Straßenszene in einem Viertel von Lomé
Währung
Franc CFA
Wechselkurs
655,957 pro € (fester Wechselkurs)
Zeitzone
GMT
Landesvorwahl (Telefon)
+228 (00228)
Klima (für Hauptstadt)
tropisch, feuchtheiß

Einreise

Für die Einreise nach Togo ist ein gültiges Visum erforderlich. Visumanträge können Sie bei der togoischen Botschaft in Berlin oder bei den Konsulaten erhalten. Darüber hinaus benötigen Sie das gelbe internationale Impfbuch mit dem Nachweis der Gelbfieberimpfung. Das Auswärtige Amt veröffentlicht die Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige zu Togo. Für einen längeren Aufenthalt benötigen Sie eine Aufenthaltsgenehmigung. 

Aktuell führt die Ausbreitung der COVID-19 Pandemie auch in Togo zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen, teilweise auch Einreisesperren.

Seit dem 16.03.2020 gilt für Einreisende aus Deutschland und anderen Hochrisikoländern eine 14-tägige Quarantänepflicht. Die Quarantäne erfolgt bisher in der eigenen Unterkunft (Wohnung/Haus/Hotelzimmer) und wird streng überwacht. Togoisches Krankenpersonal konsultiert die unter Quarantäne stehenden Personen entweder telefonisch oder im Rahmen von Hausbesuchen.

Seit dem 20.03.2020 ist der Flughafen Togos für Flüge aus Europa und allen Hochrisikoländern gesperrt. Es gibt nur noch sehr wenige internationale Flugverbindungen. 

Seit dem 21.03.2020 sind die Landgrenzen Togos für den Personenverkehr für zunächst zwei Wochen geschlossen. Die größeren Städte im Land (Lomé, Tsevié, Kpalimé und Sokodé) sind abgeriegelt mit strikten Kontrollen und Sperrpunkten auf den Überlandstraßen. Des Weiteren ist das Betreten der Strände untersagt; öffentliche Veranstaltungen sind verboten. Mit weiteren Einschränkungen ist für die Zukunft zu rechnen.

  • Halten Sie sich an die Maßnahmen der Regierung und leisten Sie Aufforderungen des Sicherheitspersonals Folge.
  • Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei der für Sie zuständigen Vertretung der Republik Togo zu den aktuellen Einreisebestimmungen. Für Einreisen in Togo besteht Visumspflicht für deutsche Staatsangehörige.

Bitte beachten Sie die fortlaufend aktualisierten Informationen des Auswärtigen Amts zu Covid-19 und informieren Sie sich mit lokalen Medien über aktuelle Anweisungen im Land.

Auf der Website des Flughafens in Lomé finden Sie die Abflug- und Ankunftsdaten sämtlicher Flüge von und nach Lomé, sowie diverse touristische Dienstleistungen. In Togo wurde 2009 die Fluglinie Asky Airlines, gegründet, die in Zusammenarbeit mit Ethiopian Airlines zunächst den innerafrikanischen Flugverkehr mit Anbindungen an Europa und Asien bedienen wird.

Wohnen und Versorgung

In der Regel wird Ihnen der Arbeitgeber, bzw. die Entsendeorganisation bei der Wohnungssuche behilflich sein. Es dürfte auch nicht schwer sein, die passende Wohnung zu finden, da genügend freie Wohnungen angeboten werden. Wer komfortabel in Lomé wohnen möchte, kann dies in vielen verschiedenen Stadtvierteln auch mitten in der Gesellschaft tun. Es gibt aber auch ein gesichertes Villenviertel in der Stadt, in dem man sehr abgegrenzt von der Bevölkerung leben kann.

Das Warenangebot (z.B. Lebensmittel) ist vor allem in Lomé sehr vielfältig und bietet viele europäische Importprodukte. Internationale Supermärkt eröffnen zunehmend Filialen in der Hauptstadt. Das sollte Sie aber nicht hindern, auch die Köstlichkeiten der togoischen Küche zu probieren. In den Städten im Landesinneren ist das Warenangebot eher am Bedarf der togoischen Bevölkerung ausgerichtet. Auf den Märkten finden Sie ein reichhaltiges Angebot an frischem Obst und Gemüse.

