstumspotenziale?

Reiches Land mit einer wachsenden Zahl armer und marginalisierter Menschen - auf diese Kurzformel lässt sich die ökonomische Entwicklung der Philippinen im vergangenen Jahrzehnt bringen. Haushaltsdefizite, chronische Arbeitslosigkeit, laxe Steuereintreibung bei den einkommensstarken Schichten, sinkende Pro-Kopf-Einkommen, größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich sowie rasches Bevölkerungswachstum. Allesamt Probleme, die bis heute fortbestehen und deren Linderung auch nicht der aus dem Amt geschiedenen Regierung unter Präsident Benigno S. Aquino III. geglückt ist. 

Internationale Wirtschaftsorganisationen und das Gros philippinischer Ökonomen sind sich in dem entscheidenden Punkt darin einig, dass trotz eines zeitweilig starken Wirtschaftswachstums die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft und die Einkommensverteilung aber auch der Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen wie Trinkwasser extrem ungleich ist. Gestritten wird lediglich über das Ausmaß und den Umfang von (absoluter und relativer) Armut und welche Kriterien zu ihrer Bestimmung verwandt werden. Geht beispielsweise die Weltbank davon aus, dass - entgegen dem in der Region ansonsten konstatierten Trend - der Anteil der Armen unterhalb der 40-Prozent-Marke liegt, beziffern philippinische Analysten deren Zahl auf 60 bis 69 Prozent.

"Um die Zahl der tatsächlich Armen, immerhin 69 Prozent unserer Bevölkerung, zu verschleiern," erläuterte beispielsweise Sonny Africa, Leiter der Forschungs­abteilung der Ibon Foundation (siehe unten), im Vorfeld der Wahlen im Mai 2010, "änderte die Regierung kurzerhand die Kriterien zur Bestimmung von absoluter Armut. Damit unterläuft sie die international anerkannten Standards. Nur wer täglich über weniger als 41 Peso (etwa 80 US-Cents) verfügt, lebt demnach unterhalb der Armutsgrenze." Deshalb würden Regierungszahlen bloß 33 Prozent der Bevölkerung als arm ausweisen. Für 41 Peso bekommt man gerade mal ein Kilogramm Reis.

Armut ist insbesondere ein Phänomen in ländlichen Gebiete. Die mit Abstand ärmste Provinz ist die Autonome Region in Muslim Mindanao (ARMM), die gemäß dem am 27. März 2014 in Manila unterzeichneten Friedensvertrag mit der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF), dem "Comprehensive Agreement on the Bangsamoro", bis 2016 in eine neue Autonomiebehörde überführt werden sollte. Im Zuge dieser Entwicklung wurde ein Investitionsschub in dieser Region erwartet. Doch hier wie andernorts, wo die Guerilla der Kommunistischen Partei (CPP), die Neue Volksarmee (NPA), aktiv ist, bleibt als archimedischer Punkt philippinischer Politik die ungelöste Land- beziehungsweise Agrarreform. Solange diese nicht tatsächlich umgesetzt wird, sieht sich jede Regierung in Manila mit Instabilität und, wenn schon nicht mit "bad", so doch mit "poor governance" konfrontiert.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (offiziell mit 7,5 Prozent bzw. knapp 23 Prozent beziffert) und die in der Region mit 1,9 Prozent höchste Geburtenrate sind weitere Probleme, die dringend der Lösung harren. Laut der in Genf beheimateten Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verzeichnen die Philippinen die höchste Arbeitslosigkeit in der insgesamt zehn Länder umfassenden Vereinigung südostasiatischer Nationen (ASEAN). Auch die Aquino-Regierung verfolgte kein substanziell von ihrer Vorgängerin abweichendes und vor allem im Sinne der Armen und Marginalisierten in der Gesellschaft konzipiertes Wirtschaftsprogramm. Kritiker/innen werfen der scheidenden Regierung vor, unbeirrt am neoliberalen Kurs der Arroyo-Administration festgehalten und sich auf rhetorische Armutsbekämpfung kapriziert zu haben. Während staatliche Leistungskürzungen im sozialen und medizinischen Bereich flankiert werden von teils drastisch gestiegenen Kosten im (hauptsächlich privaten) Bildungs- und Ausbildungssektor (z.B. Universitäten, Colleges), stagnieren seit Längerem die Löhne für die Masse der Beschäftigten.

Gehen Experten der Regierung in Manila als auch der dort beheimateten Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) von einer jährlichen Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um etwa sechs Prozent aus, dürfte eine solche Entwicklung auch weiterhin asymmetrisch verlaufen. Während auf der Nordinsel Luzon - vor allem im Groß- und Ballungsraum Manila - die Elektronik-, Maschinenbau- und Textilbranche als Motoren der Industrialisierung fungier(t)en, blieben und bleiben im Süden des Archipels einfache landwirtschaftliche Tätigkeiten dominant.

