Kriegsschrott im Nordosten (Joerg Meyer)
Tag der Unabhängigkeit
11. August 1960
Staatsoberhaupt
Idriss Déby Itno
Regierungschef
Albert Pahimi Padacké
Politisches System
Präsidialrepublik
Demokratie Status-Index (Politische Transform.)
Rang 106 (von 129), 2018
Korruptionsindex (CPI)
Rang 165 (von 180), 2018
Ibrahim Index of African Governance
Rang 46 von 54 (2018)

Geschichte

Frühgeschichte

Der Tschad die Wiege der Menschheit? Seit man den Schädel von Toumai ("Hoffnung auf Leben, Lebensmut"), eines ca. 7 Mio. Jahre alten Humanoiden im Djourab gefunden hat, ist darüber eine hitzige Expertendiskussion entfacht worden. Während der neolithischen Periode war die heutige Sahelzone sehr fruchtbar und regenreich, was spektakuläre Felsmalereien im Tibesti und Ennedi-Gebirge im Norden des Tschad deutlich werden lassen. Von der frühen Besiedelung des heutigen Tschad zeugen außerdem etliche Überreste von Tongefäßen und Steinwerkzeugen, die u.a. in der Gegend um den Tschadsee gefunden wurden. Besonders interessant gelten dabei die Funde vom legendären Volk der Sao, das als eine der ältesten, eisenführenden Kulturen Westafrikas in die Geschichte eingegangen ist und sowohl einzigartige Bestattungsgefäße herstellte als auch im städtebaulichen und künstlerischen Bereich wegweisend war.

Kanembou-Krieger
Kanembou-Krieger Quelle: Wikipedia (public domain)

Die historischen Epochen

Kommandant Lamy
Kommandant Lamy Quelle:Wikipedia (public domain)

In vorkolonialer Zeit wurde das Gebiet um den Tschadsee zum Knotenpunkt  des Transsaharahandels (Haupthandelsgüter waren Salz, Gold, Elfenbein, Gewürze und Sklaven). Die bedeutendsten zentralistischen Reiche waren Kanem-Bornou, das ab dem 8./9. Jahrhundert zur dominanten Macht in der Tschadregion erstarken sollte, und Baguirmi und Quaddai, die etwa ab dem 16. Jahrhundert Kanem die Vormachtstellung nahmen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versetzte der Sklavenhändler Rabah al-Zubair aus dem heutigen Sudan die Region in Angst und Schrecken und unterwarf weite Teile der Gebiete um den Tschadsee.

Erst den Franzosen unter General Lamy, die Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Süden in die heutigen Gebiete des Tschad eindrangen, gelang es im Jahr 1900, in der entscheidenden Schlacht bei Kousseri, ihm Einhalt zu gebieten.
Die Kolonialmacht Frankreich konnte nur in einigen Teilen des südlichen und für sie nützlichen, weil fruchtbaren Tschad (insb. wegen des Baumwollanbaus "Le Tchad utile" genannt) für 60 Jahre Fuß fassen, den nördlichen Teil verwalteten sie rein militärisch. Das Land hatte für die Franzosen überwiegend strategische Bedeutung, so dass auch die Infrastruktur in den Jahren der Kolonisierung nur rudimentär und jeweils nach den wirtschaftlichen und politischen Bedürfnissen ausgerichtet, aufgebaut wurde. Zu diesem Zwecke führten sie im Süden auch ein bescheidenes Bildungswesen ein.

1884  In Berlin (Kongokonferenz) wird Afrika auf dem Papier unter den europäischen Kolonialmächten aufgeteilt. Die Gebiete des heutigen Tschad werden Frankreich zugesprochen, das Ende des Jahrhunderts damit beginnt, von Süden kommend, die Gebiete zu besetzen.

1900  Die französisch besetzten Gebiete werden zum Protektorat Frankreichs, drei Jahre später zur Kolonie der Franzosen erklärt.

1908  Die Kolonie Tschad wird Teil des Verwaltungsgebietes von Französisch-Äquatorialafrika.

1920  Das Gebiet wird zur eigenständigen Kolonie erklärt.

1934  Der Aouzou - Konflikt nimmt seinen Anfang, da die Grenzziehung nach Norden (italienische Kolonie Libyen) von Italien nicht ratifiziert wird.

1946  Der Tschad wird als Überseeterritorium Teil der Französischen Union (Communauté Francaise). Im Land werden die ersten Parteien gebildet und Gabriel Lisette gründet, zusammen mit anderen aus dem Süden stammenden Intellektuellen, die Unabhängigkeitsbewegung 'Parti Progressiste Tchadien' (PPT).

1958  Mit Billigung der Territorialen Versammlung wird der Tschad zur autonomen Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft ernannt.

1960  Am 11. August wird die Republik Tschad in die Unabhängigkeit von Frankreich entlassen. Die neuere Geschichte wurde durch die Politik des ersten Präsidenten des Tschad Ngarta Tombalbaye und seinen Nachfolgern entscheidend geprägt.

Einen groben Überblick zu allgemeinen Eckdaten der Geschichte des Tschad von 1900 bis 2011 bietet das Netzwerk Afrika und neuere Daten eine Chronologie von Jeune Afrique.

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Entwicklung des heutigen Staates

Die postkoloniale Geschichte des Tschad war geprägt von Bürgerkriegen und einer repressiven Staatsmacht. Nach hoffnungstragenden Anfangsjahren kam es durch Zentralismus und Repression schon früh zu Rebellionen in verschiedenen Teilen des Landes. Die vielfach vom Präsidialregime gepredigte nationale Einheit wurde der kulturellen und ethnischen Vielfalt des Landes keineswegs gerecht. Der Tschad blieb nach seiner Entlassung in die Unabhängigkeit ein zerrissenes Land, in dem Menschenrechtsverletzungen und Flüchtlingsbewegungen an der Tagesordnung waren. Vor allem unter Hissène Habré, der von 1982-1990 Präsident des Tschad war, mehrten sich die politischen Morde und Gewaltkampagnen. Dies führte 2005 zu einem internationalen Haftbefehl und der Eröffnung eines offiziellen Verfahrens gegen den Exdiktator. Erst 2016 kam es zur Verurteilung von Habré. (Weitere Informationen finden Sie unter dem Stichwort 'Menschenrechte'.)
Idriss Déby, der heutige Präsident, erschien in den ersten Jahren nach seiner Machtübernahme 1990 als Hoffnungsträger und Erneuerer auf der politischen Bühne. Er versprach dem tschadischen Volk freie Wahlen, eine neue Verfassung und die Einberufung einer souveränen Nationalkonferenz. Durch diese sollte die Aufarbeitung der Konflikte der letzten Jahrzehnte und der Aussöhnungsprozess in Gang gebracht werden. Aber trotz der anfänglich positiven Entwicklungen sollte es erst 1996 zu den ersten freien Wahlen kommen, wobei deren Ergebnisse umstritten blieben. Der fragile Staatsapparat wurde auch unter Déby weiterhin durch Rebellionen und gewaltsame Konflikte, vor allem im Norden und Osten des Landes, destabilisiert.

