Tabaksortieren auf einer Großfarm Foto: R. Schäfer
Offizieller Name
Republik Simbabwe
Fläche
390.757 km²
Einwohner/-innen
ca. 16.11 Mio. (2017)
Bevölkerungswachstum
ca. 2,2% (2017)
Regierungssitz
Harare
Amtssprache
Englisch
Regionalsprachen
Shona, Ndebele

Landesübersicht, Lage und Größe

Lage Simbabwes
Lage Simbabwes © TUBS wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Simbabwe liegt zwischen dem 15. und 23. südlichen Breitengrad und dem 25. und 34. östlichen Längengrad. Es ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Die Landesfläche umfasst 390.757 qkm, davon sind 386.847 qkm Land und 3.910 qkm Wasser. Im Norden und Nordwesten grenzt Simbabwe an Sambia. Die 797 km lange Grenze wird vom Kariba-Stausee und dem Sambesifluss gebildet. Botswana ist der westliche Nachbar, die Grenze beträgt 813 km. Im Süden grenzt Simbabwe an Südafrika. Hier erstreckt sich der Grenzverlauf über 225 km – weitgehend entlang des Limpopo-Flusses. Das östliche Nachbarland ist Mosambik, die 1231 km lange Grenze geht durch die Eastern Highlands.

Karten

Übersichtskarte Simbabwe
Simbabwe, © CIA (Public Domain)

Das Kartenmaterial umfasst: einen geographische Einordnung Simbabwes, die Topographie und administrative Gliederung, die Hauptstadt Harare und Gebiets- oder Themenkarten. Die Karten der Food and Agricultural Organzation (FAO) der UN bieten agrarische Informationen und Hinweise auf das Klima. Für Mitarbeiter/-innen humanitärer Organisationen sind die Karten von Reliefweb erkenntnisreich, weil sie zeitliche und landesinterne Vergleiche von humanitären Problemen ermöglichen.

Geographische Besonderheiten

Viktoriafälle
Viktoriafälle, © R. Schäfer

Die Viktoria-Wasserfälle, die zu den größten Wasserfällen der Welt zählen, sind ein UNESCO-Weltnaturerbe. Dort stürzt der Sambesi - der viertgrößte Fluss Afrikas - bis zu 108 Meter in die Tiefe und zwar über eine Breite von 1700 Metern.

Auch der Mana-Pools-Nationalpark am Sambesi im Norden des Landes zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Kariba-Stausee ist mit 5.580 qkm Wasser der fünftgrößte Stausee der Erde. Dieser 280 Kilometer lange See kann für die Schifffahrt genutzt werden. Demgegenüber sind die Flüsse wegen ihrer geringen Wasserführung und Stromschnellen nicht schiffbar.

Die Naturschönheiten, zu denen auch Gebirgsformationen und Tierparks zählen, und das kulturhistorische Erbe Simbabwes sind international anerkannt.

Grunddaten

Simbabwe ist in acht Provinzen unterteilt, zudem haben die Großstädte Bulawayo und Harare Provinzstatus. Regierungssitz ist die Hauptstadt Harare im Zentrum des Landes.

Wichtige Grundinformationen über Simbabwe bietet das Auswärtige Amt. Zudem dokumentiert die Weltbank detaillierte Daten zur Wirtschafts- und Finanzentwicklung. Sie weist auf weitere themenrelevante Informationen des Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF) und der Afrikanischen Entwicklungsbank hin, die auch eigene länderspezifische Daten bieten. Darüber hinaus wird die ökonomische Entwicklung Simbabwes mit anderen afrikanischen Ländern verglichen.  Der UNDP-Report 2018 des UN-Entwicklungsprogramms zu Indikatoren zur menschlichen Entwicklung bietet aktuelle Informationen über wichtige Entwicklungsthemen.

