Fischmarkt in St.Louis / © Evgeni Zotov (CC BY-NC-ND 2.0)
Geschätztes BIP
36,3 Mrd. US-$ (2015)
Bruttonationaleinkommen pro Kopf
2.500 US-$ (2015)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI)
170 (von 188) (2015)
Anteil Armut (nat. Armutsgrenze)
46,7 % (2010)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient)
40,3 %
Wirtschaftliche Transformation (BTI)
Rang 79 (von 129) (2016)

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Die senegalesische Wirtschaft ist durch starke Importabhängigkeit, einen kleinen Heimatmarkt und eine geringe Exportbreite geprägt. Der Großteil der Bevölkerung arbeitet in Ackerbau und Fischfang, dabei wird der Arbeitsmarkt stark vom informellen Sektor dominiert. Die industrielle Produktion des Landes ist relativ schwach und der Tourismus in den letzten Jahren rückgängig. 

Verschiedene Wirtschaftsdaten zum Senegal findet man z.B. bei GTAI und der Nationalen Statistikagentur. Der African Economic Outlook liefert umfassende Analysen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Senegals.
Makroökonomisch gesehen hatte der Senegal in den Jahren vor 2008 eine positive Entwicklung zu verzeichnen, das BIP wuchs beständig und die Inflationsrate ist bis heute konstant unter 3 %, mit kurzfristigen Spitzen, wie zuletzt 2011 (3,4 %), wenn Treibstoffpreise und Preise für Grundnahrungsmittel analog zur globalen Entwicklung in die Höhe schnellen. Im Jahr 2013 lag sie sogar nur bei 0,7 %.
In den Jahren 2003-2007 verzeichnete der Senegal durchschnittliche Wachstumsraten von durchschnittlich 4,7 %, die in den Krisenjahren 2008 und 2009 auf etwas mehr als 2 % fielen. Im Jahr 2010 wurde wieder eine erhöhte Wachstumsraten von 4 % verzeichnet und zunächst waren die Vorhersagen für das Jahr 2011 ebenso günstig. Letztendlich belief sich die Wachstumsrate aber aufgrund schlechter struktureller Rahmenbedingungen (Dürre und sinkender Exportraten aufgrund der politischen regionalen Instabilität) auf lediglich 2,6 % und 2012 in Folge besserer Niederschlagsmengen und einer ertragreichen Ernte 3,5 %, um 2013 wieder auf 2,8% zurückzufallen.
Das Wachstum wurde in der Vergangenheit in erster Linie von der starken Bau- und Telekommunikationsbranche getragen. Leistungs-, Handels- und Dienstleistungsbilanz sind konstant defizitär.
Eines der größten Probleme für das Staatsbudget ist der von Rohölimporten abhängige Energiesektor, der dem Staat aufgrund der staatlichen Subventionspolitik 2012 160 Milliarden FCFA kostete.

Wirtschaftssektoren

Landwirtschaft

Obwohl über 60 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist, wird in diesem Sektor nur knapp 17 % des BIP erwirtschaftet, und das mit sinkender Tendenz. Die hauptsächlich kleinbäuerlich ausgerichtete Agrarwirtschaft leidet unter schlechten Rahmenbedingungen: die Böden sind schlecht und ausgelaugt und ein unsachgemäßer Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden aufgrund der mangelnden Aufklärung der Landbevölkerung führt zu einer weiteren Degradation der Böden. Seit den 70er Jahren ist die Sahelzone häufigen Dürrezeiten bzw. unregelmäßigen und niederschlagsarmen Regenzeiten ausgesetzt, eine Entwicklung, die sich unter der Einwirkung des Klimawandels noch weiter verschlimmern wird. Unter diesen Vorzeichen verschieben sich auch die traditionellen Anbauflächen für bestimmte Sorten.

Landkarte Landwirtschaft im Senegal
© [IRD- A. Le Fur - AFDEC] / Espace agricole / Landwirtschaft im Senegal

Die Landwirtschaft im Senegal ist wenig diversifiziert. Grundsätzlich ist sie
bis heute durch eine extensive Erdnussmonokultur im Zentrum des Landes, dem sog. „Erdnussbecken“ (bassin arachidier), geprägt, für die der Grundstein in der Kolonialzeit gelegt wurde.
Die Franzosen ließen in den unterschiedlichen Kolonialgebieten Monokulturen anlegen, die sie zur Entwicklung des „Mutterlandes“ benötigten. Dabei wurde natürlich auf eine diversifizierte Entwicklung der Kolonien verzichtet bzw. die ursprüngliche Subsistenzlandwirtschaft zerstört.

Auch der unabhängige Senegal verabsäumte es, die landwirtschaftliche Produktion nach der Unabhängigkeit breit zu fächern. Die Probleme begannen, als die Erdnusspreise auf dem Weltmarkt verfielen, die Böden durch die extensive Monokultur kaputt gewirtschaftet waren und der Senegal einen Großteil der anderen Lebensmittel, v.a. Reis aus Südostasien und Weizen aus Frankreich, importieren musste.
Nach der Unabhängigkeit hatte das Office National de Coopération et d’Assistance pour le Développement (ONCAD) das Ankaufsmonopol im Agrarbereich inne, doch schon Mitte der 70er Jahre war es zu einem Riesenapparat mit überdimensionierten Verwaltungskosten aufgebläht. Misswirtschaft und Misskalkulation durchzog die gesamte staatlich gesteuerte Anbau- und Ankaufspolitik des Sektors. 2001 forderte der IWF die Privatisierung der SONACOS, der nationalen Vermarktungsagentur. Sie wurde von einem Konsortium übernommen und am 1. Januar 2007 in "Suneor" (Wolof: „unser Gold“) umbenannt.