Staat

Staatsform und Verfassung

Dezentralisierungskampagne
Dezentralisierungskampagne (Joerg Meyer)

Nach der Verfassung vom 14. April 1996 und in Anlehnung an das französische Modell ist der Tschad eine präsidiale Republik mit einem Mehrparteiensystem, aber mit stark autokratischen Zügen.

Per Referendum wurde die Verfassung mit 61,5 % der Stimmen am 31. März 1996 vom Volk angenommen. Erarbeitet wurde sie von der Souveränen Nationalkonferenz während einer dreijährigen Übergangsphase. Ihre Aufgabe wurde jedoch dadurch erschwert, dass sie zunächst die vorangegangenen jahrzehntelangen gewalttätigen Konflikte aufarbeiten musste.
Seitens der Regierungspartei MPS wurde seit 2000 eine Verfassungsänderung angestrebt, die die Beschränkung der Präsidentschaft auf zwei Legislaturperioden aufhebt. In einer gemeinsamen Deklaration haben sich fast alle Oppositionsparteien scharf gegen den Versuch Débys ausgesprochen, sich auf diese Weise weitere Wiederwahlen zu ermöglichen. Die Verfassungsänderung wurde dennoch im Mai 2004 durch das Parlament angenommen und vom Volk am 6. Juni 2005 durch ein Referendum bestätigt. Voran gegangen waren schwere Vorwürfe der Opposition über Wahlmanipulationen, die auch nach der Wahl aufrechterhalten wurden.

Im neuen Transformationsstatus-Index der Bertelsmann Stiftung von 2018 erreicht der Tschad den Rang 115 von 129 (2014 war es Platz 116 von 129) untersuchten Staaten.

Formaler Staatsaufbau

Staatspräsident Déby
Staatspräsident Déby © Rama (CC BY-SA 2.0 FR)

Der Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Chef des Ministerrats (Regierungskabinett) und ernennt als solcher den Premierminister, der seinerseits die Regierung bildet.

Der Präsident wird für fünf Jahre in Direktwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt, wobei es ggf. zur Stichwahl zwischen den beiden erstplatzierten Kandidaten kommen kann. Die durch das Parlament und per Referendum vom Volk angenommene Verfassungsänderung erlaubt dem Präsidenten seit 2005 die Ausübung mehrerer Mandate.

In der Verfassung sind die rechtlichen Grundlagen für Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem, Grundrechte und Dezentralisierung festgeschrieben, wobei z.B. für Letzteres die Bedingungen noch nicht alle erfüllt sind. Seit September 1999 wurden mehrmals neue Verwaltungseinheiten gebildet (seit 2012 bestehen 23 Regionen mit seit August 2018 95 Départements). Auch wurde die zweite Parlamentskammer, d.h. der Senat, als gesetzgebende Gewalt und Repräsentant der Gebietskörperschaften, bis jetzt nicht geschaffen.
Die Nationalversammlung (Assemblée Générale) als erste Parlamentskammer hatte bis 2010 155 Abgeordnete, die vom Volk für vier Jahre gewählt werden. Allerdings haben die Abgeordneten ihr Mandat schon mehrmals eigenmächtig verlängert. Nach dem Zensus wurde die Zahl der Abgeordneten nun angepasst und auf 188 erhöht.

Finanzielle Schwierigkeiten wurden für die Verschiebung der Parlamentswahlen von 2001 auf 2002 angeführt und auch für die letzte Mandatsverlängerung 2006 als Grund angegeben. Damit gab es zwischen 2002 und Februar 2011 keine Parlamentswahlen und auch seit 2011 nicht mehr, obwohl diese turnusmäßig alle vier Jahre hätten stattfinden sollen.

Recht, Ordnung und staatliche Sicherheit

Das Rechtssystem des Tschad ist geprägt von der Koexistenz verschiedener Systeme, dem staatlichen, dem traditionellen, lokalen (von Ethnie zu Ethnie unterschiedlichen) und dem islamischen Recht.
Das staatliche tschadische Rechtssystem basiert auf französischem Kolonialrecht. Bis heute wird etwa das französische Zivilrecht von 1958 modifiziert angewandt, andere Rechtsgebiete, wie das Strafrecht, wurden durch eine nationale Gesetzgebung neu definiert. Über ein einheitliches, neues  Familienrecht wurde jahrelang hitzig debattiert und Ende 2016 verschiedene Passagen im Strafgesetz diesbezüglich verändert.

Die Justiz ist nur formell unabhängig und steht unter dem Druck der Exekutive. Neben unzureichenden personellen und materiellen Ressourcen ist das System stark reformbedürftig. Korruption und Vetternwirtschaft auf allen politischen und Verwaltungsebenen behindern Entwicklungsmöglichkeiten und Transformationsprozesse.

Das Gericht mit dem Cour Suprême ist formal die höchste rechtliche Instanz im Land.

Die Polizei, Gendarmerie, Armee und Garde Nationale et Nomade (GNNT) sind zuständig für die innere Sicherheit. Allerdings herrschen auch hier korrupte Strukturen vor und die meisten Sicherheitsposten sind von regierungsnahen Personen oder Mitgliedern aus dem Clan oder der Ethnie des Präsidenten besetzt. Den Sicherheitsdiensten werden immer wieder Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, Willkür, Folter, Verschwindenlassen und Vergewaltigungen vorgeworfen, wobei die Täter fast immer mit Straflosigkeit rechnen können.

Wegen immenser Unregelmäßigkeiten im gesamten Polizeiapparat hat der Staatspräsident unter anderem zwei hochrangige Minister seiner Regierung Mitte Februar 2013 entlassen und Untersuchungen gegen Vetternwirtschaft und Korruption angekündigt.

Kriminalität breitet sich aufgrund der beschriebenen unzureichenden Strukturen, eines schwachen Staates und einer schwachen Justiz weiter aus, so dass von Betroffenen oft zur Selbstjustiz gegriffen wird. Auch Übergriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, meist mit dem Ziel Wertgegenstände und vor allem Fahrzeuge zu erbeuten, häufen sich besonders im Osten des Landes.


Waffen: Aufgrund der allgemeinen angespannten Sicherheitslage, rechtsfreier Räume und großer Unterstützung von Seiten externer Akteure (z.B. Sudan) hatten sich Waffenlieferungen an die verschiedenen Rebellengruppierungen im Zeitraum von 2004 bis 2008 im Vergleich zu den Vorjahren verfünffacht. Diese, wie auch die durch die instabile Lage des nördlichen Nachbarn Libyen seit 2011 hervorgerufene Waffenschwemme im Nordtschad, haben zu weiterer Militarisierung und Verunsicherung im gesamten Land geführt.


Minen: Die Gefährdung durch Landminen ist vor allem im Norden des Landes (Ennedi, Tibesti) seit der Verminung des Gebietes während der libysch-tschadischen Auseinandersetzungen um den Aouzou-Streifen ab Mitte der 70er Jahre akut. Nach Angaben der International Campaign to ban Landmines sind mehr als 280 000 Menschen durch Minen bedroht und seit 2006 hat sich auch die Gefahr scharfer, nicht explodierter Munition (UXO), die bei Rebellenangriffen verwendet wurde, extrem erhöht.
Minenräumungsprojekte werden immer wieder durch die instabile politische Situation in den betroffenen Gebieten behindert. Eine umfassende Analyse der Situation und vermehrte Aufklärungsarbeit soll die Gefährdung eindämmen.