Naturraum

Topography Zimbabwe
Simbabwe Topographie © Sadalmelik (Public domain)
Vegetation Tiefland Baobabbaum
Vegetation im Tiefland: Baobabbaum © R.Schäfer

Topografisch ist Simbabwe ein Hochland, das auch als „Highveld“ bezeichnet wird. Es steigt vom Südwesten zum Nordosten allmählich an und macht den Großteil der Landesfläche aus. Die durchschnittliche Höhe beträgt zwischen 1200 und 1600 Metern über N.N. Der höchste Berg, der Mount Inyangani mit 2592 Metern über N.N., liegt im Nationalpark Nyanga im Osten des Landes. Dieser ist Teil des Chimanimani-Gebirges, das zu den Eastern Highlands gehört und sich entlang der Grenze zu Mosambik erstreckt. Es zeichnet sich durch sein kühl-nebliges Klima und eine eigene Gebirgsvegetation mit großem Artenreichtum aus.

Das Hochland fällt im Norden in das Sambesital und im Süden in das Limpopo-Flusstal ab. Die Vegetation ist zumeist durch eine Trockensavanne geprägt. Etwa 20 % des Landes gelten als Tiefland, das auch „Lowveld“ genannt wird und auf einer Höhe zwischen 162 Metern und 900 Metern über N.N. liegt.

Klima

Arides Land
Arides Land © R. Schäfer
Saatselektion
Saatselektion © R. Schäfer

Das Klima ist gemäßigt. Während auf dem Hochland ein subtropisches Klima herrscht, gibt es im Tiefland im Süden und Norden tropische Temperaturen. Die sommerliche Hitze im Hochland erreicht bis zu 30 Grad Celsius, im Winter kann es zu Nachtfrösten kommen. Die durchschnittliche Temperatur in der Hauptstadt Harare beträgt 20 Grad Celsius. Die Regenzeit dauert von Ende Oktober bis März. Im Jahresdurchschnitt betragen die Regenfälle 1000 mm; wobei im Tiefland unter 400 mm fallen, im Hochland über 600 mm und im Gebirge über 2000 mm. Die bisherige Einteilung des ganzen Landes in fünf agrar-ökologische Zonen, die sich vor allem auf die Regenfälle und die Bodennutzung beziehen, wird wegen den Folgen des Klimawandels fragwürdig.

Auch bisherige auf lokalem agrar-ökologischen Wissen basierende wichtige Anpassungsstrategien an Dürren lassen sich nur begrenzt nutzen, obwohl die Landbevölkerung damit gemäß ihrer Interpretationen des Klimawandels experimentiert. Die Vorhersagen des staatlichen meteorologischen Dienstes sind unzuverlässig oder gar falsch, was durch jahrzehntelange Misswirtschaft auf nationaler Ebene bedingt ist. Wegen der Ausmaße der Veränderungen verschiedener Sektoren und der Verwundbarkeit großer Bevölkerungsgruppen sind die notwendigen Anpassungsstrategien etwa in den Bereichen Saatgutselektion, Varietätenvielfalt, nachhaltiges Bewässerungsmanagement und Dürrefrühwarnsysteme wichtig, aber mancherorts reichen sie nicht mehr. Internationale Geberorganisationen setzen auf Resilienz.

Innovativ an lokale Bedingungen angepasste, außerlandwirtschaftliche Einkommensaktivitäten sind notwendig. Denn wiederkehrende Dürren beeinträchtigen die Landwirtschaft, das betrifft die Folgen der Dürre Anfang 2016 und die mit regionalen Wetterphänomenen verbundenen Ernteeinbußen. Davon sind vor allem Kleinbäuerinnen betroffen, die bis zu 70 % der Feldarbeit leisten. Sie können ihr Know-how nur bedingt anwenden, dennoch wird ihre Arbeitslast erhöht, trotzdem sind die Erträge oft nicht ausreichend für die familiäre Grundversorgung. Darunter leiden vor allem Kinder, zumal auch ihr Schulbesuch insbesondere im ländlichen Raum erschwert wird. Klimaveränderungen und Dürren wirken sich auch auf die Weiden und die Viehhaltung aus, 2016 wurde insbesondere die kleinbäuerliche Rinderhaltung stark von einer Dürre beeinträchtigt.