Alte Frau auf Stuhl
Die Alten bleiben, die Jungen verlassen die Dörfer. © Raimundo Maia Junior

Unbestritten ist, dass die Kleinbauern ums Überleben kämpfen. Immer mehr der jungen Menschen verlassen ihre Dörfer und ziehen in die Städte.
Neben der institutionellen Misswirtschaft sind es eben auch die schwierigen Naturbedingungen, die die senegalesische Landwirtschaft so extrem anfällig machen: seien es Dürre, zu starke Regenfälle mit Überschwemmungen oder Heuschrecken.
Die Ernährungslage im Senegal ist in vielen ländlichen Gebieten ernst und vor allem Kinder und Mütter leiden unter Mangelernährung

Einfachste Lebensbedingungen auf dem Land
Einfachste Lebensbedingungen auf dem Land © Miriam Diop
Strohhütte im Dorf
Strohhütte im Dorf © Matthias Hrubesch
Plakat GOANA
Kampagne für die GOANA Kampagne 2008; © Ines Gontek

Der Senegal versuchte in den letzten Jahren eine Rückwendung von der reinen Exportwirtschaft. Von der 2008 von Präsident Wade mit großem Pomp und Finanzaufwand initiierte Kampagne GOANA zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und der Erreichung von Nahrungsmittelautarkie spricht heute niemand mehr.
Um den sozialen Frieden zu erhalten, ist der senegalesische Staat gezwungen, den Markt für Grundnahrungsmittel zu subventionieren oder über Preissteuerungen zu lenken, dennoch leidet die einfache Bevölkerung unter den relativ hohen Lebensmittelpreisen. Auch die neue Regierung hat die Sanierung des Agrarsektors zu ihrer Priorität erklärt, und eines der wesentlichen Wahlkampfversprechen Präsident Salls waren Preissenkungen für Grundnahrungsmittel. Auch er hat sich die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln aus einheimischer Produktion zum Ziel gesetzt. Eines der wichtigsten Programme möchte bis 2017 die Versorgung des Senegals mit einheimischem Reis aus der Gegend des Senegalflusses erreichen und wurde 2014 in Höhe von 113 Millionen Euro finanziert.

Neben den traditionellen Cash Crops Erdnuss und in geringem Ausmaß Baumwolle werden als Food Crops für den eigenen Verbrauch v.a. Hirse (in den Küstengebieten vom importierten Reis verdrängt, im Landesinneren jedoch immer noch das traditionelle Grundnahrungsmittel), Mais, Sorghum, Maniok und Reis (im Flusstal des Senegal sowie in der Casamance) angebaut.

Nach der großen Nahrungsmittelkrise 2008 ließen sich zumindest in der heimischen Reiswirtschaft leichte Fortschritte verzeichnen: ein Großteil des im Senegal konsumierten Reises wird zwar immer noch importiert, dennoch gingen die Importraten in den letzten Jahren erstmals zurück und die heimische Produktion konnte gesteigert werden und die Selbstversorgung soll bis 2017 erreicht werden.  Insgesamt jedoch konnte die in den letzten Jahren so oft propagierte Ernährungssicherheit bei weitem nicht erreicht werden und ein Großteil der Grundnahrungsmittel muss weiterhin importiert werden.
Das Africa Rice Center setzt sich für eine Intensivierung des Reisanbaus in Afrika ein und forscht im Bereich trockenheitsresistenter Samen.
Am Senegalfluss wird auch Zuckerrohr angebaut, in Richard Toll befindet sich die verarbeitende Industrie, die in erster Linie für den Binnenmarkt produziert.

Reisanbau in der Casamance
Reisanbau in der Casamance © Ines Gontek
Feld eines Kleinbauern bei Mboro
Feld eines Kleinbauern bei Mboro © Claudia Hrubesch
Wichtigstes landwirtschaftliches Produkt: die Erdnuss
Wichtigstes landwirtschaftliches Produkt: die Erdnuss © Elisabeth Bazin
Hirseernte
Hirseernte © Elisabeth Bazin


Der Gemüseanbau wird vor allem in den Einzugsgebieten von Dakar und Thies betrieben, insbesondere in den Niayes, den fruchtbaren Senken hinter dem Dünengürtel entlang der Küste zwischen Dakar und St. Louis.  
Der Obstanbau ist wenig strukturiert, der Großteil der einheimischen Früchte wird nicht professionell angebaut, sondern von Frauen und Kindern gesammelt und auf den Märkten zum Verkauf angeboten.