Der von Wirtschaftsfachleuten prognostizierte Konjunkturschub reicht allerdings selbst nach Einschätzung von Mitgliedern der Aquino-Regierung nicht aus, um die mittelfristig gesteckten Entwicklungsziele zu realisieren. Demnach wäre bis 2016 pro Jahr konstant ein sieben- bis achtprozentiges Wirtschaftswachstum vonnöten, um mehr Menschen eine angemessene Lebensperspektive zu eröffnen. Aktuell bescheinigen internationale Ratingagenturen und Wirtschaftsinstitute dem Land zwar eine gute Performance mit der Tendenz, in die Phalanx der Wachstumsökonomien vorzustoßen. Doch auch deren Vorhersagen bleiben unterhalb der prognostizierten sieben bis acht Prozent pro Jahr. 2017 wuchs die philippinische Wirtschaft um 6,7 Prozent und gehört damit zu den am schnellsten wachsenden in Asien. Laut der National Economic and Development Authority (Neda) können die Philippinen so bis Ende 2019 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen (mittleres Einkommen von knapp unter 4.000 US-Dollar pro Kopf) erreichen.

Allen Wachstumsprognosen zum Trotz ist und bleibt die extreme soziale Kluft zwischen Arm und Reich bestehen. Auf der Jahrestagung 2012 der ADB hatte selbst deren Chef, Kuroda Haruhiko, die im Lande stets größer werdenden Einkommensunterschiede kritisch kommentiert. Doch wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds setzt auch die ADB auf eine forcierte Liberalisierung der Märkte zur Lösung des Problems. Gleichzeitig mahnte der ADB-Chef indes stärkere Investitionen in Infrastruktur und Bildung an, um Kindern aus armen Familien verbesserte (Über-)Lebenschancen zu eröffnen. Diese Mahnung griff im Herbst 2014 die Senatorin Grace Poe auf, als sie mehrfach in öffentlichen Reden vor allem die wachsende Kinderarmut als skandalös geißelte.

Anfang 2019 schätzen Experten, dass 20 Prozent der philippinischen Kinder untergewichtig sind und die Philippinen damit nach der Anzahl der Kinder mit verkümmertem Wachstum an neunter Stelle auf der Welt stehen. 

Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken

Externe Analysen zur Wirtschaftslage in den Philippinen erstellen in regelmäßigen Abständen u.a.:

Aktuelle Wirtschaftsdaten und -analysen von philippinischer Seite offerieren u.a.:

Wer regierungsoffizielle Zahlen und Statistiken, die häufig auseinanderklaffen und einander widersprechen, kritisch würdigen möchte, dem sei die Website der bereits zitierten IBON Foundation empfohlen. Die Stiftung entstand vor über drei Jahrzehnten und gab zunächst hektographierte Blätter, die IBON: Facts & Figures, heraus, in denen sie konzise zu drängenden sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Problemen Stellung bezog, entsprechende Materialien didaktisch aufbereitete und diese der NGO-Szene zur Verfügung stellte. Heute ist IBON eine national wie international anerkannte, unabhängige Denkfabrik mit Verlag und diversen Bildungsangeboten.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bleiben ebenso hoch wie die Armutsrate, während ein von der Regierung dringend erhoffter Investitionsschub ausbleibt. Ausmaß und Umfang ausländischer Direktinvestitionen sind im regionalen (ASEAN-)Vergleich sehr gering und sanken im ersten Quartal 2019 erneut - wobei auch die kurzfristige Investitionen immer schneller aus dem Land zurückgezogen werden. Einen Anteil hat daran auch die umstrittene Politik der Duterte Administration, die auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Diese Auswirkungen - aber auch die in der Verfassung festgelegten Investitionsbeschränkungen für ausländisches Kapital - führten Anfang 2019 dazu, dass in den Philippinen über eine Lockerung der ausländischen Eigenkapitalgrenze diskutiert wird. Auch die Binnennachfrage aufgrund geringer Löhne ist sehr schwach und Arbeiter und Angestellte aus dem öffentlichen und privaten Sektor drängen deswegen auf die Einführung eines Mindestlohns.

Produkte und Produktionsweisen

Zu den Hauptexportgütern zählen elektronische Produkte, Textilien, Kokosprodukte, Kupfer und Meeresfrüchte, während in erster Linie petrochemische Erzeugnisse, Industriemaschinen und -ausrüstungen und andere Investitionsgüter eingeführt werden.

