Alltagsszene in Madina, Kambia District
Währung
Sierraleonische Leone (Le)
Wechselkurs
8143 Le pro 1 € (13.10.2019)
Zeitzone
UTC
Landesvorwahl (Telefon)
+232
Klima (für Hauptstadt)
Tropisch

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Sierra Leone ein gültiges Visum, welches bei der sierra-leonischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann. Weitere Informationen bietet die Seite des Auswärtigen Amtes. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein, eine Gelbfieberimpfung ist ebenfalls nachweispflichtig.

Wohnen und Versorgung

Die Versorgungsbedingungen und -möglichkeiten unterscheiden sich von Standort zu Standort. In Freetown und den Distrikthauptstädten kann man sich in libanesischen Supermärkten mit europäischen und arabischen Lebensmitteln versorgen. Die aus Europa importierten Nahrungsmittel sind allerdings oft zwei- bis viermal teurer als in Deutschland. Die Waren auf den Märkten oder in den kleinen Shops sind zwar in der Auswahl begrenzt, aber günstiger. Auf den Märkten findet man saisonabhängig ein recht breites Angebot an Obst und Gemüse. In ländlichen Gebieten ist die Verfügbarkeit von frischem Obst und Gemüse noch besser und viel günstiger. Zutaten für typisch sierra-leonische Gerichte können auf den lokalen Märkten eingekauft werden.

Fleisch gibt es fast überall bei Metzgern frisch zu kaufen. Die Qualität ist außerhalb der Hauptstadt meist besser. Frische Fische werden an der Küste in sehr guter Qualität verkauft. Besonders beliebt sind der Barracuda und der Bonita. Der Snapper ist auch weit verbreitet und wird ebenfalls in vielen Restaurants angeboten.

Crain Crain, ein typisches Gericht in Sierra Leone, wird auf einen Teller gefüllt
Crain Crain, ein typisches Gericht © Christiane Braun

Manchmal wird von den Entsendeorganisationen eine angemessene Unterkunft zur Verfügung gestellt. Es kann aber auch selbst oder über einen Makler eine Wohnung gesucht werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Mietvorauszahlung von 12-36 Monaten durchaus üblich ist. In den Städten werden größere Häuser aus Beton angeboten, die in der Regel von einer hohen Mauer umgeben sind. Üblicherweise werden die Häuser von Sicherheitsfirmen bewacht. 

Die Netzspannung beträgt 230 Volt/50 Hertz, die verwendbaren Stecker sind dreipolig (Steckertyp D und G). Man sollte sich daher einen Steckdosenadapter (UK-Standard) besorgen. Stromausfälle sind häufig und dauern je nach Standort unterschiedlich lange. Ratsam ist daher der Betrieb eines Generators. In den ländlichen Regionen ist Strom eher selten vorhanden. Obwohl Sierra Leone ein wasserreiches Land ist, ist die Wasserversorgung auf dem Land und auch in der Stadt qualitativ und quantitativ häufig problematisch. Das Wasser hat keine Trinkwasserqualität und sollte daher vor seiner Verwendung immer abgekocht, möglicherweise auch gefiltert werden. In Freetown kann man in einigen Supermärkten purifiziertes Wasser in großen Pfandflaschen (ca. 20 Liter) kaufen.

Geld und Geldtransfer

Landeswährung ist der Leone, hauptsächlich werden Geldscheine verwendet. Der höchste Wert ist 10.000 Leone, umgerechnet zwischen 1,50 und 2 Euro. Es wird also häufig mit großen Bündeln gehandelt, und es lohnt sich, schnelles Geldzählen zu üben. Trotzdem bemüht sich die Regierung regelmäßig, den Gebrauch von US-Dollars einzudämmen. Von den Münzen sind hauptsächlich die zu 100 Leone im Umlauf, umgangssprachlich als "one block" bezeichnet, und die zu 500 Leone.

Banken in Freetown wie die Ecobank wechseln problemlos Euro, englische Pfund oder US-Dollar in Leones. Es kann auch Geld bei der Ankunft am Flughafen gewechselt werden. Es empfiehlt sich, im Zweifel die Wechselkurse zu vergleichen. Außer Banken gibt es überall Wechselstuben. Gewechselt wird auch im Hotel oder im Supermarkt.

Es gibt einige Geldautomaten in Freetown und in den größeren Städten. Visakarten werden am häufigsten akzeptiert. Der höchste Abhebebetrag ist umgerechnet ca. 45 Euro, es können aber mehrere Abhebungen nacheinander getätigt werden. Die Benutzung kostet je nach Bank (in Deutschland) und Karte unterschiedlich hohe Gebühren. Geldüberweisungen sind schnell und zuverlässig über Western UnionMoneyGram oder online möglich. Die Deviseneinfuhr ist in unbeschränkter Höhe möglich. 

