Limonadenverkäuferin © Dina Umanski
Währung
Russischer Rubel (RUB)
Wechselkurs
80 pro € (07.2020)
Zeitzonen
UTC +3 bis UTC +12
Landesvorwahl (Telefon)
007
Klima (für Hauptstadt)
kontinental

Einschränkungen der Einreise wegen COVID-19

Zur Eindämmung des Coronavirus wurde die Einreise von Ausländern vom 18. März bis zum 1. Mai 2020 stark eingeschränkt. Nur wenige Personengruppen dürfen weiterhin einreisen: Menschen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis, offizielle Delegationen, Mitarbeiter von Botschaften und Transitreisende. Am 29. April wurden die Einreisebeschränkungen für Ausländer auf unbestimmte Zeit verlängert

Deutsche Staatsbürger, die über eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung für Russland verfügen, können weiterhin ein- und ausreisen. Das russische Innenministerium hat mitgeteilt, dass Visa für Ausländer aufgrund der Coronavirus-Pandemie über ihre Gültigkeitsdauer hinaus bis 15. September 2020 verlängert werden können.

Der Flugverkehr in die EU und nach Deutschland ist stark eingeschränkt worden. Alle Flüge starten und landen in Russland am Terminal F des Moskauer Flughafens Scheremetjewo. Alle Einreisende sind verpflichtet, sich für 14 Tage in der Wohnung selbst zu isolieren.

Einreise und Aufenthalt

Die Einreise nach Russland erfolgt mit einem gültigen Visum, das in einer Konsularvertretung der Russischen Föderation vor der Reise beantragt werden muss. Auch Transitvisa werden nicht an der Grenze ausgestellt, sondern müssen vor Antritt der Reise bei der zuständigen konsularischen Vertretung beantragt werden. Der Reisepass muss sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein und im Original vorgelegt werden.

Ausländische Touristen und Geschäftsleute aus 53 Ländern, darunter auch Deutschland, können ein E-Visum zur Einreise nach St. Petersburg, das Leningrader Gebiet und das Gebiet Kaliningrad beantragen. Das 30 Tage gültige Visum wird kostenlos von russischen Auslandsvertretungen ausgestellt. Die Aufenthaltsdauer darf 8 Tage nicht überschreiten.

Bei Reisen nach Russland besteht Krankenversicherungspflicht. Bei der Visabeantragung muss ein Versicherungsschein vorgelegt werden. Eine Liste der akzeptierten Versicherungsunternehmen ist bei den russischen Auslandsvertretungen erhältlich. Da die Einreisebestimmungen sich kurzfristig ändern können, ist es ratsam, sich rechtzeitig bei den russischen Auslandsvertretungen zu erkundigen.

Nach der Einreise nach Russland besteht eine Registrierungspflicht. Die Registrierung muss innerhalb von sieben Werktagen bei der zuständigen Migrationsbehörde über den Einlader/Gastgeber (z.B. den russischen Partner des deutschen Reisebüros) erfolgen, der das Visum beschafft hat. Der Einlader muss ein spezielles Formular ausfüllen und es samt Fotokopien des Reisepasses und der Migrationskarte des Ausländers dem zuständigen Büro der Migrationsbehörde innerhalb von sieben Arbeitstagen überreichen oder es per Post übersenden. Lässt man sich in einem Hotel oder Ferienheim nieder, gilt die Hotelverwaltung als Einlader/Gastgeber und ist damit selbst für die Registrierung zuständig. Bei Arbeitsaufenthalten kann die Meldeanschrift der Sitz der russischen Firma/Organisation sein.

