Elefantenfamilie im Addopark, Foto: R. Schäfer
Offizieller Name
Republik Südafrika
Fläche
1.219.912 km²
Einwohner
55,65 Mio. (Juli 2016)
Bevölkerungswachstum
1,65 % (2015)
Regierungssitz
Pretoria/Tshwane, (Kapstadt, Bloemfontein)
Klima (für Hauptstadt)
subtropisch bis mediterran

Karten

Karte Südafrika
© CIA World Factbook (public domain)
Politische Karte
© CIA World Factbook (public domain)

Auf einer interaktiven Karte zu Südafrika lassen sich auch kleinste Ortschaften finden.

Weitere Karten zu Südafrika und den einzelnen Provinzen enthält die Seite von South Africa Travel. Einzelne Regionen, Städten oder Naturparks sind in der Kartensammlung von "Südafrika Reise" aufgeführt. Einen Kartenüberblick liefert zudem das South Africa Info.

Die einzelnen Provinzen können auf einer Karte von SA Places angeklickt werden. Zudem bietet die Provinz Gauteng relativ detailliertes Kartenmaterial. Das aktuelle Themenspektrum reicht von Wirtschaft über Transport und Ökologie bis zu Migration und Bevölkerungsdichte.

Eine ständig aktualisierte Kartensammlung zu humanitären, sozialen und Umweltfragen veröffentlicht Relief Web.

Lage und Größe

Lage Südafrikas
Lage Südafrikas © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Die Republik Südafrika liegt zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite und 17 und 33 Grad östlicher Länge und erstreckt sich auf einer Fläche von 1.219.912 qkm. Das Land ist damit mehr als dreimal so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt Südafrika an Namibia, Botswana und Simbabwe und im Nordosten an Mosambik. Im Osten und Süden wird es vom Indischen Ozean, im Westen vom Atlantischen Ozean begrenzt. Lesotho und Swasiland bilden Enklaven in Südafrika.

Südafrika ist aufgeteilt in neun Provinzen: Limpopo, Nord-West (North West), Gauteng, Mpumalanga, Freistaat (Free State), KwaZulu-Natal, Ost-Kap (Eastern Cape), West-Kap (Western Cape) und Nord-Kap (Northern Cape).

Regierungssitz ist die Stadt Pretoria (2006 umbenannt in Tshwane), das Parlament befindet sich in Kapstadt, das oberste Berufungsgericht (Supreme Court of Appeal) in Bloemfontein. Die wirtschaftliche Drehscheibe des Landes und des ganzen südlichen Afrika ist Johannesburg. Der Großraum Johannesburg ist zugleich das bevölkerungsreichste urbane Gebiet Südafrikas.

Grunddaten

Bevölkerungsverteilung in Südafrika
Bevölkerungsverteilung in Südafrika © Htonl (public domain) - Datengrundlage: South African Statistics (Stats SA)

Grunddaten über Südafrika liefern das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sehr informativ sind die Regierungspublikationen wie der Südafrika Pocket Guide, das South Africa Yearbook und die offizielle Seite der südafrikanischen Regierung; sie enthalten zahlreiche Unterkapitel zu Umwelt, Ressourcen, Wirtschaft, Handel, Infrastruktur, Politik, Bildung, Gesellschaft und Gesundheit.

Relevante Statistiken liefert Statistics South Africa. Mitte 2011 wurde die Bevölkerungverteilung vom südafrikanischen Statistikamt auf 40,20 Mio. Schwarze (79,5%), 4,56 Mio. Weiße, 4,53 Mio. Coloureds und 1,27 Mio. Südafrikaner/-innen indischer Herkunft geschätzt. Mitte 2015 waren es 44,22 Millionen Schwarze (80,5%), 4,83 Millionen Coloureds (8,8%), 4,53 Mio. Weiße (8,3%) und 1,36 Südafrikaner/innen indischer Herkunft (2,5%). Zu den offiziell knapp 8,3 Prozent Weißen ist zu erwähnen, dass zwischen 2011 und Mitte 2015 95.158 Menschen ausgewandert waren. Die hier genannten Unterteilungen und Begriffe sind im Unterschied zu den rassistischen Apartheid-Kategorien nicht diskriminierend gemeint, sondern spiegeln die im heutigen Südafrika verwendeten (Selbst)definitionen.

Im Oktober 2011 wurde der Census 2011 durchgeführt, erste Auswertungen wurden Ende Oktober 2012 veröffentlicht, danach beziffert sich die Bevölkerung Südafrikas auf 51.770.560 Menschen. 31,3 Prozent waren jünger als 15 Jahre und 7,7 Prozent älter als 60 Jahre. Mitte 2014 gingen die Statistiker Südafrikas davon aus, dass die Bevölkerung auf 54 Millionen Menschen angewachsen war. 30 Prozent ist demnach jünger als 15 Jahre und 8,4 Prozent ist älter als 60 Jahre. Im Juli 2016 beziffert Statistics South Africa die gesamte Bevölkerung auf 55.653.654 Millionen Menschen, davon sind 20,1 Millionen zwischen 15 und 34 Jahre.

