Tabaksortieren auf einer Großfarm Foto: R. Schäfer
Offizieller Name
Republik Simbabwe
Fläche
390.757 km²
Einwohner/-innen
15.68 Mio. (2015)
Bevölkerungswachstum
2,8% (2015)
Regierungssitz
Harare
Klima (für Hauptstadt)
subtropisch
Amtssprache
Englisch

Landesübersicht, Lage und Größe

Lage Simbabwes
Lage Simbabwes © TUBS wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Simbabwe liegt zwischen dem 15. und 23. südlichen Breitengrad und dem 25. und 34. östlichen Längengrad. Es ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Die Landesfläche umfasst 390.757 qkm, davon sind 386.847 qkm Land und 3.910 qkm Wasser. Im Norden und Nordwesten grenzt Simbabwe an Sambia. Die 797 km lange Grenze wird vom Kariba-Stausee und dem Sambesifluss gebildet. Botswana ist der westliche Nachbar, die Grenze beträgt 813 km. Im Süden grenzt Simbabwe an Südafrika. Hier erstreckt sich der Grenzverlauf über 225 km – weitgehend entlang des Limpopo-Flusses. Das östliche Nachbarland ist Mosambik, die 1231 km lange Grenze geht durch die Eastern Highlands.

Karten

Übersichtskarte Simbabwe
Simbabwe, © CIA (Public Domain)

Das Kartenmaterial umfasst: einen Atlas Simbabwes, die Topographie und administrative Gliederung, die Hauptstadt Harare, kleinere Orte und den Gebiete oder Themen, einige Karten gibt es auch auf Deutsch. Die Karten der Food and Agricultural Organzation (FAO) der UN bieten agrarische Informationen und Hinweise auf das Klima. Für Mitarbeiter/-innen humanitärer Organisationen sind die Karten von Reliefweb erkenntnisreich, weil sie zeitliche und landesinterne Vergleiche von humanitären Problemen ermöglichen.

Geographische Besonderheiten

Viktoriafälle
Viktoriafälle, © Foto: R. Schäfer

Die Viktoria-Wasserfälle, die zu den größten Wasserfällen der Welt zählen, sind ein UNESCO-Weltnaturerbe. Dort stürzt der Sambesi - der viertgrößte Fluss Afrikas - bis zu 108 Meter in die Tiefe und zwar über eine Breite von 1700 Metern. Auch der Mana-Pools-Nationalpark am Sambesi im Norden des Landes zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Kariba-Stausee ist mit 5.580 qkm Wasser der fünftgrößte Stausee der Erde. Dieser 280 Kilometer lange See kann für die Schifffahrt genutzt werden. Demgegenüber sind die Flüsse wegen ihrer geringen Wasserführung und Stromschnellen nicht schiffbar. Die Naturschönheiten, zu denen auch Gebirgsformationen und Tierparks zählen, und das kulturhistorische Erbe Simbabwes sind international anerkannt.

Grunddaten

Simbabwe ist in acht Provinzen unterteilt, zudem haben die Großstädte Bulawayo und Harare Provinzstatus. Regierungssitz ist die Hauptstadt Harare im Zentrum des Landes.

Wichtige Grundinformationen über Simbabwe bietet das Auswärtige Amt.

Zudem dokumentiert die Weltbank detaillierte Daten zur Wirtschafts- und Finanzentwicklung. Sie weist auf weitere themenrelevante Informationen des Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF) und der Afrikanischen Entwicklungsbank hin, die auch eigene länderspezifische Daten bieten. Darüber hinaus wird die ökonomische Entwicklung Simbabwes mit anderen afrikanischen Ländern verglichen. Das United Nations Development Programme (UNDP) bemisst die Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Einschulungsrate und Geschlechterungleichheiten. Auch die Langzeitentwicklung des Human Development Index wird vom UNDP erfasst. Das World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen und die UN Organisation zur Koordination humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA), konkret Relief Web und IRIN News, bieten aktuelle Informationen über die Ernährungssituation und Versorgungslage.

Das entwicklungspolitisch relevante Informationsportal ELDIS des Institute of Development Studies der Universität Sussex in Brighton hält einige elektronische Studien mit Analysen zu Agrar- und Klimafragen in Simbabwe bereit. Das Africa Portal ermöglicht Zugriff auf faktenreiche elektronische Publikationen zur Politik und Wirtschaft in Simbabwe.