Alltag

Als Nationalfeiertage gelten der 12. Juni, der Tag an dem die Russische SFSR 1990 ihre Staatssouveränität erklärte und der so genannte „Tag der Einheit des Volkes“ am 4. November, der an die Befreiung Moskaus im Jahre 1612 von polnisch-litauischen Fremdherrschern erinnert. Daneben gibt es jährlich mehrere gesetzliche Feiertage, von denen vor allem das Neujahrsfest (durchgehend vom 1. bis 5. Januar), orthodoxe Weihnachten am 7. Januar, der Internationale Frauentag am 8. März, der Tag der Arbeit am 1. Mai sowie der Tag des Sieges (Ende des 2. Weltkriegs) am 9. Mai einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung genießen. Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Dienstag oder einen Donnerstag, ist die Einrichtung eines arbeitsfreien Brückentags am Montag bzw. Freitag üblich, indem der vorhergehende Samstag bzw. der nachfolgende Sonntag im Gegenzug zu Arbeitstagen erklärt werden.

Die meisten Geschäfte haben von 8 bis 20 Uhr geöffnet, die Supermärkte bis 23 Uhr oder durchgehend die ganze Nacht.  

Seit Oktober 2014 gilt in Russland ein neues Zeitgesetz. Es beinhaltet den Übergang zu Normalzeit (die Abschaffung der Sommerzeit) und eine Anpassung der Zeitzonen. Nun gilt: Kaliningrader Zeit (Moskau minus eine Stunde, UTC+2), Moskauer Zeit (UTC+3), Samaraer Zeit (Moskau plus eine Stunde, UTC+4), Jekaterinburger Zeit (Moskau plus zwei Stunden, UTC+5), Omsker Zeit (Moskau plus drei, UTC+6), Krasnojarsker Zeit (Moskau plus vier, UTC+7), Irkutsker Zeit (Moskau plus fünf, UTC+8), Jakutsker Zeit (plus sechs, UTC+9), Wladiwostoker Zeit (Moskau plus sieben, UTC+10) und Srednekolymsker Zeit (Moskau plus acht, UTC+11), Kamtschatka Zeit (Moskau plus neun, UTC+12). Im Winter beträgt der Zeitunterschied zu Mitteleuropa demnach eine Stunde mehr als im Sommer.  

Stadtplan von Moskau mit Zoomfunktion

Geld

500 Rubel Schein © Wikipedia Commons
500 Rubel Schein

Die Währung ist der russische Rubel (RUB) zu 100 Kopeken. Banknoten sind im Wert von 5.000, 2000, 1.000, 500, 200, 100, 50 und 10 Rubel im Umlauf. Münzen gibt es in den Nennbeträgen von 10, 5, 2 und 1 Rubel sowie Kopeken im Nennwert von 50, 10, 5 und 1.

Zentrale Notenbank ist die Zentralbank der Russischen Föderation mit Sitz in Moskau. Die größten Banken sind die Sberbank, VTB, Gazprombank, Vneshtorgbank, Rosselchozbank und Alfa Bank.

Internationale Kreditkarten wie American Express, Diners Club, Mastercard und Visa werden in größeren Hotels, Restaurants und Läden akzeptiert. Bei Bezahlung mit Kreditkarten sollte man jedoch einen Pass oder einen Personalausweis dabei haben, denn wegen des häufigen Betrugs mit den Kreditkarten müssen diese oft vorgezeigt werden.

In zahlreichen Hotels und Kaufhäusern gibt es Geldautomaten, an denen man mit Kredit- oder EC-Karte Bargeld abheben kann. Reiseschecks sollten in US-Dollar oder Euro ausgestellt sein und werden nur in Moskau und St. Petersburg in autorisierten Banken akzeptiert. Fremdwährungen sollten in offiziellen Wechselstuben und Banken umgetauscht werden. Geldwechsel außerhalb der Bankzeiten ist in internationalen Hotels, Wechselstuben und den Flughäfen möglich.

Reisen und Verkehr

Die internationalen Flughäfen Russlands sind Moskau Scheremetjewo (SVO), Moskau Domodedowo (DME), Moskau Vnukovo (VKO), Moskau Zhukovsky (ZIA), Kaliningrad Chabrowon (KGD), Irkutsk (IKT), Sankt Petersburg Pulkovo (LED), Nowosibirsk Tomachevo (OVB) und Krasnojarsk Jemeljanowo (KJA).

