Pyramiden bei Meroe / © Retlaw Snellac Photography (CC BY 2.0)
Offizieller Name
Republik Sudan
Fläche
1.886.068 km²
Einwohner
37,3 Mio. (2017, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
1,6 % pro Jahr (2017, geschätzt)
Regierungssitz
Khartum
Amtssprachen
Arabisch, Englisch
Regionalsprachen
Bedawi, Fur, Masalit u.a.
Lage des Sudan
Lage des Sudan / © Keepscases (CC BY-SA 3.0)

Bilad as-Sudan - das "Land der Schwarzen" - auf diese arabische Bezeichnung aus dem Mittelalter, eigentlich bezogen auf die damaligen, beiderseits der heutigen ägyptisch-sudanesischen Grenze liegenden christianisierten Reiche der Nubier, begründen sich die heutigen Namen der Staaten Sudan und Südsudan.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan hat der Sudan mit seinen 1.886.068 km² Landesfläche den Status, das größte Land Afrikas zu sein, eingebüßt und liegt nun, nach Algerien und der DR Kongo an dritter Stelle. Neben seiner 853 km langen Küste zum Roten Meer im Nordwesten des Landes haben sieben Staaten eine gemeinsame Grenze mit dem Sudan - Ägypten und Libyen im Norden, der Tschad im Westen, die Zentralafrikanische Republik und der Südsudan im Süden und Äthiopien und Eritrea im Osten.

Die genauen Grenzen zum Südsudan sind noch nicht festgelegt. Umstritten sind noch zahlreiche Grenzregionen, vor allem die nach wie vor ungeklärte Zugehörigkeit der erdölreichen Provinz Abyei.
Schon seit seiner Unabhängigkeit 1956 streitet der Sudan mit Ägypten um die Zugehörigkeit des Gebietes des Hala'ib-Dreiecks am Roten Meer, dass von Ägypten verwaltet wird. Trotz gelegentlicher Dispute, auch um den Abbau von Bodenschätzen, werden durch den Grenzstreit die aktuellen Beziehungen jedoch nicht sehr belastet. Beide Staaten berufen sich auf unterschiedliche Verträge zu Grenzziehungen, die jeweils das Hala'ib-Dreieck in die eigenen Staatsgrenzen einbeziehen, jedoch das kleinere und weiter östlich gelegene Gebiet Bir Tawil dem jeweils anderen Staat zuschreiben. Kurioserweise ist Bir Tawil damit das einzige Landgebiet der Erde außerhalb der Antarktis, das von keinem Staat beansprucht wird.

Kartenmaterial

Übersichtskarte des Sudan mit Zoomfunktion

Weitere Karten

Übersichtskarte des Sudan
Übersichtskarte des Sudan © CIA World Factbook (Public Domain)

Landesimpressionen

Kameltränke in Kordofan
Kordofan © Ellen Ismail
Corinthia Hotel in Khartum
Corinthia Hotel in Khartum, im Volksmund "Gaddafis Ei" genannt © Nick Hobgood (CC BY-NC 2.0)

Sudan: Fight for the soul of the North von aljazeeraenglish

Grunddaten

Im aktuellen Bericht des Entwicklungsprogramms der UN zur menschlichen Entwicklung von 2016 liegt der Sudan, nach zuletzt meist fallender Tendenz, aktuell leicht verbessert auf Rang 165 von 188 untersuchten Nationen.

Allgemeine Grundinformationen zum Land bietet z.B. das Auswärtige Amt,  Daten- und Zahlenmaterial zu umfangreichen Themenfeldern halten z.B. die Weltbank und die Statistische Abteilung der UN oder auch das World Factbook der CIA bereit. Auf sudanesischer Seite informiert das Sudan Central Bureau of Statistics zu zahlreichen Themenfeldern.

Naturraum

Topografie des Sudan
Topografie des Sudan © Dr Brains (CC BY-SA 3.0)

Der Sudan ist geprägt von der weitläufigen Beckenlandschaft des Nils, die von einzelnen Inselbergen durchsetzt ist. Der Weiße und der Blaue Nil vereinigen sich in Khartum. Der Zusammenfluss wird von arabischen Poeten als "der längste Kuss der Geschichte" bezeichnet. Das Nilbecken wird im Osten vom äthiopischen Hochland und weiter im Nordosten vom Bergland des Dschibal al-Bahr al-Ahmar am Roten Meer, mit einer Höhe von über 2200 m, begrenzt. Im Westen bildet das Darfur-Gebirge, mit dem Jebel Marra (3088 m) als höchstem Berg des Sudan, die Abgrenzung zum Tschadbecken. Im zentralen Süden des Landes erheben sich die Nuba-Berge auf bis zu 1325 m.