Gauteng, die kleinste Provinz, war mit 12,91 Millionen Menschen Mitte 2014 die bevölkerungsreichste Provinz, im Juli 2016 betrug die dortige Einwohnerzahl 13,4 Millionen. Ihr folgt KwaZulu-Natal mit 10,69 Millionen Einwohner/-innen in 2014 und 11,1 Millionen im Juli 2016. Im Eastern Cape lebten 2014 6,6 Millionen Menschen und im Juli 2016 7 Millionen. Im Western Cape wohnten 2014 5,8 Millionen Südafrikaner/-innen und im Juli 2016 6,27 Millionen.  Das Northern Cape, die flächenmässig größte Provinz, hatte 2014 nur 1,17 Millionen Einwohner/-innen, im Juli 2016 sind es 1,18 Millionen. Gauteng und das Western Cape haben die höchsten Wachstumsraten hinsichtlich der Bevölkerung, die zuwandert. Abwanderung kennzeichnet vor allem die Limpopo-Provinz und das Eastern Cape, dort wanderten zwischen 2011 und Juli 2016 insgesamt 939.765 Menschen ab.

Naturraum

Südfrikas Topographie
Südafrikas Topographie © Sadalmelik (public domain)
Karte Vegetation
Vegetation in Südafrika © CIA (public domain)

Die Topographie Südafrikas zeichnet sich durch Gegensätze aus: Auf den langen Küstenstreifen folgt in steilem Anstieg das innere Hochland, das dann sanft ins Kalahari- bzw. Limpopobecken abfällt. Das aus einzelnen Gebirgsketten bestehende Randschwellengebirge, das Südafrika im Westen, Süden und Osten umgibt, nennt man Great Escarpment. Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m.

Das Klima ist insgesamt gemäßigt; subtropisch im Norden und mediterran an der Küste. Klimadiagramme von einzelnen Städten verdeutlichen die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen des Landes. Geringe Niederschläge lassen in großen Teilen keine Landwirtschaft zu. Die fruchtbaren und regenreichen Flächen behielten sich während der Jahrzehnte der Apartheid (1948-1994) die Weißen vor.

Wie anfällig Südafrika für Klimaveränderungen ist, zeigt der South African Risk and Vulnerability Atlas. Seit einigen Jahrzehnten werden die Veränderungen der Regenfälle und Temperaturen dokumentiert und analysiert.

Auch wenn die ursprüngliche Vegetation durch menschlichen Eingriff weitgehend verändert ist, existieren auf Grund der klimatischen Verhältnisse dennoch mehrere voneinander unterscheidbare Vegetationszonen, von Bergwäldern im Osten über das Grasland, die Savannen sowie Halbwüstengebiete im zentralen Hochland bis hin zu den Dornbuschsavannen im Westen.

Südafrika ist ein rohstoffreiches Land; vor allem die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom und Eisenerz haben Südafrika zu einer starken wirtschaftlichen Stellung auf dem Kontinent und international verholfen. Sie sind heute und zukünftig nationalökonomisch wichtig. Die Lagerstätten der bedeutendsten Mineralien befinden sich im Nordosten des Landes, in den sog. "Greenstone Belts".

Ökologie - Naturparks und Umweltprobleme

Vegetation um Kapstadt
Vegetation um Kapstadt © R. Schäfer
Antilopen im De Hoop Park
Antilopen im De Hoop Park © C. Marx
Strauß und Zebras im De Hoop Park
Strauß und Zebras im De Hoop Park © C. Marx
Antilopen im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Antilopen im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark © C. Marx

In Südafrika sind zahlreiche Gesetze und Verordnungen zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in Kraft.

Einen Überblick über den Umweltbereich und zentrale Umweltprobleme liefert das Umweltministerium, das die nationalen Strategien zur Umweltpolitik formuliert. Dazu gehören beispielsweise der National Framework for Sustainable Development sowie der nationale Strategie- und Aktionsplan zur Biodiversität. Das South Africa National Biodiversity Institute (SANBI) bietet Zugriff auf Detailinformationen zur Botanik in einzelnen Landesteilen, auf Forschungsprojekte, Trainingsmaterial, Bildungsangebote für alle Altersgruppen wie aktuelle Berichte. Einblicke in die ansprechenden Bildungsaktivitäten ermöglichen die informativen Filme des CARETAKER Programms. Fachliches und didaktisch aufgearbeitetes Begleitmaterial richtet sich an verschiedene Zielgruppen. Der afrikanische Umwelttag am 3. März bietet jährlich Anlass zum Reflektieren über Herausforderungen.

Südafrika ist bekannt für seine Tier- und Pflanzenwelt. Das einzigartige Ökosystem am Kap gehört zu den drei Weltregionen mit der größten Artenvielfalt. Erhalten wird diese durch ein dichtes Netz staatlicher Schutzgebiete, das aus Nationalparks (Karte) und – auch von Provinzen und Gemeinden überwachten – Naturschutzgebieten besteht. Richtersveld im Northern Cape ist wegen seiner besonderen Botanik, seltener Pflanzen und kulturellen Einzigartigkeit UNESCO Weltkulturerbe. Auch das südlich davon und an der Westküste Südafrikas gelegene Namaqualand beeindruckt durch seine besondere Flora.

