Blick vom Mont Agou in Kpalimé © Katharina Baumgartner
Offizieller Name
Republik Togo
Fläche
56 785 km²
Einwohner
7,97 Mio. (2017, geschätzt)
Bevölkerungswachstum
2,64 % (2017, geschätzt)
Regierungssitz
Lomé
Amtssprache
Französisch
Regionalsprachen
Ewé, Kabyé

Auf den ersten Blick

Lage Togos in Westafrika
Lage Togos in Westafrika / © TUBS (CC BY-SA 3.0)

Die Republik Togo liegt an der Guineaküste Westafrikas (56 km Küste) zwischen Ghana (877 km gemeinsame Grenze) im Westen, Benin (644 km) im Osten und Burkina Faso (126 km) im Norden. Die Fläche beträgt 56.785 km² (Weltrang 124) und Togo steht somit an 41. Stelle der 54 unabhängigen Staaten Afrikas. Das entspricht einer Größe von Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Damit ist Togo genau halb so groß wie der Nachbarstaat Benin. Togo hatte nach dem Zensus vom November 2010 und dem im Dezember 2011 bekannt gegebenen endgültigen Ergebnis 6 191 000 Einwohner, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 109 Personen pro km². Schätzungen gehen für das Jahr 2017 von einer Bevölkerungszahl von 7,97 Mio. aus.

Kartenmaterial

Übersichtskarte von Togo
Übersichtskarte von Togo / © CIA Wold Factbook (public domain)

Eine interaktive Karte von Togo finden Sie bei Google Maps. Unter der Option 'Satellit'  ist der Großraum Lomé sehr präzise dargestellt, so dass man sogar einzelne Häuser identifizieren kann, während die anderen Regionen in einer niedrigeren Auflösung zu sehen sind. Auf der interaktiven Karte von Bing Maps können Sie sich die gewünschte Region heranzoomen, während mapquest zudem noch die Funktion von interaktiven Stadtplänen der größeren Städte bietet. Thematische Karten zu Bevölkerung, Klima und Landwirtschaft stellte die FAO zusammen, während Maps of World auch noch Karten zur Verkehrsinfrastruktur und den Bodenschätzen präsentiert. Im Juni 2013 kamen Vertreter vom Projekt OpenStreetMap für drei Monate nach Togo, um eine lokale Gruppe zu initiieren und eine kartografische Datenbank zu gründen. Ständig aktualisiertes Kartenmaterial zur humanitären Situation im Land bietet das UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA).

Landesimpressionen

Blick auf die Togo-Gebirgskette © Notse RdView.jpg, Lizenz CC-BY-SA-2.0 BE
Blick auf die Togo-Gebirgskette © Notse RdView.jpg, Lizenz CC-BY-SA-2.0 BE
Dorf bei Bassar © Otto Frick
Dorf bei Bassar © Otto Frick
Der Fluss Kara in der gleichnamigen Stadt Kara © Otto Frick
Der Fluss Kara in der gleichnamigen Stadt Kara © Otto Frick
Landschaft bei Defalé, Nordtogo © Otto Frick
Landschaft bei Defalé, Nordtogo © Otto Frick

Die französische Zeitschrift GEO hat eine schöne Bilderserie zu Togo ins Netz gestellt; die Fotos werden mit Aquarellen und Zeichnungen von Alain Miller ergänzt. Nach Völkern geordnet ist die beeindruckende Bilderserie von J. F. Ortega Viota: Moba, Batammariba, Kabyé, Ewé und Tchamba. Auch der Fotograf Michael Friedel hat die meisten seiner Togo-Bilder im Norden des Landes aufgenommen. Die Bildagentur Photographers direct bietet über 300 Fotos an. Motive mit Landschaften und Kinderporträts zeigt die Trekearth Gallery (siehe auch Kapitel 5). Der Fernsehsender ARTE produzierte zum 50-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit Togos und anderer Länder des frankophonen Afrika, die 1960 unabhängig wurden, eine Reihe von Filmen. Zu Togo sind über zwanzig eindrucksvolle Kurzfilme zu sehen, die zu allen Aspekten des Alltags informieren und die Zuschauer auf eine Entdeckungsreise nach Togo einladen. Die Journalistin Cécile Tran-Tien lädt zu einer interaktiven Reise mit dem Postbus von Lomé nach Cinkassé ein. Auf dem Weg entdeckt man in sieben Videoporträts sieben Togoer, sieben Orte und sieben Geschichten. Dazu gibt es Fotomaterial, einen Minisprachkurs und Musik von jungen togoischen Musikern.

