Umayyad Mosque at night ©Evgeni Zotov
Offizieller Name
Syrische Arabische Republik
Fläche
185 180 km²
Einwohner
ca. 19,4 Mio. (2018, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
ca. -1.6 % (2017, geschätzt)
Regierungssitz
Damaskus
Amtsprache
Arabisch
inoffizielle Sprachen
Kurdisch, Armenisch

Aktuelle Entwicklungen

Seit 2011 herrscht Bürgerkrieg in Syrien, der mit friedlichen Demonstrationen für
politische und gesellschaftliche Reformen begann.  Ausgelöst von Protesten gegen die Regierung unter Präsident Baschar al-Assad entwickelte sich aus einem Bürgerkrieg zunehmend ein geopolitischer Konflikt, in den immer mehr Parteien hineingezogen wurden. Die Lage spitzt sich täglich zu, das Land ist in weiten Teilen verwüstet. Westliche Staaten, die Türkei und die arabischen Golfstaaten
standen lange Zeit auf Seiten der Rebellen; Russland, der Iran und die Hisbollah stehen auf Seiten des Regimes. Mit der Unterstützung Russland und des Irans brachte  al-Assad mittlerweile wieder große Gebiete Syriens unter seiner Kontrolle.

Vor einigen Wochen startete die Syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine Offensive auf die letzte Bastion der Rebellen Idlib im Norden Syriens, wo seit September 2018 ein Waffenstillstand herrschte. Seither sind mehr als 200.000 Menschen sind auf der Flucht ins syrisch-türkische Grenzgebiet.  

Übersichtskarten

Übersichtskarte Syrien politisch (Quelle: University of Texas Libraries, public domain))
Übersichtskarte Syrien politisch (Quelle: University of Texas Libraries, public domain)

 

Weitere Syrienkarten der University of Texas at Austin

Die geschätzten Verschiebungen der aktuellen Herrschaftsgebiete der verschiedenen am Konflikt beteiligten Parteien auf einer Karte.

Das Strategic Needs Analysis Project (SNAP) bietet Karten zu verschiedenen Themenfeldern wie Vertreibung der Bevölkerung, humanitäre Krise u.a.

Lage und Größe des Landes

Lage Syriens
Lage Syriens
© Vardion, CC BY-SA 3.0

Mit 185.180 qkm ist das Land etwa halb so groß wie Deutschland. Es liegt zwischen dem 32. und 37. Grad nördlicher Breite und dem 35. und 42. Grad östlicher Länge im Nahen Osten.

Syrien grenzt im Norden an die Türkei mit einer Grenzlänge von 822 km, im Osten an den Irak (Grenze 605 km), im Süden an Jordanien (Grenze 375 km), im Westen an Israel (Grenze 76 km) und den Libanon (Grenze 375 km) und verfügt über einen Küstenstreifen am Mittelmeer von 193 km. Im Südosten und Osten von Syrien liegt die Syrische Wüste. 

Der längste Fluss ist der Euphrat, der Syrien - im Norden aus der Türkei kommend Richtung Irak im Osten - durchfließt. Der höchste Berg ist mit 2.814 Metern der Hermon, der tiefste Punkt von -212 Metern liegt am Ostufer des Tiberiassees (israelisch besetzt).

Grunddaten

Aktuelle Informationen über Syrien kann man auf verschiedenen Webseiten finden, die regelmäßig aktualisiert werden: 

Da seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges die Möglichkeiten der statistische Datenerhebung und Auswertung besonders erschwert sind, weichen die Statistiken verschiedener Organisationen erheblich voneinander ab. Die meisten vorliegenden Zahlen sind eher Schätzungen.  

