Blick vom Mont Agou in Kpalimé © Katharina Baumgartner
Offizieller Name
Republik Togo
Fläche
56 785 km²
Einwohner
8,2 Mio. (2019, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
2,4 % (2018, geschätzt)
Regierungssitz
Lomé
Amtssprache
Französisch
Regionalsprachen
Ewé, Kabyé

Auf den ersten Blick

Lage Togos in Westafrika
Lage Togos in Westafrika / © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Die Republik Togo liegt an der Guineaküste Westafrikas (56 km Küste) zwischen Ghana (877 km gemeinsame Grenze) im Westen, Benin (644 km) im Osten und Burkina Faso (126 km) im Norden. Die Fläche beträgt 56.785 km² (Weltrang 124) und Togo steht somit an 41. Stelle der 54 unabhängigen Staaten Afrikas. Das entspricht einer Größe von Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Damit ist Togo genau halb so groß wie der Nachbarstaat Benin. Die Bevölkerung hat sich von knapp 4 Millionen Einwohner*innen im Jahr 1990, auf 8,2 Millionen im Jahr 2019 in nur 20 Jahren mehr als verdoppelt.

 

 

Kartenmaterial

Übersichtskarte von Togo
Übersichtskarte von Togo / © CIA Wold Factbook (public domain)

Thematische Karten zu Bevölkerung, Klima und Landwirtschaft stellte die FAO zusammen, während Maps of World auch noch Karten zur Verkehrsinfrastruktur und den Bodenschätzen präsentiert. Im Juni 2013 kamen Vertreter vom Projekt OpenStreetMap für drei Monate nach Togo, um eine lokale Gruppe zu initiieren und eine kartografische Datenbank zu gründen. Ständig aktualisiertes Kartenmaterial zur humanitären Situation im Land bietet das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA).

Motive mit Landschaften und Kinderporträts zeigt die Trekearth Gallery (siehe auch Kapitel 5). Nach Völkern geordnet ist die beeindruckende Bilderserie von J. F. Ortega Viota: Moba, Batammariba, Kabyé, Ewé und Tchamba. Auch der Fotograf Michael Friedel hat die meisten seiner Togo-Bilder im Norden des Landes aufgenommen. Der Fernsehsender ARTE produzierte zum 50-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit Togos und anderer Länder des frankophonen Afrika, die 1960 unabhängig wurden, eine Reihe von Filmen. Die Journalistin Cécile Tran-Tien lädt zu einer interaktiven Reise mit dem Postbus von Lomé nach Cinkassé ein. Auf dem Weg entdeckt man in sieben Videoporträts sieben Togoer, sieben Orte und sieben Geschichten. Dazu gibt es Fotomaterial, einen Minisprachkurs und Musik von jungen togoischen Musikern.

Grunddaten und Kurzdarstellungen

Länderporträts und tabellarische Darstellungen Togos finden Sie beim Auswärtigen Amt, im CIA World Factbook, beim Länderprofil der BBC und dem französischen Außenministerium. Weitere Grunddaten bieten z.B. die Weltbank, die Statistische Abteilung der UN und die Seite des togoischen Institut National de la Statistique et des Etudes Economiques et Démographiques (INSEED).

Der ARTE-Beitrag 'Mit offenen Karten' stellt Togo in einem Kurzfilm vor und die Bundeszentrale für politische Bildung hat mit 'Hanisauland - Politik für Dich' ein Kurzporträt Togos für Kinder und Jugendliche zusammengestellt. Das GIGA Informationszentrum in Hamburg hat in seinem Online-Katalog zu Internationalen Beziehungen und Länderkunde auch zahlreiche Titel zu Togo, teilweise auch mit Zugriff auf Online-Volltexte. Der französische 'Cour Nationale du Droit d'Asile' veröffentlichte eine ausführliche, nach Themen geordnete Linksammlung zu Togo.