Jebel Marra in Darfur, höchster Berg des Sudan
Innerer und äußerer Krater des Jebel Marra in Darfur © J. Williams (CC BY-SA 3.0)

Die Vegetationszonen des Landes sind, von Norden nach Süden, vom allmählichen Übergang der Sahara beiderseits des Nils zu den verschiedenen Savannenformen der Sahelzone geprägt. Die Sahara des Sudan ist westlich des Nils Teil der Libyschen Wüste, während die zum Roten Meer hin leicht ansteigende Region östlich des Nils als Nubische Wüste bezeichnet wird. Die Nubische Wüste weist keinerlei Oasen auf. Mehr als 50 % des Landes besteht aus Wüsten und 10 % weist Baumbestand auf, während 13 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird.

Wüste westlich von Dongola
Wüste westlich von Dongola
© Retlaw Snellac Photography (CC BY 2.0)
Klimaklassifikation im Sudan nach Köppen
Klimaklassifikation im Sudan nach Köppen
© Ali Zifan (CC BY-SA 4.0)

Die weitestgehend niederschlagsfreien und vegetationslosen Wüstengebiete im Norden des Landes weisen Tagestemperaturen von bis zu 50 ºC auf, wobei es nachts sehr stark abkühlt. Charakteristisch für diese Regionen sind von Mai bis September auftretende Haboubs, Staub- und Sandstürme, die auch bis nach Khartum vordringen und bis zu 900 m Höhe erreichen können.
In den sich nach Süden anschließenden Regionen der Dornstrauchsavanne und auch in der Hauptstadt Khartum tritt eine kurze Regenzeit zwischen Juni und September mit Niederschlagsmengen von normalerweise unter 200 mm auf, die sich bei den in Richtung Süden und Südwesten des Landes ausdehnenden Trockensavannen zeitlich verlängert, zumeist 400-500 mm Niederschlag im Jahresdurchschnitt aufweist und den Bewuchs von Hochgras mit Akazien und vereinzelten Affenbrotbäumen ermöglicht. Die südlichen Regionen von Darfur weisen die höchsten Niederschlagsmengen auf. Hier, aber auch in anderen Landesteilen, kann es in der Regenzeit zu erheblichen Überschwemmungen kommen, wie z.B. vor allem im Kassala State im Sommer 2012, in Khartum und Umgebung im August 2013,in weiten Teilen des Landes im Sommer 2014 und im Jahr 2016 im Juni im Sennar State und im September im südlichen Darfur, West- und Südkordofan. Die Auswirkungen der heftigen Regenfälle in den Städten werden durch fehlende Abwassersysteme verschärft.
Die heftigen Niederschläge und Überflutungen der Regensaison des Jahres 2017 betrafen sowohl Teile von Darfur und Kordofan als auch die südöstlichen Gebiete des Landes. Gepaart mit den Niederschlägen am Oberlauf des Blauen Nils in Äthiopien wurden im Sudan dessen höchste Pegelstände in den letzten 100 Jahren gemessen.

Trockensavanne in Südkordofan
Trockensavanne in Südkordofan © Rita Willaert (CC BY-NC 2.0)
Nilkrododil
Nilkrododil
© Carsten ten Brink (CC BY-NC-ND 2.0)
Unterwasserwelt beim Sanganeb-Atoll, 25 km vor der sudanesischen Küste
Unterwasserwelt beim Sanganeb-Atoll, 25 km vor der sudanesischen Küste
© Cathy Thomas (CC BY-NC-ND 2.0)