In der Industrie sind vor allem Unternehmen in den Bereichen Kleidung und Textil, Pharmazie und Chemie, Holz, Nahrungs- und Genussmittel, Elektronik und Fischverarbeitung tätig. Die Schwerindustrie konzentriert sich auf die Fertigung von Zement, Glas, Industriechemikalien, Dünger, Eisen und Stahl sowie raffinierte Petroleumprodukte. In der Landwirtschaft liegt die Konzentration auf den Anbau von Reis, Kokosnüssen, Mais, Zuckerrohr, Bananen, Ananas und Mangos. Haupterzeugnisse aus der Viehzucht sind Schweinefleisch, Rindfleisch und Eier.

Insgesamt sind die Philippinen ein von der Natur gesegnetes und an Bodenschätzen überaus reiches Land. Zu den wichtigsten Bodenschätzen des Landes zählen Kupfer, Nickel, Gold, Silber, Eisenerze, Chrom, Kohle, Quecksilber, Kalkstein, Quarz, Marmor, Phosphor und Asbest. Größere Erdöl- und Erdgasvorkommen werden in einigen Regionen - unter anderem auf den von mehreren Anrainerstaaten beanspruchten Spratlys sowie in der Sulu-See - vermutet, wo denn auch bereits Probebohrungen im Gange oder avisiert sind. Erdgasreserven liegen vor Palawan und werden neben geothermischer und Wasserenergie zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Allein im Bergbau wird der Wert bis dato unangetasteter Vorkommen auf umgerechnet annähernd eine Billion US-Dollar geschätzt.

1995 verabschiedete die Regierung den kontroversen Mining Act, der u.a. auch zu 100 Prozent in ausländischem Besitz befindliche Firmen die Exploration, Entwicklung und Ausbeutung philippinischer Bodenschätze gestattet. Sehr zum Leidwesen dagegen protestierender indigener Völker und zahlreicher Organisationen der Zivilgesellschaft, die darin eine zusätzliche Belastung für Mensch, Umwelt und Natur und eine große Hürde für eine nachhaltige (Wirtschafts-)Entwicklung sehen. Die Philippinen gelten weltweit als zweitgefährlichster Ort für Umweltschützer und -aktivisten.  Darüber hinaus sind die Arbeitsbedingungen in den Minen denkbar schlecht; hier belegen die Philippinen international Platz Drei. Lediglich in Venezuela und Kirgistan sind die entsprechenden Bedingungen noch miserabler.

In den letzten Jahren entstanden auf Initiative der Regierung so genannte Provinzclusters, wodurch mehrere der landesweit 80 Provinzen in größere Entwicklungsregionen unterteilt wurden, um Infrastrukturprojekte besser zu planen und ausländischen Investoren größere Anreize zu verschaffen. So entstand beispielsweise mit CALABARZON südlich der Metrople Manila eine "Superregion", welche die Provinzen Cavite, Laguna, Batangas, Rizal und Quezon umfasst. Dort ist auch ein Großteil der von der Philippine Economic Zone Authority gemanagten Sonderwirtschaftszonen (PEZA-Zones) lokalisiert. In dieser metropolitanen Region erweist sich aber zunehmend das Transportsystem als immenses (Umwelt-)Problem. Kritiker/innen sprechen bereits von einem langsam dahinsiechenden Moloch Manila, wo überdies Dauerstaus immer höhere volkswirtschaftliche Schäden verursachen.

Laut PEZA-Map existierten Ende Oktober 2016 landesweit bereits 358 solcher Zonen (inklusive so genannter Gesundheitsparks). Ein gewaltiger Sprung, bedenkt man die bescheidenen Anfänge solcher Zonen, die vor etwa drei Jahrzehnten zunächst in Bataan, Mactan, Baguio und Cavite entstanden waren. In diesen Sonderwirtschaftszonen genießen ausländische Firmen steuerliche Vorteile. Dazu zählt eine vier- bis achtjährige Befreiung von der Körperschaftssteuer, nach deren Ablauf ein pauschaler Steuersatz von fünf Prozent der Bruttoeinnahmen zu entrichten ist. Arbeits- und Schulungskosten sind dabei abzugsfähig. Außerhalb dieser Zonen sind ebenfalls Steuerbefreiungen möglich, sofern Investitionen in besonders förderwürdigen Branchen (u.a. IT und IT-gestützte Dienstleistungen, Fahrzeugteile, Baustoffe und ökologische Landwirtschaft) getätigt werden.