Die nationale Fluggesellschaft Aeroflot Russian Airlines dominiert den internationalen Verkehr und fliegt 159 Ziele in 54 Ländern an. Im Inlandsverkehr spielt die Luftfahrt eine sehr wichtige Rolle. Neben Aeroflot sind Rossiya, S7 und Ural Airlines die Marktführer im Binnenverkehr. Knotenpunkt des nationalen Flugnetzes sind die vier Moskauer Flughäfen: von Moskau aus starten Flüge in alle Hauptstädte der russischen Regionen.  

Die russische Bahn unterhält das zweitgrößte Eisenbahnnetz der Welt und befördert rund eine Milliarde Passagiere pro Jahr. Die Transsibirische Eisenbahn beginnt in Moskau und fährt zur sibirischen Pazifikküste. Eine weitere Strecke verläuft durch die Mongolei nach Bejing. Die Züge verkehren täglich. 2009 hat der Hochgeschwindigkeitszug Sapsan den Regelbetrieb zwischen Moskau, Sankt Petersburg und Nischnij Nowgorod aufgenommen. Die innerrussischen Zugfahrpläne richten sich nach Moskauer Zeit. 

Deutsche Staatsangehörige, die sich vorübergehend in Russland befinden, können mit einem deutschen oder internationalen Führerschein fahren. Ein ausländischer Führerschein verliert allerdings 60 Tage nach Ausstellung einer Daueraufenthaltsgenehmigung für die Russische Föderation seine Gültigkeit. Es empfiehlt sich daher, möglichst umgehend eine Umschreibung in einen russischen Führerschein zu beantragen. Die Umschreibung erfolgt nach Ablegung einer theoretischen Prüfung. Die Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften ist 60 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und auf Autobahnen 100 km/h. Alkohol am Steuer ist verboten. Bei Unfällen sollte die Verkehrspolizei und ein Versicherungsgutachter gerufen werden.

Ein Auto zu mieten stellt in den Großstädten kein Problem dar, die zunehmende Verkehrsdichte und Staus können das Fahren allerdings schwierig machen. Benzin ist in Russland ist relativ günstig und kostet nur ungefähr die Hälfte der westeuropäischen Preise.

Die Großstädte verfügen in der Regel über mehrere Arten öffentlicher Transportmittel: U-Bahn (Metro), Busse, Oberleitungsbusse (Trolleybus), Kleinbuslinientaxis (Marschrutka), Taxi und Straßenbahnen. Eine U-Bahn gibt es beispielsweise in Moskau, Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Kasan, Nischni Nowgorod, Nowosibirsk und Samara.

Sicherheit

Wie die Anschläge in der Moskauer Metro 2010, auf dem Flughafen Domodedowo 2011 und in der St. Petersburger Metro am 3. April 2017 gezeigt haben, kann es in Russland, auch außerhalb der Kaukasus-Region, jederzeit zu Attentaten kommen. Beim Besuch von nicht besonders polizeilich geschützten Menschenansammlungen und bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (insbesondere U-Bahn und Bus) sollte man deswegen besonders vorsichtig sein. Die Kriminalität in russischen Großstädten ist nicht höher als in westlichen Metropolen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt den deutschen Staatsangehörigen sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um in Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.  

Die allgemeine Notfall-Rufnummer 112 ist sowohl vom Festnetz als auch vom Handy kostenlos erreichbar. Die bisherigen Notrufnummern bleiben nach wie vor gültig: 01 Feuerwehr, 02 Polizei, 03 Erste Hilfe.

Gesundheit

Notfallbehandlungen in staatlichen Kliniken sind laut Gesetz grundsätzlich kostenlos, die staatlichen Kliniken entsprechen jedoch in der Ausstattung oft nicht dem deutschen Standard. In Moskau, St. Petersburg und einigen anderen Großstädten gibt es einige, meist private Krankenhäuser, die hinsichtlich der Unterbringung und der technischen und fachlichen Ausstattung auch höheren Ansprüchen gerecht werden. In aller Regel sind in medizinischen Versorgungseinrichtungen Russischkenntnisse notwendig. Hilfe kann über die Notfall-Telefonnummer 03 gerufen werden.