Grunddaten und Kurzdarstellungen

Länderporträts und tabellarische Darstellungen Togos finden Sie beim Auswärtigen Amt, im CIA World Factbook, beim Länderprofil der BBC und dem französischen Außenministerium. Weitere Grunddaten bieten z.B. die Weltbank, die Statistische Abteilung der UN und die Seite des togoischen Institut National de la Statistique et des Etudes Economiques et Démographiques (INSEED).

Der ARTE-Beitrag 'Mit offenen Karten' stellt Togo in einem Kurzfilm vor und die Bundeszentrale für politische Bildung hat mit 'Hanisauland - Politik für Dich' ein Kurzporträt Togos für Kinder und Jugendliche zusammengestellt. Das GIGA Informationszentrum in Hamburg hat in seinem Online-Katalog zu Internationalen Beziehungen und Länderkunde auch zahlreiche Titel zu Togo, teilweise auch mit Zugriff auf Online-Volltexte. Über angeblich Typisches, Rekordverdächtiges und Skurriles in Togo berichtete die Zeitung 'Die Welt'. Der französische 'Cour Nationale du Droit d'Asile' veröffentlichte eine ausführliche, nach Themen geordnete Linksammlung zu Togo.

Naturraum

Mango-Allee in Zébé, Aného, dem ersten Regierungssitz der deutschen Kolonie Togo © Otto Frick
Mango-Allee in Zébé, Aného, dem ersten Regierungssitz der deutschen Kolonie Togo © Otto Frick
Vegetation bei Kpalimé © Otto Frick
Vegetation bei Kpalimé © Otto Frick
Stausee in Kemeni und die Berge von Alédjo Kadara © Otto Frick
Stausee in Kemeni und die Berge von Alédjo Kadara © Otto Frick
Kapok-Allee in Tandjoaré, Savannenregion © Otto Frick
Kapok-Allee in Tandjoaré, Savannenregion © Otto Frick

Landschaftsräume und Vegetationszonen

Topografie Togos
Topografie Togos © Sadalmelik (public domain)

Togo ist das künstliche Segment eines landschaftlichen Großraumes. Die sandige Küste verfügt über keine Naturhäfen; die starke Brandung verursacht Erosionsprobleme und es bildeten sich Nehrungen und Lagunen (Lac Togo und die Lagune in Lomé). Nach dem nur wenige Kilometer breiten Lagunengürtel folgt ein flachwelliges Hügelland (Terre de barre) und ein bis zu 500 m ansteigendes Sandsteinplateau, das in der Zentralregion diagonal von Südwest nach Nordost von der Togo-Atakora-Gebirgskette durchzogen wird. Die höchste Erhebung Togos ist der Mont Agou mit 986 m. Im Norden fällt das Gebirge zur Oti-Ebene und im Südosten zur Mono-Ebene ab. Auf dem Gebiet der heutigen Staaten Togo, Benin und Teilen Ghanas bestand schon vor über tausend Jahren eine Lücke im tropischen Regenwaldgürtel Westafrikas, das sogenannte Dahomey Gap. In ganz Togo ist das Landschaftsbild der Savanne (Feuchtsavanne) vorherrschend. Ein für diese Region charakteristischer Baum ist der Baobab (Affenbrotbaum). Lediglich im Bergland längs der Ghana-Grenze (etwa im Dreieck Kpalimé - Badou - Atakpamé und im sich nördlich anschließenden Adélé) sind noch Reste von Wäldern vorhanden und die Vegetation unterscheidet sich von den anderen Regionen Togos.

