Fleischtheke beim deutschen Metzger in Kigali, Foto: J. Nshimyumukiza
Währung
Ruanda Franc (RWF)
Wechselkurs
1005 RWF pro € (Dezember 2017)
Zeitzone
MEZ + 1
Landesvorwahl (Telefon)
+250
Klima (für Hauptstadt)
Äquatoriales Hochlandklima

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Mitte Oktober 2014 hat die ruandische Regierung Änderungen der Einreisebestimmungen beschlossen. Seit 2014 unterliegen deutsche Staatsangehörige der Visumpflicht. Zuvor benötigten deutsche Bürger für touristische Zwecke kein Einreisevisum. Neben der Möglichkeit das Visum bei Einreise am Flughafen für 30 US-Dollar für eine einmalige Einreise zu erhalten, kann es auch vorab bei den Botschaften beantragt werden. Der Antrag kann auch auf elektronischem Wege erfolgen. Die Gebühr für ein dreimonatiges Touristenvisum mit der Möglichkeit mehrmaliger Einreisen beträgt 50 US-Dollar und ist im Vorhinein zu überweisen. Ferner besteht seit Ende 2014 die Möglichkeit, für 100 US-Dollar das  “East African Single Visa” zu beantragen. Dieses neue Gemeinschaftsvisum erlaubt - angefangen beim jeweiligen Ausstellungsland - auch die Einreise in die Länder Ruanda, Uganda und Kenia. Die Initiative soll ein grenzübergreifendes Reisen erleichtern und den Tourismus innerhalb der ostafrikanischen Staatengemeinschaft fördern. Es wird erwartet, dass sich die restlichen zwei EAC-Mitgliedsländer (Burundi und Tansania), zukünftig ebenfalls der Initiative anschließen. Auch zu beachten ist die Tatsache, dass es für den Visumantrag grundsätzlich einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepasses bedarf. Kinder brauchen einen Kinderreisepass.

Weitere Hinweise zu Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise sind z.B. auf der Homepage des Auswärtigen Amtes nachzulesen. Dort gibt es auch wichtige Adressen bzw. Telefon-/Faxnummern der deutschen bzw. ruandischen Vertretungen.

Sicherheitsinformationen

Die allgemeine Kriminalitätsrate in Ruanda wird vergleichsweise als gering eingestuft.

Im Zuge der letzten Präsidentschaftswahlen (2010), hat es in der Hauptstadt mehrere Granatanschläge, zum Teil mit Todesfolge, gegeben. Auch später kam es zu vereinzelten Anschlägen. Als Ziele der Angriffe wurden belebte Orte der Stadt wie Bushaltestellen und Marktstände ausgewählt. Die Regierung macht vor allem die aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo agierende Hutu-Miliz FDLR dafür verantwortlich.

Als Reaktion ist seitdem landesweit, insbesondere in städtischen Bereichen in den Abendstunden, konsequent erhöhte Polizei- und Militärpräsenz zu beobachten. Bewaffnete Sicherheitskräfte halten sich bis spät in die Nacht an relevanten Verkehrsknotenpunkten und Orten mit größeren Menschenansammlungen auf. Die dabei eingenommene passive und beobachtende Haltung weist aber eher auf eine präventive Maßnahme als auf die Abwehr einer konkreten Gefahr hin.

Für weitere allgemeine Reise- und Sicherheitsinformationen empfiehlt sich das Internetportal des Auswärtigen Amtes.

Wohnen und Versorgung

Wohnen in der Hauptstadt und anderswo

Angenehme klimatische Bedingungen, attraktiver Naturraum sowie eine niedrige Kriminalitätsrate, ein hygienisch sauberes Umfeld, Ordnung und eine im Regionalvergleich gut funktionierende Infrastruktur sind einige der Besonderheiten, die in Ruanda für eine adäquate Lebensqualität sorgen. Leben und Arbeiten in Ruanda bieten zusätzlich die Gelegenheit, vor dem Hintergrund der besonderen Geschichte des Landes, Teil einer sich außergewöhnlich schnell transformierenden Gesellschaft zu sein. 

