Kulturell vom Buddhismus und vom Reisanbau geprägt, ist Thailand inzwischen eine aufstrebende Industrienation. Sozial, kulturell und politisch befindet sich vieles im Wandel. Als “Land des Lächelns” vermarktet, ist es heute zum Land der politischen Polarisierung zwischen “Gelb-” und “Rothemden” geworden.

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Corona in Thailand

Auch Thailand ist von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Die Zahl der Fälle ist nicht sehr hoch, auch weil ein öffentliches Krankensystem und eine engagierte Zivilgesellschaft eine aktive Teilnahme der Bevölkerung an Anti-Corona-Maßnahmen ermöglichte. Die Regierung liess recht früh Schulen, Malls und andere Orte schliessen. Allerdings wird gerade dem Militär vorgeworfen, zu wenig gegen das Virus zu tun. Ein von der Armee betriebenes Muay Thai Boxing Stadion blieb trotz Regierungsanweisung offen und gilt jetzt als einer der Hauptansteckungsherde. Die Einschränkungen im Alltag werden nicht mit umfangreichen Tests kombiniert. Schon jetzt zeichnen sich die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Einschränkungen ab. Der partielle Lockdown in Bangkok führte zu einem Exodus von ArbeiterInnen, die nach Hause in den Nordosten geflüchtet sind. Die Tourismusindustrie ist besonders getroffen. Taxifahrer berichten von einem Einbruch von 80%. Die Regierung reagiert mit riesigen Hilfs- und Investitionensprogrammen. Besonders hart betroffen sind die migrantischen ArbeiterInnen in Bangkok und ihre soziale und politische Prekarisierung macht eine effektive Gesundheitsstrategie schwierig. Das Militärregime nutzt indes die Situation, um eine repressive Handhabung der Krise auszuprobieren, u.a. auch eine nächtliche Ausgangssperre.

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Der Autor

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Dr. Oliver Pye ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Südostasienwissenschaft an der Universität Bonn. Er forscht seit 1995 zu Thailand und promovierte 2003 über thailändische Forstpolitik. Seine Schwerpunkte sind gesellschaftliche Naturverhältnisse, Globalisierung, soziale Bewegungen und die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Rot- und Gelbhemden.

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