Die Auswirkungen des Klimawandels und dessen Folgen auf die Wasserressourcen sind komplex: Seit einigen Jahren gibt es mancherorts sintflutartigen Starkregen mit Überschwemmungen, wie Anfang 2017 in einigen Landesteilen. Daraus resultieren Todesfälle, Verletzungen, materielle Verluste, Umsiedlungen, Ernteeinbußen, Ernährungs- und Finanzprobleme kleinbäuerlicher Betriebe. Andernorts sinkt der Grundwasserspiegel in Folge ausgeprägter Dürren. Großfarmer sind auf Bewässerungslandwirtschaft angewiesen, für die sie oft kleine Stauseen anlegen.

Zu einzelnen Dämmen, die von Gemeinden angelegt und genutzt werden, gibt es Evaluierungen über Erfolge und Probleme. Dürren und Folgen des Klimawandels wirken sich auf die Dämme aus, das betrifft keineswegs nur die Staumauer am Karibastausee. Vielerorts ist Wassermangel ein fortschreitendes Problem. Dämme, die für die umstrittene Ethanolherstellung Wasser speichern, verschärfen die Probleme der lokalen bäuerlichen Produzenten/-innen. So kam es bereits zu Konflikten, vor allem wenn bei Dammbauten auch Zwangsumsiedlungen vorgenommen werden.

Klima- und entwicklungspolitische Ansätze bemühen sich um innovative rurale Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels. Anpassungsstrategien in den Städten fehlen weitgehend. Sie wären angesichts der Bevölkerungsentwicklung dort besonders notwendig. Konkret betrifft das auch die Einstellung der Regierungspartei zur Urbanisierung und zu Menschen in informellen städtischen Siedlungen. Den Ausbau erneuerbarer Energien fordern beispielsweise Gewerkschaften, unter Bezug auf rechtliche und energiepolitische Grundlagen zeigen sie die Schaffung von Arbeitsplätzen auf.

Sambesi
Sambesi , © R. Schäfer

Der Klimawandel beeinflusst Simbabwe und die Nachbarländer. Innerhalb der Southern African Development Community (SADC) suchen sie nach Lösungen. Dazu zählt der regionale Informationsaustausch. Auch in der Klima- und Umweltforschung gibt es regionale Kooperationen, beispielsweise zu den Grenzflüssen Limpopo und Sambesi. Mitarbeiter/-innen grenzübergreifender Nationalparks lernen gemeinsam, die Folgen des Klimawandels vor Ort einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ihre Trainings wurden u.a. von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt.

Saatgut im Hausdach
Saatgut im Hausdach, © R. Schäfer

Die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen den Trinkwasserhaushalt und den Zugang zu sauberem Wasser sowie die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Über die Relevanz des "indigenous knowledge" wird diskutiert. Das betrifft auch die Bedeutung dieses Wissens für saisonale Klimaprognosen und Wettervorhersagen. Der Austausch innovativer Ansätze und lokaler Anpassungsstrategien ist sinnvoll.

2002 wurde ein Gesetz zum Umweltmanagement verabschiedet, das Grundlagen für die Klimapolitik bot. Die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben bleiben eine Herausforderung. Das Sabin Centre der Law School an der Columbia University bietet einige Regierungsdokumente zum Klimawandel. Es gibt nationale Vorgaben, staatliche Programme und planerische Vorhaben in unterschiedlichen Sektoren, die sich mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. Das betrifft beispielsweise die Wasserversorgung. Dennoch wäre ein verbindender Ansatz mit klaren politischen Zielen notwendig, wie kritische Wissenschaftler/-innen aus der Region fordern. Ihren konzeptionellen Austausch fördern einzelne nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen und politische Stiftungen. Die staatliche Klimapolitik sowie ihre nationale und lokale Umsetzung in Simbabwe bleiben umstritten. Das betrifft auch die zur Verfügung stehenden Finanzen.

Am 16. und 17. März 2019 zerstörte der Zyklon Idai Gebiete in den östlichen Landesteilen. Über 250 Menschen starben, etwa 200 wurden Tage später noch vermisst. Hilfslieferungen wurden wegen sehr starke Winde, die den Lufttransport erschwerten, und angesichts zerstörter Strassen und Brücken erst zeitversetzt in die Siedlungen gebracht. Neben eindrucksvoller und spontaner Hilfe aus dem In- und Ausland, die u.a. auch Unterstützung angesichts etlicher zerstörter Gesundheitseinrichtungen betraf, wurde über parteipolitische Korruption bei der lokalen Verteilung von Hilfsgütern berichtet. UNICEF informierte über die Folgen der zerstörten Infrastruktur, u.a. der Brunnen, Gesundheitszentren und Schulen, für Kinder. Auch im Nachbarland Mosambik waren die Zerstörungen gewaltig, besonders betroffen war die Hafenstadt Beira. Zahlreiche Menschen verloren dort ihr Leben.