Zum Schutz der großen Vielfalt seiner naturräumlichen Einheiten, mit einer großen Zahl von bedrohten Säugetierarten, einer reichhaltigen Vogelwelt und seiner maritimen Einzigartigkeit im Roten Meer hat der Sudan 30 geschützte Gebiete ausgewiesen, die jedoch zum allergrößten Teil nur auf dem Papier bestehen. Der Naturschutz hat in der sudanesischen Politik eine nur geringe Priorität und eine größere Zahl der Schutzgebiete leidet unter den Auswirkungen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges.
Verschont wurden die beiden sudanesischen Meeresnationalparks Sanganeb-Atoll und Dungonab-Bucht/Mukkawar-Insel, die im Juli 2016 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Diese Nationalparks mit ihrer reichhaltigen Tierwelt an Meeressäugern, Meeresvögeln, Fischen (v.a. Haien und Mantarochen) und Schildkröten und in der Bucht von Dungonab mit einer der weltweit größten Populationen von Dugongs, einer seltenen Seekuh-Art, schützen wertvolle Korallenriffe mit Seegraswiesen und Mangroven.
Sonst existiert lediglich für den ebenfalls auf der Vorschlagsliste der UNESCO zum Weltnaturerbe stehenden Dinder-Nationalpark an der Grenze zu Äthiopien, der mit dem äthiopischen Alatish-Nationalpark ein gemeinsames Ökosystem bildet, ein Managementplan, der in größeren Teilen umgesetzt wird.

Auch nach der Abspaltung des Südsudan, und dem damit einhergehenden immensen Verlust von drei Vierteln seiner Ölfelder, bleibt der Sudan ein rohstoffreiches Land. Neben dem Erdöl, vorwiegend in den zum Südsudan grenznahen Regionen Süddarfur und Südkordofan, mit dem konfliktbelasteten Gebiet Abyei, finden sich im Sudan auch weitere bedeutende Bodenschätze, deren Vorkommen erst ansatzweise erschlossen sind. Der Goldbergbau ist traditionell in der Nubischen Wüste beheimatet. Im Bemühen zur Diversifizierung des Abbaus seiner natürlichen Ressourcen hat der Sudan in den letzten Jahren weiter neue Goldschürflizenzen, vorwiegend für Nord-Kordofan und Regionen im sudanesischen Grenzland zu Äthiopien, vergeben. Weiter von Bedeutung sind Eisen, Kupfer und andere industrielle Erze. Wenig bekannt ist, dass im Sudan auch Uran gefunden wurde.

Nil am 3. Katarakt
Nil am 3. Katarakt © Valerian Guillot (CC BY 2.0)

Ökologische Probleme

Sammeln von Feuerholz im ökologisch stark degradierten Umfeld der Flüchtlingslager in Darfur
Sammeln von Feuerholz im ökologisch stark degradierten Umfeld der Flüchtlingslager in Darfur - © Albert Gonzalez Farran, UNAMID (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Sudan wird mit einer ganzen Reihe von ökologischen Problemen konfrontiert, die vor allem die Gefährdung der landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten und den Rückgang der natürlichen Vegetation und der Biodiversität zur Folge haben. Hauptursachen sind Desertifikation und Bodendegradierung, Bodenerosion und Entwaldung, die Auswirkungen des Klimawandels verstärken diese Problematik mit einer Ausweitung von Dürreperioden und einem Ansteigen der Variabilität von Niederschlägen.
In den wenigen wirtschaftlich entwickelten Standorten treten z.T. gravierende Umweltverschmutzungen durch industrielle Produktion, z.B. durch die Ölförderung, und in den Städten durch ein fehlendes Abfallmanagement und unzureichende Abwassersysteme auf. Der seit den letzten Jahren boomende Goldabbau verseucht durch das eingesetzte Quecksilber und Zyanid das Grundwasser und gefährdet damit die Trinkwasserversorgung. Weiter haben die jahrzehntelangen innerstaatlichen Konfliktsituationen einen hohen Grad von Umweltzerstörungen zur Folge.

Angesichts der umfassenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes spielen ökologische Aspekte im nationalen Bewusstsein eine nur untergeordnete Rolle. Die sudanesische Politik zeichnet sich demnach durch eine weitestgehende Abstinenz von Umweltpolitik aus. Bestimmungen zum Umweltschutz sind allerdings sowohl in der Verfassung des Sudan als auch in zahlreichen Gesetzen festgeschrieben. Grundlage der Umweltgesetzgebung ist der "Environmental Protection Act" aus dem Jahr 2001. Dieses Gesetz war die Grundlage für die Implementierung eines die Umweltpolitik begleitenden "Environmental Impact Assessments", dessen Umsetzung weitestgehend aussteht. Zuständig für den Umweltschutz ist das Higher Council for Environment and Natural Resources (HCENR). Zusätzlich wurde im Jahr 2008 der "National Plan for Environmental Management in post conflict Sudan" (NPEM) erstellt.