Naturraum

Lagune bei Aného an der Grenze zu Benin
Lagune bei Aného an der Grenze zu Benin © Hannah Kölle
Dorf in der Region von Atakpamé
Dorf in der Region von Atakpamé © Hannah Kölle
Tropische Wälder bei Kpalimé
Tropische Wälder bei Kpalimé © Hannah Kölle
Dorf in der Savannenregion im Norden
Dorf in der Savannenregion im Norden © Hannah Kölle

Landschaftsräume und Vegetationszonen

Topografie Togos
Topografie Togos © Sadalmelik (public domain)

Togo ist das künstliche Segment eines landschaftlichen Großraumes. Die sandige Küste verfügt über keine Naturhäfen; die starke Brandung verursacht Erosionsprobleme und es bildeten sich Nehrungen und Lagunen (Lac Togo und die Lagune in Lomé). Nach dem nur wenige Kilometer breiten Lagunengürtel folgt ein flachwelliges Hügelland (Terre de barre) und ein bis zu 500 m ansteigendes Sandsteinplateau, das in der Zentralregion diagonal von Südwest nach Nordost von der Togo-Atakora-Gebirgskette durchzogen wird. Die höchste Erhebung Togos ist der Mont Agou mit 986 m. Im Norden fällt das Gebirge zur Oti-Ebene und im Südosten zur Mono-Ebene ab. Auf dem Gebiet der heutigen Staaten Togo, Benin und Teilen Ghanas bestand schon vor über tausend Jahren eine Lücke im tropischen Regenwaldgürtel Westafrikas, das sogenannte Dahomey Gap. In ganz Togo ist das Landschaftsbild der Savanne (Feuchtsavanne) vorherrschend. Ein für diese Region charakteristischer Baum ist der Baobab (Affenbrotbaum). Lediglich im Bergland längs der Ghana-Grenze (etwa im Dreieck Kpalimé - Badou - Atakpamé und im sich nördlich anschließenden Adélé) sind noch Reste von Wäldern vorhanden und die Vegetation unterscheidet sich von den anderen Regionen Togos.

Es gibt zwar geschützte Wälder und Parks, die jedoch einem sehr hohen Druck anthropogener Nutzung ausgesetzt sind. Der Wildreichtum reduzierte sich während der politischen Unruhen der 1990er Jahre drastisch, vor allem im Keran-Park, während die schweizerische Fondation Franz Weber mit ihrem Engagement im Park von Fazao den Wildreichtum größtenteils erhalten konnte. Nachdem Ende 2015 der 25-jährige Vertrag mit der Stiftung auslief, übernahm der togoische Staat wieder die Verwaltung des Parks. Der Park von Fazao steht, wie weitere geschützte Gebiete des Landes, auf der Vorschlagsliste der UNESCO zum Weltnaturerbe. Am Unterlauf sowie im Mündungsdelta des Mono entsteht ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat zwischen Togo und Benin, das auch von der GIZ unterstützt wird.
Eine geographische Kurzbeschreibung Togos sowie weitere Informationen zur Landesnatur bietet die FAO. Die französische Forschungsorganisation IRD - Institut de recherche pour le Développement (Ex-ORSTOM) hält eine große Sammlung von Detailkarten zu bodenkundlichen und landwirtschaftlichen Themen aller Regionen Togos zur Ansicht und als PDF-Downloads bereit.

In Togo liegt eines der größten Phosphatlagerstätten der Welt. Weiter sind Vorkommen an Marmor, Kalkstein und Eisen bedeutend, in geringem Maß an Bauxit, Gold und Diamanten.

Panoramablick auf die Savannenregion
Panoramablick auf die Savannenregion © Hannah Kölle
Regenzeit in der Zentralregion © Otto Frick
Regenzeit in der Zentralregion © Otto Frick

Klima

Bedingt durch die Äquatornähe hat Togo ein feuchtheiß-tropisches Klima. Im südlichen Landesteil gibt es zwei Regenzeiten (April bis Juni und Oktober bis November) und im Norden eine (April bis September). Während der Trockenzeit führen die Harmattan-Winde aus der Sahara viele feine Staubpartikel mit sich und sorgen für eine größere nächtliche Abkühlung. Wetterinformationen und detaillierte Angaben zu Wetter und Klima bieten Grafiken zu sechs Orten in Togo. Das westafrikanische Monsunsystem wird in dem Aufsatz von promet mit vielen Grafiken, Karten und Bildern ausführlich dargestellt.