Am bekanntesten für seine Tierwelt ist der Krüger Nationalpark, im Englischen als Kruger National Park benannt. Er ist Teil des grenzübergreifenden Great Limpopo Transfrontier Park. Mit 35.000 qkm bildet dieser das größte Reservat der Welt. Das System der Nationalparks und staatlich geschützter Gebiete wird ergänzt durch eine Vielzahl privater Naturschutzgebiete. Mancherorts sind Naturschutzorganisationen engagiert. Einige bieten gezielt Trainingskurse für unterschiedliche Zielgruppen an.

Die Environmental Monitoring Group hat verschiedene Programme zum Umwelt- und Ressourcenschutz, zum Erhalt der Biodiversität und nachhaltigen ländlichen Entwicklung - auch unter Berücksichtigung des Klimawandels und des Fairtrade - entwickelt. Einige Publikationen und Dokumentarfilme geben Einblicke in die Arbeit; die Vernetzung mit anderen Umwelt-, Wasserschutz- und Klimaorganisationen wird konkretisiert. Auch Groundworks setzt sich für den Erhalt der natürlichen Ressourcen ein und zeigt Umweltschäden, u.a. durch hochgiftige Industrieabfälle, auf.

Siedlungen im früheren Homeland Venda
Siedlungen im früheren Homeland Venda © R. Schäfer
Elefanten im Addo Park
Elefanten im Addo-Park © R. Schäfer

Zwangsumsiedlungen von mindestens 3,5 Millionen Menschen und die Schaffung so genannter "Homelands" (getrennte, viel zu klein bemessene Gebiete für die schwarze Bevölkerungsmehrheit) während der Apartheid (1948-1994) führten dort zu irreversiblen Umweltschäden und ökologischen Strukturproblemen.

Die großen Naturparks, etwa der Krüger-Nationalpark, waren ursprünglich zu großen Teilen Weideland und landwirtschaftliche Nutzflächen; die dort lebenden Menschen wurden für die Naturparkidee vertrieben. Zur Geschichte der Parks gibt es unterschiedliche Interpretationen. Das betrifft auch die ersten Artenschutz- und Umweltorganisationen. Wilderei ist mancherorts ein Problem, das betrifft beispielsweise die Nashörner.

Nach 1994 wurden etliche Flächen, die während der Apartheid vom Militär genutzt oder von staatlich gut subventionierten weißen Farmern bewirtschaftet wurden, in Naturparks umgewandelt oder an bestehende Naturparks angeschlossen. Dazu zählt die Erweiterung des Addo-Elefantenparks im Eastern Cape nahe Port Elizabeth und der De Hoop Küstenpark im Western Cape.

Luftverschmutzung über Johannesburg
Luftverschmutzung über Johannesburg, © Foto: C. Marx

Zwar gibt es Ansätze zur sauberen Energieproduktion und Forschungen in diesem Bereich. Dennoch führt die Luftverschmutzung durch die chemische Industrie und Energieunternehmen mancherorts insbesondere bei Kindern zu Gesundheitsschäden. Betroffen sind vor allem Arme in Ballungsgebieten wie Durban, wo lokale Selbsthilfegruppen gegen die Gefährdungen protestieren.

Kläranlage bei Kapstadt
Kläranlage bei Kapstadt © Foto: R. Schäfer

Eines der größten Umweltprobleme Südafrikas ist die Wasserknappheit. Auf politischer Ebene gibt es die nationale Strategie für die Ressource Wasser aus dem Jahr 2013. Die Verfassung Südafrikas enthält das Grundrecht auf eine ausreichende Wasserversorgung. Doch weniger als 10 Prozent des Regens ist als Oberflächenwasser nutzbar, das ist eine der niedrigsten Raten weltweit. Insofern sind die Folgen des Klimawandels in Südafrika besonders gravierend mit Blick auf die Wasserversorgung der Menschen und auf die Landwirtschaft, die vielerorts auf Bewässerung angewiesen ist. Wasserzugang, u.a. zu Trinkwasser auf Haushaltsebene, Wassermangel, die Bewahrung der Wasserquantität, der Wasserqualität, die Abwasserentsorgung bzw. Aufbereitung in Kläranlagen trotz wiederholter Stromausfälle betreffen Ende 2014 und Anfang bzw. Mitte 2015 vor allem die Metropolen. Ein weiteres Problem, dem die Regierung nun Einhalt bieten will, ist der große Wasserverlust durch undichte Wasserleitungen. Die Bewältigung von Dürrekrisen, wie Anfang 2016 mit problematischen Auswirkungen auf die Wasserversorgung, und die Bewältigung der Klimaveränderungen erfordert lokale Informationen, etwa in den Landesprachen, nationale Beobachtungen und regionalen Informationsaustausch.

