Ein großer Baum mit safranfarbener Tuch umbunden
Offizieller Name
Königreich Thailand
Fläche
513.115 km²
Einwohner
69 Mio. (2019)
Bevölkerungswachstum
0.28 % pro Jahr (2019)
Regierungssitz
Bangkok
Amtssprache
Thailändisch
Regionalsprachen
Laotisch (Nordosten), Malay (Süden), Karen (Westen

Lage, Größe und Karten

Landkarte von Thailand. Die Hauptstadt Bangkok liegt zentral am Golf von Thailand; im Westen Grenze mit Myanmar, im Osten mit Laos und Kambodscha, der langgestreckter Süden grenzt an Malaysia.
Thailand (© CIA, public domain)

Thailand liegt in Südostasien am Golf von Thailand. Nach Westen hin teilt Thailand eine Grenze mit Myanmar, die durch massive Bergketten geprägt ist. Nach Osten hin grenzt Thailand an Kambodscha und Laos. Im Norden und Nordosten wird die Grenze durch den Mekong gebildet. Der langgestreckte Süden grenzt an Malaysia. Mit einer Fläche von 513,000 km² ist das Land etwa eineinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat aber ca. 14 Millionen weniger Einwohner.

 

Weitere nützliche Karten sind: eine genauere topographische und politische Karte; eine interaktive Straßenkarte; Satellitenbilder von Thailand oder Bangkok; eine physische Karte; ältere Karten, die Vegetation und ethnische Verteilung zeigen; sowie thematische Karten zu Demographie und Wirtschaft und zu humanitären Katastrophen.

Landesimpressionen

Ein Backsteinturm, der von Baugerüst ummantelt ist.
Ein Chedi in Wat Phra Kaeo, Chiang Rai, wird renoviert, 2011 (© Oliver Pye)

Folgende Bilderserien über BangkokReisanbau, Märkte, Tempel und von National Geographic oder Geo bieten touristische Eindrücke vom Land. Photoessays eröffnen interessante Einblicke in den Alltag der dort lebenden Menschen, z.B. in Bangkok, auf der Straße, Kinderleben, Seenomaden, Südthailand, burmesischer Fischereiarbeiter und Müllsammler. Interessant sind auch folgende Photoessays über besondere kulturelle Erscheinungen wie Kampfkünste, Hahnenkämpfe oder Mönche in Chiang Mai; Naturereignisse wie die Bangkoker Flut (und der Umgang der Bevölkerung damit), die Folgen des Massentourismus, oder politische Bewegungen wie die der Rothemden. Diese Dokumentationsfilme erzählen Geschichten von der Entenakademie, Insektensnacks, Zuggeschichten, oder Kinder, die Muay Thai lernen.

Grunddaten

Als erste Einführung dienen offizielle Seiten aus Thailand. Die Seiten der Regierung und des Außenministeriums bieten einen staatsnahen Politiküberblick, das National Statistical Office verschiedene statistische Erhebungen (oft nach Provinzen aufgeschlüsselt); zu ökonomischen Fragen ist die Bank of Thailand eine gute Ausgangsposition; für einen touristischen Überblick die Seite des Ministeriums für Tourismus. Klassische Grunddaten sind bei UNData und im CIA Factbook zu finden. Die Thailandseiten der Vereinten Nationen, und der Weltbank bieten wirtschafts- und entwicklungspolitische Informationen. Überblicke gibt es auch beim Auswärtigen Amt, beim UNDP und beim Statistischen Bundesamt.  Eine ausführliche (etwas veraltete) Einführung in die politische Geschichte des Landes ist bei der Library of Congress zu finden. Eine Sammlung von Zeitungsberichten auf Deutsch sowie die deutsche Seite auf Wikipedia sind ebenfalls zu empfehlen. Eine gute deutschsprachige Quelle ist die online Zeitschrift Südostasien, die thematische Schwerpunktehefte zu der Gesamtregion anbietet. Auf Englisch und Thai finden Sie aktuelle politische Analysen auf Prachatai und auf New Mandala.