Anfang 2019 zeigt der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur trotz konzertierter Maßnahmen kaum Wirkung, was dazu führt, dass die Forderung nach Dezentralisierung wieder aufkommt:  Um der sich verschlechternden Verkehrssituation in der Metropole Manila und anderen Städten auf den Philippinen zu begegnen, forderte der ehemalige Senatsvorsitzende Juan Ponce Enrile die Regierung auf, die Hauptstadt der Nation zu entlasten, indem sie steuerliche Anreize zur Schaffung von Wirtschaftszentren in anderen Gebieten gibt.

Vor allem im Tertiärsektor, im Dienstleistungsbereich, waren in den vergangenen Jahren die größten Wachstumsraten zu verzeichnen. Lag dessen Anteil am Bruttoinlandsprodukt zu Beginn der 1980er Jahre noch bei 37 Prozent, so beträgt er heute - nach unterschiedlichen Quellen - zwischen 53 und 57 Prozent. Vor allem im Segment "community, social and personal services" werden beträchtliche Entwicklungspotenziale antizipiert. So existieren bereits Kliniken, die sich darauf einstellen, künftig verstärkt ausländische Kunden (zahn-)medizinisch zu betreuen.

Handel & Handelsbilanz

Wichtigste Außenhandelspartner für den philippinischen Export sind die USA, Japan, die EU, Hongkong und die VR China mit den Warengruppen elektronische Erzeugnisse, Büromaschinen und Transporteinrichtungen, Bekleidung, optische Erzeugnisse, Kokosprodukte und Früchte.

Wichtigste Außenhandelspartner für den Import sind Japan, die USA, die VR China, Singapur, Südkorea und die EU mit den Warengruppen Rohmaterial, Maschinen und maschinelle Ausrüstungen, Treibstoffe und Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeugteile.

Verschuldung

Die Auslandsschulden betrugen Anfang 2017 laut Angaben der Philippinischen Zentralbank umgerechnet 77,66 Mrd. US-Dollar, was - prozentual gemessen am BIP - einer Verbesserung gegenüber den Vorjahren entspricht. Zum Vergleich: Die Regierung von Corazon C. Aquino hatte 1986 von der Marcos-Diktatur eine Schuldensumme in Höhe von knapp 28 Milliarden US-Dollar "geerbt", während die Auslandsverschuldung zu Marcos' Amtsantritt Ende Dezember 1965 gerade mal bei umgerechnet zwei Milliarden Dollar gelegen hatte. Die Rückzahlung von Auslandsschulden und die Personalkosten der Regierungsverwaltung absorbierten in der jüngeren Vergangenheit mitunter nahezu 90 Prozent des Haushaltsbudgets. Die Verschuldung der Philippinen stieg im Februar 2018 auf einen Rekord-Wert von 7.16 Billionen Philippinischer Peso (PHP) an. Auch im Jahr 2019 hielt dieser Trend an und die Verschuldung der Philippinen stieg erneut und erreichte im Januar 2019 mit 7,494 Billionen Philippinischer Peso (PHP)  einen neuen Höchststand. Entsprechend hoch sind die Zahlungen zur Schuldentilgung im ersten Halbjahr 2019.

Sari-saring Business © MLHardillo
Sari-saring Business © MLHardillo
Philippinische Wirtschaft © MLHardillo
Philippinische Wirtschaft © MLHardillo
Philippinische Wirtschaft © MLHardillo
Philippinische Wirtschaft © MLHardillo
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Philippinische Wirtschaft © MLHardillo
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OFWs - Overseas Filipino Workers

OFWs in UAE © John Libuit
OFWs in UAE © John Libuit

Wie verwenden die daheim gebliebenen Familien die Überweisungen der so genannten Overseas Filipino Workers (OFWs), also etwa 11 Millionen im Ausland lebenden und arbeitenden philippinischen Migranten/innen und Kontraktarbeiter/innen? Dieser Frage geht eine interessante Website nach, wo auch Tipps gegeben werden, wie man das Geld weise ausgibt. Neue Studien zeigen, dass der Löwenanteil der überwiesenen Gelder für Gesundheit verwandt werden. Ein anderer Bericht weist 60 Prozent der OFWs als arm aus.

Laut Statistiken der Philippinischen Zentralbank betrug die Summe allein im April 2018 2,6 Mrd. Dollar. Doch letztlich dürfte der Betrag weitaus größer sein; wer hat schon einen genauen Überblick darüber, was Filipinos beim Heimaturlaub in den Fliegern an Geldern in all ihren Taschen haben? Im ersten Halbjahr 2013 beliefen sich die Überweisungen laut Zentralbankchef Amando Tetangco auf umgerechnet knapp 8,8 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr einem Zuwachs von über fünf Prozent entsprach. Allein im Oktober 2014 überwiesen OFWs die monatliche Rekordsumme von 2,22 Mrd. US-Dollar. Die Gelder stammen überwiegend von Filipinos aus Nordamerika sowie dem Nahen und Mittleren Osten einschließlich der Golfstaaten. Demgegenüber wirkte sich die anhaltende Krise in der Euro-Zone negativ auf die Einkünfte in Südeuropa arbeitender Filipinos aus; etliche von ihnen verloren ihren Job oder mussten beträchtliche Einkommensverluste hinnehmen.

