Tabaksortieren auf einer Großfarm Foto: R. Schäfer
Offizieller Name
Republik Simbabwe
Fläche
390.757 km²
Einwohner/-innen
14.5 Mio. (2020, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
1,87 % (2020, geschätzt)
Regierungssitz
Harare
Amtssprache
Englisch
Regionalsprachen
Shona, Ndebele

Landesübersicht, Lage und Größe

Lage Simbabwes
Lage Simbabwes © TUBS wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Simbabwe liegt zwischen dem 15. und 23. südlichen Breitengrad und dem 25. und 34. östlichen Längengrad. Es ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Die Landesfläche umfasst 390.757 qkm, davon sind 386.847 qkm Land und 3.910 qkm Wasser. Im Norden und Nordwesten grenzt Simbabwe an Sambia. Die 797 km lange Grenze wird vom Kariba-Stausee und dem Sambesifluss gebildet. Botswana ist der westliche Nachbar, die Grenze beträgt 813 km. Südafrika ist das Nachbarland im Süden. Hier erstreckt sich der Grenzverlauf über 225 km – weitgehend entlang des Limpopo-Flusses. Das östliche Nachbarland ist Mosambik, die 1231 km lange Grenze verläuft entlang der Eastern Highlands.

Karten

Übersichtskarte Simbabwe
Simbabwe, © CIA (Public Domain)

Das Kartenmaterial umfasst: eine geographische Einordnung Simbabwes, die Topographie und administrative Gliederung, die Hauptstadt Harare und Gebiets- oder Themenkarten. Die Karten der Food and Agricultural Organzation (FAO) der UN bieten agrarische Informationen und Hinweise auf das Klima.

Für Mitarbeiter/-innen humanitärer Organisationen sind die Karten von Reliefweb erkenntnisreich, weil sie zeitliche und landesinterne Vergleiche von humanitären Problemen ermöglichen.

Geographische Besonderheiten

Viktoriafälle
Viktoriafälle, © R. Schäfer

Die Viktoria-Wasserfälle, die zu den größten Wasserfällen der Welt zählen, sind ein UNESCO-Weltnaturerbe. Dort stürzt der Sambesi - der viertgrößte Fluss Afrikas - bis zu 108 Meter in die Tiefe und zwar über eine Breite von 1700 Metern.

Auch der Mana-Pools-Nationalpark am Sambesi im Norden des Landes zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Kariba-Stausee ist mit 5.580 qkm Wasser der fünftgrößte Stausee der Erde. Dieser 280 Kilometer lange See kann für die Schifffahrt genutzt werden. Demgegenüber sind die Flüsse wegen ihrer geringen Wasserführung und Stromschnellen nicht schiffbar.

Die Naturschönheiten, zu denen auch Gebirgsformationen und Tierparks zählen, und das kulturhistorische Erbe Simbabwes sind international anerkannt.

Grunddaten

Simbabwe ist in acht Provinzen unterteilt, zudem haben die Großstädte Bulawayo und Harare Provinzstatus. Regierungssitz ist die Hauptstadt Harare im Zentrum des Landes.

Wichtige Grundinformationen über Simbabwe bietet das Auswärtige Amt. Faktenreich ist auch das statistische Länderprofil des Statistischen Bundesamtes zu Simbabwe. Zudem dokumentiert die Weltbank detaillierte Daten zur Wirtschafts- und Finanzentwicklung. Sie weist auf weitere themenrelevante Informationen des Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF) und der Afrikanischen Entwicklungsbank hin, die auch eigene länderspezifische Daten bieten. Darüber hinaus wird die ökonomische Entwicklung Simbabwes mit anderen afrikanischen Ländern verglichen. Der 2019 veröffentlichte UNDP-Report des UN-Entwicklungsprogramms zu Indikatoren zur menschlichen Entwicklung bietet aktuelle Informationen über wichtige Entwicklungsthemen.

Naturraum

Topography Zimbabwe
Simbabwe Topographie © Sadalmelik (Public domain)
Vegetation Tiefland Baobabbaum
Vegetation im Tiefland: Baobabbaum © R.Schäfer

Topografisch ist Simbabwe ein Hochland, das auch als „Highveld“ bezeichnet wird. Es steigt vom Südwesten zum Nordosten allmählich an und macht den Großteil der Landesfläche aus. Die durchschnittliche Höhe beträgt zwischen 1200 und 1600 Metern über N.N. Der höchste Berg, der Mount Inyangani mit 2592 Metern über N.N., liegt im Nationalpark Nyanga im Osten des Landes. Der Chimanimani-Nationalpark ist ebenfalls in den Eastern Highlands und erstreckt sich entlang der Grenze zu Mosambik. Es zeichnet sich durch sein kühl-nebliges Klima und eine eigene Gebirgsvegetation mit großem Artenreichtum aus.