Vegetationszonen

Savannenvegetation
Savannenvegetation, © R. Schäfer
Baum mit Webervogelnestern
Baum mit Webervogelnestern, © R. Schäfer
Getreide und Gemüsevarietäten
Getreide und Gemüsevarietäten, © R. Schäfer

In Simbabwe ist die landschaftlich prägende Vegetationszone die Savanne. Je nach Höhenlage und Regenfällen handelt es sich um Trocken-, Baum- oder Strauchsavannen. Während in der Trockensavanne Schirmakazien und so genannte Affenbrotbäume (Baobab) kennzeichnend sind, wachsen in den feuchteren Höhenlagen Teakhölzer und Mahagoni. Simbabwe verfügt über eine große Pflanzenvielfalt, dazu zählen verschiedene Grasarten. Die Regierung hat die internationale Biodiversitätskonvention unterzeichnet und 2014 einen nationalen Aktionsplan sowie eine Umsetzungsstrategie zum Erhalt der Biodiversität veröffentlicht. Einige Forschungen ergründen die Biodiversität und den Erhalt des Artenschutzes auf lokaler Ebene. In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es Projekte zum Erhalt vieler Varietäten und minimaler Bodenbearbeitung zum Erhalt der Fruchtbarkeit und Bodenfeuchtigkeit (minimum tillage); hier spielt das Saatgut auch eine große Rolle. Regionaler Austausch zählt mancherorts zu den Projektaktivitäten. Zudem verfolgen einige Projekte und praxisrelevanten Forschungen einen integrierten Ansatz, indem sie den Erhalt der Biodiversität mit institutionellen Überlegungen verbinden.

Nationalpark Eastern Highlands
Nationalpark Eastern Highlands, © Foto: Rita Schäfer

Nationalparks schützen Flora und Fauna. Ihr Anteil an der Landesfläche beträgt über 11 %. In den insgesamt zehn Nationalparks leben über 300 verschiedene Säugetierarten.

Neben Eidechsen bereichern über 500 Vogelarten das Tierreich. In den Gewässern finden sich Krokodile und über 130 Fischarten.

Wildtiere und Tierparks sind von Dürre und den Folgen des Klimawandels betroffen.

Teilweise gibt es grenzübergreifende Kooperationen der Parkverwaltungen, punktuell arbeiten simbabwische Behörden mit deutschen Institutionen zusammen, etwa der Frankfurter Zoo und der Gonarezhou-Park im Süden Simbabwes - grenzübergreifend mit Mosambik und Südafrika.

Bienenstock in einem Baum
Bienenstock in einem Baum © R. Schäfer

Außerhalb der Nationalparks entwickelten einzelne Projekte in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung Strategien zur schonenden und nachhaltigen Nutzung von Flora und Fauna. Neue Wege werden diesbezüglich in der Bienenhaltung und Imkerei beschritten. Die Imker verhindern die Brandrodung von Wald. Der illegale Abschuss von Wildtieren - auch in den Parks - ist ein Problem, das auf die Folgen des Klimawandels und der Wirtschaftskrise, konkret auf grassierende Armut, zurückzuführen ist, und von lokalen Ranger/-innen bewältigt werden muss. Auch internationale - zumeist kriminelle - Handelsverflechtungen, in die auch staatliche Sicherheitskräfte involviert sind, sind im Kontext des Elfenbein- und Nashornschmuggels zu beachten. Strikte Schutzvorkehrungen für die Tiere und strafrechtliche Verfolgung der Wilderer sind notwendig. Die teuren Hörner werden vor allem auf dem asiatischen Markt verkauft. Der Transport von Elefanten und die Misshandlungen der Tiere beim Verladen auf dem Weg nach China werden nicht nur von Tierschützern kritisiert. 