Seit der Marcos-Ära (1966-86) ist der systematische Export philippinischer Arbeitskräfte zum Markenzeichen des Landes geworden. Befürworter dieser Politik sprechen deshalb von den OFWs als "neuen Helden der Nation", während Kritiker da völlig anderer Meinung sind und sie als "neue Märtyrer" bezeichnen. "Märtyrer" deshalb, weil OFWs in der Vergangenheit und heute unter zum Teil erbärmlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen leiden und vielfältigen Formen von Demütigung, sexueller Belästigung und Gewalt ausgesetzt sind. Mittlerweile sind etliche Fälle - vor allem aus Ländern des Nahen und Mittleren Ostens - publik geworden und dokumentiert, aus denen hervorgeht, dass OFWs und OWs anderer Staaten (u.a. Indonesien) von ihren Angestellten buchstäblich als Sklaven/innen gehalten wurden. In einigen Extremfällen kam es zu öffentlichen Hinrichtungen von OFWs in ihren "Gastländern", nachdem sie aus schierer Verzweiflung gegen ihre Peiniger vorgegangen waren und diese schwer verletzt oder getötet hatten. Saudi-Arabien verfügte im Frühsommer 2011 zeitweilig einen Anwerbestopp für Haushaltsbedienstete aus Indonesien und den Philippinen.

In jüngster Zeit rückt unter sozialpolitisch engagierten Filipinos im In- wie Ausland immer mehr die Frage ins Zentrum des entwicklungspolitischen Diskurses, ob und - wenn ja - wie die im Ausland erwirtschafteten Devisen in der Heimat entwicklungsfördernd eingesetzt werden (können).

Weiterführende Informationen, die unterschiedliche Facetten des Lebens und Arbeitens von OFWs behandeln, bietet die POEA (Philippine Overseas Employment Administration).

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Entwicklungschancen bieten gemäß der Einschätzung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter anderen der Telekommunikationssektor und der Bergbau. Die Philippinen verfügen über beträchtliche Lagerstätten an Gold, Kupfer und Nickel. Große Entwicklungspotenziale liegen laut BMZ im Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien. Hier stehen besonders Erdwärme, Windenergie und Wasserkraft im Mittelpunkt. Die Philippinen könnten zu einem führenden Produzenten erneuerbarer Energie und von Solarzellen werden. Auch an der Konferenz zur Gründung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) im Januar 2009 in Bonn haben die Philippinen teilgenommen.

Entwicklungszusammenarbeit in den Philippinen

Die Bundesrepublik Deutschland engagiert sich seit 1961 in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in den Philippinen und ist gegenwärtig nach Japan, den USA und Australien das viertgrößte Geberland der Philippinen ODA. Seit Beginn der deutsch-philippinischen EZ wurden 876 Mio. Euro (umgerechnet zirka 54 Mrd. Peso) in zahlreichen Projekten umgesetzt. Bei Regierungsverhandlungen im Juni 2007 wurden den Philippinen von Deutschland 20 Millionen Euro für zwei Jahre zugesagt – sieben Millionen für Finanzielle und 13 Millionen Euro für Technische Zusammenarbeit. Daneben wird die Arbeit kirchlicher Organisationen, politischer Stiftungen sowie Nichtregierungsorganisationen aus Bundesmitteln gefördert.

Traditionell bestand die deutsche EZ aus folgenden Komponenten:

  • Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung
  • Umwelt
  • Friedensschaffung und Konfliktlösung in Mindanao
  • Dezentralisation als Querschnittsthema

Schwerpunkte des deutschen Engagements sind gegenwärtig die Entwicklung der Caraga-Region im nordöstlichen Teil Mindanaos und die Auswirkungen des Klimawandels in den Philippinen. Weitere regionale Programme, die durch die deutsche Entwicklungshilfe finanziert werden, sind das BIMP-EAGA (Brunei Darussalam, Indonesien, Malaysia, Philippinen-East Asian Growth Area) und die CDIA (Cities Development Initiatives Alliance for Asia).