Naturrraum

Topography Zimbabwe
Simbabwe Topographie © Sadalmelik (Public domain)

Topografisch ist Simbabwe ein Hochland, das auch als „Highveld“ bezeichnet wird. Es steigt vom Südwesten zum Nordosten allmählich an und macht den Großteil der Landesfläche aus. Die durchschnittliche Höhe beträgt zwischen 1200 und 1600 Metern über N.N. Der höchste Berg, der Mount Inyangani mit 2592 Metern über N.N., liegt im Nationalpark Nyanga im Osten des Landes. Dieser ist Teil des Chimanimani Gebirges, das zu den Eastern Highlands gehört und sich entlang der Grenze zu Mosambik erstreckt. Es zeichnet sich durch sein kühl-nebliges Klima und eine eigene Gebirgsvegetation mit großem Artenreichtum aus. Das Hochland fällt im Norden in das Sambesital und im Süden in das Limpopo-Flusstal ab. Die Vegetation ist zumeist durch eine Trockensavanne geprägt. Etwa 20 % des Landes gelten als Tiefland, das auch „Lowveld“ genannt wird und auf einer Höhe zwischen 162 Metern und 900 Metern über N.N. liegt.

Klima

Arides Land
Arides Land © R. Schäfer

Das Klima ist gemäßigt. Während auf dem Hochland ein subtropisches Klima herrscht, gibt es im Tiefland im Süden und Norden tropische Temperaturen. Die sommerliche Hitze im Hochland erreicht bis zu 30 Grad Celsius, im Winter kann es zu Nachtfrösten kommen. Die durchschnittliche Temperatur in der Hauptstadt Harare beträgt 20 Grad Celsius. Die Regenzeit dauert von Ende Oktober bis März. Im Jahresdurchschnitt betragen die Regenfälle 1000 mm; wobei im Tiefland unter 400 mm fallen, im Hochland über 600 mm und im Gebirge über 2000 mm. Die bisherige Einteilung des ganzen Landes in fünf agrar-ökologische Zonen, die sich vor allem auf die Regenfälle und die Bodennutzung beziehen, wird wegen den Folgen des Klimawandels fragwürdig.

Auch bisherige auf lokalem agrar-ökologischen Wissen basierende wichtige Anpassungsstrategien an Dürren lassen sich nur begrenzt nutzen, obwohl die Landbevölkerung damit gemäß ihrer Interpretationen des Klimawandels experimentiert. Wegen der Ausmaße der Veränderungen verschiedener Sektoren und der Verwundbarkeit großer Bevölkerungsgruppen sind die notwendigen Anpassungsstrategien etwa in den Bereichen Saatgutselektion, Varietätenvielfalt, nachhaltiges Bewässerungsmanagement und Dürrefrühwarnsysteme wichtig, aber mancherorts reichen sie nicht mehr. Internationale Geberorganisationen setzen auf Resilienz. Innovativ an lokale Bedingungen angepasste, außerlandwirtschaftliche Einkommensaktivitäten sind notwendig. Denn wiederkehrende Dürren beeinträchtigen die Landwirtschaft, das betrifft die Folgen der Dürre Anfang 2016 und die mit regionalen Wetterphänomenen verbundenen Ernteeinbußen. Davon sind vor allem Kleinbäuerinnen betroffen, die bis zu 70 % der Feldarbeit leisten. Sie können ihr Know-how nur bedingt anwenden, dennoch wird ihre Arbeitslast erhöht, trotzdem sind die Erträge oft nicht ausreichend für die familiäre Grundversorgung. Darunter leiden vor allem Kinder, zumal auch ihr Schulbesuch insbesondere im ländlichen Raum erschwert wird. Von den Klimaveränderungen und Dürren sind auch die Weiden und die Viehhaltung betroffen, Anfang 2016 wurde insbesondere die kleinbäuerliche Rinderhaltung stark beeinträchtigt.

Die Auswirkungen des Klimawandels und dessen Folgen auf die Wasserressourcen sind komplex: Seit einigen Jahren gibt es mancherorts sintflutartigen Starkregen mit Überschwemmungen, wie Anfang 2017 in einigen Landesteilen. Daraus resultieren Todesfälle, Verletzungen, materielle Verluste, Umsiedlungen, Ernteeinbußen, Ernährungs- und Finanzprobleme kleinbäuerlicher Betriebe. Andernorts sinkt der Grundwasserspiegel in Folge ausgeprägter Dürren. Großfarmer sind auf Bewässerungslandwirtschaft angewiesen, für die sie oft kleine Stauseen anlegen.