Ökologische Probleme

Tabaktrocknung
Tabaktrocknung, © R. Schäfer

Abholzung ist ein gravierendes ökologisches Problem, ein Großteil des Holzes wird für die Tabaktrocknung gebraucht. Die Wiederaufforstung ist ein Problem. Diese wäre aber notwendig, um die CO2-Emmissionen zu reduzieren und auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Der natürliche Waldbestand ging laut Medienberichten unter Berufung auf die Forstkommission zwischen 2014 und Mai 2019 von 53 % auf 45 % der Landesfläche zurück. Auch Bodenerosion zählt dann zu den indirekten Folgen. Umso wichtiger wären innovative energiesparende und -effiziente Trocknungstechniken. Tabak ist ein wichtiger Devisenbringer, einige Farmer profitieren. Trotz Anbauausweitung variiert die Tabakqualität und -quantität im zeitlichen Längsschnitt. Zudem hat die gesteigerte Tabakproduktion negative Auswirkungen für den Nahrungsmittelanbau. Neben den USA und Europa ist China der Hauptabnehmer getrockneter Tabakblätter.

Abholzung
Abholzung, © R. Schäfer
Kochen mit Holz
Kochen mit Holz, © R. Schäfer

Ursache für die verstärkte Abholzung in den letzten Jahren war auch die fortschreitende Armut in Folge der Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2000. Einschnitte in der Stromversorgung, die im Wesentlichen aus Wasserkraft gewonnen wird, führten zur verstärkten Nutzung von Holz zum Kochen, Heizen und zur Beleuchtung. Ländliche Gebiete sind nur unzureichend elektrifiziert, über 50 % der landesweit benötigten Energie wird aus Holz gewonnen. Zu den Folgen zählen die Degradierung der Anbauflächen und die Bodenerosion. In den urbanen Ballungsgebieten floriert der Holzkohlehandel, wobei die Herstellung von Holzkohle auch im städtischen Umland verarmten und arbeitslosen Menschen zur Existenzsicherung dient. Sie nehmen Strafgebühren in Kauf, denn der illegale Holzeinschlag und Holzhandel sind strafbar. Regulierend sollten Gesetze zum Schutz von Forst und indigenen Wäldern wirken.

Zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Holzwirtschaft hat die simbabwische Regierung im Mai 2012 ein Zertifizierungssystem eingeführt, das internationalen Standards entspricht. Seitdem kommt es auf die Umsetzung an. 200 offizielle Konzessionen werden jährlich vergeben.

Stromleitung in einem Wohngebiet von Harare
Stromleitung in einem Wohngebiet von Harare © R. Schäfer
Energieversorung eines Wohnhauses in Harare
Energieversorung eines Wohnhauses in Harare © R. Schäfer

Die Stromversorgung des Landes wird auf staatlicher Ebene von der Zimbabwe Electricity Regulatory Authority - basierend auf Gesetzesgrundlagen und der nationalen Energiepolitik - geregelt und durch Importe aus Südafrika, Sambia, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo gedeckt. Wiederholt hatte Simbabwe Schwierigkeiten, die anfallenden Kosten zu begleichen. Stromschwankungen und Ausfälle in der Stromversorgung verursachen immer wieder Probleme in Industriebetrieben, Energieversorgungsprobleme sind struktureller Art. Erneuerbare Energien werden trotz ihrer energiepolitischen Berücksichtigung und ihrer Potentiale nur partiell genutzt, etwa Solaranlagen an Privathäusern wohlhabender Besitzer, ländlichen Schulen oder Krankenstationen. Die Sonneneinstrahlung würde eine viel höhere Nutzung ermöglichen.

Im Dezember 2013 stellte ein von der Afrikanischen Entwicklungsbank verwaltetes Programm etlicher Geber (ZIM-Fund) 17 Millionen US-Dollar zum Ausbau der Stromversorgung zur Verfügung. Im Februar 2017 wurden 18 Millionen US-Dollar für den Ausbau der Stromversorgung in dem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet um Karoi bewilligt. Anfang April 2019 wurden Pläne zur drastischen Strompreiserhöhung in den Medien bekannt. Im Mai und Juni 2019 verschäften sich tägliche und mehrstündige Stromausfälle, vor allem wegen Zahlungsrückständen gegenüber südafrikanischen und mosambikanischen Stromlieferanten und wegen Wassermangel in Hydroenergiekraftwerken, etwa am Karibastaudamm.