Des Weiteren leistet die Deutsche Botschaft in Manila auch im Falle der von ihr betreuten Kleinstprojekte Unterstützung gemäß dem Motto „EZ aus einem Guss“. Dabei stehen Einkommen schaffende Maßnahmen und die Sicherung der Grundbedürfnisse der Armen in den Südphilippinen im Mittelpunkt, wobei auf die Expertise und Kompetenz vor Ort tätiger Experten/innen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Zentrums für Internationale Migration (CIM) zurückgegriffen wird.

Die philippinische Regierung hat 2018 ein 6,1 Mio. Euro (382,8 Mio. P) Projekt der EU zur Handelshilfe abgelehnt. 

Sustainable Development Goals

Zuckerrohrarbeiter © terre des hommes Deutschland e.V.
Zuckerrohrarbeiter © terre des hommes Deutschland e.V.
Kinderarbeit © terre des hommes Deutschland e.V.
Kinderarbeit © terre des hommes Deutschland e.V.
Boy Worker ©Emmanuel Galang
Boy Worker ©Emmanuel Galang

In Anlehnung an die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen traten am 1. Januar 2016 die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in Kraft. Die SDGs haben eine Laufzeit von 15 Jahren und beinhalten die folgenden 17 Oberziele:

  1. Armut beenden
  2. Ernährungssicherung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern 
  3. Gesundes Leben für alle
  4. Bildung für alle
  5. Gleichstellung der Geschlechter
  6. Wasser und Sanitärversorgung für alle 
  7. Nachhaltige und moderne Energie für alle 
  8. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle 
  9. Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung 
  10. Ungleichheit verringern 
  11. Nachhaltige Städte und Siedlungen 
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen 
  13. Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen 
  14. Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen 
  15. Landökosysteme schützen 
  16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen 
  17. Umsetzungsmittel und globale Partnerschaft stärken 

Armut, Armutsbekämpfung & Einkommensverteilung in den Philippinen

Die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung ist hoch. Die Reichen werden reicher und die Armen leiden immer mehr unter der im Lande grassierenden Korruption. Der philippinischen Regierung ist es trotz eines zeitweilig starken Wirtschaftswachstums nicht gelungen, die Armut im Lande zu reduzieren. Nach Angaben der Weltbank ist sie im Gegenteil sogar in den vergangenen Jahren stetig gestiegen - entgegen dem in der Region allgemein konstatierbaren Trend, wonach Armut rückläufig ist. Ein Grund für diese Entwicklung ist das vergleichsweise hohe Bevölkerungswachstum von 1,9 Prozent (zirka zwei Millionen Menschen mehr pro Jahr). Ende Juli 2014 wurde medial die Geburt des hundertmillionsten Filipinos gefeiert.

Während der Amtszeit von Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo (Januar 2001 bis Ende Juni 2010) hat nicht nur die Armut im Lande zugenommen. Der Regierung Arroyo ist es darüber hinaus nicht gelungen, die demokratische und marktwirtschaftliche Transformation voranzubringen. Vielmehr lassen sich bedrohliche Erosionstendenzen bei den demokratischen Standards des politischen Systems erkennen, während die marktwirtschaftliche und soziale Entwicklung stagniert. Der philippinische Staat ist nach-wie-vor schwach.

Solange politische Dynastien weiterhin das Geschehen im Lande bestimmen, so die Bertelsmann Stiftung, werden Korruption anhalten und die Weichen für einen durchgreifenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft verstellt. Pikanterweise bildeten diese aufgelisteten Strukturschwächen des philippinischen Staates gleichzeitig den Humus, auf dem sich der Reichtum der ohnehin Reichen auf wundersame Weise vermehrt. Allein unter den Administrationen von Präsidentin Macapagal-Arroyo und Präsident Aquino ist die Zahl der Milliardäre auf dem Archipel laut Forbes-Liste gestiegen und deren Gesamtvermögen beträchtlich angewachsen. Mit der Konsequenz, dass allein die 50 reichsten Filipinos über ein Vermögen verfügen, das etwa einem Viertel des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Auch auf der aktuellen Forbes Milliardärsliste finden sich 12 Filipinos

Armut ist in den Philippinen regional unterschiedlich ausgeprägt, insbesondere in ländlichen Gebieten ist sie wesentlich höher als in den Städten. Die ärmste Provinz ist die Autonome Region in Muslim Mindanao (ARMM), die bis Mitte 2016 in eine neue Autonomiebehörde überführt werden sollte. Bewaffnete Konflikte und ihre wirtschaftlichen Kosten - vor allem für die arme Bevölkerung - sind Thema des Philippine Human Development Reports des United Nations Development Programme. Er basiert auf dem Konzept menschlicher Sicherheit und mahnt als notwendige Schritte Frieden schaffende, Konflikt vermeidende und Rechte sichernde Prozesse an.