Obstverkauf am Straßenrand
Obstverkauf am Straßenrand © Margret Föh
Frauen verkaufen Blätter von Maniok, Süßkartoffel und Bissap
Frauen sammeln Blätter und verkaufen sie zum Verkochen © Miriam Diop


Der krisengebeutelte Agrarsektor ist in einem schwierigen Umstrukturierungsprozess begriffen. Sein Gelingen wäre notwendig, um das Land weniger anfällig für die fluktuierenden Weltmarktpreise und weniger abhängig von Importen zu machen und die galoppierende Landflucht aufzuhalten.
Bei der heute noch vorherrschenden Agrar- und Handelspolitik der Industriestaaten, die den afrikanischen Markt mit ihren hoch subventionierten Erzeugnissen überschwemmen, ist dies jedoch kaum möglich.

Die Landwirtschaft ist mit nur 5 % an bewässerten Flächen extrem niederschlagsabhängig. Große Hoffnungen wurden deshalb auf die ganzjährige Bewässerungslandwirtschaft am Ufer des Senegalflusses gesetzt, die sich jedoch auch nach der Fertigstellung zweier großer Staudämme, in Diama an der Mündung des Senegals und in Manantali in Mali, nicht ganz verwirklichen ließen. Die Wasserführung des Senegals ist zwar jetzt ganzjährig regulierbar, es fehlt aber immer noch an Mitteln für die Bewässerungskanäle der  landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Viehwirtschaft

Die Viehhaltung besteht in erster Linie in Rinderherden (Zebus) der nomadisierenden Peulhs (Pular) (sog. „transhumants“).

Zebus
Zebus © Claudia Hrubesch
Schafe auf dem Wochenmarkt
Schafe auf dem Wochenmarkt © Margret Föh


Etwa 30 % der Landflächen sind ausgewiesenes Weideland, doch die Dürreperioden der letzten Jahrzehnte hatten auch hier schlimme Auswirkungen. In den 70er Jahren verendeten Tausende Rinder und viele der Viehzüchter fanden sich auf den Straßen Dakars wieder. Bis heute kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen herumziehenden Viehzüchtern und sesshaften Ackerbauern.
Die Rinderherden stellen ein nicht unerhebliches ökologisches Problem dar, da sie auf der Suche nach Futter auch nicht vor geschützten Wäldern und Reservaten haltmachen. Schlachtvieh wird in der Regel auf Wochenmärkten vertrieben; bis vor kurzem gab es noch keine Möglichkeit, die produzierte Milch zu vertreiben und die Viehzüchter erzeugten lediglich für den Eigenbedarf.
Einige kleine Privatfirmen vertreiben heute Produkte aus lokaler Frischmilch und Milchprodukte aus dem Senegal, doch es ist schwer, sich auf dem von importierter Trockenmilch dominierten Markt zu behaupten.

Fischfang

Fischerboote bei Ouakam
Fischerstrand von Ouakam, © Matthias Hrubesch

Mehr als 600.000 Menschen leben vom Fischfang. Mit mehr als 455.000 Tonnen Fangmengen pro Jahr, von denen etwa 85.000 Tonnen in den Export gehen und ein Drittel der Exportmenge stellen, ist der Fischfang der größte Devisenbringer des Senegals. Der Hauptanteil wird bis heute von traditionellen Fischern erwirtschaftet (2008 lag der Anteil bei 87 %). Die westafrikanischen Küstengewässer sind durch den Kanarenstrom begünstigt und weisen eigentlich große Artenvielfalt und Fischreichtum auf, doch die Biodiversität und der Fischbestand haben stark abgenommen.

Der EU wird oftmals Schuld am Leerfischen der senegalesischen Fischgründe und dem Abnehmen der Fischvorräte gegeben, was von der EU jedoch dementiert wird, die stattdessen den Ball an die senegalesische Regierung zurückspielt.
Auf alle Fälle wurde das  Fischereiabkommen zwischen der EU und dem Senegal seit Juli 2006 nicht mehr verlängert.
Stattdessen vergab der senegalesische Staat in den vergangenen Jahren Einzellizenzen an ausländische Fischfangflotten, was immer wieder zu Protesten der einheimischen Fischer, der Zivilgesellschaft und Organisationen wie Greenpeace führte. Eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung war die Aufhebung dieser Lizenzen.

Wer immer jetzt auch für das Abnehmen der Fischbestände verantwortlich ist, Fakt ist, dass die traditionellen Fischer mit ihren kleinen Holzbooten und archaischen Fangmethoden immer öfter mit halbleeren Booten zurückkommen. Kein Wunder also, dass viele von ihnen während der großen illegalen Migrationsbewegung 2006, während der Fischerboote direkt von den senegalesischen Küsten ablegten, die Gelegenheit ergriffen, mit einem Schlag mittels des Verkaufs ihrer Boote ihre Existenz sichern zu können.

Fischkarren in St. Louis
Fischkarren in St. Louis
© Matthias Hrubesch
Fische zum Trocknen an der Sonne
Fische zum Trocknen an der Sonne
© Claudia Hrubesch

Nicht nur auf See, auch in den Binnengewässern und den Flussmündungen wird gefischt. 