Zusätzlich bieten die großen Umweltschäden durch den intensiven Bergbau ökologischen und sozialen Zündstoff. In stillgelegten Minen am Witwatersrand, konkret im Großraum Johannesburg, bedroht giftiges, durch Schwermetalle verunreinigtes Wasser den Boden und das Grundwasser. Wenn dort nicht bald Lösungsansätze zur Beseitigung der enormen Wasserverschmutzung gefunden werden, droht Südafrika eine Umweltkatastrophe. Auch zahlreiche Gifte der Petroindustrie und der Chemieunternehmen, die diese seit der Industrialisierung während der Apartheid ungefiltert in die Umwelt absondern, verursachen massive Schäden. Umweltprobleme zeichnen sich auch an einigen Küstenorten ab.

Grundlage für die Abfallwirtschaft sind das Abfallgesetz von 2008 und dessen Anfang 2014 beschlossenen Ergänzungen. Mit der im Oktober 2011 verabschiedeten National Waste Management Strategy hat Südafrika die Abfallentsorgung neu geregelt. Unterschieden wird nach drei Stufen von Abfall: Priority Waste, General Waste und Hazardous Waste. Die Verantwortung für eine umweltgemäße Abfallbeseitigung liegt weitgehend bei Herstellern und Konsumenten. Angestrebt wird die Mülltrennung in privaten Haushalten. Auf städtischer Ebene sind informelle Müllsammler, die privaten Hausmüll nach Recycling Kriterien durchsuchen, eine Personengruppe, deren wirtschaftliche Leistungen und Probleme verstärkt ins öffentliche Interesse geraten, so in Johannesburg.

Rooibos Strawberry Pepper - Rooibos-Tee, versetzt mit Pfefferkörnern, gefriergetrockneten Erdbeeren und Erdbeerblättern
Rooibos-Tee © Selena N. B. H. (CC BY 2.0)

Biopiraterie ist ein weiteres Umweltproblem: Entgegen des nationalen Gesetzes zum Erhalt der Biodiversität von 2004 hatte ein internationaler Nahrungsmittelkonzern aus der Schweiz fünf Patente auf die Verwendung von Rooibos und Honeybush angemeldet. Der Tee aus Rotbusch und Honigbusch wird aus Pflanzen des Fynbos gewonnen, das sind Hartlaubgewächse in der kleinsten, aber sehr artenreichen botanischen Provinz am Kap. Schon seit Jahrhunderten werden diese Pflanzen in der traditionellen Medizin benutzt. Die Auseinandersetzungen über die Patentfrage, in die sich auch internationale Umwelt- und Nichtregierungsorganisationen einschalteten, dauerten bis 2012 an. Die Patentvergabe hätte verhindert, dass südafrikanische Kleinbauern und dortige Firmen Produkte mit demselben Wirkstoff herstellen. Nichtregierungsorganisationen informierten in Südafrika und Europa über die Zusammenhänge und protestierten gegen diese Form der Biopiraterie.

Fynbos am Kap
Fynbos am Kap © C. Marx

Die Environmental Monitoring Group setzt sich für den Erhalt des Fynbos, für Biodiversität, nachhaltige Entwicklung, fairen Handel und lokal angepasste Strategie zur Bewältigung des Klimawandels ein. Neben dem Wasserschutz ist auch die Vernetzung zur Reduzierung der Dürreprobleme ein Ziel. Anfang 2016 ist dies eine besonders große Herausforderung, die neben Umweltorganisationen die  (Agrar)Politik zum Handeln fordert.

Auf vielen Gebieten des Umweltschutzes engagiert sich Earthlife Africa, u.a. auch gegen die intensivere Nutzung von Nuklearenergie. Südafrika setzt auf den Ausbau der Atomkraft. Das bislang einzige Atomkraftwerk Afrikas – Koeberg bei Kapstadt – soll durch neue Anlagen ergänzt werden. Südafrika ist weit davon entfernt, dass Atomkraft angesichts der Kosten die Energieprobleme des Landes lösen könnte. Die politisch umstrittene Atomfrage ist angesichts dringlicherer Probleme wie Armut in Südafrika aber noch ein Luxusthema für viele Südafrikaner.

Das Zentrum für Umweltrecht (CER) bietet Informationen über die Rechtsgrundlagen in der Nutzung unterschiedlicher Energiequellen. Es informiert Umweltinitiativen, die umweltpolitische Lobbyarbeit leisten. Themen sind: Abbau mineralischer Ressourcen, Gifte auf Abraumhalden, Fracking, Biodiversität, Wasserverschmutzung und Klimawandel.

Forschungen über Umweltfragen führen u.a. das Environmental Evaluation Unit und das Environmental Economics Policy Research Unit durch, die an die Universität Kapstadt assoziert sind. In Johannesburg sind Forschungseinrichtungen zur Hydrologie und die Umweltwissenschaften an der WITS-Universität zu nennen. Auch die Rhodes Universität in Grahamstown und die Universität in Pretoria sowie einige kleinere Universitäten führen Umweltforschungen durch. Mehrere Universitäten bieten Studiengänge zu Umwelt- und Klimathemen an. Die Vernetzung von Wissenschaftler/-innen, die zu Umweltproblemen, Umweltverschmutzung und Klimawandel arbeiten, ist ein Ziel verschiedener Institute. Studien zur Reduzierung der Umweltbelastungen, zur nachhaltigen Ressourcennutzung und zur Klimapolitik in Südafrika bieten u.a. die Climate Change and Global Sustainability Resources der WITS-Universität in Johannesburg und das entwicklungspolitische Rechercheportal ELDIS. Zum Verständnis der heutigen Umweltprobleme sind auch historische Rückblicke nützlich, Südafrikas Umweltgeschichte analysiert Kontinuitäten und Brüche in der Nutzung oder Ausbeutung und im Schutz der natürlichen Ressourcen.