Das Hochland fällt im Norden in das Sambesital und im Süden in das Limpopo- Flusstal ab. Die Vegetation ist zumeist durch eine Trockensavanne geprägt. Etwa 20 % des Landes gelten als Tiefland, das auch „Lowveld“ genannt wird und auf einer Höhe zwischen 162 Metern und 900 Metern über N.N. liegt.

Vegetationszonen

Savannenvegetation
Savannenvegetation, © R. Schäfer
Baum mit Webervogelnestern
Baum mit Webervogelnestern, © R. Schäfer
Getreide und Gemüsevarietäten
Getreide und Gemüsevarietäten, © R. Schäfer

In Simbabwe ist die landschaftlich prägende Vegetationszone die Savanne. Je nach Höhenlage und Regenfällen handelt es sich um Trocken-, Baum- oder Strauchsavannen. Während in der Trockensavanne Schirmakazien und so genannte Affenbrotbäume (Baobab) kennzeichnend sind, wachsen in den feuchteren Höhenlagen Teakhölzer und Mahagoni. Simbabwe verfügt über eine große Pflanzenvielfalt, dazu zählen verschiedene Grasarten. Die Regierung hat die internationale Biodiversitätskonvention unterzeichnet und 2014 einen nationalen Aktionsplan sowie eine Umsetzungsstrategie zum Erhalt der Biodiversität veröffentlicht. Einige Forschungen ergründen die Biodiversität und den Artenschutz auf lokaler Ebene. In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es Projekte zum Erhalt vieler Varietäten sowie zum Erhalt der Fruchtbarkeit und Bodenfeuchtigkeit durch minimale Bodenbearbeitung (minimum tillage); hier spielt das Saatgut eine große Rolle. Regionaler Austausch zählt mancherorts zu den Projektaktivitäten. Zudem verfolgen einige Projekte und praxisrelevante Forschungen einen integrierten Ansatz, indem sie den Erhalt der Biodiversität mit institutionellen Überlegungen verbinden.

Nationalpark Eastern Highlands
Nationalpark Eastern Highlands, © Foto: Rita Schäfer

Nationalparks schützen Flora und Fauna. Ihr Anteil an der Landesfläche beträgt über 11 %. Dort leben über 300 verschiedene Säugetierarten. Neben Eidechsen bereichern über 500 Vogel- und 130 Fischarten das Tierreich. Wildtiere und Nationalparks sind von Dürre betroffen. Es gibt grenzübergreifende Kooperationen der Parkverwaltungen, etwa beim Gonarezhou-Park mit Mosambik und Südafrika. Dort arbeiten simbabwische Behörden auch mit dem Frankfurter Zoo zusammen.

Bienenstock in einem Baum
Bienenstock in einem Baum © R. Schäfer

Außerhalb der Nationalparks entwickelten einzelne Projekte in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung Strategien zur schonenden und nachhaltigen Nutzung von Flora und Fauna. Das betrifft beispielsweise die Bienenhaltung und Imkerei. Die Imker verhindern die Brandrodung von Wald. Der illegale Abschuss von Wildtieren - auch in den Parks - ist ein Problem, das auf die Folgen des Klimawandels und der Wirtschaftskrise, konkret auf grassierende Armut, zurückzuführen ist, und von lokalen Ranger/-innen vor allem durch Verfolgung der Wilderer bewältigt werden muss. Internationale - zumeist kriminelle Handelsverflechtungen, in die auch staatliche Sicherheitskräfte involviert sind, sind im Kontext des Nashorn- und Elfenbeinschmuggels zu beachten. Relevant ist auch der nationale Managementplan für Elefanten. Misshandlungen beim Transport von Elefanten auf dem Weg nach China werden nicht nur von Tierschützern kritisiert. Kontroversen eskalieren angesichts des gestiegenen Verkaufs nach Dürren.