Fischen im Sine Saloum Delta
Fischen im Sine Saloum Delta
© Raimundo Maia Junior
Auf dem Senegalfluss
Auf dem Senegalfluss
© Margret Föh

Industrie und Bergbau

Ansicht Zementwerke
Ansicht Zementwerke © Miriam Diop

Der sekundäre Sektor erwirtschaftet etwa 20 % des BIP.
Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören die verarbeitenden Industrien: Lebensmittel- (Öl, Fisch, Zucker, Getränke) und die Textil- und Lederverarbeitung.
Calciumphosphat, das im Tagebau gefördert wird, liefert die Basis für eine relativ florierende Düngemittelindustrie. Der Kalksteinabbau liefert die Basis für eine bescheidene lokale Zementindustrie. Das Baugewerbe nimmt mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 10 % ebenfalls eine wichtige Stellung ein.
Geografisch ist der Industriesektor in erster Linie im Großraum Dakar konzentriert.

Frankreich ist der erste ausländische Direktinvestor im Senegal. Das französische Außenministerium beziffert die Anzahl der französischen Unternehmen im Senegal mit 300 (davon rund 130 Filialen französischer Gesellschaften), die über 16 000 Arbeitsplätze stellen (20 % der Stellen des formellen Privatsektors).
In den letzten Jahren hatten staatliche Großbetriebe wie die rohölverarbeitende SAR und die chemische Industrie ICS, mit der es jedoch seit der Konsortiumsübernahme wieder bergauf geht, vorübergehend mit enormen Problemen zu kämpfen. Heute sind die andauernden Engpässe in der Elektrizitätsversorgung ein gravierendes Problem für die industrielle Produktion, wobei durch einen Notversorgungsplan seit 2012 eine erste Besserung festzustellen ist.

Der relativ junge Minensektor ist noch im Aufbruch begriffenen und ist aufgrund begrenzter Bodenschatzvorkommen nur bedingt ausbaufähig. Neben dem seit langem geförderten Phosphat (1,5 % der Weltproduktion) konzentriert man sich auf die Förderung der Bodenschatzvorkommen im Südosten des Landes. Doch die Aufbruchstimmung des vergangenen Jahrzehnts ist durch die Wirtschaftskrise und den Rückzug ausländischer Investoren gedämpft worden. Ein 2007 getroffenes Abkommen zur Eisenerzförderung zwischen dem Senegal und ArcelorMittal wurde von dem Konzern nach der Finanzkrise 2009 nicht umgesetzt und der Konzern von der internationalen Handelskammer in Paris verurteilt. Nach dem Machtwechsel 2012 wird gegenwärtig das Gesetz, das den Minensektor regelt, einer Revision unterzogen. 
Seit Juni 2009 wird in der Region von Kédougou durch Mineral Deposits Limited (MDL) in professionellem Ausmaß Gold gefördert. Grund zum Jubeln für Ex-Präsident Wade, Grund zur Klage über nicht erfolgte Entschädigungen bei der Enteignung der Landbevölkerung, Umweltprobleme und Korruption in der Minenregion.
Im Rahmen der Goldfunde im Osten nimmt auch die informelle Goldschürfung mit den typischen Konflikten und Gesundheitsgefährdungen zu.
Im Oktober 2014 wurden bedeutende Offshore-Erdöl-Vorkommen vor der Küste des Großraums Dakar entdeckt, die Rentabilität der Förderung ist in Evaluierung.

Der tertiäre Sektor

Tourismusplakate im Sine Saloum
Tourismusplakate im Sine Saloum; © Matthias Hrubesch

Der tertiäre Sektor macht etwa 60 % des BIP aus.
Dabei ist der Tourismus der zweitwichtigste Devisenbringer.

Handgestrickt wie diese Plakate ist noch vieles im senegalesischen Tourismussektor. Was dem einen charmant und authentisch erscheint, ist für andere ein Manko.

Des Weiteren ist die Telekommunikationsbranche maßgeblich: es gibt heute drei Mobilfunkanbieter. Mit der Agence de Régulation des Télécommunications et des Postes verfügt der Senegal seit 2001 über eine unabhängige Kontrollbehörde für den Sektor.
Dank des gut entwickelten Telekommunikationssektors ist der Senegal eines der wichtigsten Länder in der Süd-Nord-Auslagerung geworden und französische Firmen greifen auf die Dienste senegalesischer Callcenter mit ihren geringeren Personalkosten zurück.

BCEAO Gebäude im Stadtzentrum
BCEAO Gebäude im Stadtzentrum © Claudia Hrubesch

Der Bankensektor ist gut entwickelt, es gibt etwa 20 niedergelassene Banken im Senegal, die allerdings nur etwa 25 % der wirtschaftlichen Aktivitäten finanzieren. Mit einem Jahresumsatz von 2.655 Milliarden FCFA (ca. 4 Milliarden Euro) verfügt der Senegal nach der Côte d'Ivoire über den zweitgrößten Bankenmarkt in der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion.

MiniunternehmerInnen, unter ihnen v.a. Frauen, finanzieren ihre Aktivitäten oft über ein System von Tontines, einer Art privater Sparvereine.
Natürlich ist auch der Mikrofinanzsektor mit etwa 30 akkreditierten Organisationen mittlerweile gut vertreten.
Auch der Sitz der westafrikanischen Zentralbank befindet sich in Dakar.
Die gemeinsame Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 EUR entspricht 655,957 FCFA).

Regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit

Landkarte regionale Warenflüsse
Regionale Warenflüsse. Quelle: www.amenagement-afrique.com

Als Mitglied der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft CEDEAO (ECOWAS) ist  der Senegal ein Schwergewicht in der regionalen Wirtschaft. Nach Nigeria, der Côte d'Ivoire und Ghana ist der Senegal die viertgrößte Wirtschaftsmacht in der Region.
Auf der Internetplattform Investir en zone franc finden potenzielle InvestorInnen eine Fülle von Informationen zum gesamten Wirtschaftsraum.
Der Senegal ist auch Mitglied der Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika (OHADA).

Nach dem Ausbruch der Krise in der Côte d’Ivoire übersiedelten viele internationale Organisationen nach Dakar, im privatwirtschaftlichen Sektor „profitierte“  das Land jedoch weniger von den Problemen der zweiten regionalen Wirtschaftsmacht. Auch der Dakarer Hafen spielte bislang trotz seiner Größe und trotz des „Ausfalls“ des Hafens von Abidjan keine wichtige Rolle als Eingangshafen für die Region, da die Verkehrsverbindungen in die Nachbarländer zu wenig ausgebaut sind. Der Infrastrukturausbau gehört zu den Prioritäten der Regierungen und der vertretenen Geber in der Region.
Zu den großen Verkehrsinfrastrukturprojekten gehört der Neubau eines internationalen Flughafens 45 km östlich von Dakar und die Errichtung einer Mautautobahn von Dakar zu ebendiesem Flughafen.

Im Senegal finanzieren besonders die EU und der MCA den Ausbau des Straßennetzes.

Typische Straßenszenen rund um Dakar: notorischer Stau, schlecht ausgebauter öffentlicher Verkehr und überladene Lastwagen, die die einzige Frachtverbindung für das Umland und sogar die Nachbarländer darstellen:

Permanenter Stau auf der Zubringerautobahn nach Dakar
Permanenter Stau auf der Zubringerautobahn nach Dakar / © Miriam Diop
Schwer beladen
Zumeist völlig überladene Lastwagen stellen die einzigen Frachtmöglichkeiten dar / © Miriam Diop

Wirtschaftspolitik und Entwicklungspotenzial

Dorfversammlung
Dorfversammlung © Claudia Hrubesch

Die Wirtschaftspolitik ist auf Liberalisierung und Privatisierung ausgerichtet.
Das zentrale Politikfeld ist seit 2003 die Armutsbekämpfung, auch mittels einer Strategie des beschleunigten Wachstums, die auf Förderung des Wirtschaftswachstums und des Privatsektors abzielt Das zentrale Dokument zur Armutsbekämpfung ist die nationale Strategie zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung 2013-2017 (SNDES). Unter Macky Sall wurde der "Plan Sénégal émergent" als Schlüsseldokument für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Senegal entwickelt und wird heute als nationale Strategie in den Vordergrund gestellt.
Ex-Präsident Wade gehörte zu den Mitinitiatoren des NEPAD, welcher verstärkt ausländische Privatinvestitionen nach Afrika bringen soll.
Die ersten Strukturanpassungsprogramme wurden auf Druck der Bretton-Woods-Institutionen in den 80er Jahren durchgeführt und haben unbestritten die makroökonomischen Rahmenbedingungen verbessert, konnten jedoch die Wirtschaftsleistung nicht dauerhaft anheben, geschweige denn die Armutsbekämpfung nachhaltig unterstützen. Die Abwertung des Franc CFA 1994 um 50 % verbesserte zwar die Wirtschaftsleistung, erschwerte aber dauerhaft die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten.

Macky Sall muss seine Wirtschaftspolitik erst akzentuieren. Zu seinen Prioritäten gehört es, das Budgetdefizit zu senken. Er kündigte an, die Ausgaben für den Staatshaushalt zu verringern (große Beachtung fand die medienwirksame Schließung von fast 60 als ineffizient beurteilter staatlicher Strukturen im Mai 2012). Zu den obersten Prioritäten gehört auch die Sanierung des maroden Energiesektors, dessen Subventionierung Löcher in den Staatshaushalt frisst.
Im Dezember 2012 wurde eine bereits länger vorbereitete Steuerreform beschlossen.
Dazu will er das Wirtschaftswachstum innerhalb weniger Jahre mittels des PSE auf 7% erhöhen und bekam dafür im Februar 2014 von den internationalen Gebern in Paris 7,5 Milliarden Dollar zugesagt.

Solarpanels auf dem Land
Solarpanels auf dem Land © Peracod/GIZ

Heute ist in erster Linie die schlechte Energieversorgung hindernd für die Wirtschaftsentwicklung des Landes. Der Senegal ist abhängig von Erdölimporten zur Stromerzeugung, die staatliche Energiegesellschaft Sénélec arbeitet trotz mehrmaliger Restrukturierungsversuche und Finanzspritzen durch internationale Geber defizitär und kann zudem den Energiebedarf nicht decken. Im Juni 2011 führten die andauernden Stromabschaltungen, verbunden mit der allgemeinen politischen Unzufriedenheit, zu ernsten Unruhen. Ein Notplan zeigte im 2. Halbjahr 2011 erste Wirkungen, allerdings gingen die dafür eingesetzten Ressourcen zu Lasten anderer Ressorts. Nach dem Machtwechsel wird o.g. "Plan Takkal", der unter der Autorität des Präsidentensohns Karim stand, wie auch andere Großprojekte des vorigen Regimes, einer Wirtschaftsprüfung unterzogen.
Die Subventionierung des Energiesektors kostete dem senegalesischen Staat 2011 150 Milliarden FCFA (laut IWF etwa 2 % des BIP).
Trotz einer prinzipiellen Neuorientierung der senegalesischen Energiepolitik 1997 wird das hohe Potenzial für erneuerbare Energien (Sonne und Wind) bislang kaum ausgenutzt.