Es gibt zwar geschützte Wälder und Parks, die jedoch einem sehr hohen Druck anthropogener Nutzung ausgesetzt sind. Der Wildreichtum reduzierte sich während der politischen Unruhen der 1990er Jahre drastisch, vor allem im Keran-Park, während die schweizerische Fondation Franz Weber mit ihrem Engagement im Park von Fazao den Wildreichtum größtenteils erhalten konnte. Nachdem Ende 2015 der 25-jährige Vertrag mit der Stiftung auslief, übernahm der togoische Staat wieder die Verwaltung des Parks. Der Park von Fazao steht, wie weitere geschützte Gebiete des Landes, auf der Vorschlagsliste der UNESCO zum Weltnaturerbe. Am Unterlauf sowie im Mündungsdelta des Mono entsteht ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat zwischen Togo und Benin, das auch von der GIZ unterstützt wird.
Eine geographische Kurzbeschreibung Togos sowie weitere Informationen zur Landesnatur bietet die FAO. Die französische Forschungsorganisation IRD - Institut de recherche pour le Développement (Ex-ORSTOM) hält eine große Sammlung von Detailkarten zu bodenkundlichen und landwirtschaftlichen Themen aller Regionen Togos zur Ansicht und als PDF-Downloads bereit.

In Togo liegt eines der größten Phosphatlagerstätten der Welt. Weiter sind Vorkommen an Marmor, Kalkstein und Eisen bedeutend, in geringem Maß an Bauxit, Gold und Diamanten.

Panoramablick bei Nano, Savannenregion © Otto Frick
Panoramablick bei Nano, Savannenregion © Otto Frick
Regenzeit in der Zentralregion © Otto Frick
Regenzeit in der Zentralregion © Otto Frick

Klima

Bedingt durch die Äquatornähe hat Togo ein feuchtheiß-tropisches Klima. Im südlichen Landesteil gibt es zwei Regenzeiten (April bis Juni und Oktober bis November) und im Norden eine (April bis September). Während der Trockenzeit führen die Harmattan-Winde aus der Sahara viele feine Staubpartikel mit sich und sorgen für eine größere nächtliche Abkühlung. Wetterinformationen und detaillierte Angaben zu Wetter und Klima bieten Grafiken zu sechs Orten in Togo. Das westafrikanische Monsunsystem wird in dem Aufsatz von promet mit vielen Grafiken, Karten und Bildern ausführlich dargestellt.

Ökologische Probleme

Erosionsschutz an der Küste in Aného © Otto Frick
Erosionsschutz an der Küste in Aného © Otto Frick
Kahle Berghänge in Yikpa, Région des Plateaux © Otto Frick
Kahle Berghänge in Yikpa, Région des Plateaux © Otto Frick
Buschfeuer © Otto Frick
Buschfeuer © Otto Frick
Atakpamé im Harmattan © Otto Frick
Atakpamé im Harmattan © Otto Frick

Menschliche Eingriffe wie der Bau des Akosombo-Staudamms (1961 in Ghana) und der Bau des Tiefseewasserhafens in Lomé 1967 veränderten die natürliche Balance zwischen Strömungsverhältnissen und Sedimentablagerungen an der Küste Togos. Das verursachte eine ernsthafte und bedrohliche Küstenerosion östlich des Hafens bis zur Benin-Grenze. Die Weltbank gewährte Mittel in Höhe von 125 Mio. Francs CFA zum Erosionsschutz der Küste. 

Das Abladen von Phosphatabraum mit cadmiumhaltigen Spurenelementen im Meer führte zur Gewässerverschmutzung.