Klimawandel und ökologische Probleme

Erosionsschutz an der Küste in Aného © Otto Frick
Erosionsschutz an der Küste in Aného © Otto Frick
Kahle Berghänge in Yikpa, Région des Plateaux © Otto Frick
Kahle Berghänge in Yikpa, Région des Plateaux © Otto Frick
Buschfeuer © Otto Frick
Buschfeuer © Otto Frick
Atakpamé im Harmattan © Otto Frick
Atakpamé im Harmattan © Otto Frick

Der Klimawandel ist seit Jahren ein immer größeres Thema in Togo, vor allem weil die Auswirkungen für das Land spürbar zunehmen. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent werden unregelmäßige Regenfälle, Überschwemmungen, Dürren, Missernten und Desertifikation zunehmen. Die negativen Folgen auf die Agrarwirtschaft werden sich unmittelbar auf die Beschäftigungsrate und das Leben der afrikanischen Bevölkerung auswirken. Wie in vielen Ländern leben auch in Togo zwei Drittel der Bevölkerung von der eigenen Landwirtschaft, die durch den konstanten Anstieg der Bevölkerung eigentlich produktiver werden muss. Anhaltende Dürre und Wasserknappheit bewirken jedoch das Gegenteil.  Die fragile Nahrungsmittelversorgung treibt afrikanische Staaten in immer größere Schuldenberge und schärft regionale Konflikte und Krieg um Ressourcen.     

Der Weltklimarat (IPCC) warnt davor, dass in Teilen Afrikas die Temperaturen doppelt so schnell steigen wie in der restlichen Welt. Der Kontinent ist die entzündlichste Region, auf dem sich jedes Jahr 70% der verbrannten Erde befinden. Anders als der Regenwald im Amazonasgebiet können sich Busch- und Grasland, das in Afrika meistens brennt, schnell regenerieren. Auch wenn Togo einen kaum messbaren Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß hat, versucht das Land an der internationalen Klimadebatte teilzunehmen und sich nachhaltiger auszurichten. Hohe Priorität haben Wiederaufforstung und eine nachhaltige Energieversorgung, die bis 2030 mit Hilfe von Solartechnik flächendeckend und dezentral aufgebaut werden soll. Zentrale Probleme in Togo sind außerdem die ungeregelte Müllentsorgung und die bedrohte Küste.

Küstenerosion und Anstieg des Meeresspiegels

Menschliche Eingriffe wie der Bau des Akosombo-Staudamms (1961 in Ghana) und der Bau des Tiefseewasserhafens in Lomé 1967 veränderten die natürliche Balance zwischen Strömungsverhältnissen und Sedimentablagerungen an der Küste Togos. Das verursacht eine ernsthafte und bedrohliche Küstenerosion östlich des Hafens bis zur Benin-Grenze. Zwischen 7 und 15 Meter frisst sich das Meer jährlich ins Landesinnere und bedroht damit 2 Millionen Togoer, die an der Küste leben. Die globale Erderwärmung verstärkt das Phänomen, bis 2025 soll sich die Geschwindigkeit der Küstenerosion verdoppelt oder verdreifacht haben. Die Stadt Aneho und Umgebung könnte bereits 2038 von der Landkarte verschwuden sein. Die Regierung hat bereits den kommerziellen Abtransport von Sand zum Schutz der Küste verbieten lassen. Unmittelbar bedroht ist auch die Hauptstadt Lomé. Die Kombination aus zunehmender Küstenerosion und dem Anstieg des Meeresspiegels als Folgen des Klimawandels gefährden die ganze Küste Westafrikas, wo 56% des regionalen Bruttosozialproduktes erwirtschaftet werden. Die Weltbank gewährte im Rahmen des West Africa Coastal Areas Program (WACA) Mittel für den Küstenschutz.  