Der Markt für Kleidung und Schuhe wird von China dominiert, wobei die Produkte von sehr kurzer Lebensdauer sind. Andere Markenprodukte gibt es aufgrund der hohen Neupreise nur gebraucht zu kaufen. Prinzipiell hat man häufig die Wahl zwischen gebrauchten Produkten aus Europa oder neuer und bezahlbarer Ware aus China, wobei sich die Qualität häufig im Preis wiederspiegelt. Üblicherweise wird Kleidung von Schneider*innen angefertigt und der Stoff zuvor auf dem Markt gekauft.

In jedem Fall ist es interessant, auch Perspektivwechsel vorzunehmen und das Alltagsleben und seine Unzulänglichkeiten aus Sicht der togoischen Bevölkerung zu betrachten.

Marktstand mit Tomaten und Piment in Tsévié © Otto Frick
Marktstand mit Tomaten und Piment in Tsévié © Otto Frick
Ein ideales Getränk: frisches Kokoswasser © Keith Lindsey
Ein ideales Getränk: frisches Kokoswasser © Keith Lindsey
Espressoverkäufer in Lomé-Adoboukomé © Otto Frick
Espressoverkäufer in Lomé-Adoboukomé © Otto Frick

Kulinarisches

Wagasi-Käse, der mit Hirse rot eingefärbt wird
Wagasi-Käse, der mit Hirse rot eingefärbt wird © Otto Frick

Zu den Besonderheiten der togoischen Küche gehört Fufu, ein festes Püree aus gekochten und gestampften Jamsstücken und Pâte oder Akoumé, ein fester Brei aus Maismehl. Gari, das aus Maniok gewonnen wird, spielt auf dem togoischen Speiseplan eine wichtige Rolle. Zu diesen Plats de résistance werden verschiedene leckere Soßen serviert. Cuisimonde gibt einen kurzen Einblick in die Küche Togos. An Getränken gibt es im Süden Palmwein, aus dem auch der Schnaps Sodabi destilliert wird, während im Norden eher Hirsebier (angeblich werden 60 % des Ernteertrags zu Bier verarbeitet) angeboten wird. Das Online-Magazin Togozine gibt einen kurzen Einblick in die Küche Togos und im ersten Kochbuch, das sich der togoischen Küche widmet, der Publikation '50 recettes du Togo', werden Gerichte aus allen Regionen des Landes präsentiert. 2016 setzte Togo am 21. Mai, dem Tag der kulturellen Vielfalt, vor allem auf seine kulinarische Vielfalt und präsentierte Gerichte aus allen Landesteilen unter dem Motto 'Konsumiert die togoischen Produkte'. Ein kleiner Film zeigt eine Familie am Stadtrand von Lomé bei diversen morgendlichen Aktivitäten und beim Frühstücken.

Mit Kindern in Togo

Togo ist ein sehr kinderfreundliches Land. Sollten Sie mit Kindern ausreisen wollen, so werden Sie von der togoischen Bevölkerung sicherlich gern gesehen und haben einen guten sozialen Status. In Lomé und einigen anderen größeren Städten finden Sie auch private Kindergärten. Wenn sich ihre Kinder im schulpflichtigen Alter befinden, so sollten Sie sich rechtzeitig nach den Möglichkeiten des Schulbesuchs erkundigen. In Lomé bieten die britische Schule, die amerikanische internationale Schule und das französische Gymnasium, das 2015 die Grundsteinlegung eines Neubaus feierte, schulpflichtigen Kindern eine gute schulische Ausbildung.

Geld und Geldtransfer

Geldautomat in Lomé-Dékon © Otto Frick
Geldautomat in Lomé-Dékon © Otto Frick

Togo gehört zur westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine (UEMOA) und hat als Währung den CFA-Franc (Franc de la Communauté Financière d'Afrique), der mit einem festen Wechselkurs von 655,957 CFA-Francs an den Euro gekoppelt ist. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Kleingeld bei sich haben, denn beispielsweise Marktfrauen haben oft kein Wechselgeld, um auf (große) Scheine herauszugeben. Für den Geldtransfer nach Togo bieten die Firmen Western Union, Money Gram und Ria ihren Service an, der zwar schnell und zuverlässig, jedoch auch teuer ist. An den Automaten kann problemlos per VISA Card Geld abgehoben werden, die zuverlässiger funktionieren als Mastercard. Für den inner-togoischen und -afrikanischen Geldtransfer bietet die Eco-Bank den Service Rapidtransfer an.
Ohne eine Deklaration dürfen Geldscheine nur im Wert bis zu 500.000 F-CFA (ca. 750 €) ausgeführt werden.