Klimaschutz

SANBI Illustrationsfoto
Herausforderungen beim Klimaschutz © SANBI

Südafrika ist das Land mit den höchsten CO2-Emissionen in Afrika. Das Umweltministerium hat eine ambitionierte langfristige Strategie zum Klimaschutz vorgelegt, mit der das Land einen klimafreundlichen Entwicklungsweg einschlagen will. Eine ausdifferenzierte Klimapolitik auf der Basis des White Papers von 2011 ist ebenfalls in Kraft, sie gilt auch als Antwort auf den Klimawandel. Die GIZ berät und unterstützt das Umweltministerium bei der Umsetzung der Klimapolitik.

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz, die Anfang Dezember 2015 in Paris stattfand, hat die südafrikanische Regierung ihre Position in einem Diskussionsentwurf publiziert. Darin weist sie auch auf ihre geplanten nationalen Beiträge hin. Eine Übersicht der südafrikanischen Regierungspolitik zum Klimawandel, der Klimagesetzgebung und deren Implemtentierung bietet die Africanclimatevoices. Auch südafrikanische Klimaexperten/-innen kommen darin zu Wort, etwa mit Einschätzungen zum Folgeprozess der UN-Klimakonferenz, konkret zu den Implikationen für Südafrika.

Im Kontext klimapolitischer Analysen sind wirtschaftspolitische Aspekte von besonderem Interesse. Das Beharren auf Kohle und Atomkraft steht dem Wunsch nach einem wachsenden Markt für erneuerbare Energien entgegen. Als politische Grundlage ist das White Paper zu erneuerbaren Energien zu nennen. Das Umweltministerium bietet vielfältige und anschauliche Informationen zur erneuerbaren Energie, u.a. Landkarten, und zu anderen ökologischen Themen. Auch zahlreiche Gesetzesentwürfe und Gesetze sind als Dokumente einsehbar. Anfang Oktober 2015 richtete Südafrika eine internationale Konferenz zu erneuerbaren Energien aus. Mit den komplizierten wirtschafts-, klima-, umwelt- und regierungspolitischen Hintergründen in der Auseinandersetzung über die Bedeutung der Green Economy befasst sich unter anderem das South African Institute of International Affairs. Dieses Institut untersuchte auch die Bedeutung von Energiepolitik und unterschiedlichen Energiequellen in den außenpolitischen Beziehungen zwischen Südafrika und der EU.

Der integrierte Ressourcenplan sieht bis 2030 einen Energiemix vor. Die neuen Energie-Infrastrukturplanungen unterstreichen diese Ausrichtung. In seiner Rede zur Nation am 17. Juni 2014 erläuterte Präsident Jacob Zuma die Regierungspläne im Energiesektor. Auch in seiner Rede zur Nation am 12. Februar 2015 ging Präsident Jacob Zuma abermals auf die Energiepolitik ein.

Stromleitung und Luftverschmutzung
Stromleitung und Luftverschmutzung © R. Schäfer

Südafrikas Energiekonzern Eskom hat den größten Kohleausstoß in Afrika und ist für 40 Prozent der Gesamtemissionen Südafrikas verantwortlich. Derzeit werden weitere neue Kohlekraftwerke gebaut, beispielsweise in der Limpopo Provinz und in Mpumalanga. Allerdings verzögert sich deren Fertigstellung. Die Einführung der hydraulischen Frakturierung zur unterirdischen Schiefergasgewinnung insbesondere in der Karoo ist energie- und umweltpolitisch fragwürdig. Seit Jahren lautet eine zentrale Frage: Kohle oder Klimaschutz? Umweltschützer protestieren gegen umstrittene neue Kohlekraftwerke. Klimaschutz ist deshalb beeinträchtigt, so die Meinung kritischer Umweltwissenschaftler. Kontrovers wird die Einführung einer CO2-Steuer aus wirtschafts- und umweltpolitischen Perspektiven diskutiert. Dabei bringt das Land nach einer KAS-Studie zur Energiepolitik post Fukushima alle Voraussetzungen mit, um bei der Umstrukturierung zu erneuerbaren Energien in Afrika eine führende Rolle einzunehmen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) unterstützen Südafrika bei Projekten zur erneuerbaren Energie, beim Klimaschutz und bei der Bewältigung des Klimawandels bzw. dessen Folgen. Weitere Ziele sind die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesen Bereichen, Fortbildungen für Fachlehrer und das Energiesparen.

Das Programm der südafrikanischen Regierung zum Klimaschutz, das Green Paper zum National Climate Change Response, wird differenziert eingeschätzt. Einige Umweltorganisationen und Wissenschaftler kritisieren konzeptionelle Details. Unter Bezug auf die nationale Klimapolitik, die Emissionen sowie die Bedeutung erneuerbarer Energien ordnet der Klimaindex von German Watch Südafrika auf Platz 37 von 61 ein.