Innenpolitische Themen

Machthaber und Machtgruppen

Mit der Einführung des Mehrparteiensystems haben sich dutzende Parteien gebildet. Ihre Wählerbasis beruht zumeist auf ethnischer Zugehörigkeit, die sich über die regionale Herkunft des jeweiligen Kandidaten definiert. Die wichtigste und beherrschende politische Kraft ist die vom Staatspräsidenten geführte Mouvement Patriotique du Salut (MPS), die derzeit mit 125 von 188 Abgeordneten im Parlament vertreten ist.

Die wichtigsten legalen Oppositionsparteien wie z.B. die UNDR von Kebzabo oder die FAR von Yorongar, die mit weiteren vier Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl 2001 gegen Déby angetreten waren, beklagten sich - wie bereits bei den vorherigen Wahlen 1996 - über massive Wahlbehinderungen und Unregelmäßigkeiten und fochten die offiziellen Wahlergebnisse an. Bei den Parlamentswahlen 2002 kam es zum Wahlboykott einiger Oppositionsparteien. International wurden die Wahlen aber als "einigermaßen fair" angesehen, was jedoch aus tschadischer Perspektive kritischer bewertet wurde.

2009 wurde die Sozialistische Partei Parti Démocratique et Socialiste pour l’Alternance (PDSA) mit dem Vorsitzenden Malloum Yoboïdé Djéraki gegründet, die in den Parlamentswahlen 2011 einige Erfolge vorzuweisen hatte.

Die CPDC (Coalition des partis pour la défense de la Constitution) ist ein überparteiliches Bündnis aus Oppositionsparteien, die sich 2005 aufgrund der damals geplanten Verfassungsänderung zu einem Boykott des Referendums und der sich daran anschließenden Präsidentschaftswahlen 2006 zusammenschlossen.

Im April 2008 nahm Déby vier Oppositionsmitglieder des CPDC in sein Kabinett auf. Darunter auch Youssouf Saleh Abbas, der von 2008-2010 das Amt des Premierministers bekleidete aber im März 2010 wegen Differenzen mit Déby seinen Rücktritt verkündete. Abbas stammt aus dem Osten des Landes und war in den 90ern aktiv in der Rebellenbewegung MDJT tätig. Neuer Premierminister war bis Ende 2012 Emmanuel Nadingar, vormals für Dezentralisierungsfragen zuständig und enger Vertrauter des Präsidenten. Ihm folgte im Januar 2013 Joseph Djimrangar Dadnadji aus der Provinz Mandoul im Süden des Landes, dessen Regierung schon in den ersten Wochen nach Amtsantritt mit Neubesetzungen wegen Unregelmäßigkeiten zu kämpfen hatte. Bereits im November 2013 wurde dieser durch Kalzeubet Pahimi Deubet ersetzt, der zuvor verschiedene Ministerposten inne hatte.

Am 14. Februar 2016 setzte Déby kurz vor den Wahlen am 10. April 2016 Albert Pahimi Padacké als neuen Premierminister ein. Albert Pahimi Padacké stand bei den Wahlen von 2006 und 2011 als Gegenkandidat für das Rassemblement National des Démocrates Tchadiens (RNDT) auf der Wahlliste und stammt aus dem Süden, aus Mayo-Kebbi Ouest. Die RNDT wurde danach zur Koalitionspartei der Regierung Déby und trug mit zu dessen Erfolg bei den letzten Präsidentschaftswahlen bei.

Seit 2016 besteht eine neue Koalition von Oppositionsparteien, die Fonac (Front de l’opposition nouvelle pour l’alternance et le changement), die sich im April 2018 gegen die Reformen und angekündigten Verfassungsänderungen der Regierung ausgesprochen hatte. Die Änderungen, die faktisch die uneingeschränkte Macht des Präsidenten zur Folge hat, führten Anfang Mai zum Rücktritt der Regierung.

Eine unter vielen Korruptionsaffären hatte im Oktober 2009 die Inhaftierung und Vernehmung des 'zweiten Mannes im Staat', Generalsekretär der regierenden MPS Haroun Kabadi und weiterer Minister vor Gericht zur Folge. Dabei ging es um einen öffentlichen Beschaffungsauftrag, bei dem mehrere Milliarden Francs CFA Bestechungsgelder geflossen sein sollen. Aufgrund fehlender Beweise sind allerdings alle hochrangigen Beschuldigten wieder auf freien Fuß gesetzt worden und Haroun Kabadi wurde Vorsitzender der Nationalversammlung.

Wahlen

Präsidentschaftswahlen 2016

Am 10. April 2016 wurden die letzten Präsidentschaftswahlen abgehalten und Idriss Déby als Wahlsieger bestätigt. Die Wahlbeteiligung der sechs Millionen Wahlberechtigten war mit 71,6 % relativ hoch. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten hat eine Gruppe von Oppositionellen gefordert, die Wahl für ungültig zu erklären. Außerdem gibt es Berichte über verschwundene und inhaftierte Militärs, die nicht pro Déby gewählt haben. Frankreich fordert die Einsetzung einer Kommission zur sofortigen Aufklärung.

Am 3. Mai wurden die Ergebnisse der Wahl mit leichten Korrekturen vom Cour Constitutionnelle bestätigt und die Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen. Damit stand der fünften Amtszeit Débys nichts mehr im Weg. Déby hat im ersten Wahlgang 59,92 % der Stimmen erreicht (2011 waren es noch 88 %), sein stärkster Konkurrent bleibt Saleh Kebzabo mit 12,77 % der Stimmen, die er überwiegend in seiner Heimatregion im Südwesten geholt hat. An dritter Stelle steht der Bürgermeister von Moundou, Laoukein Kourayo Médard mit 10,61 % und Platz vier belegte der frühere Premierminister Joseph Djimrangar Dadnadji mit 5,4 %.

Idriss Déby trat nach seiner 25-jährigen Amtszeit zum fünften Mal an und wieder gab es vehemente Proteste aus der Opposition. Allerdings boykottierte ein Großteil der Opposition im Gegensatz zum Wahljahr 2011 die Wahlen nicht. Als stärkster Gegenkandidat galt wie schon 2011 Saleh Kebzabo von der UNDR, daneben Joseph Djimrangar Dadnadji (CAP), der frühere Premierminister und Gali Ngotho Gatta (UFD). Der aussichtsreiche Kandidat der FAR, Ngarleji Yorongar wurde wegen angeblicher formaler Fehler von der Kandidatur ausgeschlossen. Von den 23 Kandidaten betraf dies neun, so dass nur 14 Kandidaten am 10. April zur Wahl standen.

Die auf 2017 verschobenen Parlamentswahlen sollen laut Regierung nun doch erst 2019 abgehalten werden. Auch die Kommunalwahlen stehen noch aus.