Reisen in Togo

Verkaufsstand von Motorenöl und Benzin 'en détail' © Otto Frick
Verkaufsstand von Motorenöl und Benzin 'en détail' © Otto Frick
Das 'Künstler-Dorf' Kouma-Koundé bei Kpalimé © Otto Frick
Das 'Künstler-Dorf' Kouma-Koundé bei Kpalimé © Otto Frick
Der Wasserfall von Aklowa bei Badou © Otto Frick
Der Wasserfall von Aklowa bei Badou © Otto Frick

Alle Orte in Togo können Sie von Lomé aus an einem Tag erreichen. Straßen und Fahrzeuge befinden sich häufig in einem schlechten Zustand.

Bei einem längeren Aufenthalt empfiehlt sich die Anschaffung eines PKWs oder zumindest die Möglichkeit, ein Dienstfahrzeug auch privat nutzen zu können. Aufgrund der schwierigen Verkehrslage ist die Anstellung eines erfahrenen Chauffeurs zu empfehlen. Überlandfahrten sind aufgrund von Fußgängern und Tieren auf der Fahrbahn sowie oft fehlender Straßen- und Fahrzeugbeleuchtung riskant. Von Überlandfahrten bei Dunkelheit ist abzusehen. Das Busunternehmen Sotral bietet Langstrecken durch das ganze Land und mehrere Buslinien in Lomé an.

An den großen Verkehrsachsen finden Sie im Abstand von 30 – 50 Kilometern überall im Lande Tankstellen, gekühlte Getränke, Restaurants (häufig auch mit europäischer Küche) und auch Hotels. In den größeren Ortschaften gibt es recht akzeptable Hotels. Lediglich in kleineren Ortschaften und abseits der großen Routen sollte man keine allzu großen Ansprüche stellen. Camping ist in Togo nicht üblich. In einigen Klöstern, bzw. Missionsstationen kann auf Anfrage übernachtet werden.

Togo bietet in touristischer Hinsicht auf knappem Raum ein abwechslungsreiches Landschaftsbild mit unterschiedlicher Vegetation. Berge, Felsschluchten, Wasserfälle, Kunsthandwerkszentren, farbenfrohe Märkte und einige bauliche Relikte aus der deutschen Kolonialvergangenheit gibt es zu entdecken. Mehr dazu finden Sie auf der Homepage der offiziellen togoischen Tourismusbehörde.
Am meisten beeindruckt jedoch die Freundlichkeit und Herzlichkeit der den Europäern gegenüber offenen Bevölkerung. In allen Regionen finden beeindruckende jährliche Volksfeste mit Musik, Tänzen und religiösen Zeremonien statt. Fragen Sie Ihre Freunde und Arbeitskollegen danach, denn meistens sind diese Feste auf keinen bestimmten Kalendertag festgelegt.

Touristisch reizvolle Orte, bzw. Regionen sind Kpalimé und Umgebung: Mont Agou, Misahoé und das Plateau von Danyi. Gut als Tagesausflug von Lomé aus zu erreichen sind z.B. Togoville und der Lac Togo, Vogan (großer Markt am Freitag), Glidji mit dem außergewöhnlichen Neujahrsfest der Guin, Aného und Agbodrafo mit den am Lac Togo gelegenen Hotels/Restaurants. In Baguida, einem Vorort von Lomé, gibt es mehrere privat bewirtschaftete Strandabschnitte, wo man teilweise auch schwimmen kann, und zahlreiche Hotels und Restaurants. 

Weiter im Landesinneren sind z.B. Badou und der Wasserfall von Aklowa erwähnenswert, die Faille d’Alédjo und das Dorf Alédjo Kadara, die Berglandschaft der Kara-Region. Die Weiler der Betamaribe (= Lehmmaurer) im Nordosten Togos (auch Pays Tamberma, Koutammakou oder Somba genannt) mit ihren bemerkenswerten Lehmburgen wurden zum Weltkulturerbe erhoben. 
Einen deutschsprachigen Reiseführer für Togo gibt es z. Zt. nicht, daher empfiehlt sich der petit futé Togo

Sicherheit

Bislang sind für Togo keine terroristischen Anschläge oder Entführungen von Touristen zu verzeichnen. Es besteht jedoch insbesondere im äußersten Norden eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, Entführungen und krimineller Übergriffe, nicht zuletzt durch Einsickern von kriminellen oder terroristischen Gruppen aus dem nördlichen Nachbarland Burkina Faso. In Absprache mit seinen Nachbarn hat Togo im Grenzgebiet Einheiten seiner Sicherheitskräfte in Stellung gebracht, es ist mit verstärkten Kontrollen zu rechnen. Von Reisen im Grenzgebiet zu Burkina Faso nördlich von Dapaong einschließlich der Städe Mandouri und Dapaong sowie nach Cinkassé und die Weiterreise auf dem Landweg von Togo nach Burkina Faso wird daher abgeraten.