Die ökologischen Probleme werden durch das illegale Goldschürfen in den Flusstälern verschärft. Zwar handelt es sich um eine vorkoloniale Technik der Ressourcennutzung, doch angesichts der Ernteausfälle, Verarmung und mangelnder Einkommensalternativen sehen sich viele Menschen zum Goldwaschen in der Trockenzeit gezwungen. Zahlreiche tiefe Löcher in Flussbetten und an Flussrändern führen zu Erosionsschäden und Versandungen. Vergleichbare ökologische Probleme gibt es beim illegalen Diamantenschürfen, das ebenfalls zur Existenzsicherung betrieben wird. Sie wirken sich negativ auf den Wasserhaushalt der Flüsse aus. Außerdem führen höhere Verdunstungsraten der Gewässer zu höheren Temperaturen, was die Landwirtschaft wiederum negativ beeinflusst. Gleichzeitig verursachen Landwirtschaft und Minen Wasserverschmutzungen, so führen Forscher hohe Schwermetallwerte im Wasser auf diese Sektoren zurück. 

Wasserpumpe
Wasserpumpe, © R. Schäfer
Private Wasserversorgung
Private Wasserversorgung, © R. Schäfer
Harare, privater Wassertank
Harare, privater Wassertank, © R. Schäfer

Mit dem Rückgang des Oberflächen- und Grundwassers müssen sich laut Afrikanischer Entwicklungsbank die nationalen Behörden verstärkt auseinander setzen. Auch die Weltbank fordert transparentere Verwaltungsabläufe und eine bessere Koordination zwischen regionalen, nationalen und lokalen Gremien. Nur dann könnten die Umweltschutz- und Wassergesetze und damit verbundene Reformen sowie das integrierte Wasserressourcenmanagement verwirklicht und Förderprogramme finanziert werden. Wie notwendig solche Programme sind, zeigte sich bei den Cholera-Epidemien 2008 und 2013-2014 sowie im September 2018. Während bis Ende der 1990er Jahre der Ausbau der Wasserversorgung und der sanitären Infrastruktur vorbildlich war, haben heute nur 67 % der Landbewohner/-innen und 54-78 % der Stadtbewohner/-innen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der zeitintensiven Bewältigung der Wasserversorgungsprobleme sind aufgrund der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung vor allem Frauen und Mädchen betraut. Privatpersonen, die es sich leisten können, lassen Tiefbrunnen und eigene Wasserspeicher bauen.

Starkregen, eine Auswirkung des Klimawandels, hatten im Februar und März 2014 Überschwemmungsgefahren zur Folge. In einzelnen Landesteilen wurden Kleinbauern wegen des steigenden Wasserspiegels in Stauseen umgesiedelt. Abermalige Umsiedlungsvorhaben führten Ende Juli und Anfang August 2014 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit staatlichen Sicherheitskräften. Denn die Umgesiedelten erhielten zwischenzeitlich keine staatliche Unterstützung, die versprochen worden war, wie Human Rights Watch dokumentierte.

Karibasee Staumauer
Staumauer am Karibasee © PD-user

Im April 2014 befürchteten internationale Experten, der Kariba-Damm im Norden des Landes könnte angesichts großer Wassermassen in Folge von Starkregen bersten. Von den Überschwemmungen wären ca. 3,5 Millionen Menschen am Unterlauf des Sambesi in Simbabwe und Mosambik betroffen gewesen. 2015 und Anfang 2016 war in Folge des El Nino Wetterphänomens das Gegenteil der Fall: Dürre und rapide Wasserverluste im Kariba-Stausee, dessen Hydroenergiegewinnung stark reduziert wurde. Auch die Fischerei und die damit verbundene Grundnahrungsmittelversorgung wurden beeinträchtigt. Die Probleme bleiben virulent. 