Neben einigen sudanesischen Nichtregierungsorganisationen, wie z.B. die Sudanese Environment Conservation Society (SECS), die seit 1975 als erste sudanesische NGO im Umweltbereich tätig ist, vor allem lokale Institutionen im Bereich des Capacity Building berät und Umwelterziehung betreibt, sind im Land zahlreiche ausländische und multilaterale Organisationen aktiv, allen voran das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Dieses hat bereits im Jahr 2007 in einer umfassenden Untersuchung des Umweltsektors im Sudan die ökologischen Probleme als (Mit-)Auslöser für die innerstaatlichen Konflikte analysiert, deren Folgen die Umweltsituation vor allem in Darfur dann zusätzlich verschärfen. Mit seinem aktuellen dritten Report zum "Environmental Governance" unterstützt das UNEP den Sudan u.a. mit Empfehlungen zur Wiederbelebung traditioneller Konfliktlösungsstrategien in der Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Wilde Müllkippe in Norddarfur
Wilde Müllkippe in Norddarfur © Albert Gonzales Farran, UNAMID (CC BY-NC-ND 2.0)

Sozialraum

Städte und Urbanisierung

Lage der Agglomeration Khartum / Omdurman / Al-Khartum Bahri
Lage der Agglomeration Khartum / Omdurman / Al-Khartum Bahri © Sven-Steffen Arndt (Public Domain)
Binnenflüchtlinge am Stadtrand von Khartum
Binnenflüchtlinge am Stadtrand von Khartum - © Ellen Ismail

Aufgrund der sich wiederholenden Dürren und Kriegswirren in den letzten 30 Jahren und der daraus erfolgten ausgeprägten Landflucht erlebt der Sudan eine immense Verstädterung. Die Verstädterungsquote lag 2015 bei 34 % und steigt jährlich um 2,5 % pro Jahr (geschätzt: CIA World Factbook). Das Agglomerat Khartum, eine Dreistadt am Zusammenfluss des Weißen und des Blauen Nils, bestehend aus Khartum, Omdurman und Al-Khartum Bahri, ist mit über 8 Millionen Einwohnern die viertgrößte Agglomeration in Afrika. Die durch die Öleinnahmen rasante wirtschaftliche Entwicklung Anfang des Jahrtausends hatte in Khartum einen massiven Bauboom zur Folge. Der mit der Sezession des Südens eingesetzte wirtschaftliche Niedergang ließ jedoch den zeitweisen Traum von einem Dubai am Nil wieder platzen. Maßnahmen der Stadtentwicklung, insbesondere zur Trinkwasserversorgung, hinkten dem schnellen Wachstum hinterher. Aufgrund des massiven Zustroms von Binnenflüchtlingen, lebt fast jeder fünfte Sudanese in z.T. in großen Slums in den Außenbezirken der Stadt

Nach der Unabhängigkeit des Südens waren viele Südsudanesen aus Khartum in den Südsudan emigriert. Aufgrund der aktuellen Unruhen im Nachbarland ist jedoch eine große Anzahl Südsudanesen an zu Squattern gewordenen ehemaligen "Departure Points" in Khartum gestrandet. Zusätzlich flüchteten seit dem Dezember 2013 viele Südsudanesen zurück nach Khartum.

Weitere wichtige Städte des Landes sind Port Sudan am Roten Meer, dessen Region die höchste Verstädterungsquote aufweist, Kassala, Wad Medani und El Gedaref im Osten des Landes, El Obeid im Zentralsudan, Nyala und El Fascher in Darfur und Wadi Halfa an der Grenze zu Ägypten.

Verkehrsinfrastruktur

Die Verkehrsinfrastruktur, besonders außerhalb der größeren Städte, ist nur marginal entwickelt und droht, infolge der schweren Wirtschaftskrise, inzwischen zusammenzubrechen. Für die zumeist altersschwachen Busse, als Hauptträger des öffentlichen Transportsystems, sind Ersatzteile unerschwinglich geworden und verkehren deshalb, und auch wegen Benzinknappheit, immer weniger.