Die Apotheken in den großen Städten haben ein gutes Sortiment, wichtige Standardmedikamente sind vorhanden. Der Abschluss einer Auslandskranken- und Flugrettungsversicherung ist empfehlenswert. Der Reisemedizinische Infoservice empfiehlt Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten über vier Wochen oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und FSME.

Kommunikation

USB-Ladestastion im Wagon der Metro in Moskau
USB-Ladestastion im Wagon der Metro in Moskau © Lisa Melnikova

Internet

Kostenloses WLAN findet man nicht nur in Cafés und Restaurants, sondern auch an anderen öffentlichen Orten wie Flughäfen, Bahnhöfen, in Bussen, Straßenbahnen, Oberleitungsbussen, der U-Bahn, Vorortzügen, Hochgeschwindigkeitszügen sowie an den Haltestellen.

In Moskau wurden im Rahmen des Projektes „Städtisches WLAN“ beinahe alle Straßen im Zentrum mit kostenlosem WLAN ausgestattet. Um auf das öffentliche WLAN zuzugreifen muss die eigene Telefonnummer angegeben werden. Kurz darauf erhält man einen Zugangscode. Man muss dieses Verfahren nur einmal durchlaufen.

Möglichkeiten zum Aufladen von Handys werden oftmals auch von Cafés, Waggons der U-Bahn oder in Flughäfen bereitgestellt.

Telefon

Den Mobilfunkmarkt dominieren die vier größten Anbieter Tele2, MTS, Beeline und MegaFon, ferner gibt es einige kleinere regionale Anbieter. Bringen Sie ein Mobiltelefon eines deutschen Anbieters mit, so arbeitet dies in Russland über den Roaming-Partner Ihres Netzbetreibers.

Für Tarifpakete mit günstigem Internet lohnt es sich eine lokale SIM-Karte zu kaufen, dabei muss man sich mit seinem Reisepass identifizieren. SIM Karten gibt es in Filialen der Anbieter – entweder direkt nach der Anreise am Flughafen oder in Einkaufszentren („Euroset“ oder „Svjaznoj“).

Post

Der überwiegende Teil des russischen Postwesens wird vom staatlichen Unternehmen Potschta Rossii abgewickelt. Sie bietet ihre Dienstleistungen in insgesamt über 42.000 Postämtern an, die flächendeckend über ganz Russland verteilt sind. In vielen Städten bieten Postfilialen neben grundlegenden Postdienstleistungen – wie dem Versenden von Briefen, Paketen und Telegrammen sowie dem Postgiro – auch öffentliche Computerarbeitsplätze mit Internetzugang. Die Öffnungszeiten der Postämter sind von 9 bis 19 Uhr.

Luftpostsendungen nach Westeuropa sind ca. 10 Tage unterwegs. Im Briefzustellungsbereich ist Potschta Rossii in Russland Monopolist. Im Bereich der Paketpost sind auch international tätige Kurierunternehmen wie DHL oder TNT in Russland tätig. 

Nützliche Adressen

  • Botschaft der Russischen Föderation
    Berlin 10117 Unter den Linden 63 - 65
    Telefon 030-2 29 11 10 29  Fax 030-2 29 93 97
    Öffnungszeiten Mo. - Fr. 08.30 - 13.00 und 14.30 - 18.00 Uhr

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juli 2020 aktualisiert.

Über die Autorin

Lisa Melnikova (M.A., geb. 1982)

ist Ethnologin und arbeitet seit 2006 in der Entwicklungszusammenarbeit. Für die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ GmbH ist sie tätig als Landestrainerin für Russland und Trainerin in der Lernberatung.

Russisch online lernen

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Bei allen Fragen rund um das Fort- und Weiterbildungsprogramm der Akademie helfen wir Ihnen gerne weiter.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem Länderbeitrag oder zum LIPortal insgesamt. Richten Sie Ihre Anfrage an:

Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

+49 (0)228 4460 2036

Zum Kontaktformular

Download