Kigali, die Hauptstadt Ruandas, ist auf mehreren Hügeln gebaut. Der Stadtkern befindet sich auf dem "Plateau" des Haupthügels "Nyarugenge". Dort haben die wichtigsten Einrichtungen für den Dienstleistungssektor ihren Sitz. Am Hang des gleichen Hügels liegt ebenfalls "Kiyovu", das von ausländischen Staatsangehörigen bevorzugte Wohnviertel der Stadt. Dort, in dem ruhigen grünen Villenviertel, von der Außenwelt häufig durch hohe Mauern und Wachpersonal abgeschirmt, wohnen und arbeiten Angehörige ausländischer Vertretungen, Entwicklungshelfer sowie ein Teil der besser verdienenden ruandischen Oberschicht. Die dafür verlangten Mietpreise sind überdurchschnittlich hoch und werden in den meisten Fällen über die jeweiligen Arbeitsverträge geregelt.
Manchmal sind solche Mietpreise nicht gerechtfertigt, denn Kiyovu ist auch ältestes Wohnviertel Kigalis und einige Gebäude befinden sich in entsprechend schlechtem Zustand.

Derzeit erfährt Kiyovu als Folge einer Regierungsverfügung eine massive Modernisierungsdynamik. Eigentümer werden aufgefordert ihre alten Häuser dem neu erstellten „Masterplan“ der Hauptstadt anzupassen. Dies bedeutet in der Regel einen Abriss bestehender alter Bungalows zu Gunsten von kostenintensiven mehrstöckigen Neubauten.

Neubaugebiet in Kigali
Neubaugebiete in Kigali Beide Fotos: Nshimyumukiza
Neubaugebiet in Kigali

Die anhaltende Wiederaufbauphase hat einen Bauboom zur Folge. Dementsprechend ist eine sich schnell verändernde Stadt Kigali zu beobachten. Die Stadt hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre flächenmäßig verdoppelt. Neue Villenviertel, moderne Wohnsiedlungen, hohe Bürokomplexe und Einkaufszentren sind entstanden. Auch auf der öffentlichen infrastrukturellen Ebene hat die Stadtverwaltung einige Erfolge zu verzeichnen. So wurden die meisten Hauptstraßenverbindungen innerhalb der Hauptstadt asphaltiert bzw. instand gesetzt. Durch einen strengeren Polizeieinsatz hat die städtische Verwaltung eine für regionale Verhältnisse bemerkenswerte Ordnung im Bereich der Sicherheit, dem Verkehr und der Hygiene durchgesetzt (beispielsweise tragen Moped-Taxi-Fahrer konsequent den vorgeschriebenen Helm und eine Sicherheitsweste. Auch Fahrgäste müssen einen Helm tragen).

Wassertank auf dem Dach eines Wohnhauses
Wasserspeicher auf dem Dach, kein ästhetischer Anblick aber nützlich im Alltag © J. Nshimyumukiza

Das Angebot auf dem Wohnungsmarkt wird immer vielfältiger. Einen einschränkenden Faktor stellt jedoch die Energie- und Wasserversorgung dar. Die verfügbare Menge von Strom und Wasser ist der Nachfrage bereits weit unterlegen. Strom und Wasser wird hin und wieder in unregelmäßigen Zeitabständen abgeschaltet. Der Mangel gilt zwar landesweit, bestimmte Wohnorte und Stadtteile stehen jedoch in der Versorgung auf der Prioritätenliste weit vorne, andere nicht. Lösungen bestehen aus hauseigenen Notstromaggregaten und Wasserspeichern.