Degradierte Böden und Waldrohdung

Durch den Klimawandel steigt nicht nur der Meeresspiegel, durch die vergrößerte CO₂-Aufnahme versäuert auch das Meerwasser, Stürme werden häufiger, die Regenzeit wird kürzer, Grundwasser und Böden versalzen. Die landwirtschaftliche Produktivität der Böden nimmt zunehmend ab. Im ländlichen Raum sind Bodenerosion, häufig verursacht durch Brandrodung mit aus der Kontrolle geratenen Buschfeuern, wesentliche Faktoren der ökologischen Problematik. Der enorme Bedarf an Holz, bzw. Holzkohle als wichtigstem Energieträger führt auch zu illegalem Holzeinschlag. Der demografische Druck zwingt die Landbevölkerung oft zu einer Übernutzung der Böden, ohne Einhaltung der nötigen Brachezeiten, was zum Raubbau und Degradierung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen führt. Degradierte Böden speichern weniger CO2 und verstärken den Treibhauseffekt erneut.

Der Umweltminister wandte sich im Mai 2015 in einem Appell an die Bürger, die Biodiversität zu schützen und sich für die Aufforstung zu engagieren. Ein Aufforstungsprojekt, das mit über vier Millionen Dollar für vier Jahre ausgestattet ist, wurde vom 'Fonds de partenariat pour le carbone forestier (FCPF)' und der Regierung gestartet.  

Tafel bei Misahoé mit der Aufforderung, die Wälder nicht zu zerstören © Otto Frick
Tafel bei Misahoé mit der Aufforderung, die Wälder nicht zu zerstören © Otto Frick
Müll am Markt in Kpalimé © Otto Frick
Müll am Markt in Kpalimé © Otto Frick

Umweltverschmutzung und Plastik

Das Abladen von Phosphatabraum mit cadmiumhaltigen Spurenelementen im Meer führte zur Gewässerverschmutzung. Umweltbelastungen im Großraum Lomé, unzureichende kommunale Müllentsorgung, private halblegale und illegale Entsorgung von Haushaltsabfällen, Abwasserreinigung sowie die flächendeckende Versorgung von sauberem Trinkwasser gehören zu den bislang ungelösten ökologischen Herausforderungen der Hauptstadt. Seit dem 1. November 2014 ist die Einfuhr, Produktion und Verbreitung von Plastiktüten, die nicht biologisch abbaubar sind, unter Strafe verboten, das Gesetz wird allerdings nicht beachtet. In Ermangelung von öffentlichen Parks und Grünanlagen wird der Strand von Lomé am Wochenende von Tausenden von Menschen aufgesucht, die ihre Spuren hinterlassen, was immer mehr zu einer schweren Verschmutzung der Strände führt. Der Togoer Felix Tagba hat die Sportart Ecojogging erfunden, mit der in den letzten 2 Jahren 5 Tonnen Müll gesammelt wurden und für die Togo 2019 eine Weltmeisterschaft ausgerichtet hat. Das togoische Unternehmen Africa Global Recycling hat in Lomé gute Erfolge erzielt und wird in Nachbarländer expandieren.     

Klimawandel als weltweite Herausforderung

Die togoische Regierung wird von der Alliance Mondiale contre le Changement Climatique (AMCC+) unterstützt, die 2007 von der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde um Schwellen- und Entwicklungsländer bei ihrer Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. 2017 hat der togoische Umweltminister das Programme d'Appui à la Lutte contre le Changement Climatique (PALCC) vorgestellt. Es umfasst vor allem Maßnahmen zur Wiederaufforstung und dem Schutz der Biodiversität. Die Kosten für die Umsetzung über 5 Jahre betragen 10, 6 Millionen Euro und werden von der AMCC+ getragen.

Togo wird außerdem vom Green Climat Fond unterstützt, der seit 2010 existiert und sich aus freiwilligen Beiträgen der Industriestaaten speist. In den letzten Jahren wurden bereits über 10 Milliarden Euro mobilisiert, womit der Green Climat Fond das zentrale Instrument der internationalen Klimafinanzierung darstellt. Im Country Programme für Togo finden Sie Prognosen und Szenarien für den Verlauf der Klimakrise in Togo sowie entsprechende Maßnahmen und nationale Handlungsstrategien.