Klimawandel

Poster Weltklimagipfel in Durban 2011
Poster Weltklimagipfel in Durban 2011 Quelle: awf.org

Anlässlich des Weltklimagipfels in Durban im November/Dezember 2011 unterstrich Präsident Jacob Zuma in seiner Eröffnungsrede die Dringlichkeit des Handelns. Im Kontext des Gipfels stellte die südafrikanische Regierung ihre Klimapolitik vor, die sie in internationale Abkommen einordnete. Das Wissen und Bewusstsein der südafrikanischen Bevölkerung über den Klimawandel sollte mit einer Öffentlichkeitskampagne, etwa einem Klimazug von Johannesburg nach Durban gestärkt bzw. geschärft werden. Der Weltklimagipfel, der auf Beschlüsse der UN-Klimakonferenz in Cancún aufbaute, war für Südafrika ein Großereignis. Allerdings wurden die Ergebnisse des Gipfels teilweise kritisch diskutiert. Interdisziplinäre Forschungsinstitute zum Klimawandel an südafrikanischen Universitäten nutzten den Weltklimagipfel, um ihre Studienergebnisse, die regionale Zusammenarbeit und internationale Kooperation vorzustellen. Seit dem Gipfel erscheinen verstärkt themenrelevante Studien südafrikanischer Forscher, etwa zum klimapolitischen Follow-up mit kontinentalem Bezug. Auch der südafrikanische Wetterdienst bietet Klimainformationen, die lokal, national und transnational von Bedeutung sind. Aktuelle und historische Angaben ermöglichen Vergleiche. Zudem beobachten international vernetzte Forschungseinrichtungen den Klimawandel in Südafrika und bieten aktuelle Informationen und ermöglichen Ländervergleiche. Das betrifft auch die Klimapolitik und deren Umsetzung.

Das Ökodorf Lyndoch, das daran angeschlossene Sustainability Institute sowie das Zentrum für nachhaltige Energienutzung nahe Stellenbosch im Western Cape zeigen u.a., wie man mit gefiltertem Wasser und Solarenergie Alternativen schaffen kann. Auf lokaler Ebene etwa setzt sich Touching the Earth Lightly für innovative Architektur, alternative Energienutzung und urbanen Gartenbau ein.

Energiesparende Häuser Sustainability Institute
Energiesparende Häuser - Lynedoch Ecovillage / Sustainability Institute © R. Schäfer
Energiesparende Häuser - Sustainability Institute
Energiesparende Häuser - Lynedoch Ecovillage / Sustainability Institute © R. Schäfer
Sustainability Institute, Gemüsegarten
Lynedoch Ecovillage/ Sustainability Institute, Schulgemüsegarten © R. Schäfer


WeADAPT
hat in Zusammenarbeit mit der Climate System Analysis Group der Universität Kapstadt Materialien zur lokalen Erfassung des Klimawandel erstellt. Anschaulich berichten sie auch über die Folgen des Klimawandels für Kinder in Südafrika.

Seed arbeitet mit Schulen und Schulklassen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit. Auch die Umweltschutzorganisation WESSA richtet sich mit einem eigenen Schulprogramm an Schüler/-innen und Lehrer/-innen.

Seed Saatbeet
Seed Saatbeet © Foto: C. Marx
Seed Garten
Seed Garten © Foto: C.Marx

Klimawandel, Biodiversität und Klimagerechtigkeit

CARETAKER ist ein Filmprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Institut für Biodiversität (SANBI) über die Bedeutung der Biodiversität und der nachhaltigen Entwicklung in Südafrika informiert und verschiedene Projekte und Schutzprogramme vorstellt. Es gibt praktische Handlungsempfehlungen. Im Bereich der maritimen Biodiversität ist SAEON aktiv, u.a. mit Forschungsprojekten für Studierende und Bildungsprogrammen für Schulen.

Groundworks setzt sich für Klimagerechtigkeit ein, der Trust for Community Outreach and Education fordert zudem Landrechte und Jobs im Bereich der nachhaltigen Energienutzung bzw. zur Bewältigung des Klimawandels.

Klimawandel - transnationale und regionale Perspektiven

Earthlife Africa informiert über aktuelle Klimaforschungen und wirkt mit an Studien zum Klimawandel sowie dessen Folgen für Südafrika. Es hat u.a. eine Studie über die Folgen des Klimawandels für Frauen herausgegeben. Aufschlussreich zu diesem Thema sind die Studien der Heinrich-Böll-Stiftung, deren Büro in Kapstadt hat mehrere Forschungen zu Gender und Klimawandel in Südafrika und dessen Nachbarländern in Auftrag gegeben und publiziert. Sie bieten Detailinformationen und ermöglichen Vergleiche eines grenzüberschreitenden Problems. Nützlich sind auch die klimapolitischen Faktenübersichten, die südafrikanische Journalisten/-innen in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet haben und die keineswegs nur für Jounalisten/-innen anschauliche Informationsquellen sind.