Klima

Arides Land
Arides Land © R. Schäfer
Saatselektion
Saatselektion © R. Schäfer

Das Klima ist gemäßigt. Während auf dem Hochland ein subtropisches Klima herrscht, gibt es im Tiefland im Süden und Norden tropische Temperaturen. Die sommerliche Hitze im Hochland erreicht bis zu 30 Grad Celsius, im Winter kann es zu Nachtfrösten kommen. Die durchschnittliche Temperatur in der Hauptstadt Harare beträgt 20 Grad Celsius. Die Regenzeit dauert von Ende Oktober bis März. Im Jahresdurchschnitt betragen die Regenfälle 1000 mm; wobei im Tiefland unter 400 mm fallen, im Hochland über 600 mm und im Gebirge über 2000 mm. Die bisherige Einteilung des ganzen Landes in fünf agrar-ökologische Zonen, die sich vor allem auf die Regenfälle und die Bodennutzung beziehen, wird wegen den Folgen des Klimawandels fragwürdig.

Auch bisherige, auf lokalem agrar-ökologischem Wissen basierende Anpassungsstrategien an Dürren lassen sich nur begrenzt nutzen, obwohl die Landbevölkerung damit gemäß ihrer Interpretationen des Klimawandels experimentiert. Die Vorhersagen des staatlichen meteorologischen Dienstes sind unzuverlässig, was durch jahrzehntelange Misswirtschaft auf nationaler Ebene bedingt ist. Wegen der Ausmaße der Veränderungen verschiedener Sektoren und der Verwundbarkeit großer Bevölkerungsgruppen sind Anpassungsstrategien in den Bereichen Saatgutselektion, Varietätenvielfalt, nachhaltiges Bewässerungsmanagement und Dürrefrühwarnsysteme wichtig, aber mancherorts reichen sie nicht mehr. Internationale Geberorganisationen setzen auf Resilienz.

Innovativ an lokale Bedingungen angepasste, außerlandwirtschaftliche Einkommensaktivitäten sind notwendig. Denn wiederkehrende Dürren beeinträchtigen die Landwirtschaft, beispielsweise zählten zu den Folgen der Dürre Anfang 2016 Beeinträchtigungen der Weidewirtschaft und Viehhaltung, insbesondere der kleinbäuerlichen Rinderhaltung. Hinzu kamen deutliche Ernteeinbußen. Davon waren und sind vor allem Kleinbäuerinnen betroffen, die bis zu 70 % der Feldarbeit leisten. Sie können ihr Know-how nur bedingt anwenden, dennoch wird ihre Arbeitslast erhöht; trotzdem sind die Erträge bis heute nicht ausreichend für die familiäre Grundversorgung. Darunter leiden vor allem Kinder, zumal auch ihr Schulbesuch insbesondere im ländlichen Raum erschwert wird.

Die Auswirkungen des Klimawandels und dessen Folgen auf die Wasserressourcen sind komplex: Seit einigen Jahren gibt es mancherorts sintflutartige Starkregen, sie hatten im Februar und März 2014 Überschwemmungsgefahren zur Folge. Starkregen mit Überschwemmungen erfassten auch Anfang 2017 einige Landesteile. Daraus resultierten Todesfälle, Verletzungen, materielle Verluste, Umsiedlungen, Ernteeinbußen, Ernährungs- und Finanzprobleme kleinbäuerlicher Betriebe.

Andernorts sinkt der Grundwasserspiegel in Folge ausgeprägter Dürren. Großfarmer sind auf Bewässerungslandwirtschaft angewiesen, für die sie oft Gewässer aufstauen. Zu einzelnen Dämmen, die von Gemeinden angelegt und genutzt werden, gibt es Evaluierungen über Erfolge und Probleme, wozu das Missmanagement zählt. Die Folgen des Klimawandels wirken sich auf die Dämme aus. Vielerorts ist Wassermangel ein fortschreitendes Problem, darüber war die humanitäre Berichterstattung im November 2019 alarmiert. Dämme, die für die umstrittene und von Korruption überschattete privatwirtschaftliche Ethanolherstellung Wasser speichern, verschärfen die Probleme der lokalen bäuerlichen Produzenten/-innen. So kam es bereits zu Konflikten, vor allem wenn bei Dammbauten zwangsweise Umsiedlungen vorgenommen werden, so im Süden der Masvingo Provinz in Chisumbanje und am Tokwe-Mukosi Damm (inzwischen in Tugwi-Mukosi Damm umbenannt), wobei dieser Damm und Stausee weder für die Ethanol-Produktion noch sonstwie wirtschaftlich effizient genutzt wird. Mitte 2014 gingen staatliche Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Zwangsumgesiedelte vor. Sie hatten protestiert, da sie zwischenzeitlich keine existentiell notwendige staatliche Unterstützung erhielten, die versprochen worden war, wie Human Rights Watch dokumentierte.  