Naturräumliche Gegebenheiten

Ein Schild mit der Schrift "Golden Triangle"; im Hintergrund eine Aussicht auf den Mekong und Thailand, Myanmar und Laos
Das Goldene Dreieck verbindet Thailand, Myanmar und Laos (© Oliver Pye)

Thailand wird naturräumlich durch die Tiefebene nördlich der Hauptstadt Bangkok, ausgedehnte Bergketten im Norden, im Westen und im Zentrum, die Hochebene im Nordosten, und dem Ithmus von Kra im Süden geprägt. In den Bergen des Nordens entspringen die Flüsse, die den mächtigen Chao Praya Fluss der Tiefebene versorgen. Im trockenen Nordosten fließen der Mun und der Chi in den Mekong. Die Hydrographie wird auch durch das monsunale Klima beeinflusst, das eine Regenzeit von April bis Oktober und eine Trockenzeit von November bis April verursacht. Das Klima ist damit tropisch-monsunal. Der Süden ist tropisch und von der langen Küste, Karstgebirgen und vielen Inseln geprägt. Thailand ist ein Zentrum biologischer Vielfalt, mit einer enormen Bandbreite an verschiedenen Waldtypen, um die 25.000 Pflanzenarten und noch geschätzten 60.000 unentdeckten Tierarten. In den vielen Nationalparks kann man die unterschiedlichen Naturräume und Ökosysteme besichtigen. World Heritage Sites wie der Dong Phayayen-Khao Yai Wald oder das Thungyai-Huai Kha Kaen Wildreservat zeigen noch intakte Waldkomplexe. Thailand verfügt auch über eine ganze Reihe von Bodenschätzen inklusive Kohle und Öl, wobei es besonders für Zinn bekannt ist.

Ökologische Probleme

Gerade Reihen von jungen Eukalyptusbäumen, trocken und ohne Unterwuchs.
Eukalyptusplantage im Nordosten Thailands (© Oliver Pye)

Die rasche Industrialisierung Thailands hat zu einer Reihe von ökologischen Problemen geführt. Abwasser aus Industrieanlagen verschmutzen z.B. den Chao Praya, während Abgase und Verkehrsaufkommen die Luftqualität beeinträchtigen und eine Feinstaubproblematik in Bangkok und anderen Städte produzieren. Auch wenn es Fortschritte in der Umweltgesetzgebung gibt - v.a. bezüglich Abgasen und Abfallwirtschaft – sind große Abwasseraufbereitungsprojekte wie in Samut Prakan nach wie vor umstritten.

Auf dem Land gefährden hohe Entwaldungsraten die Biodiversität,Tourismusindustrie und Garnelenzucht die Mangroven und Küstengebiete. Größere ökologische Eingriffe wie die versuchte Etablierung von Eukalyptusplantagen für die Zellstoffindustrie, Staudämme wie der Pak Mun oder Braunkohlekraftwerke wie in Mae Moh führten zu heftigen sozial-ökologischen Auseinandersetzungen.

Noch dramatischer waren zwei Wasserkatastrophen: der Tsunami von 2004 und die große Bangkoker Flut 2011. Vor allem Südthailand wurde vom Tsunami getroffen, viele Tausend Menschen sind ertrunken. Die Auswirkungen beider Katastrophen sind durch menschengemachte Umweltveränderungen in den Jahren davor verschlimmert worden, die z.T. unzureichende Reaktion der Behörden erzeugte starke politische Diskussionen.