Der Senegal ist aufgrund dieser verschiedenen Probleme als Investitionsland nicht gerade beliebt, doch der politische Regimewechsel war dem Geschäfts- und Investitionsklima offensichtlich förderlich. Bereits während der Regierungszeit Wade hatte der Senegal kurzfristig Investoren angelockt, doch bald hatte das Wade-Regime einen relativ schlechten Ruf, der vor allem ausländische Investoren davor abhielt, in dem Land zu investieren.
So belegte der Senegal im Weltbank-Bericht „Doing Business 2008“ noch den 168. Platz unter 175. In der Ausgabe von 2009 konnte das Land um 19 Plätze nach vorne springen, wurde 149tes unter 181 Ländern und wurde als einer der drei afrikanischen Staaten mit den besten Wirtschaftsreformen geführt. Ein wichtiger Grund für diesen Sprung war die Gründung der APIX (Agence de Promotion des investissements et des grands travaux), die Geschäftsinvestitionen erleichtern soll.
Danach rutschte der Senegal in der Wertung jedoch langsam und beständig wieder nach unten und nahm im  "Doing Business Report" 2013 den 176. Rang und 2014 den 171. Rang (unter 189) ein. Erst ab dem Jahr 2015 erfolgte mit Rang 156 wieder eine Verbesserung der Einstufung. Auch 2016 wird diese Tendenz weiter verstärkt.

Im letzten Jahrzehnt konzentrierte sich die Regierung auf große Infrastrukturprojekte als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung. Klein- und Mittelbetriebe, die heute etwa 20 % des BIP erwirtschaften, werden dabei eher vernachlässigt, obwohl gerade sie das Rückgrat der senegalesischen Wirtschaft darstellen könnten. Nach dem Machtwechsel lässt sich allerdings eine Akzentverschiebung feststellen und heute wird die soziale Absicherung aller Bürger als großes Projekt der Regierung genannt.

Plakat Air Sénégal International
"Europa zu leichten Preisen" - Werbeplakat Air Sénégal © Miriam Diop

 

Nach dem Konkurs von Air Sénégal International nahm die neue nationale Fluglinie Sénégal Airlines mit Unterstützung der Emirates Group 2011 den Flugbetrieb auf, befindet sich jedoch ebenfalls seit längerer Zet in einer schweren Krise und wies ein Jahresdefizit von 7,6 Millionen Euro auf. 

Handel

Die Handelsbilanz des Senegals ist chronisch defizitär, und die Höhe des Defizits ist seit der Unabhängigkeit beständig angestiegen. Usherbroke gibt den freien Fall der Handelsbilanz mit 12.887 % über 50 Jahre an.
2012 standen Exporten im Wert von 2.870 Importe im Wert von 6.120 Millionen US Dollar gegenüber.

Zu den wichtigsten Exportgütern gehören Fisch- und Erdnusserzeugnisse, Erdölprodukte, Phosphate und Baumwolle.
Die wichtigsten Exportländer sind Indien, Mali, Gambia, die Côte d'Ivoire, Frankreich, Spanien, Italien und Guinea. Senegal konnte seine Absatzmärkte relativ erfolgreich diversifizieren; Frankreich, das 1967 noch 80 % der senegalesischen Exporte aufnahm, macht heute nur mehr einen Prozentsatz von 5 % aus. Hingegen gehört es bis heute mit Nigeria, der VR China, Thailand, der Côte d'Ivoire und den USA zu den wichtigsten Importländern für den Senegal. Weitere wichtige Importländer sind Spanien und die Beneluxstaaten. Dabei machen Rohöl sowie Erdölprodukte, Lebensmittel (Reis, Weizenmehl, Trockenmilch, Zucker und Gemüse),  Metalle und Maschinen bis heute den Großteil der Importe aus, im Grunde muss der Senegal aber fast alle Arten von Gütern einführen.

Die EU ist als Wirtschaftsregion der Haupthandelspartner des Senegals. Über ein Jahrzehnt war der Senegal in Westafrika federführend im Widerstand gegen die neuen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (APE - Accords de partenariat économique), die die nicht reziproken Handelspräferenzen der Lomé-Abkommen ersetzen sollen. Trotz kritischer Stimmen von Wirtschaftsexperten und der Zivilgesellschaft, die vor den Gefahren eines Freihandelsabkommen für so wenig entwickelte und nicht wettbewerbsfähige Wirtschaftssysteme wie das des Senegal warnen, hat die politische Führung unter Macky Sall eine Kehrwendung gemacht und befürwortet heute, gemeinsam mit den anderen Staatschefs der ECOWAS, die Unterzeichnung der Abkommen.  
Der Senegal sucht seine Partnerschaftsoptionen deutlich zu diversifizieren, die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zur VR China führten auch zu regen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Chinas Engagement beeinflusst die Prämissen der Wirtschaftsbeziehungen wie auch der Entwicklungszusammenarbeit überall auf dem afrikanischen Kontinent. Dazu gibt es in Dakar, wie auch in vielen anderen westafrikanischen Hauptstädten, eine große Anzahl von Händlern im informellen Sektor.