Präsidentschaftswahl 2006

Schon im Vorfeld der Wahlen, im April des Jahres, brachte eine Rebellenoffensive das Land an den Rand eines Bürgerkriegs. Die FUCD unter Mahamat Nour Abdelkerim marschierte am 13. April 2006 in N`Djaména ein, um das Regime Déby zu stürzen und konnte nur mit Hilfe französischer Unterstützung abgewehrt werden. Trotz heftiger Proteste und dem Boykott der Opposition wurden wie geplant am 3. Mai 2006 die Präsidentschaftswahlen friedlich, aber mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung, abgehalten. Déby konnte diese mangels nennenswerter Gegenkandidaten mit 64,67 % der Stimmen für sich entscheiden. Das Netzwerk von Vereinigungen der tschadischen Zivilgesellschaft CSARP stellte massive Wahlmanipulationen fest und forderte ein Nationales Forum für Frieden und Versöhnung. Von der Internationalen Gemeinschaft wurden die Wahlen akzeptiert, um eine weitere Destabilisierung zu vermeiden.

Parlamentswahlen 2011

Nach einer erneuten Verschiebung der Wahltermine, fanden die Wahlen dann endlich 2011 und nicht wie ursprünglich geplant schon Ende 2010 statt.

Am 13. Februar 2011 wurden die Parlamentswahlen durchgeführt, zu denen über 4,8 Mio. Wahlberechtigte aufgerufen waren. Nach Angaben internationaler Beobachter kam es bis auf einige Verzögerungen bei der Wahl zu keinerlei größeren Zwischenfällen. Die Ergebnisse haben der Regierungspartei MPS mit 113 von 188 Sitzen die Mehrheit eingebracht. Die zweitstärkste Partei, L’Union Nationale pour la Développement mit Saleh Kebzabo, hat nur 9 Sitze errungen, danach folgen die URD von Wadel Abdelkadher Kamougué und das Rassemblement des Nationaliste Tchadiens (RNDT/ Le Reveil) von Païmi Padacke Albert mit jeweils sieben Sitzen.

Der Oppositionelle und Herausforderer Débys Wadel Abdelkader Kamougué ist am 9. Mai 2011 ganz unerwartet verstorben.

Kritische Stimmen bemängelten die 'Unsichtbarkeit' der Opposition bezüglich des Wahlkampfes. Die Opposition ihrerseits beschuldigt Regierungsstellen und Vertreter der Commission Électorale Nationale Indépendante (CENI), Manipulationen an den neu erstellten Wählerregistern vorgenommen zu haben.

Präsidentschaftswahlen 2011

Am 25. April 2011 wurden die Präsidentschaftswahlen abgehalten, für die die MPS erwartungsgemäß wieder Deby ins Rennen schickte. Die führenden Köpfe der stärksten Oppositionsparteien Saleh Kebzabo, Wadal Abdelkader Kamougué und Ngarlejy Yorongar hatten, wie bereits 2006, zum Boykott der Präsidentschaftswahlen aufgefordert. Sie kritisierten schon im Vorfeld Wahlmanipulationen. Damit standen Déby nur noch zwei weitere Gegner, Albert Pahimi Padacké (Technologieminister) und Nadji Madou von der Alliance Socialiste pour un Renouveau Intégral (ASRI) gegenüber.

Nationale und internationale Wahlbeobachter stuften die Präsidentschaftswahlen bis auf kleinere Unregelmäßigkeiten trotzdem als einigermaßen frei und fair ein. Kritische Stimmen sahen das anders.

Die Ergebnisse wurden am 9. Mai bekannt gegeben. Präsident Déby hat sich sein Amt mit 88,66 % der Stimmen zum vierten Mal gesichert. Bei den verbliebenen Kontrahenten entfielen lediglich 6,03 % auf Albert Pahimi Padacké mit 170 188 Stimmen und 5,32 % auf den Oppositionellen Nadji Madou mit 150 226 Stimmen. Diese Ergebnisse werden von beiden Kontrahenten angezweifelt.

Kommunalwahlen 2012

Die Kommunalwahlen, die jahrelang angesetzt und verschoben wurden, sind am 22. Januar 2012 zum ersten Mal abgehalten worden. Bis auf wenige Städte im Süden (Moundou und Bebedja), haben in den meisten der 42 Kommunen die Vertreter der Regierungspartei MPS oder deren Verbündete die Kommunalwahlen gewonnen.

Politische Auseinandersetzungen und Machtkämpfe

Minen im Nordtschad (Joerg Meyer)
Minen im Nordtschad (Joerg Meyer)
Raketenteile im Norden des Tschad (Joerg Meyer)
Raketenteile im Norden des Tschad (Joerg Meyer)

Seit 2005 sieht sich die Regierung Déby einer immer stärker werdenden Oppositon auch aus den inneren Reihen der Macht ausgesetzt. Öffentliche Streiks wegen geringer Bezahlung und enormer Preissteigerungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise oder lang ausbleibenden Lohn- und Rentenzahlungen häuften sich auch 2018 wieder. Die nun schon über 10 Jahre anhaltende Flüchtlingssituation in Darfur und Osttschad sowie der Konflikt um die Verwendung der Erdöleinnahmen verschärfen viele Auseinandersetzungen.

Die Regierung des Tschad hatte den Vertrag über die Finanzierung eines Zukunftsfonds aus den Einnahmen der Ölförderung aufgekündigt, um die Mittel zur Bewältigung der gegenwärtigen Krisenherde einzusetzen, weswegen die Weltbank die Gelder auf einem Treuhandkonto in London eingefroren hatte. Im September 2008 hat sich die Weltbank dann ganz aus dem Projekt zurückgezogen.

Die außerparlamentarische und bewaffnete Opposition mit ihren wechselnden Allianzen sorgte, wie schon 2000 die MDJT unter Youssouf Tougouimi, durch militärische Herausforderung der Zentralregierung immer wieder für politische Unruhen.

Die sich verstärkt aus dem Clan der Zaghawar formierte Opposition aus fahnenflüchtigen Militärs und Rebellengruppen im Osten des Tschad hatte bereits im Jahr 2005 zu einer ersten übergreifenden Allianz, der "Socle pour le changement, unité nationale et démocratie" (SCUD), geführt, die damals Spekulationen über ein Ende der Ära Déby Nahrung gab.

Am 13. August 2007 hatte sich ein Teil der parlamentarischen Opposition als Allianz des CPDC (Coalition des partis pour la défense de la Constitution) zu einem von der EU vermittelten Abkommen mit der Regierung zusammengesetzt, das die Wahlgesetzgebung neu regeln und Richtlinien für eine innere Demokratisierung erarbeiten sollte. Zudem wurden dort die Weichen für die Parlamentswahlen 2011 gestellt.

Fokussiert auf die Krisen im Osten und Süden mit dem Sudan wurde der Nordwesten des Landes stark vernachlässigt. Trotz der Spannungen zwischen Pastoralisten und Bauern und der Versuche terroristischer Gruppierungen wie Boko Haram und Al Kaida (Operation Barkhane) ihre Einflussgebiete hier auszudehnen, unternimmt die Regierung erst seit kurzem Schritte diesen potenziellen 'hot spot' im Land zu entschärfen.

Die politische Partizipation durch die Zivilgesellschaft im Tschad hat sich in Organisationen zu Demokratie und Governance in den letzten Jahren, trotz der zahlreichen Repressalien, weiter entwickelt.