Die ganz große Mehrheit der Stadtbevölkerung lebt in ärmeren Verhältnissen in Randzonen der Stadt. Dort gibt es in den selbst gebauten Hütten kein fließendes Wasser und als Toilette muss ein Loch im Boden ausgegraben werden. Es gibt aber in allen Wohnvierteln eine Minderheit durchaus sehr wohlhabender Bevölkerungsschichten. Die Entstehung einer Mittelschicht ist zu beobachten, der Unterschied zwischen arm und reich bleibt jedoch sehr groß.

Auf dem Lande leben die Menschen in Streusiedlungen in einfachen Verhältnissen. Dort fehlen in der Regel sowohl Wasserleitungen als auch Strom. Elektrisches Licht gibt es nur in den Handelszentren an Hauptstraßenverbindungen, an Missionsstationen und an den Verwaltungssitzen der Distrikte.

Einkaufen

In den teuren Supermärkten und Geschäften der Hauptstadt, darunter ein deutscher Metzger bzw. Bäcker, ist fast alles erhältlich, was man zum täglichen Leben braucht. Importierte Waren sind aufgrund der langen Transportwege und der je nach Kategorie eingestuften hohen Einfuhrsteuer, überdurchschnittlich teuer. Weine zählen beispielsweise zur Kategorie der Luxuswaren und sind daher für einen Ottonormalverbraucher nicht erschwinglich. Außerhalb der Städte ist die Versorgung mit importierter Ware schwieriger. Auf den Lokalmärkten ist das Angebot an frischen Lebensmitteln groß.

Lebensmittelmarkt in Kigali Remera
Lebensmittelmarkt in Kigali Remera © C. Nkulikiyinka

Kulinarisches

Kochbananen, Hülsenfrüchte, Süßkartoffeln, Bohnen und Maniok sowie eine große Auswahl an Frischgemüse machen in Ruanda den Großteil der Grundnahrungsmittel aus. Mais spielt vor allem im nordwestlichen Landesteil eine bedeutende Rolle. Zunehmend wird auch Reis angebaut. Rind-, Ziegen- und zunehmend auch Schweinefleisch ist beliebt, wird jedoch - nicht zuletzt aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit - nur zu besonderen Anlässen gegessen. Aus den heimischen Süßwasserseen ist auch Fisch in begrenzter Menge erhältlich, vor allem Tilapia und Tanganyikasardine (auch “Isambaza” genannt). In der Hauptstadt wird das Angebot durch den Nilbarsch bereichert, welcher aus dem benachbarten Viktoriasee (Uganda) importiert wird. Auch eine Reihe an tropischen Früchten wie Banane, Ananas, Papaya, Avocado, Mango und Maracuja werden auf lokalen Märkten angeboten.

Gegrillte Tilapia in einem Lokal am Kivusee, Mai 2014. © Axel Bollmann
Gegrillte Tilapia in einem Lokal am Kivusee, Mai 2014. © Axel Bollmann

Zu den Nationalgerichten zählen z.B. bunte Bohnen und Erbsen in frischem oder getrocknetem Zustand, die entweder mit diversen Gemüsen wie Amarant, Aubergine, Grünkohl, Karotte und Kürbis oder mit Knollenfrüchten wie Maniok zubereitet werden. Ferner ist Kochbanane in Erdnusssoße sowie “Isombe” (gestampfte Maniok-Blätter, z.B. mit gewürzter Tomaten- und Fleischsoße zubereitet) beliebt. Dazu werden gedünstete oder frittierte Süßkartoffeln serviert. Vor allem in urbanen Regionen ist “Ubugali” (oder auch “Foufou” genannt) als Beilage verbreitet; dabei handelt es sich um eine breiartige Paste aus Maniokmehl und Wasser, die überregional in Zentral- und Ostafrika bekannt ist.