Geldtransfers wie Auslandsüberweisungen sind aber auch direkt auf ein sierra-leonisches Konto möglich. Dies ist eine günstige Alternative zu Bargeldtransfers, es dauert aber circa eine Woche, bis das Geld auf dem Konto gutgeschrieben ist. Innerhalb des Landes kann an vielen Straßenständen Geld via Handy versendet werden.

Geldwechsler auf der Straße in Freetown
Geldwechsler auf der Straße in Freetown © Abu-Bakarr Jalloh

Reisen, Transport und Verkehr

Seit dem Ende des Bürgerkrieges sind Reisen im Land grundsätzlich ohne Einschränkungen möglich. Allerdings sind die Straßenverhältnisse teilweise sehr schlecht. Der größte Teil des Straßennetzes besteht aus ungeteerten Pisten, die vielfach in der Regenzeit unpassierbar werden. Selbst in und um die Hauptstadt Freetown sind die Straßen nur teilweise geteert und können sich in der Regenzeit in Schlammpisten verwandeln.

Mögliche Verkehrsmittel sind: PKW, Bus, Taxi und Minibusse, die in Sierra Leone Poda-Podas genannt werden. Die öffentlichen Transportmöglichkeiten im Land sind begrenzt. Es gibt keine Bahn, und reguläre Buslinien verkehren nur zwischen den großen Städten. Ansonsten ist man auf Minibusse oder Taxis und Motorradtaxis (Okada) angewiesen, wobei vor allem die Benutzung von Okadas aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen ist. Von der lokalen Bevölkerung werden Überlandfahrten auf Pick-ups und LKWs genutzt. Diese entsprechen aber selten unseren Sicherheitsmaßstäben. Es können auch Wagen mit Fahrer gemietet werden. Der Stand der Verkehrssicherheit ist niedrig, viele der Fahrzeuge fahren auf neu ausgebauten Straßen schneller, als ihr Zustand erlaubt. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht empfehlenswert, nach Einbruch der Dunkelheit auf Landstraßen zu fahren.

Der Transfer vom internationalen Flughafen in Lungi (FNA) nach Freetown ist relativ zeit- oder geldaufwendig. Das Schnellboot in den Westen Freetowns kostet 40 Dollar und braucht inklusive dem Bustransfer ca. eine Stunde. Mit Taxi und Fähre in den Osten Freetowns ist die Reise sehr viel günstiger, dafür braucht sie doppelt bis dreimal so lange und ist nur denen zu empfehlen, die sich auskennen oder abgeholt werden.

Traumhaft schön sind in Sierra Leone die Strände. Die Strände der Western Area eignen sich besonders gut für Wochenendausflüge. An den meisten Stränden kann man gut schwimmen, zur eigenen Sicherheit sollte man fragen, ob es am jeweiligen Ort Strömungen gibt. Wenn die lokalen Fischer ihre Fangnetze einziehen, lohnt sich der Kauf von frischem Fisch. An den Stränden gibt es allerdings auch viele lokale Restaurants, die Fisch und Meeresfrüchte zubereitet anbieten.

Es gibt drei Nationalparks, den Outamba-Kilimi National Park im Nordwesten des Landes, den Gola Rainforest National Park im Südosten und seit 2013 auch noch den Western Area Peninsula National Park auf der Freetown-Halbinsel.

Weitere schöne Ausflugsziele bieten beispielsweise das Tacugama Sanctuary in der Nähe von Freetown, Tiwai Island im Süden des Landes oder der höchste Berg Westafrikas, Mount Bintumani im Norden des Landes. Des Weiteren gibt es kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten beispielsweise auf Bunce Island und den Banana Islands zu sehen.

Afrika-Travel bietet Informationen und Hintergrundberichte für Reisende, die nationale Tourismusbehörde einen guten Eindruck über die touristischen Highlights und Möglichkeiten.

Strand Lakka in der Nähe Freetowns
Lakka in der Nähe Freetowns © Sonja Hohenbild

Mit Kindern in Sierra Leone

Für Ausländer mit schulpflichtigen Kindern gibt es außerhalb der staatlichen Schulen eine ganze Reihe privater Schulen wie die Sierra Leone International School, das Limount College, die British International School, American International School, Lebanese International School, die Ayoub International School und andere.

Sicherheit für Ausländer

Die deutsche Botschaft Freetown ist seit 2003 (mit eingeschränktem Zuständigkeitsbereich - keine Wahrnehmung von Rechts- und Konsularaufgaben - nur Nothilfe, keine Erteilung von Visa) wieder eröffnet.

Empfehlenswerte Adressen für tagesaktuelle Sicherheitsinformationen:

Ausführliche Sicherheitsinformationen liefert der "Crime and Safety Report" des US-Departements of State.