Die selten fahrende Eisenbahn ist für den Personenverkehr nahezu unbedeutend. Das Schienennetz von 5,978 km Länge ist das längste in ganz Afrika, stammt jedoch, größtenteils als Schmalspurbahn, noch aus kolonialen Zeiten und ist in einem schlechtem Zustand. Die wirtschaftlich interessante Strecke Khartum - Port Sudan wird momentan, vor allem mit chinesischer Hilfe, modernisiert, wovon sich Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes versprochen werden. Es bestehen nur 4320 km asphaltierte Straßen und 7580 km Pisten.
Nach über acht Jahren Bauzeit ist im März 2017 die grenzüberschreitende Schnellstraße zwischen Khartum und Addis Abeba eröffnet worden, von der man sich eine Intensivierung des Güteraustausches, insbesondere beim Export von sudanesischem Öl nach Äthiopien verspricht und auf der auch eine Überlandbusverbindung eingerichtet wird.
4068 km Wasserstraßen sind zwar vorhanden, doch nur 1723 km sind ganzjährig für den Schiffsverkehr offen.

Piste zwischen El Fasher und Khartum
Piste zwischen El Fasher und Khartum - © Albert González Farran – UNAMID (CC BY-NC-ND 2.0)

Über den Flughafen von Khartum besteht Verbindung mit dem internationalen Flugverkehr. Mit chinesischer Hilfe wird südlich von Omdurman ein neuer Großflughafen gebaut. Weitere Flughäfen, z.B. in Wadi Halfa an der ägyptischen Grenze, sind in Planung. Die nationale Fluggesellschaft ist die 2007 privatisierte und auf der schwarzen Liste der EU stehende Sudan Airways, die auch den Großteil des Inlandsbetriebes bestreitet und einige Länder in der Region und im Nahen Osten anfliegt. Der Airline, die eine der ältesten Afrikas ist, haben jahrelanges Missmanagement und die Sanktionen der EU und USA stark zugesetzt. Im Mai 2013 ist Sudan Airways zur zweitschlechtesten Airline weltweit in der Economy-Class gewählt worden.
Die von den USA im Oktober 2017 ausgesetzten wirtschaftlichen Sanktionen lassen die Airline auf ein Überleben durch die nun mögliche Instandsetzung ihrer heruntergekommenen Flotte hoffen.
Bei den weiteren sudanesischen Fluggesellschaften handelt es sich zumeist um kleinere Unternehmen, die fast ausschließlich im Inlandsverkehr tätig sind und oft nur eine geringe Überlebensdauer aufweisen.
Im Zuge der Entspannungsbemühen zwischen dem Sudan und dem Südsudan landete im September 2013 erstmalig ein Linienflug einer südsudanesischen Fluglinie aus Juba in Khartum.

Karikatur zum Zustand von Sudan Airways
Karikatur zum Zustand von Sudan Airways © Khalid Albaih (CC BY 2.0)

Nationale Symbole

Die Flagge

Flagge des Sudan
Flagge des Sudan

Die sudanesische Flagge ist in drei gleiche horizontale Streifen rot, weiß und schwarz geteilt, mit einem grünen Dreieck am Aufzug. Rot steht für den Kampf der Märtyrer im Sudan und in der arabischen Welt. Weiß steht für Frieden, Optimismus, Licht und Liebe. Schwarz symbolisiert den Sudan und die Mahdi-Revolution, in der schwarze Fahnen das Erkennungszeichen waren. Grün symbolisiert den islamischen Wohlstand und die Landwirtschaft. Die Fahne reflektiert die pan-arabischen Farben, die zuerst 1920 für Syrien standen und im Mai 1970 vom Sudan übernommen wurden.

Das Wappen

Wappen des Sudan
Wappen des Sudan

Das heute gültige sudanesische Wappen wurde 1969 eingeführt und ersetzte das mit der Unabhängigkeit genutzte Emblem mit einem Rhinozeros. Es zeigt seitdem den Sekretär als Nationalvogel des Sudan. Der Vogel gilt als mutig und tapfer. Er wird im sudanesischen Wappen mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, in einer Abwandlung des Adlers Saladins, dem Wappentier der arabisch-islamischen Staaten. Die Wahl des Vogels, die Nutzung der panarabischen Farben (wie auch in der Flagge) und die arabische Schrift auf dem Wappen mit dem Staatswahlspruch auf Deutsch "Der Sieg ist unser" und des Staatsnamens "Republik Sudan", demonstrieren die Verbundenheit mit den islamischen Staaten und die Unabhängigkeit des Sudan.