In Zusammenarbeit mit der GIZ wurde ein Plan National d'Adaption aux Changements Climatiques du Togo (PNACC) entwickelt. 2017 errechnete die Weltbank die Kosten der Umweltschäden in Togo auf mindestens 7% des BIP. Im weiteren Verlauf der Klimakrise werden die Kosten für Folgeschäden weltweit exponentiell ansteigen und sind nicht vorhersehbar.  

Sozialgeografische Gegebenheiten

Städte und Bevölkerung

Die Hauptstadt ist Lomé mit ca. 2 Millionen Einwohnern. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten Jahren verdoppelt, die Vororte dehnen sich immer weiter in den Norden und Südosten aus. Lomé ist zugleich der bedeutendste Standort des sogenannten modernen Sektors. Andere größere Städte sind Kara (109 000 Ew.), Sokodé (105 000 Ew.), Kpalimé (85 000 Ew.), Atakpamé (77 000 Ew.), Dapaong (66 000 Ew.), Tsévié (56 000 Ew.), Mango (40 000 Ew.), Notsé (40 000 Ew.), Bassar (25 000 Ew.) und Aného (25 000 Ew,). Das Institut National de la Statistique et des Études Economique et Démographique gibt Prognosen über die demographische Entwicklung des Landes bis 2030.

Blick auf Sokodé-Komah © Otto Frick
Blick auf Sokodé-Komah © Otto Frick
Terrassenförmig angelegtes Dorf am Mont Agou © Otto Frick
Terrassenförmig angelegtes Dorf am Mont Agou © Otto Frick

Togo ist ein "junges" Land: 40 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt, 60% unter 25 und lediglich 3 % ist älter als 65 Jahre alt. Seit den 1970er Jahren verzeichnet Togo eine der höchsten Urbanisierungsraten in Westafrika, was sich vor allem im Ballungsraum von Lomé niederschlug, in dem heute ca. 25 % der Gesamtbevölkerung lebt. Jedoch wird sich bis 2025 die urbane Bevölkerung mehr auf Orte mit einer Bevölkerung von 10 000 bis 50 000 Einwohnern konzentrieren, in denen ein Drittel der Gesamtbevölkerung leben wird. Im Jahr 2000 hatte Togo 38 Orte mit mehr als 10 000 Einwohnern, 2020 hat sich diese Zahl auf 70 Orte nahezu verdoppelt. Der Anteil der städtischen Bevölkerung insgesamt lag bei der Unabhängigkeit 1960 bei gerade mal 8,8 %, während er heute bei 42 % liegt.

Bezahlbarer Wohnraum wird in der Hauptstadt Togos immer knapper, sodass viele Bewohner immer weiter in die Peripherie ziehen oder sich in einigen der städtischen Slums niederlassen, wie beispielsweise in 'Katanga', einer 'Bidonville' in Hafennähe. In den letzten 10 Jahren hat Prostitution als Gewerbe stark zugenommen.

Die Bevölkerung Togos hat sich seit 1960 vervierfacht. Die letzte Volkszählung in Togo fand 2010 statt und ergab 6 191 000 Einwohner. Schätzungen gehen für das Jahr 2019 von einer Bevölkerungszahl von 8,2 Mio. aus.

Die Einwohner von Togo werden nicht Togolesen, sondern Togoer und Togoerin/nen genannt. Das entsprechende Adjektiv ist togoisch.