Jüngere Krisen und Konflikte

2007 und 2008 haben sich die militärischen Auseinandersetzungen weiter verschärft und eskalierten in einer großen Rebellenoffensive am 2. und 3. Februar 2008, in der die Hauptstadt N'Djaména kurzzeitig eingenommen wurde. Durch die Unterstützung französischer Truppen konnte sich das Regime Déby einmal mehr an der Macht halten. Die chaotische Situation während und nach den Kämpfen nutzte das Regime für sich, um willkürliche Verhaftungen von Oppositionspolitikern und Menschenrechtsaktivisten vorzunehmen. Zehntausende flüchteten nach den Kämpfen in N'Djaména in das nahegelegene Kousseri nach Kamerun, wo sie behelfsmäßig in Notunterkünften untergebracht wurden.
Die Instabilität des Landes nahm zu, trotz verschiedener zwischen Déby und dem sudanesischen Präsidenten al-Bashir geschlossener Friedensabkommen. Das letzte Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen der beiden Staaten und zur Grenzsicherung wurde am 15. Januar 2010 geschlossen. Die meisten dieser Abkommen aus dieser Zeit waren jedoch nicht von langer Dauer.

Ende März 2008 hatten sich die damals bedeutendsten Rebellengruppen (UFDD, RaFD und FUC), die bei dem Sturm auf N'Djaména beteiligt waren, zu einer großen Allianz zusammengeschlossen und im Juni 2008 einen erneuten Vorstoß Richtung Hauptstadt versucht, der jedoch von Regierungstruppen abgewendet werden konnte. Auch 2009 und 2010 gab es immer wieder Kampfhandlungen und bewaffnete Vorstöße der Rebellen in Richtung N'Djaména.

Diese Konflikte zwischen Regierungstruppen und Rebellen rissen vor allem im Osten und Norden des Landes nicht ab, so dass einige Hilfsorganisationen temporär oder auch gänzlich das Einsatzgebiet verlassen mussten, da die Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Ab Januar 2009 bestand eine weitere Allianz (UFR) aus neun verschiedenen Rebellengruppen unter Timan Erdimi, die sich im April 2009 verstärkt Gefechte mit der tschadischen Armee im Osten des Landes lieferten. Am 25. Juli 2009 wurde in Tripolis ein vielversprechendes Friedensabkommen mit dem Mouvement National, einer Koalition von drei Rebellengruppen geschlossen.

Die ANCD (l'Alliance nationale pour le changement démocratique) ist eine neuere Rebellenallianz, die sich im Mai 2010 formiert hatte und auch die Absetzung des Regimes Déby anstrebte. Die Allianz setzte sich aus vier Gruppierungen zusammen, der CDR (Conseil démocratique révolutionnaire), der FSR (Front pour lesalut de la République), dem MDRT (Mouvement démocratique de rénovation tchadienne) und der UFDD (Union des forces pour la démocratie et le développement) unter Mahamat Nouri.

Die meisten der Rebellengruppierungen agierten vom Territorium des Sudan aus. Da sie jedoch durch interne Machtquerelen zu keinen tragfähigen Koalitionen finden, ist ihre Schlagkraft begrenzt.

Nach den Friedensbemühungen der beiden Länder und dem unbehelligten Besuch von al-Bashir im Tschad im Juli 2010 (obwohl Haftbefehle wegen Völkermords gegen diesen vorliegen), mussten wichtige Rebellenführer das Territorium des Sudan verlassen.

Seitdem hat sich die Situation etwas stabilisiert, wobei sich aber im März 2013 der Rebellenführer der UFR, Timan Erdimi aus seinem Exil in Doha mit dem Hinweis zurückgemeldet hatte, dass bis zum heutigen Tag der zugesagte nationale Dialog nicht stattgefunden hätte und er deshalb seinen Kampf gegen Idriss Déby wieder aufnehmen wolle. Der Zeitpunkt sei günstig, da sich ein großer Teil der tschadischen Armee im Kampf gegen die Islamisten in Mali befinde.

Am 1. Mai 2013 wurde in N'Djaména ein angeblich von langer Hand vorbereiteter Putschversuch gegen die Regierung Déby vereitelt, bei dem mindestens 3 Personen getötet und u.a. zwei ranghohe Generäle verhaftet wurden.

Seit August 2018 gibt es in der unwegsamen, nördlichen Tibestiregion, in der Nähe der Goldgräberregion im Département Miski erhebliche Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen der tschadischen Armee und der Rebellenbewegung CCMSR (Conseil de commandement militaire pour le salut de la République) sowie illegalen Goldsuchern. Die Spannungen sollen ihren Ursprung u.a. in der neuen Verwaltungsaufteilung der Region BET haben. Seit Ende August geht die tschadische Armee dort massiv gegen tschadische Rebellen im libyschen Grenzgebiet und Goldgräber vor.

Als Antwort auf den Einsatz tschadischer Truppen gegen Boko Haram in Nigeria kam es seit dem Frühjahr 2015 vermehrt zu Selbstmordattentaten auf dem Staatsgebiet des Tschad. Dabei kamen insgesamt schon Dutzende Menschen ums Leben und über hundert wurden verletzt. Dazu kommen große Flüchtlingsbewegungen aus Nigeria in den Tschad.

Medienlandschaft

Um die Pressefreiheit im Tschad (Rang 122 von 180 Staaten im Jahr 2019, Rang 121 im Jahr 2017, 2011/12 noch auf Rang 103!) ist es in den letzten Jahren eher schlecht bestellt. Nach einer zeitweiligen Öffnung bis Anfang 2000 sind Journalisten seitdem immer stärkeren Repressalien ausgesetzt, die schon häufiger zu Streiks von Vertretern privater Medien im Tschad führte. Schon bei kleinsten kritischen Äußerungen werden Radiostationen geschlossen, Berichterstatter bedroht und willkürliche Festnahmen sind auch 2018 an der Tagesordnung.
Das Radio ist das am weitesten verbreitete Medium - und vornehmlich unter staatlicher Kontrolle. Die Privatsender unterstehen einer strengen Prüfung durch die Behörden.

Radio

Das Radio dient als Informationsquelle und Nachrichtenübermittlung und bietet vor allem auf dem Land durch die vielen kleinen Regionalsender eine wichtige Austauschmöglichkeit. Der staatliche Hörfunk RNT (4905 kHz) sendet v.a. in den Sprachen Französisch, Arabisch und Sara, aber auch in anderen Landessprachen. Auf diese Weise werden alle gesellschaftlichen Ereignisse wie z.B. Todesanzeigen, Schulabschlüsse, berufliche Beförderungen, festliche Ereignisse etc. bekannt gegeben. Auf Dorf- und Stadtebene wird diese Aufgabe nach wie vor auch von Griots (oder crieurs publique) erfüllt.
Neben den internationalen Stationen wie RFI, Africa No.1 gibt es andere unabhängige Sender wie z.B. Radio FM Liberté, das von mehreren tschadischen Menschenrechtsgruppen gegründet wurde und, wie auch Radio Brakoss, wiederholt staatlichen Übergriffen und Schließungen ausgesetzt ist.