Laut Human Development Report 2016 rangieren die Philippinen auf Platz 116 von insgesamt 187 aufgelisteten Staaten. Zum Vergleich: 2005 rangierte das Land auf Platz 84, 2002 auf Platz 77 und im Jahre 2001 auf Platz 70. Im regionalen Vergleich schneiden beispielsweise Thailand (Platz 89), die VR China (Platz 91) und Indonesien (Platz 108) besser ab, während die Philippinen im HDI-Ranking allerdings noch vor Vietnam, Timor-Leste, Laos und Myanmar aufgeführt sind. Regelmäßig werden im Annual Poverty Indicators Survey der Philippine Statistics Authority veröffentlicht.

Dem Themenkomplex Armut-sexuelle Ausbeutung-Kinder widmen sich u.a. die Kampagne End Child Prostitution in Asian Tourism (ECPAT), das in Osnabrück ansässige Kinderhilfswerk terre des hommes, welches Reisenden auch Online-Informationen zur Problematik sexueller Ausbeutung von Kindern bietet und mit Porträts von Straßenkindern im Zentrum Bahay Tuluyan ein konkretes Projekt gegen Kinderprostitution vorstellt, sowie die in Olongapo City beheimate PREDA Foundation Inc. unter der langjährig rührigen Leitung des irischen Priesters Shay Cullen.

Auch die Arbeitslosigkeit bleibt ein drängendes und - angesichts des starken Bevölkerungswachstums - größer werdendes Problem. Nach Berechnungen der Regierung waren im Dezember 2017 7,2 Millionen Filipinos arbeitslos, im Mai 2018 ist von 10,9 Millionen Arbeitslosen die Rede. Jährlich verlassen über eine Million Menschen das Land, um im Ausland Arbeit zu suchen – Tendenz steigend. Die Regierung fördert gezielt die Entsendung von Gastarbeitern/innen (OFWs) ins Ausland, um den heimischen Arbeitsmarkt zu entlasten und Devisen zu erwirtschaften.

"(Vor allem) die Rücküberweisungen von im Ausland lebenden Filipinos", merkt die Bertelsmann Stiftung an, "haben dazu beigetragen, den privaten Konsum zu stärken und das Fehlen eines öffentlichen Sozialsystems auszugleichen. Diese Form der Wirtschaftsentwicklung erweist sich angesichts fortdauernder hoher Arbeitslosigkeit, Hunger und Armut als wenig nachhaltig. Sozioökonomische Barrieren, ein niedriges Niveau öffentlicher Investitionen in Bildung und Forschung sowie Einschränkungen der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung reduzieren die Wettbewerbsfähigkeit der philippinischen Volkswirtschaft und behindern die Ansiedlung neuer Unternehmen." Diese sind aufgrund des Abwanderns qualifizierter Fachkräfte ins Ausland mit dem Problem konfrontiert, im Lande selbst gut ausgebildetes Personal zu finden.

Zahlreiche Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) im Lande und exponierte Streiter/innen der Zivilgesellschaft, die sich seit dem Ende der Marcos-Diktatur in solchen gesellschaftspolitisch sensiblen Bereichen wie Straßenkinder, Kinderprostitution, Slumkinder, kriegstraumatisierte Kinder, Bildung und Erziehung, ländliche Entwicklung, Verschuldung, Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte, Umwelt, Gesundheit, Frauen, Ernährung, städtische Armut etc. engagieren, sind skeptisch und gehen davon aus, dass die Regierung bestenfalls in 40 von 80 Provinzen die MDG annähernd zu realisieren vermochte. Der Wirtschaftswissenschaftler und Meinungsforscher (Social Weather Stations, SWS), Mahar Mangahas, analysierte in einem MDG Scoreboard deren seiner Meinung nach konstatierbaren Errungenschaften und Defizite.

Multilaterale und bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ)

Die Europäische Union (EU) ist nach der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) und der Weltbank (WB) wichtigster multilateraler Partner der Philippinen. Die 28 Mitgliedsstaaten der EU leisten zusammengenommen einen Anteil von rund 60 Prozent der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und sind damit der weltweit größte Geber. Als größter Binnenmarkt der Welt ist die EU überdies ein wichtiger Handelspartner vieler Entwicklungsländer und übt einen entsprechenden Einfluss auf die Welthandelsordnung aus. Die Zuständigkeit für die EZ ist dabei zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten geteilt.