Verkehr

Brücke über den Mono in der Präfektur Est-Mono © Otto Frick
Brücke über den Mono in der Präfektur Est-Mono © Otto Frick

Die drei Eisenbahnlinien, die noch aus der deutschen Kolonialzeit stammen, sind stillgelegt und werden anderweitig genutzt. Lediglich kleine, später erbaute Stichbahnen befördern Phosphat und Zement zum Hafen. Die Regierung übertrug die Lizenz zur Nutzung dieser Bahnen zwei indischen Investoren.
Die Straßen bilden heute den wichtigsten Verkehrsträger. In den Bergregionen Nordtogos wurden neue Umgehungsstraßen zwischen Aléheridé und Bafilo sowie zwischen Defalé und Kandé gebaut, die im Januar 2015 dem Verkehr übergeben wurden. Für die Instandsetzung und den Ausbau der Strecke von Sokodé nach Bassar stellt die BADEA (Banque arabe pour le développement économique en Afrique) 10 Mio. Dollar zur Verfügung und der kuwaitische Fond für die arabische Entwicklung - FDK - sicherte im März 2016 für diesen Abschnitt knapp 10 Milliarden Francs CFA (etwa 15 Mio. Euro) Kredit zu. Weitere Geldgeber konnten für diese Strecke gewonnen werden. Die Islamische Entwicklungsbank finanziert mit 192 Millionen Dollar weiteren Straßenbau in Nordtogo.
Eine neue grenzüberschreitende Brücke über den Mono zwischen den Orten Athiémè und Agoméglozou befindet sich im Bau. Für den Ausbau der Straße von Lomé nach Cotonou wurde grünes Licht gegeben, nachdem eine internationale Expertengruppe dieses Vorhaben als Teilstück des Korridors Abidjan - Lagos befürwortet hatte.

Neubau der Straße nach Dapaong  © Otto Frick
Neubau der Straße nach Dapaong © Otto Frick
Alte Brücke über den Mono, südlich von Bassar © Otto Frick
Alte Brücke über den Mono, südlich von Bassar © Otto Frick

Um das Stadtgebiet von Lomé von den Lastwagen im Transitverkehr zu entlasten wurde eine Umgehungsstraße vom Hafen nach Agoényvé gebaut. Der Minister für Infrastruktur und Transport stellte fest, dass Togo jährlich 40 Milliarden Francs CFA für den Unterhalt der Straßen benötigt. Auch der Hafen und der Flughafen wurden ausgebaut und vergrößert. Der neue Flughafen in Lomé wurde im April 2016 eingeweiht und der Flughafen in Niamtougou soll von einer chinesischen Firma modernisiert werden und 2022 wieder in Betrieb gehen. Diese aufwendigen Infrastrukturmaßnahmen werden in einem eindrucksvollen Filmclip vorgestellt.
Lomé soll, laut Aussagen von Henok Teferra, dem Generaldirektor der nationalen Asky Fluglinie, ein wichtiger Hub im transatlantischen Flugverkehr werden, da es mittlerweile von Ethiopian Airlines drei Direktflüge pro Woche in die USA gibt.

Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der zugelassenen PKWs auf 14.500 im Jahr 2016 verdoppelt, was sich zum Teil durch das große und günstige Angebot von Gebrauchtfahrzeugen aus Europa erklären lässt. Insgesamt sind über 83.000 Fahrzeuge (PKWs, Busse, LKWs) zugelassen. Die Regierung startete eine Offensive, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Sie führte im September 2015 ein neues System der Führerscheinprüfung ein, um den Kampf gegen gefälschte Führerscheine aufzunehmen. Die Vereinigung der Chauffeure fordert eine Geschäftsführung der Busbahnhöfe, da offensichtlich chaotische Verhältnisse herrschen. Das städtische Busunternehmen Sotral hat seine Roten in Lomé ausgebaut und bietet außerdem Fernstrecken im ganzen Land an.

Die meisten Togoer bewegen sich mit den Oléyia oder Zémidjans (auch Zem oder Z), wie die Moto-Taxis in Togo genannt werden, fort. Leider passieren immer wieder Unfälle, da die Fahrer oft überarbeitet sind oder alkoholisiert fahren. Viele von ihnen besitzen das Motorrad, mit dem sie arbeiten nicht selber, sondern leihen es zum Geld verdienen. Inzwischen gibt es die App GoZem, mit der die Nutzung der Moto-Taxis verbessert werden soll. Den witzigsten Beitrag zu diesem populären urbanen Verkehrsmittel liefert die Musik-Gruppe Toofan. Inzwischen wurde eine TV-Serie (Sitcom) gedreht, in deren Mittelpunkt die Zémidjans stehen.