Klima- und entwicklungspolitische Ansätze bemühen sich um innovative rurale Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels. Anpassungsstrategien in den Städten fehlen weitgehend. Sie wären angesichts der Bevölkerungsentwicklung dort besonders notwendig. Konkret betrifft das auch die Einstellung der Regierungspartei zur Urbanisierung und zu Menschen in informellen städtischen Siedlungen. Den Ausbau erneuerbarer Energien fordern beispielsweise Gewerkschaften, unter Bezug auf rechtliche und energiepolitische Grundlagen zeigen sie die Schaffung von Arbeitsplätzen auf.

Sambesi
Sambesi , © R. Schäfer

Der Klimawandel beeinflusst Simbabwe und die Nachbarländer. Innerhalb der Southern African Development Community (SADC) suchen sie nach Lösungen. Dazu zählt der regionale Informationsaustausch. Neben Vernetzungen auf Regierungsebene kooperieren auch Nichtregierungsorganisationen grenzübergreifend. Auch in der Klima- und Umweltforschung gibt es regionale Zusammenarbeit, beispielsweise zu den Grenzflüssen Limpopo und Sambesi. Mitarbeiter/-innen grenzübergreifender Nationalparks lernen gemeinsam, die Folgen des Klimawandels vor Ort einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ihre Trainings wurden u.a. von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt.

Saatgut im Hausdach
Saatgut im Hausdach, © R. Schäfer

Die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen den Trinkwasserhaushalt und den Zugang zu sauberem Wasser sowie die ländliche Entwicklung bzw. diesbezügliche Ernährungs- und Armutsprobleme. Über die Bedeutung lokalen Wissens für saisonale Klimaprognosen und Wettervorhersagen wird diskutiert.

2002 wurde ein Gesetz zum Umweltmanagement verabschiedet, das Grundlagen für die Klimapolitik bot. Die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben bleiben eine Herausforderung. Es gibt nationale Vorgaben, staatliche Programme und planerische Vorhaben in unterschiedlichen Sektoren, die sich mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. Sie berücksichtigen beispielsweise die Wasserversorgung. Dennoch wäre ein verbindender Ansatz mit klaren politischen Zielen notwendig, wie kritische Wissenschaftler/-innen aus der Region fordern. Ihren konzeptionellen Austausch fördern einzelne nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen und politische Stiftungen. Die staatliche Klimapolitik sowie ihre nationale und lokale Umsetzung in Simbabwe bleiben umstritten. Das betrifft auch die zur Verfügung stehenden Finanzen.

Am 16. und 17. März 2019 zerstörte der Zyklon Idai Gebiete in den östlichen Landesteilen. Über 250 Menschen starben, etwa 200 wurden Tage später noch vermisst, so stieg die Todesopferzahl über 340. Hilfslieferungen wurden wegen sehr starke Winde, die den Lufttransport erschwerten, und angesichts zerstörter Straßen und Brücken erst zeitversetzt in die Siedlungen gebracht. Neben eindrucksvoller und spontaner Hilfe aus dem In- und Ausland, die u.a. auch Unterstützung angesichts etlicher zerstörter Gesundheitseinrichtungen betraf, wurde über die Veruntreuung von Geldern in großem Stil, parteipolitische Korruption bei der lokalen Verteilung von Hilfsgütern berichtet. Monate später wurde bekannt, dass Nahrungsmittel aus Hilfslieferungen in Lagerhallen verrotteten, offenbar hatte Missmanagement ihre Verteilung an Bedüftige verhindert. UNICEF informierte über die Folgen der zerstörten Infrastruktur, u.a. der Brunnen, Gesundheitszentren und Schulen, für Kinder. Auch im Nachbarland Mosambik waren die Zerstörungen gewaltig, besonders betroffen war die Hafenstadt Beira. Zahlreiche Menschen verloren dort ihr Leben. Einige Evaluierungen der humanitären Programme informieren über deren Vorgehen und Ergebnisse.