Presse

Neben der staatlichen Nachrichtenagentur ATP und der regierungsnahen Tageszeitung Le Progrès gibt es noch einige unabhängige bzw. oppositionelle Zeitungen, die meist wöchentlich in einer Auflage von ca. 3.000 Stück erscheinen. Zu den wichtigsten zählt N´Djaména Bi-Hebdo unter der Führung von Jean-Claude Nekim, die von dem Oppositionspolitiker Saleh Kebzabo gegründet wurde und phasenweise monatelang nicht erscheinen durfte. Weitere Zeitungen sind Le Temps und L´Observateur. Insgesamt gibt es ca. 30 Printmedien, darunter einige zielgruppenspezifische wie z.B. La voix du paysan.
Die Verhaftung von Journalisten der Zeitungen Le Temps und L´Observateur im Juni 2005 und die Ausweisung eines Journalisten von La Voix im Oktober 2009 haben internationale Proteste hervorgerufen. Mit der Verschärfung der Konflikte haben auch die Presse und andere Medien mit stärkeren Einschränkungen zu kämpfen. Kritische Journalisten müssen daher mit Repressalien und Verfolgung rechnen, wie z.B. im September 2012 die Verhaftung und Verurteilung des Direktors der oppositionellen Wochenzeitschrift N´Djaména Bi-Hebdo Jean-Claude Nekim oder die Aggressionen im Februar 2018 gegenüber Djimet Wiché von Alwihda Info deutlich machte.

Fernsehen

Es existiert nur ein staatliches Programm von Télé-Tchad, das ab nachmittags in Französisch und Arabisch sendet. Seit 2014 ist der private Sender ElectronTV hinzugekommen. Die mangelnde Infrastruktur und geringe Kaufkraft stehen einer größeren Verbreitung des Fernsehens entgegen.
Allerdings gibt es viele Video-Bars, wo Filme (viel Bollywood), aber auch Sport (insb. Fußball) und Nachrichten geschaut werden können.

Menschenrechte

Menschenrechte spielen in der kritischen einheimischen Berichterstattung eine wichtige Rolle. Es haben sich bereits mehrere couragierte einheimische Menschenrechtsorganisationen gebildet, darunter die ATPDH (Association tchadienne pour la promotion et la défense des droits de l'Homme) der Aktivistin Jacqueline Moudeina. Im September 2011 erhielt Moudeina den Alternativen Nobelpreis für ihre Menschenrechtsarbeit.

Amnesty International dokumentiert in seinem Jahresbericht 2017/18 u.a. verschiedene Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Verhaftungen, Misshandlungen, Zwangsrekrutierungen sowie Vergewaltigungen.
Nachdem zwischen 1991 und 2003 der Vollzug der Todesstrafe ausgesetzt war, wurden 2003 wieder Hinrichtungen durchgeführt. Auch im Jahr 2004 wurden Todesurteile verhängt, aber nicht vollstreckt. Der Tschad hat im Jahr 2014 ein internationales Abkommen zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe ratifiziert. Die Strafen von zum Tode verurteilten wurden in lebenslange Haftstrafen abgeändert.
Wegen der zunehmenden terroristischen Anschläge von Boko Haram wurde im Jahr 2015 jedoch die Todesstrafe im neuen Antiterrorgesetz für die Beteiligung an terroristischen Anschlägen wieder eingeführt.

Ein zentrales Problem besteht darin, dass Straftäter sehr häufig gerichtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden (Impunité).
Oft sind Angehörige von Sicherheitskräften in die Straftaten involviert, wie auch bei den Zwangsräumungen und Zerstörungen von Häusern in N'Djaména, die nach den Rebellenangriffen im Februar 2008 immense Ausmaße angenommen hatten.

Besonderer Form von Gewalt sind vor allem Frauen auch in den Flüchtlingsgebieten ausgesetzt, da sexuelle Gewalt als Kriegsstrategie eingesetzt wird.

Das Thema Gewalt gegen Frauen ist seit der Vergewaltigung der 17jährigen Zouhoura Mitte Februar 2016 durch Söhne hochrangiger Militärs und Minister in der Öffentlichkeit sehr präsent. Der Vergewaltigungsfall wurde begleitet von Demonstrationen und Ausschreitungen und einem landesweiten Streik.

Am 30. Mai 2016 wurde nach jahrzehntelangen Untersuchungen der ehemalige Präsident des Tschad Hissène Habré zu lebenslanger Haft verurteilt und die verbliebenen Opfer erhalten Entschädigungszahlungen. Im April 2017 scheiterte er an einem Berufungsverfahren.
Die Untersuchungen zu den Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft von Ex-Präsident Hissène Habré, der auch der 'Pinochet von Afrika' genannt wird, wurden in Belgien, im Tschad und im Senegal durchgeführt (siehe auch Chronologie).
Auf Bitten der AU sollte Senegal - wo sich Habré die letzten Jahrzehnte im Exil befand - die Führung des Gerichtsverfahrens gegen Habré übernehmen, wobei es immer wieder zu Verzögerungen kam, die von Belgien und vielen Menschenrechtsgruppierungen scharf kritisiert wurde. Nach monatelangen Vorbereitungen und der Einrichtung eines Sondertribunals wurden die offiziellen Untersuchungen für den Prozess im Senegal gegen Habré begonnen und der Exdiktator am 30. Juni 2013 dort verhaftet. Der Tschad beteiligt sich an den Kosten von 7,4 Mio. Dollar mit drei Mio. Dollar. Am 20.7. 2015 wurde dann schließlich der Prozess gegen Habré eröffnet, aber nochmals auf September vertagt, um den Pflichtverteidigern Zeit für die Einarbeitung zu geben. Vom 8.-12. Februar 2016 wurden die Plädoyers gehört und am 30.5.2016 das Urteil verkündet.

Nach der Rebellenoffensive Anfang Februar 2008 kam es vermehrt zu willkürlichen Verhaftungen und Bedrohungen von Oppositionellen, Regimekritikern und Menschenrechtsaktivisten durch die Regierung. Der Oppositionelle Ibni Oumar Mahamat Saleh ist bis heute verschwunden und nach Aussage des Oppositionspolitikers der FAR (Fédération action pour la république), Yorongar, vermutlich tot.

Gewerkschaften und ihre Vertreter geraten immer wieder unter hohen Druck in ihrer Arbeit und sehen sich Einschüchterungen und Verfolgung ausgesetzt. Streiks sind häufig und erreichten im Sommer 2016 ihren Höhepunkt. Angehörige des öffentlichen Dienstes und auch andere Beschäftigte streikten auch 2017 und 2018 wieder wochenlang wegen schlechter Arbeitsbedingungen, gekürzter oder ausgesetzter Gehälter.

Kindersoldaten und Kinderarbeit sind im Tschad sehr verbreitet. Vor allem in den Jahren 2006 und 2007 stieg die Zahl der Kinder, die von der tschadischen Armee und anderen bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden, v.a. im Osttschad enorm an. Trotz einer internationalen Vereinbarung mit der Regierung zur Demobilisierung der Kindersoldaten stehen schätzungsweise immer noch bis zu 10.000 Kinder unter Waffen. Eine regionale Konferenz zu diesem Thema fand Anfang Juni 2010 in N'Djaména statt, in der die Beendigung der Rekrutierung von Kindersoldaten von den Unterzeichnenden (darunter auch der Tschad) erklärt wurde.