Seit den 1980er Jahren entstand in Thailand eine vielschichtige Umweltbewegung. Das 1995 gegründete Forum der Armen wandte sich gegen die Folgen der industriellen Entwicklung und plädierte für eine ökologische Landwirtschaft. Die jahrzehntelange Bewegung gegen den Pak Mun Staudamm hat wiederum die weitere Expansion von großen Wasserkraftwerken verhindert. Für das Ziel der Klimagerechtigkeit hat sich ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Thai Working Group for Climate Justice (TCJ) zusammengeschlossen. Die Bewegung Fridays for Future ist auch in Bangkok aktiv geworden. Konkrete Projekte, wie die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern auf der Insel Kho Klang, zeigen, dass eine nachhaltigere Vorgehensweise funktionieren kann.

Obwohl Thailand Unterzeichner bei wichtigen Konventionen wie dem Übereinkommen über Biologische Vielfalt oder der Klimakonvention ist, reagierte die thailändische Regierung eher defensiv oder gar repressiv auf diese Bewegungen. Das Ministerium für Natürliche Ressourcen und Umwelt wurde erst 2002 gegründet. Zwar wird in der Klimapolitik einiges versprochen, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Die Forstverwaltung, früher für seine Mitverantwortung an der Abholzung der thailändischen Wälder verschrien, versucht immer wieder, Indigene aus Nationalparks zu vertreiben. Seit dem Militärputsch von 2014 wird härter gegen Landbesetzungen vorgegangen. Das Militärregime will durch Vertreibungen die Waldfläche auf 40% erhöhen. Gegen die neue Waldpolitik protestierten 2018 Bauern, in dem sie in einer "We Walk" Aktion nach Bangkok marschierten.  Immer wieder werden Umweltaktivisten getötet, wie der Anti-Kohlebergbau-Aktivist Pithan Thongpanang, der im Dezember 2014 auf offener Straße erschossen wurde. 2016 wurde der Landrechtsaktivist Chai Bunthonglek im Süden Thailands ermordet. 2017 erschoss ein Soldat Chaiyaphum Pasae, einen Aktivisten der "Indigenous Peoples Human Rights Defender" und Mitbegründer der "Save Lahu" Gruppe. 

Wald unter Militärherrschaft

Bäume, Wald und ein Schild, auf dem "geschützter Wald" auf Thai steht
Ein geschützter Wald im Norden Thailands (© Oliver Pye)

Seit dem Putsch 2014 findet eine Remilitarisierung der Forstpolitik in Thailand statt. Kurz nach dem Putsch hat die Junta eine neue Waldstrategie vorgelegt, die eine gewaltsame Reterritorialisierung der Wälder zum Ziel hat. So werden Menschen, die in Waldgebieten leben, von einer Umsiedlung bedroht. Wie sehr oft in der thailändischen Forstpolitik, wird die staatliche Kontrolle über Wälder auf Kosten von Kleinbauern mit ambitionierten Aufforstungsplänen begründet. Wie in früheren Projekten ist die Zusammenarbeit zwischen dem Royal Forestry Department und der auf Aufstandbekämpfung spezialisierten Internal Security Operations Command (ISOC) auffällig, wie auch der Name des Programms, der "Forestry Master Plan". Eine Neuauflage des Gemeindewaldgesetzes (Community Forestry Bill), das Anfang 2019 verabschiedet wurde, verbietet die Nutzung von Gemeindewäldern in geschützen Waldgebieten. Das Gesetz ist damit eine faktische Enteignung vieler ethnischer Minderheiten, die seit Jahrzehnten Waldgebiete in den Nationalparks nutzen und schützen. Flankiert wird die militärische Einmischung in die Forstpolitik mit Repression und der Ermordung von politischen Aktivisten. Ähnliche Ansätze in der thailändischen Forstpolitik wurden früher immer wieder durch Bewegungen ziviler Ungehorsam und von Waldmönchen verhindert.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Baumbesäumte Strassen und nebelumhüllte Berge im Hintergrund
Chiang Mai, die größte Stadt des Nordens, ist kleiner, grüner und entspannter als Bangkok (© Oliver Pye)