Staatsverschuldung

In der Vergangenheit hatte der Senegal oft auf ausländische Geldgeber zurückgegriffen, sodass die Verschuldung Mitte der 90er Jahre auf über 90 % und auf eine Schuldendienstquote um die 20 % angestiegen war. Der Senegal hat sich für die erweiterte Initiative für hoch verschuldete arme Entwicklungsländer (HIPC) qualifiziert.
Bei einem ersten Schuldenerlass 2000 nach Erreichen des Entscheidungszeitpunkts (decision point) wurde die Schuldenlast erheblich reduziert, so z.B. 50 % an die IDA. Nach dem Erreichen des Vollendungszeitpunkts (completion point) von HIPC II im April 2004 kam es zu einer weiteren wesentlichen Schuldenreduktion. In den letzten Jahren ist die Auslandsverschuldung erneut stark angestiegen und wird mit Ende 2013 mit 5,2 Milliarden USD angegeben.
 

Auswirkungen globaler Entwicklungen

Von der Finanzkrise 2008/2009 und der Krise 2011 war im Senegal aufgrund der geringen Verflechtung mit der internationalen Finanzwelt zunächst nur wenig zu spüren.
Die Prognosen gingen davon aus, dass das Land wohl härter von den indirekten Folgen der Finanzkrise getroffen werden wird, sobald sich der geringere Wohlstand senegalesischer ArbeitsmigrantInnen in einem Abnehmen der Rücküberweisungen - die im Senegal höher als die ODA sind -  niederschlagen oder sich ausländische Investoren zurückziehen, wie es etwa bei der geplanten Förderung der Eisenerzvorkommen durch ArcelorMittal geschehen ist. Zumindest in Bezug auf die Rücküberweisungen hat sich diese Prognose nicht erfüllt, laut Weltbank sind die "Remittances" in einem rasanten weltweiten Wachstum begriffen und auch in Subsahara-Afrika lässt sich ein langsames aber beständiges Wachstum feststellen. Die Weltbank gab die Höhe der Rücküberweisungen für den Senegal im Jahr 2010 mit 2 Milliarden USD an, was das Doppelte der offiziellen Entwicklungshilfe (1 Milliarde USD) ausmachte.

Eine von der Afrikanischen Entwicklungsbank und vom französischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie vom Januar 2008 untersucht vier afrikanische Länder, die mit Frankreich historisch und migrationsbedingt eng verbunden sind. Bei einer Befragung von über 2.000 Haushalten im Senegal, in Mali, in Marokko und auf den Komoren ergab sich folgendes Bild: Im Jahr 2005 wurden in den Senegal 449 Millionen Euro rücküberwiesen (19 Prozent des BIP und 218 Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfe), in Mali waren es 295 Millionen (11 Prozent des BIP und 79 Prozent der Entwicklungshilfe) und auf den Komoren 70 Millionen (24 Prozent des BIP und 364 Prozent der Entwicklungshilfe). Das Monatseinkommen der von diesen Überweisungen unterstützten Haushalte lag jeweils über dem nationalen Durchschnitt. Die betreffenden Haushalte konnten in Marokko mit diesem Geld mehr als die Hälfte ihres Einkommens decken, in Mali waren es zwei Drittel und in Senegal und auf den Komoren etwas weniger als die Hälfte. (nach Le Monde diplomatique, 16.1.2009)

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Der Senegal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt auf dem Human Development Index des UNDP lediglich den 170. Platz unter 188 ein. Das Land gehört somit zu den am wenigsten entwickelten Staaten (LDC - Least Developed Countries). 

Obdachloser
Obdachloser © Raimundo Maia Junior
Wäscherinnen in der Medina
Wäscherinnen in der Medina © Raimundo Maia Junior

Besonders Frauen sind oft Leidtragende der extremen Armut und dem Fehlen essenzieller Grunddienste. 

Frau beim Wasserholen
Frau beim Wasserholen © Claudia Hrubesch
Die Spreu von der Erdnuss trennen
Die Spreu von der Erdnuss trennen © Elisabeth Bazin

Nationale Entwicklungsanstrengungen

Trotz des makroökonomischen Wachstums der vergangenen Jahre wurde noch kein Durchbruch in der Armutsbekämpfung erreicht. 60% der Bevölkerung lebt in extremer Armut und muss mit weniger als zwei USD am Tag auskommen. Dementsprechend steht die Armutsbekämpfung im Zentrum der nationalen Entwicklungsanstrengungen. Als Referenzrahmen diente das 2002 erarbeitete und 2005 fortgeschriebene Document Stratégique de Réduction de la Pauvreté (DSRP) und ab 2011 das DSEP, das nach dem Machtwechsel zur SNDES mit Horizont 2017 weiterentwickelt wurde.
Die MDGs, die im ersten DSRP noch kaum eine Rolle gespielt hatten, wurden in der entwicklungspolitischen Ausrichtung immer wichtiger.
Der Senegal ist lediglich auf dem richtigen Weg, die Ziele 2 und 4 zu erreichen, d.h. die allgemeine Primarschulbildung und eine signifikante Senkung der Kindersterblichkeit, bei allen anderen Zielen ist das Land bislang weit von einer Zielerreichung entfernt.