Sozialgeographische Gegebenheiten

Harare Innenstadt
Harare Innenstadt, © R. Schäfer
Bulawayo Innenstadt
Bulawayo Innenstadt, © R. Schäfer
Harare Mbare
Harare - Mbare, © R. Schäfer

In der Hauptstadt Harare leben über 1,6 Millionen Menschen, einschließlich des Umlands sind es über 2,2 Millionen (2018). Harare liegt im Zentrum des Landes auf 1483 m über N.N. Die zweitgrößte Stadt ist Bulawayo im Westen des Landes mit geschätzten 700.000 Einwohner/-innen. Mutare im Osten des Landes hat über 185.000 Einwohner/-innen. Ein Erbe der Kolonialzeit ist die Einteilung in Städte und nahe gelegenen Townships. Das waren Wohngebiete für schwarze Arbeiter/-innen und deren Familien. Aus diesen Townships wurden nach der politischen Unabhängigkeit städtische Siedlungen (so genannte high density suburbs) mit mehreren Hunderttausend Einwohnern/-innen. Dazu zählt in Harare der Stadtteil Mbare.

Zudem leben in Chitungwiza nahe Harare offiziell mindestens 340.000 Menschen. Dort herrscht Wohnungsnot, denn die Zerstörung von Wohnraum durch staatliche Sicherheitskräfte, die Operation Murambatsvina ("Müllentsorgung") im Jahr 2005, hat die Probleme verschärft. Offiziell sollte sie der Slumbeseitigung dienen, faktisch wurden etwa 700.000 Menschen landesweit obdachlos. Zehntausende Farmarbeiter waren allein im Großraum Harare gestrandet, sie hatten bei den Farmenteignungen ab 2000 ihre Arbeit und Unterkunft verloren.

Harare - Mbare, © R. Schäfer
Harare - Mbare, © R. Schäfer
Harare - Mbare, Transport, R. Schäfer
Harare - Mbare, Transport, © R. Schäfer

Armut und Arbeitslosigkeit bedingen auch in den Städten die Nutzung städtischer und privater Flächen für den Mais- und Gemüseanbau.  Die aktuelle Urbanisierungsrate beträgt offiziell 32,2 %. Tendenzen zur De-Urbanisierung sind durch politische und ökonomische Probleme und Vertreibungen wie im Jahr 2005 bedingt.

Da in den Städten bzw. etlichen Stadtteilen die Müllabfuhr ein Problem ist, ist Styropor zur Verpackung seit Mitte Oktober 2017 verboten. Bei Zuwiderhandlungen ist mit Bußgeld zu rechnen. Auf dem Wege soll auch die Wasserverschmutzung mit weggeworfenem Plastik verringert werden. Die praktische Umsetzung ist in urbanen und ländlichen Gebieten aber weiterhin eine Aufgabe. Ein weiteres Problem, das Lösungen erfordert, ist Elektroschrott. Die simbabwische Regierung hat die relevanten internationalen Abkommen dazu unterschrieben, entsprechend besteht Handlungsbedarf, insbesondere in urbanen Regionen. 

Harare urbane Landwirtschaft
Harare, urbane Landwirtschaft © R. Schäfer
Müllprobleme
Müllprobleme © R. Schäfer
Busbahnhof Bulawayo
Fernbusse, Bulawayo © R. Schäfer
Harare, Kleinbusse, © R. Schäfer
Harare, Kleinbusse, © R. Schäfer
Harare, innerstädtische Straße, © R. Schäfer
Harare, innerstädtische Straße, © R. Schäfer
Harare, Straße in Wohngebiet
Harare, Straße in Wohngebiet, © R. Schäfer
Ungeteerte Großbaustelle Nationalstrasse nach Südafrika
Ungeteerte Großbaustelle, Nationalstrasse nach Südafrika, © R. Schäfer

Die Verkehrsanbindung der ländlichen Siedlungen ist im innerafrikanischen Vergleich gut. Die Schotterstraßen sind überwiegend solide gebaut, die Nationalstraßen zwischen den großen Städten sind asphaltiert, teilweise haben sie viele Schlaglöcher, etwa die Hauptverbindung zwischen Harare und Südafrika. Das Befahren etlicher Nationalstraßen erfordert Mautgebühren. Auch innerhalb der Städte sind die meisten Straßen asphaltiert, in vielen Wohngebieten wurden Schlaglöcher seit Jahren nicht mehr repariert. Landesweit umfasst das Straßennetz über 97.000 Kilometer, davon sind etwa 18.000 Kilometer geteert.