Ökologische Probleme

Tabaktrocknung
Tabaktrocknung, © R. Schäfer

Abholzung ist ein gravierendes ökologisches Problem, ein Großteil des Holzes wird für die Tabaktrocknung gebraucht. Die Wiederaufforstung ist ein Problem. Diese wäre aber notwendig, um die CO2-Emmissionen zu reduzieren und auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Der natürliche Waldbestand ging laut Medienberichten unter Berufung auf die nationale Forstkommission zwischen 2014 und Mai 2019 von 53 % auf 45 % der Landesfläche zurück. Umso wichtiger wären innovative energiesparende und -effiziente Trocknungstechniken. Tabak ist ein wichtiger Devisenbringer, auch einige Farmer profitieren. Trotz Anbauintensivierung - teils mit Kinderarbeit - variiert die Tabakqualität und -quantität im zeitlichen Längsschnitt. Zudem hat die gesteigerte Tabakproduktion negative Auswirkungen auf den Nahrungsmittelanbau. Neben den USA und Europa ist China der Hauptabnehmer getrockneter Tabakblätter.

Abholzung
Abholzung, © R. Schäfer
Kochen mit Holz
Kochen mit Holz, © R. Schäfer

Ursache für die verstärkte Abholzung in den letzten Jahren war auch die fortschreitende Armut in Folge der Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2000. Einschnitte in der Stromversorgung führten zur verstärkten Nutzung von Holz zum Kochen, Heizen und zur Beleuchtung. Die nationale Forstkommission schätzt die jährlichen Waldverluste inzwischen auf 330.000 Hektar. Ländliche Gebiete sind nur unzureichend elektrifiziert, über 50 % der benötigten Energie wird aus Holz gewonnen. Zu den Folgen zählen die Degradierung der Anbauflächen und die Bodenerosion. In den urbanen Zentren floriert der Holzkohlehandel, wobei die Herstellung von Holzkohle im städtischen Umland verarmten und arbeitslosen Menschen zur Existenzsicherung dient. Ihnen drohen Strafgebühren wegen des illegalen Holzeinschlags bzw. -handels. Regulierend sollten Gesetze zum Schutz von Wäldern wirken.

Zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Holzwirtschaft hat die simbabwische Regierung im Mai 2012 ein Zertifizierungssystem eingeführt, das internationalen Standards entspricht. Seitdem kommt es auf die Umsetzung an. 200 offizielle Konzessionen werden jährlich vergeben.

Stromleitung in einem Wohngebiet von Harare
Stromleitung in einem Wohngebiet von Harare © R. Schäfer
Energieversorung eines Wohnhauses in Harare
Energieversorung eines Wohnhauses in Harare © R. Schäfer

Die Stromversorgung des Landes wird auf staatlicher Ebene von der Zimbabwe Electricity Regulatory Authority geregelt und durch Importe aus Südafrika, Sambia, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo gedeckt. Wiederholt hat Simbabwe die anfallenden Kosten nicht beglichen. Stromschwankungen und stundenlange Stromausfälle beeinträchtigen Handwerks- und Industriebetriebe; Energieversorgungsprobleme sind struktureller Art. Erneuerbare Energien werden trotz ihrer energiepolitischen Berücksichtigung und ihrer Potenziale nur partiell genutzt, etwa Solaranlagen auf Privathäusern wohlhabender Besitzer, auf Schulen oder Krankenstationen. Die Sonneneinstrahlung würde eine viel höhere Nutzung ermöglichen.

Im Dezember 2013 stellte ein von der Afrikanischen Entwicklungsbank verwaltetes Programm etlicher Geber (ZIM-Fund) 17 Millionen US-Dollar zum Ausbau der Stromversorgung zur Verfügung. Im Februar 2017 wurden 18 Millionen US-Dollar für den Ausbau der Stromversorgung in dem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet um Karoi bewilligt. Anfang April 2019 und abermals Anfang Oktober 2019 wurden drastische Strompreiserhöhung in den Medien bekannt. Im Mai und Juni 2019 verschäften sich tägliche und mehrstündige Stromausfälle, vor allem wegen Zahlungsrückständen gegenüber südafrikanischen und mosambikanischen Stromlieferanten und wegen Wassermangels in Hydroenergiekraftwerken, etwa am Karibastaudamm. Im Juli 2019 und in den Folgemonaten dauerten die Stromausfälle bis zu 18 Stunden täglich - ein Problem, das fortwirkt.