Viele Klimaprobleme können nur grenzübergreifend gelöst werden, das verdeutlichen Forschungs- und Praxisansätze der Southern African Development Community (SADC), etwa des SADC Climate Service Centre. Auch die GIZ stärkt die grenzübergreifende Kooperation der SADC-Länder, konkret beispielsweise durch Fortbildungsprogramme über Anpassungsstrategien an den Klimawandel für Mitarbeiter/-innen aus grenzübergreifenden Nationalparks. In der interdisziplinären und regional übergreifenden Forschung ist das Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management (SASSAL) wichtig, das etliche Publikationen zu spezifischen Forschungsthemen und Forschungsergebnissen bereit hält.

Klimawandel ist auch ein Thema, mit dem sich die BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) auseinandersetzen und zwar unter Bezug auf die Ressourcenverknappung und die Energiepolitik.

Klimapartnerschaften, an denen auf kommunaler Ebene südafrikanische und deutsche Gemeinden beteiligt sind, leisten wichtige entwicklungspolitische Beiträge und werden vom BMZ gefördert. Sie tragen auch zur Verwirklichung der Agenda 21 und zum Nord-Süd-Austausch bei.

Sozialraum - Städte und Gemeinden

Johannesburg
Blick auf Johannesburg © Zakysant (CC BY-SA 3.0)
Rathaus von Kapstadt
Rathaus von Kapstadt © R. Schäfer

Über 58 Prozent der Gesamtbevölkerung lebt in Städten. Größte Stadt ist Johannesburg mit mindestens 3,8 Mio. Einwohnern (interaktiver Stadtplan), es ist eine Stadt der Gegensätze. In Kapstadt leben über 3,5 Mio. Menschen, dicht gefolgt von Durban mit etwa 3,4 Mio. Einwohnern, die weiteren Millionenstädte sind Ekurhuleni am East Rand (über 3 Mio. Einw.), Teil der Greater Johannesburg Metropolitan Area). Südafrikas Hauptstadt Pretoria (Tshwane) hat ca. 1 Mio. Einwohner (im Großraum über 2 Mio.). Seit 2000 wurden die Großstädte mit ihrem Umland zu Metro Municipalities zusammengelegt. Sie erhielten neue Namen und die Bewohnerstatistiken beziehen sich teilweise auf die bisherigen Städte, teilweise auf die Metro Municipalities.

Südafrikas Provinzen sind in 53 Distrikte unterteilt, die sich wiederum in 262 Gemeindebezirke aufteilen. Mehr als 60 Städte haben über 100.000 Einwohner, wobei in den Großräumen von Johannesburg, Kapstadt, Durban, Pretoria und Port Elizabeth 38 Prozent der Bevölkerung Südafrikas leben. Die Wohnraumpolitik und die Immobilienpreise sind nicht nur durch die rasante Urbanisierung und die Konkurrenz um Grundstücke geprägt, sondern auch von der Wirtschaftsentwicklung beeinflusst.

Townships

Township bei Kapstadt
Township bei Kapstadt © R. Schäfer
Squattersiedlung bei Johannesburg
Squattersiedlung in der Nähe von Johannesburg © C. Marx

Millionen von Menschen wohnten in den während der Apartheid (1948-1994) geschaffenen Townships. Bekannte Townships sind Soweto, Symbol des Widerstands gegen Apartheid, südwestlich von Johannesburg und die Cape Flats bei Kapstadt. Allein in Khayelithsha leben etwa 1,5 Mio. Menschen. Räumliche Enge, etwa durch selbstgebaute Unterkünfte in kleinen Hinterhöfen von Townshiphäusern, und unsichere Heiz- bzw. Kochgelegenheiten in informellen Siedlungen (Squatter-Camps) führen immer wieder zu Bränden.

Die Versorgung der Bevölkerung, die vielerorts in selbstgebauten Unterkünften aus Wellblech und anderem Abfallmaterial wohnt (so genannte Squatter-Camps/Siedlungen), mit Strom, Wasser und sanitären Anlagen ist eine immense Herausforderung für die Regierung, konkret für die Stadtverwaltungen. Dies führt immer wieder zu sozialen Spannungen. Proteste der selbstorganisierten Squattercamp-Bewohner/-innen gegen Zwangsräumungen und Zerstörungen ihrer Unterkünfte werden von manchen Stadtverwaltungen wie in Durban seit Jahren gewaltsam niedergeschlagen. Hier wurden sogar etliche engagierte Squatterbewohner/-innen umgebracht.

Nach 1994 hat die Regierung im Rahmen ihres Reconstruction and Development-Programmes mit umfangreichen Hausbauprogrammen begonnen, die inzwischen auf Zuspruch und Kritik stoßen. Während Befürworter den kostengünstigen Wohnraum preisen, prangern Kritiker die Verschwendung staatlicher Gelder für minderwertige und mangelhafte Bausubstanz in infrastrukturell und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Gebieten an, die ohne die späteren Bewohner geplant wurden und an deren Bedürfnissen vorbei gehen würden. Auch Korruptionsvorwürfe gegen Verwaltungsmitarbeiter, Planer und Baufirmen werden häufig erhoben. Wegen der Landrechtsprobleme und des Landmangels um die Großstädte änderten die so genannten RDP-Häuser nicht die Wohnungsmisere der Menschen in den Squattercamps oder in etlichen Townships, was mancherorts immer wieder zu Protesten führt, so in Durban.