Die Nationalhymne

Die Nationalhymne des Sudan ("Wir sind die Soldaten Gottes und der Heimat") besteht unverändert seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1956, war schon die Hymne der sudanesischen Armee vor der Unabhängigkeit und ist daher ein militärmusikalisches Arrangement.

Instrumentalversion der Nationalhymne

We Are the Army of God and of Our Land

We are the army of God and of our country,
We shall never fail when called to sacrifice.
We challenge death during hard times ,
We buy glory, at the dearest price.
This land is ours, may our Sudan live well known among all nations.
People of the Sudan this is your banner
It carries the burden and protects your land

Sudan national theme lyrics. HTML codes prepared by Translia translation services.

Die Währung

Rückseiten der 1-, 10- und 50-Pfund-Scheine des "Second Pound" (2007-2011)
Rückseiten der 1-, 10- und 50-Pfund-Scheine des "Second Pound" (2007-2011)
© Clergliegna (CC BY-SA 3.0)

1991 wurde im Sudan das Sudanesische Pfund („First Pound“) vom Sudanesischen Dinar abgelöst. Der Südsudan lehnte jedoch damals die Einführung des Sudanesischen Dinars als weiteren Schritt der Arabisierung durch den Norden ab und behielt das Pfund als Zahlungsmittel bei. Im Rahmen des Friedensabkommens von 2005 wurde beschlossen den Dinar durch das neue Sudanesische Pfund zu ersetzen („Second Pound“). Mit einiger Verspätung, bedingt durch Finanzierungsprobleme, wurde das neue Sudanesische Pfund (SDG) für das noch ungeteilte Land im Juni 2007 eingeführt

Nach seiner Unabhängigkeit hat der Südsudan am 18. Juli 2011 das Südsudanesische Pfund als neue eigene Währung eingeführt. Die Banknoten zeigen das Porträt des früheren Anführers der SPLM, John Garang. Das bisher genutzte Sudanesische Pfund wurde 1:1 umgetauscht. Das Vertrauen in die neue südsudanesische Währung hält sich jedoch noch in Grenzen. So ist es weiterhin gängige Praxis, dass Gehälter in Fremdwährungen ausbezahlt werden.

Die Regierung des Nordens hatte nach Einführung des Südsudanesischen Pfunds im Südsudan einen Rückkauf der eigenen Banknoten abgelehnt. Bereits eine Woche nach Einführung des Südsudanesischen Pfunds begann der Norden mit der Einführung des neuen Sudanesischen Pfunds („Third Pound“), was zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern führte.

Während die meisten neuen Banknoten den älteren Versionen sehr ähnlich sind wurde die Farbgebung geändert und besonders darauf Wert gelegt Assoziationen mit dem Südsudan zu entfernen. So wurde z.B. die 10-Pfund-Note neu gestaltet, da diese ein Langhornrind zeigte, welches als Symbol für die südsudanesische Western-Bahr-el-Ghazal-Region angesehen wird. Die 1-Pfund-Note wurde durch eine Münze ersetzt.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2017 aktualisiert.

Der Autor

Alexander Ohle studierte Geographie, Politische Wissenschaft und Entwicklungssoziologie und arbeitet seit 1993 in der Entwicklungszusammenarbeit. Für die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ ist er tätig als Trainer in der Lernberatung, arbeitet für das Medien- und Informationszentrum und war Regionaltutor für die Region Afrika südlich der Sahara.

Tipp zum Download

John Ryle, Justin Willis, Suliman Baldo, Jok Madut Jok (Hrsg.), 2011:
The Sudan Handbook

Führende sudanesische und internationale Experten geben mit diesem Buch in 18 Essays, basierend auf einem Projekt des renommierten Rift Valley Institutes, eine ausgezeichnete Einführung zur Geschichte, Kultur und Politik der beiden sudanesischen Staaten und ihrer Grenzregionen.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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