Die Zuspitzung der sozialen Lage der Bevölkerung lässt Kriminalität insgesamt ansteigen. Es handelt sich in erster Linie um Eigentumsdelikte, vor allem im Ballungsraum von Lomé. Diebstähle, Taschendiebstähle, aber auch Raubüberfälle kommen gegen europäische Reisende und insbesondere auch an Stränden vor. In Lomé ist von Strandspaziergängen – auch tagsüber – abzuraten. Bewaffnete Überfälle auf Autos finden hauptsächlich nachts statt. Einen Nachtwächter für das eigene Haus zu engagieren, ist dringend angeraten.

Die Sicherheitslage im Straßenverkehr ist prekär. Von nächtlichen Überlandfahrten sei abgeraten, da leider immer wieder Fahrzeuge mit defekten Scheinwerfern unterwegs sind. Es wird bereits kurz nach 18 Uhr – ohne Dämmerung – sehr schnell dunkel. Die Vortäuschung von Pannen oder Unfällen, die zu Straftaten genutzt werden, ist in Togo keine Seltenheit.

In schwere Unfälle sind oft die allgegenwärtigen Motorrad-Taxis verwickelt. Bei einem Verkehrsunfall muss grundsätzlich die Polizei gerufen werden. Suchen Sie nach einem Unfall möglichst das nächste Polizeirevier auf, statt am Unfallort zu bleiben. Nach einem Unfall kann es schnell zu emotionalen Bedrohungen kommen, auch unabhängig von der Verursacherfrage. Die Halter der Motorrad-Taxis haben oft nicht die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Seit 2014 gibt es eine Helmpflicht, die es unbedingt einzuhalten gilt.

Seit August 2017 hat es soziale Spannungen und damit verbundene Proteste und Demonstrationen gegeben, vereinzelt auch mit gewaltsamen Auseinandersetzungen und Verkehrsbehinderungen durch Straßenbarrikaden. Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig. 

Nach Einbruch der Dunkelheit führen die Sicherheitskräfte vermehrt Straßenkontrollen durch. Führen Sie eine Kopie Ihres Reisepasses mit der Aufenthaltsgenehmigung bzw. dem Visum mit sich. Bei Straßenkontrollen durch Polizei, Gendarmerie und Militär ist es wichtig, dass Sie dabei ruhig und gelassen bleiben und sich nicht zu unüberlegten emotionalen Äußerungen provozieren lassen.

Togo verfügt zwar über eine 50 km lange Küste, diese ist jedoch aufgrund der gefährlichen Brandung und Strömungsverhältnisse zum Baden ungeeignet. Lediglich hinter dem Hafen von Lomé finden Sie geschützte Strände, da ein mehrere Kilometer langes Felsenriff die Brandung abhält und eine Art langgezogenes Becken bildet. Baden Sie nur an bewachten Stränden, schwimmen Sie nicht zu weit hinaus und achten Sie auf die Hinweise von lokalen Kräften. 

Das togoische Strafrecht sieht für Drogendelikte vergleichsweise harte Strafen vor. Es drohen Geldstrafen bis zu 200.000,- € und Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren, wobei besonders auf die oftmals hohen Mindestfreiheitsstrafen (fünf bis zehn Jahre) hingewiesen wird. 

Gesund bleiben

Warnschild © Otto Frick
Warnschild © Otto Frick

Aktuelle reisemedizinische Informationen zu Togo bieten der Reisemedizinische Infoservice und das Reisemedizinische Zentrum des Tropeninstituts Hamburg. Weiter sollten auch die medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amts berücksichtigt werden.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Die Zahl adäquat ausgebildeter Fachärzte ist beschränkt. Die ärztliche Versorgung in Lomé ist zwar begrenzt, aber es sind französisch sprechende Fachärzte vieler Fachrichtungen vorhanden, einzelne Ärzte sprechen deutsch. Planbare Operationen sollten nur in Europa durchgeführt werden. Für den Notfall kommen nur wenige Privatkliniken, wie die Clinique Biasa in Lomé in Betracht. Ein zuverlässiger Ambulanzdienst existiert nicht. Ihre Entsendeorganisation oder auch die deutsche Botschaft werden Ihnen aktuelle Adressen von Ärzten und Krankenhäusern übergeben.  