Korruption

Der Tschad wurde von Transparency International im Jahr 2005 als korruptestes Land bewertet, seither haben sich die Einschätzungen etwas verbessert (2010: Rang 171 von 178 untersuchten Staaten, 2014: Rang 154 von 174, 2015: Rang 147 von 167). 2017 und auch 2018 belegte der Tschad den Rang 165 von 180 bewerteten Staaten.

Korruption, Schmiergelder und Vetternwirtschaft sind auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen an der Tagesordnung und gelten als strukturelles Problem.

Außenpolitische Themen

Die Außenpolitik des Tschad mit Präsident Déby an der Spitze und Mahamat Zene Cherif als Außenminister wird zunehmend regional bedeutsamer. Bis Ende 2017 hatte das Land die Präsidentschaft der G5-Sahel inne und Ende Januar 2017 wurde Moussa Faki Mahamat von den Staatschefs der AU zum neuen Kommissionsvorsitzenden gewählt. Das politische Gewicht und der Einfluss des Landes ist durch diese Ämter in der Region weiter deutlich gestiegen. Mit der Beteiligung des Tschad an der Antiterroroperation Barkhane und der Bekämpfung von Boko Haram über die Staatsgrenzen hinaus, wird das Land in der Sahelregion trotz der repressiven Politik Débys als Garant für Stabilität und Sicherheit gehandelt.

Konfliktherd Darfur

Auch nach nunmehr fünfzehn Jahren scheint laut UN im Darfur-Konflikt in der Grenzregion zum Sudan keine politische Lösung in Sicht zu sein. Seit 2003 hat sich der Konflikt über die Grenze in den Tschad ausgeweitet und seit geraumer Zeit auch die Zentralafrikanische Republik ergriffen. Aufgrund des grenzüberschreitenden Konflikts und der daraus resultierenden Flüchtlingskrise haben sich im Tschad auch interkommunale Auseinandersetzungen zwischen Viehhaltern und Ackerbauern um die überstrapazierten Ressourcen verschärft. Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage haben viele Hilfsorganisationen ihr Personal stark reduziert oder sich ganz zurückgezogen, wodurch die Versorgung der Flüchtlinge weiter gefährdet ist. Allein 2009 wurden über 50 Überfälle auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vermeldet.

Auch mit der Darfur-Krise im Zusammenhang steht ein fehlgeschlagener Putschversuch gegen Déby im Mai 2004, der aus dem engeren Kreis seiner eigenen Ethnie heraus, den Zaghawa, durchgeführt wurde. Interne Konflikte um die Verfassungsänderung und damit auch um die Nachfolgeregelung des Präsidenten spielten dabei ebenso eine Rolle. Trotz verstärkten Widerstands aus den eigenen Reihen wollte Déby damals seinen Sohn als Nachfolger aufbauen, der jedoch aus nicht geklärten Gründen im Juli 2007 in Paris ums Leben kam. Im April 2006 kam es zum Angriff einer Rebellengruppe auf N'Djaména, der aber von der Regierung und unter Mithilfe der französischen Armee zurückgeschlagen wurde. All diese Faktoren zusammengenommen hatten zu einer Schwächung der Position Débys geführt, die durch wiederholte Angriffe von außen und innen in den Folgejahren immer wieder in Frage gestellt wurde.

Flüchtlingscamps im Osten des Tschad (Joerg Meyer)
Flüchtlingscamps im Osten des Tschad (Joerg Meyer)

Flüchtlingskrise

Der seit dem Jahr 2003 andauernde Konflikt in Darfur hat ca. 300.000 Menschen aus dem Westen des Sudan auf der Suche nach Sicherheit über die Grenze in den Tschad fliehen lassen. Trotz diplomatischer Bemühungen und politischem Druck seitens der UN und AU sowie einzelner Regierungen hat sich die Sicherheitslage in Darfur bisher nicht wesentlich verbessert. Beim UNHCR finden sich viele detaillierte Statistiken und Übersichtskarten zur aktuellen Situation in der Flüchtlingsregion.

Eufor/MINURCAT: Die Entsendung von internationalen Friedenstruppen und der 2008 eingesetzten Eufor-Friedenstruppe gestaltete sich sehr schwierig. Die Eufor-Überbrückungsmission wurde Mitte März 2009 an die UNO-Mission MINURCAT übergeben, die im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik zum Schutz von Zivilisten, insbesondere Flüchtlingen und zur Friedenssicherung beitragen sollte. Anfang 2010 hat sich Präsident Déby gegen eine Mandatsverlängerung der MINURCAT-Mission ausgesprochen. Der Abzug, der Ende 2010 durchgeführt wurde, wurde von vielen Seiten als äußerst problematisch für die Sicherheitslage und die Entwicklung des Landes gewertet.

Die Versorgung der über eine Million Binnenvertriebenen (IDPs) im Sudan und 170000 Binnenvertriebenen im Tschad in 38 Camps durch UN- und Hilfsorganisationen wird immer stärker beeinträchtigt.
In der Region Ouaddai/ Biltine (Osttschad) werden seit Jahren 12 Flüchtlingscamps unterhalten. Die meisten der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Die Lage hatte sich für sie bezüglich der Grundversorgung einigermaßen stabilisiert, bis es wieder zu vermehrten Übergriffen in den letzten zwei Jahren kam. Es besteht gerade in den sensiblen Bereichen der Ressourcennutzung von Wasser, Holz, Acker- und Weideland noch weiterer Handlungsbedarf, um Konflikte zwischen lokaler Bevölkerung und Flüchtlingen zu vermindern.
Binnenflüchtlingen, die in den letzten Jahren wieder versuchen in ihre Dörfer zurückzukehren, droht Gewalt, Zwangsrekrutierung und erneute Vertreibung, wie ein Human Rights Watch-Bericht dokumentiert.

Von Juni 2005 bis heute finden auch im Süden des Tschad größere Flüchtlingsbewegungen aufgrund der unsicheren Lage im Norden der Zentralafrikanischen Republik statt. Bei dieser Krise im Schatten der Darfur-Krise sind bisher fast 100.000 Menschen über die Grenze geflüchtet, die jetzt in verschiedenen Camps entlang der Grenze untergebracht sind. Eine neue große Flüchtlingswelle erlebt das Land seit Anfang 2013 im Zuge des Putsches in der Zentralafrikanischen Republik und interethnischen Auseinandersetzungen in Darfur im Grenzgebiet zum Südosten des Tschad, die sich seit Anfang 2014 weiter zuspitzte. Dazu kommen seit Ende 2014 verstärkt Flüchtlinge aus Nigeria, die vor der Gewalt von Boko Haram in den Tschad flüchten.

Camp Touloum (Joerg Meyer)
Camp Touloum (Joerg Meyer)
Junge auf Arbeitssuche (Annette Funke)
Junge auf Arbeitssuche (Annette Funke)

Das Land im regionalen und internationalen Kontext

Mali: Tschadische Truppen unterstützen seit Februar 2013 die französischen und malischen Einheiten bei der Sicherung Nordmalis nach dem Rückzug der Islamisten.