Zu einzelnen Dämmen, die von Gemeinden angelegt und genutzt werden, gibt es Evaluierungen über Erfolge und Probleme. Dürren und Folgen des Klimawandels wirken sich auf die Dämme aus, das betrifft keineswegs nur die Staumauer am Karibastausee. Vielerorts ist Wassermangel ein fortschreitendes Problem. Dämme, die für die umstrittene Ethanolherstellung Wasser speichern, verschärfen die Probleme der lokalen bäuerlichen Produzenten/-innen. So kam es bereits zu Konflikten, vor allem wenn bei Dammbauten auch Zwangsumsiedlungen vorgenommen werden.

Klima- und entwicklungspolitische Ansätze und Programme sowie innovative und partizipative Projekte bemühen sich um innovative rurale Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels. Anpassungsstrategien in den Städten fehlen weitgehend. Sie wären angesichts der Bevölkerungsentwicklung dort besonders notwendig. Konkret betrifft das auch die Einstellung der Regierungspartei zur Urbanisierung und zu Menschen in informellen städtischen Siedlungen.

Sambesi Fluss
Sambesi Fluss, © Foto: R. Schäfer

Der Klimawandel beeinflusst Simbabwe und die Nachbarländer. Innerhalb der Southern African Development Community (SADC) suchen sie nach Lösungen. Dazu zählt der regionale Informationsaustausch. Zudem kommunizieren Klimanetzwerke auf dem Kontinent über ihre Erfahrungen. Auch in der Klima- und Umweltforschung gibt es regionale Kooperationen, beispielsweise zu den Grenzflüssen Limpopo und Sambesi. Mitarbeiter/-innen grenzübergreifender Nationalparks lernen gemeinsam, die Folgen des Klimawandels vor Ort einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ihre Trainings werden u.a. von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt.

Saatgut im Hausdach
Saatgut im Hausdach, © Foto: Rita Schäfer

Die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen den Trinkwasserhaushalt und den Zugang zu sauberem Wasser sowie die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Über Potenziale und Grenzen des so genannten "indigenous knowledge" wird diskutiert. Das betrifft auch die Bedeutung dieses Wissens für saisonale Klimaprognosen und Wettervorhersagen. Der Austausch innovativer Ansätze und lokaler Anpassungsstrategien ist sinnvoll.

2002 wurde ein Gesetz zum Umweltmanagement verabschiedet, die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben und Ziele bleiben eine Herausforderung. Das illustriert eine Übersicht der Gesetze, Gesetzesentwürfe und politischen Leitlinien sowie deren Implementierung, die das Grantham Research Institute zu Klimawandel und Entwicklung an der London School of Economics (LSE) herausgegeben hat und die Vergleiche mit zahlreichen anderen Ländern ermöglicht. Auch das Sabin Centre der Law School an der Columbia University bietet eine Informationen über Gesetze und einigen Regierungsdokumenten zum Klimawandel. Es existieren etliche staatliche Programme in unterschiedlichen Sektoren, die sich mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. Das betrifft beispielsweise die Wasserversorgung. Dennoch wäre ein verbindender Ansatz mit klaren politischen Zielen notwendig, wie kritische Wissenschaftler/-innen aus der Region fordern. Ihren konzeptionellen Austausch fördern einzelne nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen und politische Stiftungen. Die staatliche Klimapolitik sowie ihre nationale sowie lokale Umsetzung in Simbabwe bleiben umstritten. Das betrifft auch die zur Verfügung stehenden Finanzen.

Vegetationszonen

Savannenvegetation
Savannenvegetation, © Foto: R. Schäfer

In Simbabwe ist die landschaftlich prägende Vegetationszone die Savanne. Je nach Höhenlage und Regenfällen handelt es sich um Trocken-, Baum- oder Strauchsavannen. Während in der Trockensavanne Schirmakazien und so genannte Affenbrotbäume (Baobab) kennzeichnend sind, wachsen in den feuchteren Höhenlagen Teakhölzer und Mahagoni. Simbabwe verfügt über eine große Pflanzenvielfalt, dazu zählen verschiedene Grasarten. Die Regierung hat die internationale Biodiversitätskonvention unterzeichnet und 2014 einen nationalen Aktionsplan sowie eine Umsetzungsstrategie zum Erhalt der Biodiversität veröffentlicht. Einige Forschungen ergründen die Biodiversität auf lokaler Ebene. In der Entwicklungszusammenarbeit gibt es Projekte zum Erhalt vieler Varietäten, hier spielt das Saatgut eine große Rolle. Regionaler Austausch zählt mancherorts zu den Projektaktivitäten. Zudem verfolgen einige Projekte einen integrierten Ansatz, indem sie den Erhalt der Biodiversität mit Klimaschutz und Maßnahmen gegen Landdegradierung verbinden.