Müll am Markt in Kpalimé © Otto Frick
Müll am Markt in Kpalimé © Otto Frick

Umweltbelastungen im Großraum Lomé, unzureichende kommunale Müllentsorgung, private halblegale und illegale Entsorgung von Haushaltsabfällen, Abwässerreinigung sowie die flächendeckende Versorgung von sauberem Trinkwasser gehören zu den bislang ungelösten ökologischen Herausforderungen der Hauptstadt. Die Regierung bewilligte für das Jahr 2015 750 Mio. Francs CFA (über eine Million Euro) für die Agence nationale d'assainissement et de salubrité publique' (Agentur für die Öffentliche Gesundheit). Seit dem 1. November 2014 ist die Einfuhr, Produktion und Verbreitung von Plastiktüten, die nicht biologisch abbaubar sind, unter Strafe verboten. In Ermangelung von öffentlichen Parks und Grünanlagen wird der Strand von Lomé am Wochenende von Tausenden von Menschen aufgesucht, die ihre Spuren hinterlassen, was immer mehr zu einer schweren Verschmutzung der Strände führt.

Im ländlichen Raum sind Bodenerosion, häufig verursacht durch Brandrodung mit aus der Kontrolle geratenen Buschfeuern, wesentliche Faktoren der ökologischen Problematik. Der enorme Bedarf an Holz, bzw. Holzkohle als wichtigstem Energieträger führt auch zu illegalem Holzeinschlag. Der demografische Druck zwingt die Landbevölkerung oft zu einer Übernutzung der Böden, ohne Einhaltung der nötigen Brachezeiten, was zum Raubbau und Degradierung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen führt. Der Umweltminister wandte sich im Mai 2015 in einem Appell an die Bürger, die Biodiversität zu schützen und zu erhalten und am 1. Juni, dem Tag des Baumes in Togo, appellierte er erneut, sich für die Aufforstung zu engagieren. Ein neues Aufforstungsprojekt, das mit über vier Millionen Dollar für vier Jahre ausgestattet ist, wurde vom 'Fonds de partenariat pour le carbone forestier (FCPF)' und der Regierung gestartet. Die Universität initiierte in Zusammenarbeit mit einer Nichtregierungsorganisation ein Kompostprojekt

Tafel bei Misahoé mit der Aufforderung, die Wälder nicht zu zerstören © Otto Frick
Tafel bei Misahoé mit der Aufforderung, die Wälder nicht zu zerstören © Otto Frick

In den vergangenen Jahren traten häufiger Wetterextreme sowie Überschwemmungen als Folge des Klimawandels auf. 2008 und 2009 traten infolge von heftigen Regenfällen mehrere Flüsse über die Ufer und zerstörten einige Brücken, auch waren mehrere Stadtteile von Lomé überschwemmt. Auch die fortschreitende Küstenerosion wird mit der Klimaerwärmung in Zusammenhang gebracht und die Regierung erwägt, den kommerziellen Abtransport von Sand zum Schutz der Küste verbieten zu lassen. Vor allem die Stadt Aného und Umgebung ist stark von der Küstenerosion betroffen, wo jährlich zehn Meter Land vom Meer abgetragen werden. Laut Prognosen von lokalen und internationalen Experten könnte bereits 2038 die Stadt von der Landkarte verschwinden, sofern nichts gegen die fortschreitende Erosion unternommen wird. Vertreter der Afrikanischen Entwicklungsbank BAD hielten sich im März 2016 in Togo auf und sicherten dem Land u. a. bei Maßnahmen gegen die Küstenerosion Hilfe zu. 2017 stellte die Regierung in Zusammenarbeit mit der GIZ einen nationalen Aktionsplan vor, um den Herausforderungen des Klimawandels entgegen zu wirken.
Widerstand regt sich gegen eine geplante industrielle Ausbeutung von Bauxitvorkommen am Mont Agou. Die Alliance Nationale des Consommateurs et de l'Environnement du Togo (ANCE-Togo) ist ein Netz von diversen NRO und Privatpersonen, die sich u.a. um Artenvielfalt in der Landwirtschaft und um Verbraucherschutz kümmert. Die Firma Heidelberg Zement stiftete einen Umweltpreis, der 2016 zum ersten Mal vergeben wurde und das deutsche 'natureOffice' ist mit seinem 'Project Togo' im Klimaschutz aktiv.