Traditionell wird das Essen in der ruandischen Gesellschaft im Privatbereich eingenommen. Essen unterwegs oder beispielsweise am Arbeitsplatz gehört nicht zum guten Ton. Dafür werden im Tagesablauf geregelte Mahlzeiten vorgesehen. In städtischen Bereichen bieten zahlreiche Restaurants zur Mittagszeit reichhaltige Buffets zu erschwinglichen Kosten an. Imbisse und andere Formen von Fast-Food sind in Ruanda eine neue Erscheinung und noch nicht weit verbreitet. Im Allgemeinen werden Mahlzeiten als Genussrituale wenig Zeit eingeräumt, noch weniger wird es als Gesprächsthema verstanden. Der Trinkkultur wird dagegen mehr Beachtung geschenkt. Als Nationalgetränk gilt traditionell “Urwagwa”, ein dem Likör ähnliches Getränk, welches aus gegorenem Bananensaft besteht sowie “Amarwa”, ein selbstgebrautes Sorghumbier.

Café im Stadtteil Kimihurura - Kigali. Foto: J. Nshimyumukiza
Café im Stadtteil Kimihurura - Kigali. Foto: J. Nshimyumukiza

Als nicht-alkoholisches Getränk trinken viele Ruander gerne Milch. Tee wird auch überwiegend mit Milch und Zucker getrunken und wird dem Kaffee eindeutig vorgezogen. Kaffee nimmt jedoch an Bedeutung zu. In der Hauptstadt sind im Laufe der letzten Jahre immer mehr moderne “Coffee-shops” (wie Bourbon Coffee, Shokola, Neo etc.) entstanden. Dort erhält man ruandischen Spitzenkaffee serviert und z.B. auch frische Früchte-Smoothies.

In den gängigen Lokalen (Bars), aber auch bei diversen geselligen Zusammenkünften, wird überwiegend lokales Bier getrunken. Dazu werden - als Snack - vorzugsweise Spieße (auch “Brochette” genannt) aus gegrilltem Ziegenfleisch und Gemüse gereicht. Bei besonderen Anlässen werden z.B. knusprig gegrillter ganzer Fisch oder Hähnchen mit gegrillter Kochbanane oder Pommes frites sowie Tomatensalat serviert.

Für die wohlhabende Gesellschaftsschicht sowie für die "Expat-Community" der Hauptstadt Kigali bietet eine Vielzahl von Lokalen und Restaurants eine Auswahl hochwertiger internationaler Speisen an, darunter aus der indischen, chinesischen und anderen asiatischen, italienischen und äthiopischen Küche.

Landeswährung

Die ruandische Landeswährung Ruanda-Franc (RWF) erfreut sich einer relativen Stabilität. Der Wechselkurs basiert auf täglichen US-Dollar Raten. 1 US-Dollar = 843 RWF, 1 Euro = 1005 RWF (Stand: Dezember 2017). Kreditkarten werden in Banken und größeren Hotels der Hauptstadt und wenigen weiteren größeren Städte angenommen. Geldautomaten sind in der Hauptstadt mittelgradig disponibel, außerhalb der größeren Städte sind sie eher selten zu finden. Diese sind auch oft nur mit lokalen Geldkarten bedienbar. Die Mitnahme von Devisen in bar wird empfohlen, bessere Wechselraten werden dadurch für Euro und US-Dollar erzielt, Bargeld sollte jedoch nur in Banken, Hotels oder in beschilderten Foreign-Exchange-Büros gewechselt werden.

Digitale Finanzdienstleistungen in Zusammenhang mit moderner Informationstechnologie sind in Ruanda an der Tagesordnung. Der Sektor wird politisch und wirtschaftlich vorangetrieben. Eine höhere finanzielle Inklusion in der Bevölkerung -als Nebeneffekt- wird dadurch beabsichtigt. Der bargeldlose Zahlungsverkehr verbreitet sich dementsprechend rapide. Für das allgemeine Geldtagesgeschäft, wie z.B. die Begleichung der Strom- bzw. Wasserrechnung, privater Geldtransfer u.a. bieten lokale Mobilfunkanbieter und Banken “Mobile money-Service" an, eine unkomplizierte Geldtransfer-Dienstleistung, die über Mobiltelefone zugänglich ist. Ca. 25 % der erwachsenen Nutzer in Ruanda verfügen inzwischen über ein registriertes Mobil-Konto, welches Voraussetzung ist, um diesen Dienst zu nutzen.