Die Sozialgeographie Thailands wird durch die Omnipräsenz der Haupstadt Bangkok beherrscht. Hier konzentriert sich in besonderem Maße die wirtschaftliche und politische Macht des Landes. Bangkok, mit einer Einwohnerzahl von 8-10 Millionen, wird als Megastadt eingestuft, die nächstkleineren Städte – Nakhon Ratchasima (auch Khorat genannt) und Khon Kaen im Nordosten, Chiang Mai im Norden oder Hat Yai im Süden sind demgegenüber fast noch provinziell. Deshalb wird in vielen sozialgeographischen Analysen ein Stadt-Land Gegensatz postuliert, bei dem die Elite in der Stadt und die Armen auf dem Land leben würden. Allerdings ist Bangkok selbst sozialgeographisch sehr gegensätzlich. Die Arbeiter/innen leben in den Industrievierteln im Norden und Südwesten und sind über zirkuläre Migration mit den ländlichen Gebieten im Norden und Nordosten oder gar mit Myanmar eng verzahnt.

Inzwischen ist die Infrastruktur Thailands mit Straßen und Elektrizität flächendeckend sehr gut ausgebaut. Es gibt einige internationale Flughäfen. Der neue Suvarnabhumi Flughafen in Bangkok wurde als zehntbester der Welt eingestuft. Die Regierung Yingluck plante, das Schienennetz mit Hochgeschwindigkeitszügen auszubauen, doch ein Verfassungsgerichtsurteil stoppte das milliardenteure Projekt. Seit dem Putsch 2014 werden die Pläne von der Militärregierung weiterentwickelt - diesmal ohne Intervention der Richter. Thailand ist auch gut mit Häfen ausgestattet, wovon Laem Chabang eins der größten Containerhafen der Welt ist. Weitere infrastrukturelle Großprojekte werden im Rahmen der vom Asian Development Bank unterstützten Regionalentwicklung in der Greater Mekong Subregion stattfinden, die aber mitunter in der Kritik stehen. Die berüchtigten Staus der Hauptstadt haben sich seit dem Bau der Skytrain und der U-Bahn etwas entschärft – obwohl hier auch ein klares soziales Gefälle deutlich wird – für die Armen sind die Ticketpreise dieser Prestigeobjekte viel zu hoch.

Flagge und andere nationale Symbole

Nationalflagge (gemeinfrei)
Nationalflagge (gemeinfrei)
Eine Garuda mit ausgebreiteten Flügeln
Das Garuda-Staatssymbol Thailand (gemeinfrei)

Die nationale Flagge von Thailand wurde 1917 unter der absoluten Monarchie eingeführt, als Thailand noch Siam hieß. Die Farben sollen Nation (rot), Religion (weiß) und Monarchie (blau) symbolisieren. Das Staatswappen besteht vor allem aus dem hinduistischen Garuda. Als nationale Symbole gelten auch die Monarchie und der Buddhismus. Ein sehr geschichtsträchtiges Symbol ist das Demokratiedenkmal in Bangkok, das General Phibun im Andenken an die Revolution von 1932 errichten ließ. Das Denkmal war immer wieder der Ort für wichtige Demokratiebewegungen – wie 1973, 1992 und auch 2010. Die Widersprüchlichkeiten der nationalen Symbolik kommt auch bei der Nationalhymne zum Vorschein. Während der Text der Nationalhymne rein nationalistisch ist und jeden Hinweis auf den König vermissen lässt, wird das Abspielen des Liedes (z.B. im Kino) mit Bildern vom König, vom Militär und von buddhistischen Mönchen untermauert.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im April 2020 aktualisiert.

Der Autor

Bild des Autors

Dr. Oliver Pye ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Südostasienwissenschaft an der Universität Bonn. Er forscht seit 1995 zu Thailand und promovierte 2003 über thailändische Forstpolitik. Seine Schwerpunkte sind gesellschaftliche Naturverhältnisse, Globalisierung, soziale Bewegungen und die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Rot- und Gelbhemden.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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