Sozialgeografische Gegebenheiten

Städte und Bevölkerung

Die Hauptstadt ist Lomé mit ca. 2 Millionen Einwohnern. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten Jahren verdoppelt, die Vororte dehnen sich immer weiter in den Norden und Südosten aus. Lomé ist zugleich der bedeutendste Standort des sogenannten modernen Sektors. Andere größere Städte sind Kara (109 000 Ew.), Sokodé (105 000 Ew.), Kpalimé (85 000 Ew.), Atakpamé (77 000 Ew.), Dapaong (66 000 Ew.), Tsévié (56 000 Ew.), Mango (40 000 Ew.), Notsé (40 000 Ew.), Bassar (25 000 Ew.) und Aného (25 000 Ew,). Das Institut National de la Statistique et des Études Economique et Démographique gibt Prognosen über die demographische Entwicklung des Landes bis 2030.

Blick auf Sokodé-Komah © Otto Frick
Blick auf Sokodé-Komah © Otto Frick
Terrassenförmig angelegtes Dorf am Mont Agou © Otto Frick
Terrassenförmig angelegtes Dorf am Mont Agou © Otto Frick

Togo ist ein "junges" Land: 42 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre und lediglich 3 % sind älter als 65 Jahre. Seit den 1970er Jahren verzeichnet Togo eine der höchsten Urbanisierungsraten in Westafrika, was sich vor allem im Ballungsraum von Lomé niederschlug, in dem heute ca. 25 % der Gesamtbevölkerung lebt. Jedoch wird sich bis 2020 die urbane Bevölkerung mehr auf Orte mit einer Bevölkerung von 10 000 bis 50 000 Einwohnern konzentrieren, in denen ein Drittel der Gesamtbevölkerung leben wird. Im Jahr 2000 hatte Togo 38 Orte mit mehr als 10 000 Einwohnern, bis 2020 wird sich diese Zahl auf 70 Orte nahezu verdoppeln. Der Anteil der städtischen Bevölkerung insgesamt lag bei der Unabhängigkeit 1960 bei gerade mal 8,8 %, während er heute bei 43 % liegt. Für das Jahr 2020 wird mit 50 % gerechnet.  

Bezahlbarer Wohnraum wird in der Hauptstadt Togos immer knapper, sodass viele Bewohner immer weiter in die Peripherie ziehen oder sich in einigen der städtischen Slums niederlassen, wie beispielsweise in 'Katanga', einer 'Bidonville' in Hafennähe. In den letzten 10 Jahren hat Prostitution als Gewerbe stark zugenommen.

Die Bevölkerung Togos hat sich seit 1960 vervierfacht. Die letzte Volkszählung in Togo fand 2010 statt und ergab 6 191 000 Einwohner. Schätzungen gehen für das Jahr 2017 von einer Bevölkerungszahl von 7,97 Mio. aus.

Die Einwohner von Togo werden nicht Togolesen, sondern Togoer und Togoerin/nen genannt. Das entsprechende Adjektiv ist togoisch.

Verkehr

Brücke über den Mono in der Präfektur Est-Mono © Otto Frick
Brücke über den Mono in der Präfektur Est-Mono © Otto Frick