Die ökologischen Probleme werden durch das illegale Goldschürfen in den Flusstälern verschärft. Zwar handelt es sich um eine vorkoloniale Technik der Ressourcennutzung, doch angesichts der Ernteausfälle,  Verarmung und mangelnder Einkommensalternativen sehen sich viele Menschen zum Goldwaschen in der Trockenzeit gezwungen. Existenznot lässt etlichen keine andere Wahl, als auch in der Regenzeit nach Gold zu suchen, etwa in verlassenen Schächten, die von den Unternehmen nicht gesichert wurden. Bei einem schweren Unfall im Februar 2019 starben mindestens 24 Menschen. Zahlreiche tiefe Löcher in Flussbetten und an Flussrändern führen zu Erosionsschäden und Versandungen. Vergleichbare ökologische Probleme gibt es beim illegalen Diamantenschürfen, das ebenfalls zur Existenzsicherung betrieben wird. Sie wirken sich negativ auf den Wasserhaushalt der Flüsse aus. Außerdem führen höhere Verdunstungsraten der Gewässer zu höheren Temperaturen, was die Landwirtschaft wiederum negativ beeinflusst. Gleichzeitig verursachen Landwirtschaft und Minen Wasserverschmutzungen, etwa Schwermetalle im Wasser. 

Wasserpumpe
Wasserpumpe, © R. Schäfer
Private Wasserversorgung
Private Wasserversorgung, © R. Schäfer
Harare, privater Wassertank
Harare, privater Wassertank, © R. Schäfer

Mit dem Rückgang des Oberflächen- und Grundwassers müssen sich laut Afrikanischer Entwicklungsbank die nationalen Behörden verstärkt auseinandersetzen. Auch die Weltbank fordert transparentere Verwaltungsabläufe und eine bessere Koordination zwischen regionalen, nationalen und lokalen Gremien. Nur dann könnten die Umweltschutz- und Wassergesetze und damit verbundene Reformen sowie das integrierte Wasserressourcenmanagement verwirklicht werden. Wie notwendig Verbesserungen sind, zeigte sich bei den Cholera-Epidemien 2008/09 und 2013-2014 sowie im September 2018. Während bis Ende der 1990er Jahre der Ausbau der Wasserversorgung und der sanitären Infrastruktur vorbildlich war, haben heute nur 67 % der Landbewohner/-innen und 54-78 % der Stadtbewohner/-innen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Strukturprobleme, wie Missmanagement und Korruption, etwa die Verwendung eines Kredits der chinesischen Exim-Bank in Höhe von 144 Mio. US-Dollar für den Kauf von Luxusautos, obwohl sie für die Sanierung der Wasserversorgung vorgesehen waren, führten auch im September 2019 und in den Folgemonaten zu einer Trinkwasserkrise mit entsprechenden Gesundheitsproblemen in dicht besiedelten und infrastrukturell benachteiligten Stadtteilen von Harare und aktuell von Bulawayo. Mit der zeitintensiven Wasserversorgung sind aufgrund der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung vor allem Frauen und Mädchen betraut. Privatpersonen, die es sich leisten können, lassen Tiefbrunnen und eigene Wasserspeicher bauen.

Karibasee Staumauer
Staumauer am Karibasee © PD-user

Im April 2014 befürchteten internationale Experten, der Kariba-Damm im Norden des Landes könnte angesichts großer Wassermassen in Folge von Starkregen bersten. Von den Überschwemmungen wären ca. 3,5 Millionen Menschen am Unterlauf des Sambesi in Simbabwe und Mosambik betroffen gewesen. 2015, Anfang 2016 und Anfang 2019 war das Gegenteil der Fall: Dürre und rapide Wasserverluste im Kariba-Stausee, dessen Hydroenergiegewinnung stark reduziert wurde. Auch die Fischerei und die damit verbundene Grundnahrungsmittelversorgung wurden beeinträchtigt. Die Probleme bleiben virulent. 