Punktuell versuchen Forscher, Infrastrukturprobleme, wie die unzureichende Stromversorgung zu lösen und die bestehenden Häuser bzw. informellen Unterkünfte durch innovative Techniken zur Energiegewinnung zu verbessern, beispielsweise indem sie die Solarenergie nutzen.

Verkehrswege

Gautrain im Depot
Der Gautrain im Depot. © GautengCitizen (CC BY-SA 3.0)
Durban People Mover Rank No. 28
Bushaltestelle in Durban © Akidjoh (CC BY-SA 3.0)

Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Transportnetzwerk mit über 73.000 km befestigten Nationalstraßen (Karte) und 24.000 km Schienen. Es gibt einen 2010 veröffentlichten nationalen Transport-Masterplan einen 2015 publizierten aktuellen Transportstrategieplan. Die Erhebung von Straßennutzungsgebühren (toll fees) ist seit Jahren umstritten. Fast alle Nachbarländer sind mit dem Eisenbahnnetz Südafrikas (Karte) verbunden. Auf den Schienen werden vor allem Güter transportiert, beispielsweise mineralische Ressourcen. Für den Personentransport hat der Kleinbus, Bus- und Flugverkehr Priorität (578 Flughäfen, davon 147 mit geteerter Landebahn, Karte der wichtigsten Flughäfen) hat sich das Land in seiner Infrastruktur an die Bedürfnisse des modernen Reiseverkehrs angepasst. Im Oktober 2016 wurde bekannt, dass der Flughafen in George der erste solarbetriebene Flughafen auf dem Kontinent ist.

Im Rahmen der Fußball-WM 2010 investierte die Regierung in die Verbesserung der Verkehrswege. Auf diese Weise erhielt Johannesburg eine Innovation im Nahverkehrssystem: den Gautrain: Er verbindet den internationalen Flughafen mit verschiedenen Stadtteilen und verknüpft Johannesburg mit Pretoria. Südafrika und China kooperieren technisch und finanziell bei der Modernisierung der Eisenbahnen. China investiert in die Infrastruktur mehrerer SADC-Länder, wobei Südafrika als Tor zum Kontinent gilt. Die Entwicklungswirkung der Transportkorridore im südlichen Afrika wird kontrovers diskutiert. Seit einigen Jahren findet auch eine Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels für die Infrastruktur statt, beispielsweise für den Straßenbau. Hier geht es unter anderem um finanzielle Aspekte. Erhalt und Verbesserung des Straßenzustands sind auch im Rahmen des Infrastrukturausbaus 2015 von Bedeutung.

Nationale Symbole

Nationale Flagge
Nationale Flagge, Wikipedia
Staatwappen
Staatswappen, kapstadt.org
Springbock
Springbok © Yathin sk (CC BY-SA 3.0)

Die heutige Landesflagge gilt seit April 1994, den ersten Wahlen nach Apartheid (1948-1994). Rot steht dabei für das im Befreiungskampf vergossene Blut, Grün für das Land, Blau für die Ozeane, Weiß für die weiße, Schwarz für die schwarze Bevölkerung und Gold für den Reichtum des Landes. Eine Flagge also, die die bewegte Geschichte des Landes widerspiegelt und für deren Gebrauch es festgelegte Regeln gibt.

Das Staatswappen ("Coat of Arms") besteht aus den Elementen Elefantenstoßzähne, Weizenähren, ein Schild, zwei sich die Hände reichende San, ein Schlagstock (Knobkierie), ein Speer, der Protea King, der Sekretärsvogel und der Sonnenaufgang.
Nationales Tier ist seit 1906 der Springbock. Nach diesem wurde die Mannschaft des südafrikanischen Rugbyteams "The Boks" genannt. Statt dieser mit einer weißen Sportart verknüpften hüpfenden Antilope möchte die Regierungspartei ANC lieber alle Sportteams unter das nationale Symbol der Protea vereinen. Die Protea ist die Königin der Blumen Südafrikas.

Südafrikas Nationalhymne "Nkosi sikelel' iAfrika" ist die bekannteste Melodie Afrikas. Sie wurde ursprünglich von einem Methodistenpfarrer für den Gottesdient komponiert. Mit entsprechender Ausrüstung können Sie sie in der Chorversion hören (7,6 MB). Die  Stem van Suid-Afrika war von 1957 bis 1994 offizielle Nationalhymne.

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Über die Autorin

Rita Schäfer, freiberufliche Wissenschaftlerin, Autorin der Bücher: Im Schatten der Apartheid 2008, Frauen und Kriege in Afrika 2008, Gender und ländliche Entwicklung in Afrika 2012. Freie Mitarbeit in der "Afrika Süd"-Redaktion der Informationsstelle südliches Afrika (issa), Bonn. Dezember 2015: Konzeption des Informationsportals Africanclimatevoices.com zum Klimawandel im südlichen Afrika.

Südafrika aktuell

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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