Landesname und nationale Symbole

Denkmal von Paul Ahyi in Togoville, das an den Vertragsabschluss von 1884 erinnert © Otto Frick
Denkmal von Paul Ahyi in Togoville, das an den Vertragsabschluss von 1884 erinnert © Otto Frick
Die Flagge Togos
Die Flagge Togos
Das Wappen Togos
Das Wappen Togos

Togo bedeutet auf Éwe: da drüben auf dem Hügel (jenseits der Lagune) oder am anderen Hochufer. So wurden die fünf Dörfer bezeichnet, die heute die Ortschaft Togoville bilden, als die Deutschen 1884 mit Vertretern dieser fünf Dörfer Schutzverträge abschlossen.

Die Flagge Togos wurde 1960 zur Unabhängigkeit von dem Künstler Paul Ahyi in Zusammenarbeit mit Jean Johnson entworfen. Sie besteht aus fünf horizontalen Streifen, drei grünen und zwei gelben und einem weißen Stern im roten Quadrat. Die Farbe Grün steht für die Landwirtschaft und Gelb für die Bodenschätze. Der weiße Stern für die Hoffnung und rot für den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit und das hierbei vergossene Blut. Die Farbgebung entspricht den panafrikanischen Farben. Diese sich für die Einheit Afrikas und aller Menschen afrikanischen Ursprungs einsetzende Bewegung hatte die Farben der äthiopischen Fahne als Vorbild, da Äthiopien als einziges Land (neben dem "Sonderfall" Liberia) Afrikas keine europäische Kolonie war.

Das Wappen der Republik Togo wird laut Verfassung der IV. Republik vom 27. September 1992 so dargestellt: Silbernes Wappenschild in ovaler Form mit grünem Rand, zuoberst die nationalen Insignien, zwei schräg­ gestellte Fahnen, im Zentrum die Initialen RT der Republik Togo auf goldenem ausgeschnittenem zackenförmigem Hintergrund und zwei Löwen mit leicht geöffneten Schnauzen. Auf der Banderole stehen die Worte: Arbeit, Freiheit, Vaterland. Die zwei jungen Löwen stehen für den Mut des togoischen Volkes. Sie halten Pfeil und Bogen, die traditionellen Waffen, um zu zeigen, dass die wahre Freiheit des togoischen Volkes in seiner Hand liegt und dass seine Stärke vor allem in seinen eigenen Traditionen ruht. Die aufrecht schräg stehenden Löwen drücken die ständige Wachsamkeit des togoischen Volkes in der Wahrung seiner Unabhängigkeit aus.

Die Nationalhymne Salut à toi, terre de nos aïeux - Sei gegrüßt, Land unserer Ahnen wurde aus 40 Vorschlägen am 23. April 1960 angenommen. Der erste Satz, der den Hymnus bestimmt, ist von Sikeli, einem Tam-Tam-Lied abgeleitet. Die Melodie enthält Elemente afrikanischen und europäischen Charakters. Der Togoer Alex Casimir Dosseh (1923–2007), der an der Pariser Musikhochschule Cesar Franck studierte, schrieb Melodie und Text. Mittlerweile gibt es neben dem Text in Französisch und Ewé auch eine offizielle Version in Kabyè. Der emeritierte Bischof Kpodzro schlug eine zeitgemäße Textänderung der Nationalhymne vor, in der die Parole 'Vainquons ou mourrons mais dans la dignité' durch 'Vainquons et vivons dans la dignité' ersetzt werden sollte. 

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Mai 2020 aktualisiert.

Die Autorin

Maike Wilhelm

lebt und arbeitet seit fünf Jahren regelmäßig in Togo und studiert Politikwissenschaft und Volkswirtschaft. Sie ist als Landestrainerin in der Ausreisevorbereitung von Fach- und Führungskräften bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) tätig.

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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