Nationalpark Eastern Highlands
Nationalpark Eastern Highlands, © Foto: Rita Schäfer

Nationalparks, Reservate und botanische Gärten schützen Flora und Fauna. Ihr Anteil an der Landesfläche beträgt über 11 %. In den insgesamt zehn Nationalparks leben über 300 verschiedene Säugetierarten. Dazu zählen Elefanten, Löwen, Nashörner, Büffel, Paviane, Giraffen, Antilopen, Zebras, Stachelschweine und Nilpferde. In den Gewässern finden sich Krokodile und über 130 Fischarten. Neben Eidechsen und Schlangen bereichern über 500 Vogelarten das Tierreich. Wildtiere und Tierparks sind von Dürre und den Folgen des Klimawandels betroffen. Teilweise gibt es grenzübergreifende Kooperationen in der Parkverwaltung, punktuell ist auch die Zusammenarbeit zwischen simbabwischen Behörden und deutschen Institutionen zu nennen, etwa zwischen dem Frankfurter Zoo und dem Gonarezhou-Park im Süden Simbabwes - grenzübergreifend mit Mosambik und Südafrika.

Außerhalb der Nationalparks entwickelten einzelne Projekte in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung Strategien zur schonenden und nachhaltigen Nutzung von Flora und Fauna. Neue Wege werden diesbezüglich in der Bienenhaltung und Imkerei beschritten. Die Imker verhindern die Brandrodung von Wald. Der illegale Abschuss von Wildtieren - auch in den Parks - ist ein Problem, das aus der Perspektive lokaler Akteure auf die Folgen des Klimawandels und der Wirtschaftskrise, konkret auf grassierende Armut, zurückzuführen ist, und von lokalen Rangern bewältigt werden muss. Auch internationale - zumeist kriminelle - Handelsverflechtungen, in die auch staatliche Sicherheitskräfte involviert sind, sind im Kontext des Elfenbein- und Nashornschmuggels zu beachten. Strikte Schutzvorkehrungen für die Tiere und strafrechtliche Sanktionen für die Wilderer sind notwendig. Die teuren Hörner werden vor allem auf dem asiatischen Markt verkauft.

Ökologische Probleme

Tabaktrocknung
Tabaktrocknung, © Foto: Rita Schäfer

Abholzung ist ein gravierendes ökologisches Problem, ein Großteil des Holzes wird für die Tabaktrocknung gebraucht; im Jahr 2011 allein 1,38 Millionen Kubikmeter Holz, um 127 Tonnen Tabak zu trocknen. Über 46.000 Hektar Forst wurden dafür benötigt, die Wiederaufforstung ist ein Problem. Diese wäre aber notwendig, um die CO2-Emmissionen zu reduzieren und auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Der jährliche Verlust an Wald beträgt laut der simbabwischen Forstkommission 20 Prozent der 330.000 Hektar natürlichem Baumbestand. Auch Bodenerosion zählt dann zu den indirekten Folgen. Um so wichtiger wären innovative energiesparende und -effiziente Trocknungstechniken. Tabak ist ein wichtiger Devisenbringer, einige Farmer profitieren. Trotz Anbauausweitung ist die Tabakqualität und -quantität 2014/15 laut einiger Beobachter rückläufig. Zudem hat die gesteigerte Tabakproduktion negative Auswirkungen für den Nahrungsmittelanbau. Neben den USA und Europa ist China der Hauptabnehmer getrockneter Tabakblätter. 2014 wurde Tabak im Wert von 777 Millionen US-Dollar dorthin exportiert.