Naturräumliche Gegebenheiten

Landschaft östlich der Hafenstadt Tartous © Larissa Bender

Der Küstenstreifen hat ein typisch mediterranes Klima; Parallel zum 193 km langen Küstenstreifen verläuft im Nordwesten das 120 km lange und 40 km breite teilweise bewaldete Alawiten-Gebirge. Seine  höchsten Erhebungen finden sich im Norden mit bis zu 1754 m Höhe. Im Norden und Osten wird das Gebirge vom Orontes umflossen. Dieses besonders fruchtbare Orontestal erscheint als Kerngebiet Syriens, da sich in der landwirtschaftlich rentablen Region ein hoher Bevölkerungsanteil konzentriert. . Weiter südlich erhebt sich der Anti-Libanon. Dessen Ausläufer gehen in die Golanhöhen über und fallen zum Yarmuktal hin ab. Der Nordosten Syriens ist ebenfalls sehr fruchtbar. Die 400 m hohe Jeziraebene liegt im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Der Osten Syriens wird von der Stein- und Steppenwüste beherrscht, welche über 60 % der gesamten Staatsfläche einnimmt. Sie ist ein Ausläufer der Arabischen Wüste.

In Damaskus, Aleppo und im Landesinneren herrscht kontinentales Klima vor, mit heißen Sommern und kalten und mitunter feuchten Wintermonaten (etwa Dezember bis Februar) mit Niederschlagsmengen an der Küste zwischen 600 - 1.000 mm, in der Steppenregion 400 mm, im Osten und Südosten bis nur noch 100 mm.

Ökologische Probleme

Das bedeutendste Umweltproblem in Syrien, ist die Luftverschmutzung. Sie wird durch den Bürgerkrieg als auch insbesondere durch Verkehr, offene Feuer und unkontrollierte Mülldeponien hervorgerufen. Sprengsätze, Giftmüll und Luftverschmutzung verseuchen Grundwasser und Böden. Weite Teile der Umwelt sind bereits nachhaltig verwüstet, giftige Stoffe aus Munition, Häuserruinen oder Müll dringen in die Böden ein und verschmutzen das Grundwasser.  Auch die Luftverschmutzung durch zerbombte Gebäude spiele eine große Rolle, denn in vielen Häusern wurde Asbest verbaut. Das Klima in Syrien ist sehr trocken, die Partikel von zerstörten Häusern bleiben dadurch länger in der Luft.

Das hohe Verkehrsaufkommen in den Ballungsräumen und das Heizen mit umweltschädlichem Dieselöl hat eine starke Luftverunreinigung in den Großstädten zur Folge. Umweltprobleme sind in Syrien in erster Linie das Resultat des sehr hohen Bevölkerungswachstums von 2,5 Prozent sowie des hohen Wirtschaftswachstums. Ganz schwere Schäden sind während des syrischen Krieges entstanden durch die Beschießung von Erdölraffinerien. Es gibt also eine totale Verseuchung der betreffenden Region, die noch lange anhalten wird. 

Ein unkontrolliert hoher Wasserverbrauch insbesondere in der Landwirtschaft, aber auch im privaten Bereich, sowie eine unzureichende Abwasserreinigung führen zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels sowie zur Verunreinigung der ohnehin knappen Ressource Wasser. So sind etwa nur 53 Prozent der Bevölkerung an ein Abwassersystem angeschlossen.

Weitere ökologische Probleme entstehen durch Entwaldung und die Überweidung durch eine extensive Schaf- und Ziegenzucht. Die Umweltprobleme Syriens sind in den Bereichen Entwaldung; Überweidung; Bodenerosion; Desertifikation; Wasserverschmutzung durch Abfälle aus der Abwasser- und Erdölverarbeitung; unzureichendes Trinkwasser.  

Sozialgeographische Gegebenheiten

Große Städte

Die größten Städte Syriens sind die Hauptstadt Damaskus, deren Einwohnerzahl auf über 4 Millionen geschätzt wird. Die zweitgrößte Stadt ist Aleppo, etwa zwei Millionen Einwohner, mit Damaskus um den Status der am längsten bewohnten Stadt der Welt konkurriert. Weitere große Städte sind Homs und Hama sowie die beiden Mittelmeerstädte Latakia und Tartus.

Präzise Angaben über die Bevölkerungszahlen lassen sich nicht machen, da die syrische Regierung schon seit Jahrzehnten keine Volkszählung durchgeführt hat.

Zudem lag die Zahl der Binnenvertriebene laut UNHCR bei 6 Millionen Menschen, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Aus manchen Städten sind Hunderttausende geflohen, andere Städte sind durch den Zuzug von Binnenflüchtlingen stark angewachsen.