Durch den Vertrag von Lissabon, der am 1. Dezember 2009 in Kraft getreten ist, hat die EU einen neuen rechtlichen Rahmen erhalten. Laut diesem Vertrag tritt die EU die Rechtsnachfolge der Europäischen Gemeinschaft (EG) an. Im geänderten EG-Vertrag, der fortan "Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union" heißt, ist die Politik der EU auf dem Gebiet der EZ in den Artikeln 208 bis 211 festgeschrieben: Hauptziel der Union ist demnach die Bekämpfung und – auf längere Sicht – die Beseitigung der Armut.

In der bilateralen deutsch-philippinischen EZ werden zwar die früheren Schwerpunkte "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung" sowie "Umweltschutz und nachhaltiges Ressourcenmanagement" noch eine Zeitlang gefördert. In verschiedenen Regionen der Philippinen wird zudem die Stärkung der lokalen Selbstverwaltung im Kontext von Konfliktbearbeitung, Friedensentwicklung und Armutsbekämpfung unterstützt. Doch im Zuge der avisierten Konzentration der deutschen EZ auf weniger Partnerländer und stärker thematisch und regional ausgerichtete Schwerpunkte ist die Zusammenarbeit mit den Philippinen auf Friedensförderung und Konflikttransformation im südlichen Landesteil fokussiert. Im Vordergrund steht dabei die Region Caraga im Nordosten Mindanaos, wo die Bundesregierung Projekte unterstützt.

Eine Übersicht und Bewertung sämtlicher vom Ausland erhaltenen und zurückzuzahlenden Kredite bietet der alljährlich unter der Ägide der National Economic and Devevelopment Authority (NEDA) erstellte Annual ODA Portfolio Review. Geprüft wird darin insbesondere, ob die aufgenommenen Darlehen auch in Übereinstimmung mit und gemäß den jeweils mittelfristigen Entwicklungsvorhaben der Regierung in Manila verwendet werden.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2020 aktualisiert.

Über die Autoren

Mary Lou U. Hardillo ist Ethnologin, Publizistin, Dolmetscherin, Übersetzerin und interkulturelle Trainerin. Sie war Vorsitzende von BABAYLAN, einem europaweiten Netzwerk sozialpolitisch engagierter Filipinas, und ist langjährige Vorsitzende des Philippine Women's Forum Germany e.V.

Dr. Rainer Werning, Sozialwissenschaftler und Publizist mit dem Schwerpunkt Südost- und Ostasien, befasst sich seit 1970 intensiv mit den Philippinen und verbrachte dort lange Zeit zu Studienzwecken und für Recherchen. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zum Thema und u.a. Fellow der Abteilung Südostasienwissenschaften der Universität Frankfurt a.M.

Neue Auflage des Philippinen Handbuchs

6. Auflage des Philippinen Handbuchs
6. Auflage des Philippinen Handbuchs

Über drei Jahrzehnte nach dem Sturz der Marcos-Diktatur herrscht weiterhin kein Frieden auf den 7.107 Inseln. Reformen kommen kaum vom Fleck, Armut und soziale Ungerechtigkeit nehmen zu. Machismo und „traditionelle Politiker/innen“ treiben weiter ihr Unwesen. Die Gesellschaft ist seit dem Amtsantritt von Präsident Rodrigo R. Duterte im Sommer 2016 gespaltener denn je, Menschenrechte sind für ihn von untergeordneter Bedeutung. Nationale wie internationale Menschenrechtsanwält/innen denunziert der Staatschef öffentlich und ungeniert als „dumme Idioten“ und „Hurensöhne“. Trotzdem sollen die Einwohner/innen der Philippinen zu den glücklichsten Menschen der Welt gehören mit einer der aktivsten Zivilgesellschaften. Ein Widerspruch? Einer von vielen, der das Land aufregend macht und worüber sich aufregen lässt.

Dieses mittlerweile in sechster und vollständig überarbeiteter und erweiterter Auflage erschienene Handbuch
liefert tiefe Einblicke in Geschichte und Gegenwart, Land und Leute. Es verdichtet die Informationen und Diskussionen zu zentralen gesellschaftspolitischen Problemfeldern in zahlreichen Beiträgen – zu Landwirtschaft und Landreform, zu Arbeitsmigration und sozialer Sicherung, zu den Auswirkungen von Globalisierung und Privatisierung, zu Bildung, Gesundheit und Gender, zu Wirtschaft, Politik, Kultur, Ökologie, Zivilgesellschaft und vielem mehr.
Geschrieben von langjährigen Philippinenkenner/innen und philippinischen Autor/innen, skizziert das Buch umfassend die Lebenswelten und politischen Konflikte in diesem südostasiatischen Land und liefert überdies zu sämtlichen Themen Hinweise zur vertiefenden Lektüre. 

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Inhaltsverzeichnis und Vorwort

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