Wandgemälde Siggil ("Heb den Kopf")
Siggil ("Kopf hoch") - ein Projekt der inländischen NGO Enda gibt Jugendlichen die Hoffnung zurück © Claudia Hrubesch

Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Die OECD gibt die ODA Zuwendungen an den Senegal mit rund einer Milliarde USD für 2013 an.
Die wichtigsten multilateralen Geber sind die Weltbank und die EU
Daneben sind fast alle UN Programme mit nationalen Agenturen und oft auch den Regionalbüros für Westafrika vertreten.
Der Internationale Währungsfonds, die Afrikanische Entwicklungsbank, die Europäische Entwicklungsbank, die Westafrikanische Entwicklungsbank
und die Islamische Entwicklungsbank sind ebenfalls präsent.
Die französische Entwicklungsagentur, USAID, MCC, die spanische Agentur zur Entwicklungszusammenarbeit oder die japanische Entwicklungsagentur sind nur als einige weitere unter vielen bilateralen Geber zu nennen. Seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 2005 mit der VR China gibt es auch eine starke Präsenz chinesischer Projekte.
Im Februar 2014 organisierte die senegalesische Regierung ein internationales Gebertreffen rund um den "Plan Sénégal émergent" in Paris, das Finanzierungszusagen in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar brachte.
Eine Vielzahl von Akteuren der humanitären Hilfe sind im ganzen Land vertreten.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl an internationalen NGOs, die sich im Senegal betätigen.
Bei der Vielzahl dieser Geber ist es nicht verwunderlich, dass es oft schwierig ist, die Aktivitäten zu koordinieren und zu harmonisieren: Aid Effectiveness bleibt im Senegal noch ein hoch gestecktes Ziel.

Ein umfassendes Verzeichnis (Stand 2011) nennt die im Senegal tätigen Entwicklungsorganisationen: vom lokalen Verein bis zum multinationalen Geber sind alle vertreten.

Deutsche Entwicklungsorganisationen

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Logo der Kooperation Senegal - Deutschland © Auswärtiges Amt

Den Senegal und die Bundesrepublik Deutschland verbindet eine jahrzehntelange entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Deutschland nimmt unter den bilateralen Gebern hinter Frankreich, USA, Kanada und Japan den fünften Rang ein.
Seit 2011 ist der Senegal ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf einzelne Themenfelder fokussiert. Mit der Durchführung der Kooperationsmaßnahmen ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) betraut. Die bilaterale finanzielle Zusammenarbeit ist durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vertreten.
Nachdem die bisherigen Programme mit den Schwerpunkten "Dezentralisierung und lokale Entwicklung" und "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung" Ende 2015 abgeschlossen wurden, konzentriert sich die künftige Zusammenarbeit nach den Beschlüssen der letzten Regierungsverhandlungen auf das Themenfeld "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz". Die Zusammenarbeit im Energiesektor durch das Programm PERACOD soll zur Energiesicherheit im rohstoffarmen Senegal beitragen und dessen Beitrag zum Klimaschutz stärken. Diese Kooperation soll nach einer weiteren Neuzusage von rund 54 Mio. Euro für den Zeitraum bis 2018 anlässlich eines Besuches von Günter Nooke, dem Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin und des BMZ, im Oktober 2015 weiter ausgebaut werden.

Weitere Akteure der deutschen Kooperation sind die politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung und seit 2010 auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Im Bereich der Hochschulkooperation arbeitet der DAAD und die kulturelle Zusammenarbeit erfolgt durch das Goethe-Institut.
Eine kleine Bundeswehrberatergruppe berät die senegalesischen Streitkräfte. Vom Senegal aus wird auch der Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der Mission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) unterstützt.
Der Weltfriedensdienst e.V. unterstützt den Friedensprozess in der Casamance.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl deutscher Vereine, die sich oft aufgrund persönlicher Kontakte im Senegal engagieren.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2016 aktualisiert.

Die Autor/innen

Claudia Hrubesch, Jahrgang 1972, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Französisch und Deutsch als Fremdsprache in Wien und Paris. Schwerpunkt: Geschichte und Literaturen Afrikas, Postcolonial Studies und interkulturelle Kommunikation.
Lebt seit über 10 Jahren im Senegal. Tätigkeiten beim Goethe-Institut Dakar, der GIZ, ECO Consult und als freiberufliche Beraterin im Kultur- und Kommunikationsbereich.

Alexander Ohle studierte Geographie, Politische Wissenschaft und Entwicklungssoziologie, arbeitet seit 1993 in der Entwicklungszusammenarbeit und ist für die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ tätig als Regionaltutor für die Region Afrika südlich der Sahara, als Trainer in der Lernberatung und arbeitet für das Informations- und Didaktikzentrum.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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