Telekommunikation

Die Telekommunikation gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der ruandischen Wirtschaft. Internet und Mobiltelefon sind in aller Munde. Dies gilt sowohl für die politische Führung als auch für alle Bevölkerungsschichten. Das Mobilfunknetz ist relativ gut ausgebaut, in allen Städten Ruandas kann man mit dem Handy telefonieren. Selbst die entfernten Hügel werden vom Mobilfunk abgedeckt. Anbieter sind, neben dem langjährigen Monopolist MTN Rwandacell, Millicom International Cellular (MIC) welche unter der bekannten Marke TIGO seit 2009 auf dem ruandischen Markt operiert und, seit 2012 als dritter Anbieter, Airtel.

Die frühere staatliche Monopol-Telefongesellschaft Rwandatel wurde bereits privatisiert. Das erste Nachfolgunternehmen Terracom hatte angefangen ein zweites Funknetz aufzubauen. Schließlich kam es aufgrund der nicht erfüllten Erwartungen zum Scheitern des Privatisierungsvorhabens. Im zweiten Anlauf übernahm Ende 2007 der frühere Investor LAP Green Networks aus Libyen 80 % der Anteile am damals noch einzigen Telekommunikationsunternehmen und sagte Investitionen von 100 Mio. US$ für den Betriebsstart zu. Ein reibungsloser Betrieb kam nie zustande, so wurde im April 2011 dem Investor durch die nationale Regulierungsbehörde RURA seine Lizenz entzogen. Der vermutete Zusammenhang mit dem zeitgleich erfolgten Untergang des Gaddafi-Regimes in Libyen wurde aus Ruanda dementiert. Seit Anfang 2012 befinden sich der ehemalige Rwandatel-Nachlass im Besitz des bereits erwähnten neuen Marktzugangs Airtel.

In der Hauptstadt sowie in den wichtigsten Großstädten besteht die Möglichkeit über einen Breitband-Telefon- und Internetanschluss mit zumutbaren Bereitstellungsfristen, zu verfügen. Internetzugang bekommt man außerdem in den vorhandenen zahlreichen Internetcafés. Die Zahl der Internetnutzer steigt seit ein paar Jahren zügig. Die zuständige o.g. Nationalbehörde RURA geht von mehr als 3 Mio. fast ausschließlich städtischen Internetnutzern aus, was einem Bevölkerungsanteil von ca. 25 % entspricht. Vergleichsdaten von der Weltbank zeigen jedoch einen bestehenden Aufholbedarf gegenüber den EAC-Nachbarstaaten Uganda und insbesondere dem Spitzenreiter der Region Kenia.

Auf dem Land bleibt die hochgelobte ICT-Politik der Regierung zunächst noch ein Traum. Mit der Fertigstellung der Verlegung eines 2.300 km langen Glasfasernetzkabels im Jahr 2011 wurde eine wichtige Zukunftsinvestition im ICT-Bereich getätigt. Auch die neueste Technologie (4G LTE) wurde Anfang November 2014 in der Hauptstadt Kigali offiziell eingeführt. Dabei handelt es sich jedoch zunächst nur um die Bereitstellung der Basisinfrastruktur. Für die Vermarktung der entsprechenden Dienstleistungen sind lokale Telekommunikationsgesellschaften zuständig. 