Abholzung
Abholzung, © Foto: Rita Schäfer

Ursache für die verstärkte Abholzung in den letzten Jahren war auch die fortschreitende Armut in Folge der Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2000. Einschnitte in der Stromversorgung, die im Wesentlichen aus Wasserkraft gewonnen wird, führten zur verstärkten Nutzung von Holz zum Kochen, Heizen und zur Beleuchtung. In den urbanen Ballungsgebieten floriert der Holzkohlehandel, wobei die Herstellung von Holzkohle im städtischen Umland verarmten Menschen zur Existenzsicherung dient. Sie nehmen Strafgebühren in Kauf, denn der illegale Holzeinschlag ist strafbar.

Zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Holzwirtschaft hat die simbabwische Regierung im Mai 2012 ein Zertifizierungssystem eingeführt, das internationalen Standards entspricht. Nun kommt es auf die Umsetzung an. 200 offizielle Konzessionen werden jährlich vergeben.

Die Stromversorgung des Landes wird durch Importe aus Südafrika, Sambia, Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo gedeckt. Wiederholt hatte Simbabwe Schwierigkeiten, die anfallenden Kosten zu begleichen. Stromschwankungen und Ausfälle in der Stromversorgung verursachen immer wieder Probleme in Industriebetrieben, die ersatzweise Dieselgeneratoren benutzen. Diese können jedoch die Produktionsausfälle nur eingeschränkt abfedern. Probleme in der Energieversorgung sind struktureller Art, wie internationale  Vergleiche dokumentieren. Ländliche Gebiete sind nur unzureichend elektrifiziert, über 50 % der landesweit benötigten Energie wird aus Holz gewonnen. Zu den Folgen zählen die Degradierung der Anbauflächen und die Bodenerosion. Im Dezember 2013 stellte ein von der Afrikanischen Entwicklungsbank verwaltetes Programm etlicher Geber (ZIM-Fund) 17 Millionen US-Dollar zum Ausbau der Stromversorgung zur Verfügung.

Um die Stromversorgung zu verbessern und die Angebote zu diversifizieren, wird transnational agiert, was aber auch fiskalische und energiepolitische Probleme in sich birgt. Neuerdings wird auch in die Solarenergie investiert. Private Auslandsinvestitionen in diesen Sektor waren geplant. Auch im Bildungssektor wurden schon vor einigen Jahren die Potentiale für Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energie ausgelotet.

Wasserpumpe
Wasserpumpe, © Foto: Rita Schäfer

Die ökologischen Probleme werden durch das illegale Goldschürfen in den Flusstälern verschärft. Zwar handelt es sich um eine vorkoloniale Technik der Ressourcennutzung, doch angesichts der Ernteausfälle, Verarmung und mangelnder Einkommensalternativen sehen sich viele Menschen zum Goldwaschen in der Trockenzeit gezwungen.

Zahlreiche tiefe Löcher in Flussbetten und an Flussrändern führen zu Erosionsschäden und Versandungen. Vergleichbare ökologische Probleme gibt es beim illegalen Diamantenschürfen, das ebenfalls zur Existenzsicherung betrieben wird. Sie wirken sich negativ auf den Wasserhaushalt der Flüsse aus. Außerdem führen höhere Verdunstungsraten der Gewässer zu höheren Temperaturen, was die Landwirtschaft wiederum negativ beeinflusst. Gleichzeitig verursachen Landwirtschaft und Minen Wasserverschmutzungen, so führen Forscher hohe Schwermetallwerte im Wasser auf diese Sektoren zurück.

Mit dem Rückgang des Oberflächen- und Grundwassers müssen sich laut Afrikanischer Entwicklungsbank die nationalen Behörden verstärkt auseinander setzen. Auch die Weltbank fordert transparentere Verwaltungsabläufe und eine bessere Koordination zwischen nationalen, regionalen und lokalen Gremien. Nur dann könnten die Umweltschutz- und Wassergesetze und damit verbundene Reformen verwirklicht und Förderprogramme finanziert werden. Wie notwendig solche Programme sind, zeigte sich bei der Cholera-Epidemie 2008. Während bis Ende der 1990er Jahre der Ausbau der Wasserversorgung und der sanitären Infrastruktur vorbildlich war, haben heute nur 67 % der Landbewohner/-innen und 54-78 % der Stadtbewohner/-innen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der Bewältigung der Wasserversorgungsprobleme sind in ländlichen Gebieten aufgrund der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung vor allem Frauen und Mädchen betraut.