Die Apotheken in Lomé haben ein ausreichendes Sortiment wichtiger Standardmedikamente, häufig französischer Herkunft. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor. Örtliche Krankenhäuser und Ärzte verlangen häufig Vorkasse. 

Für Togo wird eine Malariaprophylaxe, eine vorbeugende Behandlung mit Malariamitteln empfohlen. Je nach Aufenthaltsdauer ist diese jedoch mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Zusätzlich empfiehlt sich, Fenster und Türen der Wohnung mit Drahtgewebe (Fliegendraht) zu versehen und an den Betten Moskitonetze anzubringen.

Nicht nur wegen HIV/AIDS heißt die Devise "Safer Sex"!

Kommunikation und Internet

Hauptpostamt in Lomé © Otto Frick
Hauptpostamt in Lomé © Otto Frick
Geschäft für Mobiltelefone in Lomé-Dékon © Otto Frick
Geschäft für Mobiltelefone in Lomé-Dékon © Otto Frick

In den letzten zehn Jahren ist die Telekommunikation in Togo stark angestiegen. Festnetz ist kaum verbreitet, dafür verzeichnet der Markt für Mobiltelefone seit 2011 jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich 17% und hat insgesamt um knapp 70% zugenommen. Nach Angaben des togoischen Wirtschaftsministeriums hatten Anfang 2016 bereits 4,7 Millionen der damals rund 7 Millionen Einwohner ein Mobiltelefon. 1,3 Millionen sind alleine im Jahr 2015 hinzu gekommen. Der Markt für Smartphones und Tablets wächst vor allem mit chinesischen Geräten, die immer günstiger werden. Die Nutzungskosten sind allerdings nach wie vor sehr hoch, weshalb 95% ihr Handy nur mit Prepaid Guthaben nutzen. Nur ein kleiner Teil kann sich eine durchgehende Verbindung leisten. 2017 hatten von den damals 7,5 Millionen Einwohnern etwas über 500 000 einen Internetzugang bei sich zuhause.

Zur Zeit haben rund 20% der Bevölkerung Zugang zu mobilem Internet, damit liegt Togo im westafrikanischen Durchschnitt. Lediglich Ghana liegt mit 33% deutlich drüber. Insgesamt wurden 2018 in den Staaten der CEDEAO 52 Milliarden Dollar mit Telekommunikation umgesetzt, was rund 8,7% des BIP ausmacht. Mit 10 Millionen Neukunden im Jahr 2018 ist die Zahl der mobilen Internetnutzer in der westafrikanischen Wirtschaftsunion auf 185 Millionen gestiegen. Bis 2025 sollen es 248 Millionen werden, was etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung wäre.

Im internationalen Vergleich liegt Togo 2018 dennoch nur auf Platz 173, was die Flächenabdeckung und Qualität des Internets angeht. Um einen Film in HD herunterzuladen braucht es durchschnittlich fast 9 Stunden. Die Regierung hat wie immer ehrgeizige Pläne und will bis 2022 für 90% der Bevölkerung und 95% der Unternehmen mobiles Internet zugänglich machen. In Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen hat die togoische Regierung 2018 ein Strategiepapier veröffentlicht um den Staat und die Wirtschaft zu digitalisieren.  

Lange Zeit waren der staatliche Mobilfunkanbieter Togo Cellulaire (gehört zu Togo Telecom)  und Moov, eine Tochtergesellschaft von Etisalat - Emirates Telecommunications Corporation die einzigen Internetanbieter. Seit Juli 2018 bieten beide erstmals eine 4G Verbindung für Mobilfunkgeräte an. 2018 hat die Regierung zusätzlich zwei neue Internetanbieter zugelassen: Teolis und GVA (Groupe Vivendi Africa). Mit der neuen Konkurrenz soll der Wettbewerb angekurbelt werden und die Preise für Internet- und Handynutzung sinken.