Gesund bleiben

Vor einer Reise nach Ruanda ist eine rechtzeitige qualifizierte reisemedizinische Beratung dringend zu empfehlen. Erste Hinweise bieten z.B. der Reisemedizinische Infoservice und die medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amtes. Impfungen und Profilaxen, die zum Teil längere Wirkungsdauer erfordern, werden in der Regel empfohlen. Die basismedizinische Versorgung in Ruanda ist durch ein zwar nicht dichtes aber flächendeckendes Netzwerk an staatlichen Gesundheitszentren, Distrikt- und Referenz-Krankenhäusern gewährleistet. In den Städten besteht zusätzlich ein wachsendes Angebot an privaten Kliniken. Häufig auftretende Krankheiten können vor Ort behandelt werden. Die Möglichkeit insbesondere guter fachärztlicher Versorgung ist jedoch eingeschränkt. Bei komplizierteren Erkrankungen, für deren Behandlung hoch qualifiziertes Personal bzw. hochwertige technische Einrichtungen erforderlich sind, besteht die nächste Behandlungsmöglichkeit im eineinhalb Flugstunden entfernten Nairobi, Kenia bzw. im vier Flugstunden entfernten Johannesburg (Südafrika). Mit am häufigsten auftretende Krankheitsbilder sind Durchfallerkrankungen, verursacht durch Amöben, Würmer oder Bakterien bzw. Viren, Erkrankungen der Atemwege und Hepatitis. Auch wenn Malaria-Fälle erheblich zurückgegangen sind, wird Schutz vor Mückenstichen weiterhin dringend empfohlen. Dazu sind Moskitonetze, etc. hilfreich. Eine Vorbeugung mit Medikamenten sollte nach Beratung durch erfahrene Tropenmediziner erfolgen. AIDS, Geschlechtskrankheiten und Tuberkulose sind ebenfalls zu beachten. Der Nachweis einer Gelbfieber-Impfung, welcher lange Zeit am Flughafen bei der Einreise in Ruanda Pflicht war, wurde mittlerweile aufgehoben.

Touristische Informationen

Akagera-Nationalpark

Impala im Akagera Nationalpark
Antilopen im Akagera Nationalpark © Goebel/LMZ Koblenz

Das Landschaftsbild des Akagera-Nationalparks in der trockenen Savannenregion Ost-Ruandas wird von niedrigen Hügeln und weitläufigen Mulden bestimmt. Typische Vegetationsformen sind Gras-, Strauch- und Buschsavanne, in denen die Akazienbäume dominieren.

Vor dem Bürgerkrieg rechnete man den Park dank seines ehemaligen Wildreichtums zu den schönsten Tierparks Afrikas. Große Bestände gab es z B. bei Nilpferden, Antilopen, Zebras und Büffeln. In geringerer Zahl konnte man Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen beobachten.

Die Lebensräume dieser Tiere sind inzwischen stark bedroht. Ende des Bürgerkrieges 1994 siedelten sich viele aus dem Exil zurückkehrende Ruander im Nordteil des Parks an. Wandernde Viehherden und landwirtschaftliche Ansiedlungen haben sich zunehmend in das Parkgelände vorgeschoben. Nur ein kleiner Teil des Parks wird noch streng geschützt.

Nyungwe-Nebelwald

Nyungwe Nebelwald im Südwesten Ruandas
Nyungwe Nebelwald im Südwesten Ruandas, Foto: ORTPN

Auf der Randschwelle des Zentralafrikanischen Grabens haben sich die Reste eines ehemaligen ausgedehnten Berg-Nebelwaldes erhalten. Der ökologische Wert dieses Waldes zeigt sich zum einen durch die reichhaltige Zahl der Pflanzenarten, zum anderen ist dieser Wald ein lebenswichtiges Wasserreservoir des Landes. Auch die Tierwelt zeigt eine große Artenvielfalt bei Vögeln, Amphibien, Reptilien und Säugern (Schimpansen, Stachelschweine u. a.).