Auch im Dezember 2013 und Anfang 2014 stiegen Cholera- und Typhusfälle in den Großstädten und in einigen ländlichen Gebieten an, so dass internationale Organisationen vor einer neuen Epidemie warnten. Misswirtschaft lokaler Behörden und Korruption führten dazu, dass beispielsweise in Harare das Trinkwasser, das in einige dicht besiedelte Stadtteile geleitet wurde, zuvor nicht ausreichend gereinigt worden war. Ende Januar 2014 wurde bekannt, dass die Trinkwasserversorgung für Bulawayo, der zweitgrößten Stadt im Land, problematisch sei. Hier verstärken politische, ökonomische und ökologische Problemursachen sich wechselseitig. Der Bürgermeister hoffte auf gute Regenfälle, die durch Dämme gestaute Becken auffüllen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird. Die Folgen des Klimawandels beschränken die nach wie vor unzureichende Wasserversorgung in Harare zusätzlich.

Starkregen, eine Auswirkung des Klimawandels, hatten im Februar und März 2014 Überschwemmungsgefahren zur Folge. In einzelnen Landesteilen wurden Kleinbauern wegen des steigenden Wasserspiegels in Stauseen und der begrenzten Kapazitäten von Dämmen umgesiedelt. Die Versorgung der Umgesiedelten wurde von internationalen Hilfsorganisationen übernommen, internationale Geber ermöglichten die Finanzierung. Im Juli 2014 hatten etwa 3000 Familien, die umgesiedelt werden mussten und weiterhin unter schwierigsten Bedingungen wohnten, noch nicht die versprochene finanzielle Kompensation der Regierung erhalten. Abermalige Umsiedlungsvorhaben führten Ende Juli und Anfang August zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit staatlichen Sicherheitskräften. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erforschte die Situation vor Ort und fordert politische Entscheidungsträger zum Handeln auf.

Anfang April 2014 befürchteten internationale Experten, dass der Kariba-Damm im Norden des Landes angesichts großer Wassermassen in Folge von Starkregen bersten könnte. Von den Folgen wären ca. 3,5 Millionen Menschen am Unterlauf des Sambesi in Simbabwe und Mosambik betroffen gewesen. 2015 und Anfang 2016 war in Folge des El Nino Wetterphänomens das Gegenteil der Fall: Dürre und rapide Wasserverluste im Kariba-Stausee, dessen Hydroenergiegewinnung stark beeinträchtigt wurde. Dies hatte negative Folgen für Simbabwe und Sambia, das viel Strom von den dortigen Kraftwerken erhält. Auch die Fischerei und die damit verbundene Grundnahrungsmittelversorgung wurde beeinträchtigt. Die Probleme bleiben virulent.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bulawayo
Bulawayo, © Foto: Rita Schäfer

In der Hauptstadt Harare leben über 1,5 Millionen Menschen (2016). Sie liegt im Zentrum des Landes auf 1483 m über N.N. Die zweitgrößte Stadt ist Bulawayo im Westen des Landes mit geschätzten 700.000 Einwohner/-innen. Mutare im Osten des Landes hat über 185.000 Einwohner/-innen. Ein Erbe der Kolonialzeit ist die Einteilung in Städte und nahe gelegene Townships. Das waren Wohngebiete für schwarze Arbeiter/-innen und deren Familien. Aus diesen Townships wurden nach der politischen Unabhängigkeit städtische Siedlungen (so genannte high density suburbs) mit mehreren Hunderttausend Einwohnern/-innen. So leben in Chitungwiza nahe Harare offiziell mindestens 340.000 Menschen. Dort herrscht Wohnungsnot, denn die Zerstörung von Wohnraum durch staatliche Sicherheitskräfte, die Operation Murambatsvina (Müllentsorgung) im Jahr 2005, hat die Probleme verschärft. Offiziell sollte sie der Slumbeseitigung dienen, faktisch wurden über 700.000 Menschen landesweit obdachlos. Zehntausende Farmarbeiter waren allein im Großraum Harare gestrandet, sie hatten bei den Farmenteignungen ab 2000 ihre Arbeit und Unterkunft verloren. Armut und Arbeitslosigkeit bedingen die Nutzung städtischer Flächen für den Mais- und Gemüseanbau. 2009 wurden allein im Stadtgebiet von Harare schätzungsweise mehrere hundert Hektar bebaut. Die aktuelle Urbanisierungsrate beträgt offiziell 32,4 %.