Sudan: Die Beziehungen zum östlichen Nachbarn Sudan sind sehr komplex und haben sich in den letzten Jahren vor allem durch die Krise und die Flüchtlingsströme aus dem Darfur erheblich verkompliziert. Schon seit dem Bestehen der Republik wurde das Gebiet des westlichen Sudan zum Rückzugs- und Aufrüstungsstandort für Rebellen und Bewegungen, die sich gegen das herrschende Regime im Tschad stellten. Auch Déby hatte sich vor seiner Machtübernahme 1990 im Sudan Unterstützung geholt und von dort aus seine Offensiven gestartet. Deshalb hat sich Idriss Déby zu Anfang der Darfur-Krise auch lange mit Kritik an al-Bashir zurückgehalten und versuchte sich sogar als Vermittler, obwohl von der Krise auch seine eigenen Clanmitglieder betroffen waren und sind (die Zaghawa, die Ethnie des Präsidenten siedelt grenzübergreifend im Tschad und im Sudan). Als der Druck auf Déby zu groß wurde und er damit begann, die Rebellen zu unterstützen, die gegen das sudanesische Zentralregime agierten, kam es vermehrt zu Spannungen zwischen beiden Regierungen. Es folgten gegenseitige Vorwürfe, verschiedene Rebellengruppen im jeweils anderen Land zu unterstützen. Dies hatte zur Folge, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern 2006 und auch in den Folgejahren abgebrochen wurden (z.Zt. bestehen wieder diplomatische Beziehungen). Etliche Friedensverträge und auch ebenso viele Brüche von Verträgen und Vereinbarungen beider Seiten gingen dem voraus.
Der letzte Friedensvertrag Anfang Mai 2009 in Doha geriet durch anschließende intensive Kampfhandlungen zwischen tschadischen Regierungstruppen und vom Sudan unterstützten Rebellengruppen zur Farce. Seit Oktober 2009 gab es wieder Annäherungen zwischen den beiden Staaten und inzwischen ist eine Normalisierung der Beziehungen eingetreten.
Die Instabilität der Darfur-Region und auch anderer Nachbarn, wie etwa der Zentralafrikanischen Republik, Libyens und Nigerias birgt die Gefahr der Destabilisierung der gesamten Region.

Libyen: Die Beziehungen zu Libyen sind für den Tschad durch die Jahrhunderte alten ethnischen, religiösen und Handelsverbindungen schon immer sehr wichtig gewesen.
Konflikte mit dem Anrainerstaat im Norden ergaben sich seit 1976 aufgrund von Territorialansprüchen seitens Libyens Oberst Gaddhafi, insbesondere um den Aouzou-Streifen im Norden des Tschad. Diese Auseinandersetzungen wurden erst 1994 durch eine Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs endgültig beigelegt.

Der Aufstand in Libyen seit Anfang 2011 und der darauf folgende Zerfall des Staates hat direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Flüchtlingslage im Tschad. Anfang Januar 2017 wurde die Grenze zu Libyen zum Schutz vor islamistischen Terroristen und Milizen geschlossen.

Nigeria: Die Beziehungen zu Nigeria sind überwiegend von wirtschaftlichem Interesse der beiden Staaten geprägt. In den Bürgerkriegswirren der 70er und 80er Jahre hat sich Nigeria als Vermittler und Sponsor von Gesprächen zwischen den rivalisierenden Fraktionen hervorgetan. In den 80ern wurden die diplomatischen Beziehungen intensiviert und bilaterale Handelsabkommen geschlossen. Bis heute ist der Export von Lebendvieh und getrocknetem Fisch und der Import von verarbeiteten Waren (Plastik) für den Tschad von großer Bedeutung. Allerdings sind die Exportbeziehungen seit den Auseinandersetzungen mit Boko Haram enorm zurückgegangen. Hinzu kommt der informelle Warenfluss zwischen den beiden Ländern, der immer noch beträchtlich ist.

Frankreich: Als ehemalige Kolonialmacht unterhält Frankreich - auch unter der Präsidentschaft von Hissène Habré - bis heute enge Verbindungen zum Tschad. Der Tschad wiederum sieht in Frankreich seinen Hauptverbündeten auf der internationalen Bühne. Das französische Militär unterhält in der Nähe von N'Djaména eine seiner größten Basen in Afrika und war in der gesamten Geschichte der Republik immer wieder mit militärischen Aktionen in die Geschicke des Landes involviert. Frankreich hat in den vergangenen Jahren wiederholt zum Erhalt der Regierung Déby beigetragen und bei den Rebellenangriffen 2006 und 2008 durch logistische Unterstützung entscheidend zum Sieg der Regierungstruppen beigetragen. 

USA: Die Beziehungen zwischen den USA und dem Tschad wurden erst in den 80er Jahren intensiviert, als sich eine regionale Destabilisierung durch die libyschen Expansionsbestrebungen abzeichnete. Heute sind die Interessen der USA überwiegend strategischer Natur. Dabei geht es hauptsächlich um die Sicherung der Erdölförderung, um Terrorismusbekämpfung (Pan-Sahel-Initiative) und Trans-Sahara Counterterrorism Initiative (TSCTI) und die Rolle des Tschad im Zusammenhang mit dem Konflikt im Darfur. Nichtsdestotrotz landete der Tschad 2017 auf der Reisebeschränkungsliste der USA.

China: Seit einigen Jahren ist ein wachsender chinesischer Einfluss in der Region zu beobachten. Déby hat im August 2006 die Beziehungen mit China wieder aufgenommen, nachdem er die Verbindungen mit Taiwan rigoros abgebrochen hatte. Anfang 2007 hat die chinesische CNPC (China National Petroleum Corporation) die Erdölkonzessionen der kanadischen EnCana im Osten des Landes übernommen. Die Konkurrenz zwischen westlichen Förderunternehmen und China um den Zugang zu Erdöl nimmt damit zu. 2010 wurde nach intensiven Gesprächen ein Abkommen über bilaterale Handelsbeziehungen geschlossen.

Der Tschad ist u.a. Mitglied von internationalen Organisationen, wie etwa der UN, der Afrikanischen Union und des IWF.

Deutschland: Als erstes Land nach Frankreich nahm Deutschland 1960 diplomatische Beziehungen zum Tschad auf. Durch jahrzehntelange entwicklungspolitische Zusammenarbeit genießt Deutschland im Tschad ein hohes Ansehen. Seit 2007 ist Deutschland im Rahmen der EU als Teil einer internationalen Beobachtergruppe an der Bildung eines politischen Abkommens zwischen Regierung und Opposition beteiligt, das den demokratischen Dialog stärken und die Wahlgesetzgebung neu regeln soll. 2011/2012 ist die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit dem Tschad ausgelaufen.

Das Länderinformationsportal

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2019 aktualisiert.

Über die Autorin

Brigitte Salzberger, Ethnologin (MA), geb. 1967 lebt und arbeitet in Rheinland-Pfalz.

Verschiedene Forschungsaufenthalte in Tschad, Ghana und Südostasien. Seit 2001 als freie Referentin in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit (Erwachsenenbildung, Kinder und Jugendliche) tätig.

Seit 2003 Landestrainerin für den Tschad bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

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Die Akademie der GIZ gestaltet Lernangebote für die internationale Zusammenarbeit. Wir führen mehr als 2000 Fort- und Weiterbildungen durch und entwickeln innovative, wirksame und nachhaltige Lernkonzepte. Und das weltweit.

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