Sozialgeographische Gegebenheiten

Harare Innenstadt
Harare Innenstadt, © R. Schäfer
Bulawayo Innenstadt
Bulawayo Innenstadt, © R. Schäfer
Harare Mbare
Harare - Mbare, © R. Schäfer

In der Hauptstadt Harare leben über 1,6 Millionen Menschen, einschließlich des Umlands sind es über 2,2 Millionen (2018). Harare liegt im Zentrum des Landes auf 1483 m über N.N. Die zweitgrößte Stadt ist Bulawayo im Westen des Landes mit geschätzten 700.000 Einwohner/-innen. Mutare im Osten des Landes hat über 185.000 Einwohner/-innen. Ein Erbe der Kolonialzeit ist die Einteilung in Städte und nahe gelegenen Townships. Das waren Wohngebiete für schwarze Arbeiter/-innen und deren Familien. Aus diesen Townships wurden nach der politischen Unabhängigkeit städtische Siedlungen (so genannte high density suburbs) mit mehreren Hunderttausend Einwohnern/-innen. Dazu zählt in Harare der Stadtteil Mbare.

Zudem leben in Chitungwiza nahe Harare offiziell mindestens 340.000 Menschen. Dort herrscht Wohnungsnot, denn die Zerstörung von Wohnraum durch staatliche Sicherheitskräfte, die Operation Murambatsvina ("Müllentsorgung") im Jahr 2005, hat die Probleme verschärft. Offiziell sollte sie der Slumbeseitigung dienen, faktisch wurden etwa 700.000 Menschen landesweit obdachlos. Zehntausende Farmarbeiter waren zuvor allein im Großraum Harare gestrandet, sie hatten bei den Farmenteignungen ab 2000 ihre Arbeit und Unterkunft verloren.

Harare - Mbare, © R. Schäfer
Harare - Mbare, © R. Schäfer
Harare - Mbare, Transport, R. Schäfer
Harare - Mbare, Transport, © R. Schäfer

Armut und Arbeitslosigkeit bedingen auch in den Städten die Nutzung städtischer und privater Flächen für den Mais- und Gemüseanbau.  Wegen der Dürre und aus weiteren Gründen ist die Ernte jedoch gering. Da die Grundnahrungsmittelpreise im ersten Halbjahr 2019 massiv gestriegen sind und die Grundversorgung für arme Stadtbewohner/-innen sehr schwierig wurde, soll erstmals Nahrungsmittelhilfe in ausgewählten Stadtteilen verteilt werden, wie Mitte 2019 bekannt wurde. Im November 2019 wurde eine Problemverschärfung der Versorgungskrise international skandalisiert. Laut Weltbank betrug die Urbanisierungsrate im Jahr 2018 32,20 %. Umstrittene Tendenzen zur De-Urbanisierung sind durch politische und ökonomische Probleme und Vertreibungen wie im Jahr 2005 bedingt.

Da in den Städten bzw. etlichen Stadtteilen die Müllabfuhr ein Problem ist, ist Styropor zur Verpackung seit Mitte Oktober 2017 verboten. Bei Zuwiderhandlungen ist mit Bußgeld zu rechnen. Auf dem Wege soll auch die Wasserverschmutzung mit weggeworfenem Plastik verringert werden. Die praktische Umsetzung ist in urbanen und ländlichen Gebieten aber weiterhin eine Aufgabe. Ein weiteres Problem, das Lösungen erfordert, ist Elektroschrott. Die simbabwische Regierung hat die relevanten internationalen Abkommen dazu unterschrieben, entsprechend besteht Handlungsbedarf, insbesondere in urbanen Regionen. 

Harare urbane Landwirtschaft
Harare, urbane Landwirtschaft © R. Schäfer
Müllprobleme
Müllprobleme © R. Schäfer
Busbahnhof Bulawayo
Fernbusse, Bulawayo © R. Schäfer
Harare, Kleinbusse, © R. Schäfer
Harare, Kleinbusse, © R. Schäfer
Harare, innerstädtische Straße, © R. Schäfer
Harare, innerstädtische Straße, © R. Schäfer
Harare, Straße in Wohngebiet
Harare, Straße in Wohngebiet, © R. Schäfer
Ungeteerte Großbaustelle Nationalstrasse nach Südafrika
Ungeteerte Großbaustelle, Nationalstrasse nach Südafrika, © R. Schäfer

Die Verkehrsanbindung der ländlichen Siedlungen ist im innerafrikanischen Vergleich gut, allerdings gibt es Qualitätsunterschiede zwischen den früheren Communal Areas und den Farmgebieten der Großfarmer. Die Schotterstraßen sind überwiegend solide gebaut, die Nationalstraßen zwischen den großen Städten sind asphaltiert, teilweise haben sie viele Schlaglöcher, etwa die Hauptverbindung zwischen Harare und Südafrika. Das Befahren etlicher Nationalstraßen erfordert Mautgebühren. Auch innerhalb der Städte sind die meisten Straßen asphaltiert, in vielen Wohngebieten - insbesondere in dicht besiedelten früheren Townships - wurden Schlaglöcher seit Jahren nicht mehr repariert. Landesweit umfasst das Straßennetz über 97.000 Kilometer, davon sind etwa 18.000 Kilometer geteert.