Busbahnhof
Busbahnhof, © Foto: Rita Schäfer

Die Verkehrsanbindung der ländlichen Siedlungen ist im innerafrikanischen Vergleich gut. Die Schotterstraßen sind überwiegend solide gebaut, die Nationalstraßen zwischen den großen Städten sind asphaltiert. Auch innerhalb der Städte sind die meisten Straßen asphaltiert. Landesweit umfasst das Straßennetz über 97.000 Kilometer, davon sind etwa 18.000 Kilometer geteert. Das Eisenbahnnetz mit knapp 3000 Kilometern verbindet vor allem größere Städte wie Bulawayo, Harare und Mutare. Die während der Kolonialzeit gebauten Trassen werden heute nur noch begrenzt genutzt; Personen- und Gütertransport sind auf die Straßen verlagert. Bedeutende internationale bzw. regionale Flughäfen sind in Harare und Bulawayo. Hinzu kommen über ein Dutzend kleine Flughäfen mit asphaltierten Landebahnen und über 180 mit nicht asphaltierten Landepisten.

Im Straßensystem gibt es Qualitätsunterschiede zwischen den früheren Communal Areas und den Farmgebieten der Großfarmer. Auch innerhalb der Städte sind die Differenzen zwischen den Vierteln der urbanen Mittel- und Oberschicht und den dicht besiedelten Wohngebieten der urbanen Bevölkerungsmehrheit auf die Stadtplanung während der kolonialen Siedlerherrschaft zurückzuführen. Während des letzten Jahrzehnts investierte die Regierung nur unzureichend in den Erhalt und den von Korruption betroffenen Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, wie die African Development Bank schon 2011 feststellte. Sie unterstützt beispielsweise die Infrastruktur - konkret die Wasser- und Abwasserversorgung und die Stromversorgung - in Bulawayo, dessen Unternehmen seit Jahren unter dem ökonomischen Niedergang leiden.

Vor allem für die vom Fernverkehr und Schwertransport häufig frequentierten Überlandstraßen hätten erheblichen Sanierungsbedarf.

Nationale Symbole

Flagge von Simbabwe
Flagge von Simbabwe

Flagge

Die Flagge von Simbabwe ist in sieben waagrechte schwarze, grüne, gelbe und rote Streifen aufgeteilt. Schwarz steht für die Bevölkerungsmehrheit. Rot, gelb und grün symbolisieren den Panafrikanismus und die politische Einheit Afrikas. Weiß ist das Zeichen für den Frieden mit der weißen Minderheit, die während der Kolonialzeit das Land beherrschte. In einem weißen Dreieck am Mastrand thront ein goldener Vogel, der an die gigantischen Ruinen von Great Zimbabwe, ein früheres Herrscherzentrum, erinnert. Der rote Stern ist das Symbol des Internationalismus und Sozialismus. Diese Flagge wurde zur nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 eingeführt, davor gab es während der britischen Kolonialherrschaft mehrere andere Flaggen.

Staatswappen von Simbabwe
Staatswappen von Simbabwe

Staatswappen

Anlässlich der nationalen Unabhängigkeit am 18.4.1980 erhielt Simbabwe sein heutiges Staatswappen. Es besteht aus einem grünen Schild, das den natürlichen Reichtum des Landes andeutet. Mit den blauen Wellen wird das existentiell notwendige Wasser symbolisiert. Auf dem Wappen ist eine Darstellung der imposanten Simbabwe-Ruinen abgebildet, einem früheren Herrschersitz. Der Simbabwe-Vogel oberhalb des Schildes ist ebenfalls Sinnbild dieses Reiches. Hinter ihm erscheint der rote Stern des Sozialismus. Gewehr und Hacke unter dem Vogel weisen auf den Übergang vom Befreiungskampf zur landwirtschaftlichen Produktion hin. So ruht das Schild auch auf Agrarprodukten des Landes: Ähren, Baumwolle und Mais. Darunter liegt ein Spruchband mit dem Motto des Landes: Unity (Einheit), Freedom (Freiheit) und Work (Arbeit). Das Schild wird von zwei Kudu-Antilopen gehalten.

Nationalhymne

"Gesegnet sei das Land Simbabwe" lautet die Nationalhymne von Simbabwe. In den wichtigsten Landessprachen heißt das: „Simudzai Mureza WeZimbabwe“ (Shona) und „Kalibusiswe Ilizwe leZimbabwe“ (Sindebele). Sie ging aus einem nationalen Wettbewerb 1994 hervor. Solomon Mutswairo schrieb den Text, Fred Changundega komponierte die Musik.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2017 aktualisiert.

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