Die drei Eisenbahnlinien, die noch aus der deutschen Kolonialzeit stammen, sind stillgelegt und werden andersweitig genutzt. Lediglich kleine, später erbaute Stichbahnen befördern Phosphat und Zement von den Lagerstätten zum Hafen. Die Regierung übertrug die Lizenz zur Nutzung dieser Bahnen zwei indischen Investoren. Eine innerstädtische Eisenbahnstrecke in Lomé steht kurz vor der Vollendung. Es gibt Pläne einer Eisenbahnverbindung zwischen Lomé und Cotonou, der Hauptstadt vom benachbarten Benin.
Die Straßen bilden heute den wichtigsten Verkehrsträger und Togo verfügt über ein relativ gutes Straßennetz. In den Bergregionen Nordtogos wurden neue Umgehungsstraßen zwischen Aléheridé und Bafilo sowie zwischen Defalé und Kandé gebaut, die im Januar 2015 dem Verkehr übergeben wurden. Für die Instandsetzung und den Ausbau der Strecke von Sokodé nach Bassar stellt die BADEA (Banque arabe pour le développement économique en Afrique) 10 Mio. Dollar zur Verfügung und der kuwaitische Fond für die arabische Entwicklung - FDK sicherte im März 2016 für diesen Abschnitt knapp 10 Milliarden Francs CFA (etwa 15 Mio. Euro) Kredit zu. Weitere Geldgeber konnten für diese Strecke gewonnen werden. Die Islamische Entwicklungsbank finanziert mit 192 Millionen Dollar weiteren Straßenbau in Nordtogo.
Eine neue grenzüberschreitende Brücke über den Mono zwischen den Orten Athiémè und Agoméglozou befindet sich im Bau. Für den Ausbau der Straße von Lomé nach Cotonou wurde grünes Licht gegeben, nachdem eine internationale Expertengruppe dieses Vorhaben als Teilstück des Korridors Abidjan - Lagos befürwortet hatte.

Neubau der Straße nach Dapaong  © Otto Frick
Neubau der Straße nach Dapaong © Otto Frick
Alte Brücke über den Mono, südlich von Bassar © Otto Frick
Alte Brücke über den Mono, südlich von Bassar © Otto Frick

Um das Stadtgebiet von Lomé von den Lastwagen im Transitverkehr zu entlasten wurde eine Umgehungsstraße vom Hafen nach Agoényvé gebaut. Auch der Hafen und der Flughafen wurden ausgebaut und vergrößert. Der neue Flughafen in Lomé wurde im April 2016 eingeweiht und der Flughafen in Niamtougou soll von einer chinesischen Firma modernisiert werden. Diese aufwendigen Infrastrukturmaßnahmen werden in einem eindrucksvollen Filmclip vorgestellt. Der Minister für Infrastruktur und Transport stellte fest, dass Togo jährlich 40 Milliarden Francs CFA für den Unterhalt der Straßen benötigt.
Lomé soll, laut Aussagen von Henok Teferra, dem Generaldirektor der nationalen Asky Fluglinie, ein wichtiger Hub im transatlantischen Flugverkehr werden, da es mittlerweile von Ethiopian Airlines drei Direktflüge pro Woche in die USA gibt.

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die Zahl der zugelassenen PKWs auf 14.500 verdoppelt, was sich zum Teil durch das große und günstige Angebot von Gebrauchtfahrzeugen aus Europa erklären lässt. Insgesamt sind über 83.000 Fahrzeuge (PKWs, Busse, LKWs) zugelassen. Die Regierung startete eine Offensive, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Sie führte im September 2015 ein neues System der Führerscheinprüfung ein, um den Kampf gegen gefälschte Führerscheine aufzunehmen. Die Vereinigung der Chauffeure fordert eine Geschäftsführung der Busbahnhöfe, da offensichtlich chaotische Verhältnisse herrschen. Das städtische Busunternehmen Sotral in Lomé gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. 

IrinNews berichtete über das Phänomen der Oléyia oder Zémidjans (auch Zem oder Z), wie die Moto-Taxis in Togo genannt werden. Leider passieren immer wieder Unfälle, da die Fahrer sich nicht immer an die Verkehrsregeln halten oder alkoholisiert fahren. Der frühere Premierminister Séléagodji Ahoomey-Zunu führte daher eine Versicherung für die Motorrad-Taxifahrer ein, zunächst in Atakpamé. Nach Angaben der Innung der Mototaxis COSTT sollen Ende Dezember 2011 213.807 offiziell registrierte Oléyias in Togo gefahren sein, wovon 57.215 auf Lomé entfallen. Den witzigsten Beitrag zu diesem populären urbanen Verkehrsmittel liefert die Musik-Gruppe Toofan. Inzwischen wurde eine TV-Serie (Sitcom) gedreht, in deren Mittelpunkt die Zémidjans stehen.