Das Eisenbahnnetz mit knapp 3000 Kilometern wurde während der Kolonialzeit angelegt und wird heute nur noch eingeschränkt genutzt; Personen- und Gütertransport sind auf die Straßen verlagert.

Internationale bzw. regionale Flughäfen sind in Harare und Bulawayo, wobei am Robert Gabriel Mugabe International Airport in Harare wiederholt flugtechnische Sicherheitsmängel den Betrieb beeinträchtigten. Hinzu kommen über ein Dutzend kleine Flughäfen mit asphaltierten Landebahnen und etliche mit nicht asphaltierten Landepisten.

Während des letzten Jahrzehnts investierte die Regierung nur unzureichend in den Erhalt und den von Korruption betroffenen Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, wie die African Development Bank schon 2011 feststellte. Sie unterstützte beispielsweise die Infrastruktur - konkret im Wasser- und Abwasserbereich - in Bulawayo, dessen Unternehmen seit Jahren unter dem ökonomischen Niedergang leiden.

Vor allem für die vom Fernverkehr und Schwertransport häufig frequentierten Überlandstraßen, etwa nach Südafrika, haben erheblichen Sanierungsbedarf.

Nationale Symbole

Flagge von Simbabwe
Flagge von Simbabwe

Flagge

Die Flagge von Simbabwe ist in sieben waagrechte schwarze, grüne, gelbe und rote Streifen aufgeteilt. Schwarz steht für die Bevölkerungsmehrheit. Rot, gelb und grün symbolisieren den Panafrikanismus und die politische Einheit Afrikas. Weiß ist das Zeichen für den Frieden mit der weißen Minderheit, die während der Kolonialzeit das Land beherrschte. In einem weißen Dreieck am Mastrand thront ein goldener Vogel, der an die gigantischen Ruinen von Great Zimbabwe, ein früheres Herrscherzentrum, erinnert. Der rote Stern ist das Symbol des Internationalismus und Sozialismus. Diese Flagge wurde zur nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 eingeführt, davor gab es während der britischen Kolonialherrschaft mehrere andere Flaggen.

Staatswappen von Simbabwe
Staatswappen von Simbabwe

Staatswappen

Mit der nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 erhielt Simbabwe sein heutiges Staatswappen. Es besteht aus einem grünen Schild, das den natürlichen Reichtum des Landes andeutet. Mit den blauen Wellen wird das existentiell notwendige Wasser symbolisiert. Auf dem Wappen ist eine Darstellung der imposanten Simbabwe-Ruinen abgebildet, einem früheren Herrschersitz. Der Simbabwe-Vogel oberhalb des Schildes ist ebenfalls Sinnbild dieses Reiches. Hinter ihm erscheint der rote Stern des Sozialismus. Gewehr und Hacke unter dem Vogel weisen auf den Übergang vom Befreiungskampf zur landwirtschaftlichen Produktion hin. So ruht das Schild auch auf Agrarprodukten des Landes: Ähren, Baumwolle und Mais. Darunter liegt ein Spruchband mit dem Motto des Landes: Unity (Einheit), Freedom (Freiheit) und Work (Arbeit). Das Schild wird von zwei Kudu-Antilopen gehalten.

Nationalhymne

"Gesegnet sei das Land Simbabwe" lautet die Nationalhymne von Simbabwe. In den wichtigsten Landessprachen heißt das: „Simudzai Mureza wedu WeZimbabwe“ (Shona) und „Kalibusiswe Ilizwe leZimbabwe“ (Sindebele). Sie ging aus einem nationalen Wettbewerb 1994 hervor. Solomon Mutswairo schrieb den Text, Fred Changundega komponierte die Musik.

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juli 2020 aktualisiert.

Literaturrecherche

Weiterführende Literatur der Bibliotheksdatenbank der GIZ

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