Blick in die Innenstadt Freetowns
Innenstadt Freetown © Juliane Westphal

Gesund bleiben

Für eine Reise nach Sierra Leone ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben und wird in der Regel bei der Einreise kontrolliert. Während der Regenzeit kommt es auch immer wieder zu Cholera-Epidemien, aber das Infektionsrisiko ist relativ gering. Da Hepatitis A und B weit verbreitet sind, ist eine Schutzimpfung gegen beide Erreger empfehlenswert. Eine Impfung gegen Tollwut sollte je nach Einsatz- und Arbeitsgebiet ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Aufgrund des tropischen Klimas ist Sierra Leone ein Risikogebiet für verschiedene Krankheiten. Malaria ist ganzjährig und in allen Landesteilen ein Problem, für die meisten Krankheitsfälle ist die gefährliche Malaria Tropica verantwortlich. Eine tropenmedizinische Beratung ist für einen Aufenthalt erforderlich.

Weitere aktuelle Empfehlungen über die am häufigsten auftretenden Krankheiten, Vorsorgemaßnahmen und Impfhinweise geben:

Im März 2014 begann im benachbarten Guinea ein Ausbruch des gefährlichen Ebola-Virus, der sehr leicht übertragbar ist und ein hämorrhagisches Fieber auslöst, das oft tödlich verläuft. Die Epidemie hat in Westafrika mehr als 15 215 bestätigte und viele weitere vermutete Todesopfer gefordert. In Sierra Leone gab es bis zum November 2015 angenommene 14 122 Fälle. Mindestens 3955 Patienten sind gestorben, die Dunkelziffer wird hoch eingeschätzt - es gab in vielen Dörfern nicht registrierte Fälle. Nachdem 42 Tage keine Neuinfektion gemeldet wurde, ist Sierra Leone am 7. November 2015 von der WHO als ebolafrei deklariert worden. Trotzdem kann man nicht ausschließen, dass es noch Rückfälle geben wird.

Die Internationale Gemeinschaft hat sehr zögerlich auf die Epidemie reagiert, erst Mitte September sind die USA und EU-Staaten in größerem Maße eingeschritten, obwohl "Ärzte ohne Grenzen" schon seit April vor einer Epidemie nie gekannten Ausmaßes gewarnt hatte. Das Auswärtige Amt rät, sich sichtbar kranken Menschen nicht zu nähern und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen.

Eine ärztliche Versorgung ist in Sierra Leone nur eingeschränkt vorhanden. Apotheken sind zwar weit verbreitet, die Qualität der angebotenen Medikamente aber sehr unterschiedlich. Moderne Medikamente zur Malariaprophylaxe wie etwa Malarone sind vor Ort kaum erhältlich. In den Distrikthauptstädten und zum Teil in kleineren Städten gibt es einfache Krankenhäuser. In Freetown gibt es das Connaught Hospital mit Spezialabteilungen, das Emergency Hospital, ein Unfallkrankenhaus und das Choithram's Memorial Hospital, in vielen Fällen mit der besten, aber auch teuersten Versorgung. Darüber hinaus gibt es in Freetown viele kleine private Kliniken und niedergelassene Ärzte. Die meisten Behandlungen müssen privat gezahlt werden. Bei schweren Erkrankungen sollten Patienten schnellstmöglich nach Europa überführt werden.

Kleine Apotheke in Freetown
Kleine Apotheke in Freetown © Juliane Westphal

Telekommunikation

Die Verbreitung von Festnetztelefonen ist relativ gering. Allerdings ist die Verwendung von Mobiltelefonen seit 2002 stark angestiegen, 2016 gab es schon 6,3 Millionen Mobilfunkverträge, wobei allerdings ungefähr die Hälfte der Bevölkerung keine Mobiltelefone nutzt. In der Hauptstadt und den großen Städten gibt es viele Internetcafés mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit. Dabei haben sie immer wieder mit unzureichender Strom- und Netzversorgung zu kämpfen. Die Möglichkeiten für die Bevölkerung, sich über das Internet zu informieren, sind noch recht gering. Durch den Internetzugang über Smartphones verändert sich das ein wenig. Sobald das Glasfaserkabel, das seit 2011 vor der Küste liegt, voll angeschlossen sein wird, wird sich die Geschwindigkeit des Internets erheblich verbessern. Das Mobilfunknetz ist recht stabil. Bei schlechtem Empfang unterwegs ist es manchmal einfacher, eine SMS zu verschicken, als einen Anruf zu tätigen.

Nützliche Adressen

Mehrere internationale Nachrichtendienste informieren über den letzten Stand der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation in Sierra Leone in französischer und englischer Sprache:

Auf viele weitere lokale sierra-leonische Nachrichten kann auch im Internet zugegriffen werden.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2019 aktualisiert.

Die Autorin

Porträt der Autorin

Juliane Westphal, Mediatorin M.A., interkulturelle Trainerin (dgikt), Open Space Begleiterin und Beraterin für Development Communication. Seit 2010 auch Landestrainerin für Sierra Leone und Liberia bei der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ. Von 2005 bis 2007 zuständig für die öffentliche Aufklärung über die Arbeit und die Ergebnisse der beiden Wahrheits- und Versöhnungskommissionen (TRC) in Sierra Leone und Liberia. 

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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