Landesname und nationale Symbole

Denkmal von Paul Ahyi in Togoville, das an den Vertragsabschluss von 1884 erinnert © Otto Frick
Denkmal von Paul Ahyi in Togoville, das an den Vertragsabschluss von 1884 erinnert © Otto Frick
Die Flagge Togos
Die Flagge Togos
Das Wappen Togos
Das Wappen Togos

Togo bedeutet auf Éwe: da drüben auf dem Hügel (jenseits der Lagune) oder am anderen Hochufer. So wurden die fünf Dörfer bezeichnet, die heute die Ortschaft Togoville bilden, als die Deutschen 1884 mit Vertretern dieser fünf Dörfer Schutzverträge abschlossen.

Die Flagge Togos wurde 1960 zur Unabhängigkeit von dem Künstler Paul Ahyi in Zusammenarbeit mit Jean Johnson entworfen. Sie besteht aus fünf horizontalen Streifen, drei grünen und zwei gelben und einem weißen Stern im roten Quadrat. Die Farbe Grün steht für die Landwirtschaft und Gelb für die Bodenschätze. Der weiße Stern für die Hoffnung und rot für den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit und das hierbei vergossene Blut. Die Farbgebung entspricht den panafrikanischen Farben. Diese sich für die Einheit Afrikas und aller Menschen afrikanischen Ursprungs einsetzende Bewegung hatte die Farben der äthiopischen Fahne als Vorbild, da Äthiopien als einziges Land (neben dem "Sonderfall" Liberia) Afrikas keine europäische Kolonie war.

Das Wappen der Republik Togo gab es in mehreren Varianten. Laut Verfassung der IV. Republik vom 27. September 1992 ist es so dargestellt: Silbernes Wappenschild in ovaler Form mit grünem Rand, zuoberst die nationalen Insignien, zwei schräg­ gestellte Fahnen, im Zentrum die Initialen RT der Republik Togo auf goldenem ausgeschnittenem zackenförmigem Hintergrund und zwei Löwen mit leicht geöffneten Schnauzen. Auf der Banderole stehen die Worte: Arbeit, Freiheit, Vaterland. Die zwei jungen Löwen stehen für den Mut des togoischen Volkes. Sie halten Pfeil und Bogen, die traditionellen Waffen, um zu zeigen, dass die wahre Freiheit des togoischen Volkes in seiner Hand liegt und dass seine Stärke vor allem in seinen eigenen Traditionen ruht. Die aufrecht schräg stehenden Löwen drücken die ständige Wachsamkeit des togoischen Volkes in der Wahrung seiner Unabhängigkeit aus.

Die Nationalhymne Salut à toi, terre de nos aïeux - Sei gegrüßt, Land unserer Ahnen wurde aus 40 Vorschlägen am 23. April 1960 angenommen. Der erste Satz, der den Hymnus bestimmt, ist von Sikeli, einem Tam-Tam-Lied abgeleitet. Die Melodie enthält Elemente afrikanischen und europäischen Charakters. Der Togoer Alex Casimir Dosseh (1923–2007), der an der Pariser Musikhochschule Cesar Franck studierte, schrieb Melodie und Text. Mittlerweile gibt es neben dem Text in Französisch und Ewé auch eine offizielle Version in Kabyè. Der emeritierte Bischof Kpodzro schlug eine zeitgemäße Textänderung der Nationalhymne vor, in der die Parole 'Vainquons ou mourrons mais dans la dignité' durch 'Vainquons et vivons dans la dignité' ersetzt werden sollte. 

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2018 aktualisiert.

Die Autorin

Maike Wilhelm

lebt und arbeitet seit fünf Jahren regelmäßig in Togo und studiert Politikwissenschaft und Volkswirtschaft. Sie ist als Landestrainerin in der Ausreisevorbereitung von Fach- und Führungskräften bei der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) tätig.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

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