Das Eisenbahnnetz mit knapp 3000 Kilometern wurde während der Kolonialzeit angelegt und wird heute nur noch eingeschränkt genutzt; Personen- und Gütertransport sind auf die Straßen verlagert.

Bedeutende internationale bzw. regionale Flughäfen sind in Harare und Bulawayo. Hinzu kommen über ein Dutzend kleine Flughäfen mit asphaltierten Landebahnen und über 180 mit nicht asphaltierten Landepisten.

Im Straßensystem gibt es Qualitätsunterschiede zwischen den früheren Communal Areas und den Farmgebieten der Großfarmer. Innerhalb der Städte sind Straßen zu dicht besiedelten Wohngebieten besonders von Schlaglöchern betroffen.

Während des letzten Jahrzehnts investierte die Regierung nur unzureichend in den Erhalt und den von Korruption betroffenen Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, wie die African Development Bank schon 2011 feststellte. Sie unterstützt beispielsweise die Infrastruktur - konkret die Wasser- und Abwasserversorgung und die Stromversorgung - in Bulawayo, dessen Unternehmen seit Jahren unter dem ökonomischen Niedergang leiden.

Vor allem für die vom Fernverkehr und Schwertransport häufig frequentierten Überlandstraßen, etwa nach Südafrika, haben erheblichen Sanierungsbedarf.

Nationale Symbole

Flagge von Simbabwe
Flagge von Simbabwe

Flagge

Die Flagge von Simbabwe ist in sieben waagrechte schwarze, grüne, gelbe und rote Streifen aufgeteilt. Schwarz steht für die Bevölkerungsmehrheit. Rot, gelb und grün symbolisieren den Panafrikanismus und die politische Einheit Afrikas. Weiß ist das Zeichen für den Frieden mit der weißen Minderheit, die während der Kolonialzeit das Land beherrschte. In einem weißen Dreieck am Mastrand thront ein goldener Vogel, der an die gigantischen Ruinen von Great Zimbabwe, ein früheres Herrscherzentrum, erinnert. Der rote Stern ist das Symbol des Internationalismus und Sozialismus. Diese Flagge wurde zur nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 eingeführt, davor gab es während der britischen Kolonialherrschaft mehrere andere Flaggen.

Staatswappen von Simbabwe
Staatswappen von Simbabwe

Staatswappen

Anlässlich der nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 erhielt Simbabwe sein heutiges Staatswappen. Es besteht aus einem grünen Schild, das den natürlichen Reichtum des Landes andeutet. Mit den blauen Wellen wird das existentiell notwendige Wasser symbolisiert. Auf dem Wappen ist eine Darstellung der imposanten Simbabwe-Ruinen abgebildet, einem früheren Herrschersitz. Der Simbabwe-Vogel oberhalb des Schildes ist ebenfalls Sinnbild dieses Reiches. Hinter ihm erscheint der rote Stern des Sozialismus. Gewehr und Hacke unter dem Vogel weisen auf den Übergang vom Befreiungskampf zur landwirtschaftlichen Produktion hin. So ruht das Schild auch auf Agrarprodukten des Landes: Ähren, Baumwolle und Mais. Darunter liegt ein Spruchband mit dem Motto des Landes: Unity (Einheit), Freedom (Freiheit) und Work (Arbeit). Das Schild wird von zwei Kudu-Antilopen gehalten.

Nationalhymne

"Gesegnet sei das Land Simbabwe" lautet die Nationalhymne von Simbabwe. In den wichtigsten Landessprachen heißt das: „Simudzai Mureza WeZimbabwe“ (Shona) und „Kalibusiswe Ilizwe leZimbabwe“ (Sindebele). Sie ging aus einem nationalen Wettbewerb 1994 hervor. Solomon Mutswairo schrieb den Text, Fred Changundega komponierte die Musik.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juli 2019 aktualisiert.

Literaturrecherche

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