Infrastruktur

Die Angaben über das Straßennetz schwanken zwischen ca. 50.000 und knapp 95.000 Kilometern, davon asphaltiert zwischen knapp 20.000 und 38.000. Das Eisenbahnnetz verfügt über etwa 3000 Schienen-Kilometer. Die Länge der Wasserwege beträgt ca. 900 km, sie sind allerdings ökonomisch ohne Bedeutung.

Die wichtigsten Häfen sind Latakia, Tartus und Banjas. Zivilflughäfen gibt es in Damaskus, Aleppo, Latakia, Kamischli und Deir al-Zor.

Syrien deckt 90 Prozent seines Trinkwasserbedarfes und 75 Prozent seines Strombedarfes durch den Euphrat. Bis heute wurden am Euphrat mehr als 130 Dämme fertiggestellt. Der Staudamm Thaura mit einer Fläche von 640 Quadratkilometern ist die Lebensader der ökonomischen und sozialen Entwicklung Syriens. Heute werden 241 000 ha Land mit 6 Milliarden km³ Euphratwasser bewässert. Syrien beabsichtigt bereits, sowohl die bewässerte Fläche als auch das zur Bewässerung benötigte Wasser aus dem Euphrat verdoppeln. Allerdings sind Syriens Bewässerungsmethoden vollkommen veraltet, was einen großen Wasserverlust verursacht.

Nationale Symbole

Syrische Nationalflagge (© public domain)

Flagge

Die syrische Flagge besteht aus einem roten, einem weißen und einem schwarzen Querstreifen. Auf dem Weiß prangen zwei grüne Sterne, die für Ägypten und Syrien stehen. Diese Flagge stammt aus der Zeit der Vereinigten Arabischen Republik (1958-1961) und wird seit 1980 wieder verwendet.

Flagge der syrischen Revolutionsbewegung (© public domain)

Die im März 2011 ausgebrochene Aufstandsbewegung gegen das herrschende Regime benutzt eine Flagge, die bereits von 1932 bis 1958 und von 1961 bis 1963 Syriens Nationalflagge war. Sie besteht aus drei waagrechten Streifen in Grün, Weiß und Schwarz sowie drei fünfzackigen roten Sternen. Damit setzen sich die Protestierenden eindeutig gegen die Herrschaft der seit 1963 regierenden Baath-Partei ab.

Syrisches Wappen (© public domain)

Wappen 

Das syrische Staatswappen, das 1946 eingeführt wurde, besteht aus einem nach rechts blickenden Falken. Der Schild auf seiner Brust zeigt die syrische Flagge, die nach unten durch zwei Lorbeerzweige eingerahmt wird. Unter diesen Zweigen steht auf einem grünen Banner auf Arabisch der offizielle Name Syriens geschrieben: Syrische Arabische Republik.

Syrische Tausenpfundnote

Währung 

Die syrische Lira (Pfund) ist die Währung von Syrien.  Die größte Geldnote sind zweitausend syrische Lira (Pfund). Weiterhin gibt es Scheine von 2000, 1000, 500, 200, 100 und 50 Lira. Münzen haben einen Wert von 1, 2, 5, 10 und 25 Lira. Auch einige wenige Ein- und Zweiliramünzen sind noch im Umlauf. Die Ein- und Ausfuhr syrischer Lira ist verboten.  Im Syrischen Bürgerkrieg seit 2011 wurde die Lira gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Bei Reisen nach Syrien ist es deshalb nicht ratsam, sich im Ausland mit Lira zu versorgen, zumal der Kurs durch die nicht vorhandene Konvertibilität deutlich ungünstiger ist als in Syrien selbst.

Syrische Nationalhymne 

Die syrische Nationalhymne heißt "Humat ad-Dijar" - Beschützer des Landes - auf Englisch Defenders of the realm.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde im Februar 2019 aktualisiert.

Der Autor

Dr. Marwan Abou Taam ist assozierter Wissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und freier Autor. Seine Forschungsschwerpunkte sind Regionalstudien Naher Osten/ Nordafrika/ Golfregion, EU-Sicherheitspolitik sowie Migration und Innere Sicherheit.    

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