Virunga-Nationalpark

Gorilla mit Baby im Virunga Nationalpark
Gorilla mit Baby im Virunga Nationalpark Foto: ORTPN

In der Region der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet von Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Uganda leben in den dichten Nebelwäldern in Höhenlagen zwischen 2.000 und 4.000 Metern ca. 600 bis 650 Berggorillas. Einige der Virunga-Vulkane bilden die heutige Nordgrenze von Ruanda und stehen als Nationalpark unter strengem Schutz. Sie sind Teil des Zentralafrikanischen Grabens und teilweise noch heute aktiv.

Nach dem Bürgerkrieg sind die von Berggorillas bewohnten Gebiete wieder zugänglich und abgesichert. Es werden ein- bis zweitägige Touren zu den an Besucher gewöhnten Gorillagruppen angeboten. Maximal sind acht Besucher pro Tag und Gorillagruppe zugelassen. Die Beschränkung der Besucherzahlen sowie WWF-Projekte sollen dazu beitragen, das Überleben der Berggorillas zu sichern.

Reisen, Transport und Verkehr

Taxi-Motorradfahrer in Huye warten darauf, Passagiere zu befördern Foto:J. Nshimyumukiza
Taxi-Motorradfahrer in Huye warten darauf, Passagiere zu befördern Foto:J. Nshimyumukiza

Im ländlichen Raum Ruandas werden kürzere Entfernungen grundsätzlich zu Fuß zurückgelegt. Zu transportierende Waren werden zumeist in Körben auf dem Kopf, in Taschen und auf Fahrrädern untergebracht.

Größere Strecken zwischen den Streusiedlungen und den lokalen bzw. städtischen Märkten werden mit Hilfe von Kleinlastwagen (oder Pick-ups) zurückgelegt. Ein weiteres Transportmittel sind Minibusse, die zwar voll besetzt werden, jedoch nicht überfüllt sind. Diese Sammeltaxis transportieren Menschen und Waren über asphaltierte aber auch holprige oder rutschige Pisten. Fahrpläne und Haltestellen gibt es eher selten; in der Regel fahren die Busse erst, wenn sie voll sind. Regelmäßig verkehrende Mini- bzw. Linienbusse existieren als Verbindung zwischen Kigali und anderen größeren Provinzstädten. Auch in die Nachbarstaaten, nach Kampala (Uganda) und Bujumbura (Burundi), bestehen Reisebusverbindungen.

In den Städten warten kleine Motorräder an jeder Ecke, um Passagiere quer durch alle Stadtteile zu befördern. Diese sind, insbesondere bei den Hauptverkehrszeiten, vor allem in Kigali, das zügigste Verkehrsmittel. Eisenbahnverbindungen gibt es in Ruanda nicht.

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre hat auch eine signifikante Zunahme des Verkehrsaufkommens zur Folge. Die früher nur in Ausnahmefällen auftretenden Verkehrsstaus und –stockungen gehören heute zur Hauptverkehrszeit zum alltäglichen Stadtbild. Außerhalb der Rushhour halten sich Verkehrsstaus noch in Grenzen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit setzt der Staat auf eine strenge Verkehrspolizei. Einsatzkräfte stehen in kurzen Abständen auf den Straßen und führen häufige Geschwindigkeits- und allgemeine Verkehrskontrollen durch. Verfehlungen werden dabei konsequent geahndet.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2017 aktualisiert.

Der Autor

Jacques Nshimyumukiza

ist Architekt und in seinem Fachgebiet, Umwelt- und Raumplanung, als Consultant tätig. Nebenberuflich organisiert und leitet er vereinzelte Projekt- und Studienreisen nach Ruanda, hauptsächlich im Rahmen der langjährigen Länderpartnerschaft zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 2002 ist er als Landestrainer für Ruanda und Burundi bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit tätig und arbeitet als Trainer (DGIKT-Zertifikat) für Interkulturelle Kompetenz.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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