Viele Togoer besitzen sowohl eine Simkarte von Moov, als auch von TogoCel, da es deutlich billiger ist innerhalb des gleichen Netzes zu telefonieren. Mit dem Zugang zu mobilen Daten nutzen viele den Kommunikationskanal Whatsapp um zu telefonieren, wobei das bislang nur in Lomé gut funktioniert. Auch um ins Ausland zu telefonieren ist Whatsapp deutlich billiger als reguläre Simkarten.

Preisgünstige Telefonkontakte nach Togo können Sie auf der interaktiven Tabelle von 'billiger telefonieren' abfragen. Die Post erweitert ihren Service um Internetzugang und Internettelefonie. Wichtige Adressen mit Telefonnummern erhalten Sie im Branchenbuch Togo.

Werbeplakat von Moov in Lomé
Werbeplakat von Moov in Lomé © Hannah Kölle

Togo in Deutschland

Schrebergartenkolonie in Berlin-Wedding © Otto Frick
Schrebergartenkolonie in Berlin-Wedding © Otto Frick
Im 'afrikanischen Viertel' in Berlin-Wedding © Otto Frick
Im 'afrikanischen Viertel' in Berlin-Wedding © Otto Frick

Laut Statistischem Bundesamt lebten am 31.12.2015 10.145 Togoerinnen und Togoer in Deutschland, wobei die Zahl natürlich viel höher liegt, da die Personen, die inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben, nicht in dieser Statistik enthalten sind. Zum selben Zeitpunkt studierten 328 Togoerinnen und Togoer in Deutschland. Der Umgang der deutschen Behörden mit Menschen aus Togo ist immer wieder Thema kritischer Berichterstattung. Abschiebungen wie im Fall von Gerson Liebl, der sich auf deutsche Vorfahren berufen kann, oder die von Beamten angeordnete Abschiebung einer togoischen Familie, die in dem Film "Die Weggeworfenen" beeindruckend dokumentiert wird, lösten öffentliche Kritik aus. Im Theaterstück 'Navigator Luna-Nord' begibt sich die Schauspielerin und Autorin Linda Elsner auf Spurensuche in der eigenen Familienvergangenheit zwischen Deutschland, Togo und der DDR.
Der aus Togo stammende Diplom-Betriebswirt Clément Klutse wurde als Kandidat der CDU für die Bürgerschaftswahl 2015 in Hamburg-Barmbek nominiert. Der Fußballer Ihlas Bebou spielt seit 2017 für Hannover 96 und ist togoischer Nationalspieler. In Köln wurde der Boxer Prinz Lorenzo zu einer lokalen Berühmtheit.
Die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika präsentiert Literatur von afrikanischen Autorinnen und Autoren und das Portal Afroport informiert bundesweit über Afrika-relevante Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Festivals, TV-Tipps, Workshops usw. In Essen ist ein sehr beeindruckendes privates Vodun-Museum zu besichtigen. Der in Freising lebende Maler Pepitu Anumu erhielt den Kulturförderpreis des Landkreises.

Die Adressen von den togoischen Konsulaten in Bonn, Bremen, Deidesheim, Hannover und München finden sie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes. In vielen deutschen Großstädten gibt es neben Geschäften auch eine Reihe von Vereinen, Netzwerken und Clubs mit sozialen und künstlerischen Aktivitäten von Togoern und anderen Afrikanern, so im afrikanischen Viertel in Berlin, wo einige Initiativen sich für die Umbenennung von kolonialen Straßennahmen engagieren. Ein interaktiver Stadtplan der taz vom Wedding zeigt die Geschichte des ''Afrikanischen Viertels' und dessen koloniale Vergangenheit.
Das Kampagnenbündnis "No Humboldt 21!" fordert die Rückgabe der Gebeine von n. a. 17 Menschen aus Togo, die in die sogenannte "S(chädel)-Sammlung" des Königlichen Museums für Völkerkunde (heute Ethnologisches Museum Berlin) aufgenommen wurden.

Das Länderinformationsportal

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Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Maike Wilhelm

lebt und arbeitet seit fünf Jahren regelmäßig in Togo und studiert Politikwissenschaft und Volkswirtschaft. Sie ist als Landestrainerin in der Ausreisevorbereitung von Fach- und Führungskräften bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) tätig.

Linktipp

Anlässlich der Feiern zur Unabhängigkeit einiger afrikanischer Länder vor 50 Jahren stellen Togoer/innen in verschiedenen Filmbeiträgen von ARTE das Leben in der Hauptstadt Lomé vor.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

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Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

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