Kinder in Chennini, Tunesien (Alain Bachellier, CC: BY NC ND)
Anteil alphabetisierte Erwachsene
74%
Bedeutende Religionen
Islam (Sunni, mehr als 95%)
Städtische Bevölkerung
67%
Lebenserwartung
74 (m) / 78 (w) Jahre
Gender Inequality Index
63 (von 160) (2017)
Anzahl der Geburten
1,99 / Frau (2015, geschätzt)
Kindersterblichkeit
22 / 1000 Lebendgeburten

Makrosoziale Struktur

Die tunesische Gesellschaft mit ihren knapp 11 Mio. Einwohnern ist relativ homogen. Stammesstrukturen spielen kaum eine Rolle und Muslime sind mit 98% in der überwiegenden Mehrheit, so dass auch inter-religiöse Spannungen in Tunesien kein großes Thema sind. Gut die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre, wobei allerdings eine Alterung der Gesellschaft zu beobachten ist. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an und liegt derzeit bei 74 Jahren. Tunesien hat außerdem eine der niedrigsten Geburtenraten im arabischen Raum: eine Tunesierin bekommt im Durchschnitt 2,04 Kinder. Das Bevölkerungswachstum ist mit 0,92% leicht rückläufig. Zwar sind die Familienstrukturen in Tunesien recht stark und fangen bedürftige Familienmitglieder auf, die Alterung der Gesellschaft droht aber in Zukunft ein ernstzunehmendes Problem zu werden, da keine effizienten sozialen Sicherungssysteme vorhanden sind.

Regionalismus und Stadt-Land-Verhältnis

Die tunesische Revolution hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf massive regionale Spannungen und das Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Regionen des Landes gelenkt. Rund zwei Drittel der Tunesier leben in Städten. Die wichtigsten Wirtschaftszentren liegen an der Küste. Das Landesinnere ist weit weniger entwickelt und die Wirtschaftskraft niedriger. Dieses Ungleichgewicht führte in der Vergangenheit zu massiven sozialen Spannungen und einer regelrechten Landflucht. Insbesondere die Hauptstadt Tunis bekam dies mit der Ankunft einer relativ mittellosen Landbevölkerung, die sich vor allem in den 1960er und 1970er Jahren in zunächst illegalen Siedlungen am Stadtrand niederließen, zu spüren. Diese Siedlungen wurden ceinture rouge, roter Gürtel, genannt, da sie die Stadt einkreisten. Inzwischen wurden diesen Siedlungen offizieller Status verliehen, sie bleiben aber oft soziale Brennpunkte.
Während Habib Bourguiba mit Verweis auf die gerade gewonnene Unabhängigkeit eine uniforme tunesische Identität schaffen wollte, indem er Stammesstrukturen unterdrückte und ethnische Minderheiten marginalisierte, ist nach der Revolution ein vorsichtiges erneutes Aufleben zu spüren. So fordert zum Beispiel die in Südtunesien lebende Berber-Minderheit die Anerkennung ihrer Sprache ein und stellt offen die amazighische Flagge zur Schau. Auf dem Land sind die Traditionen noch präsenter, gerade ältere Frauen tragen oft Berbertracht und sind noch tätowiert. 

Soziale Lage und Soziale Klassen

Fast ein Viertel der Bevölkerung, vor allem auf dem Land, lebt in Armut. Nichtsdestotrotz verfügt das Land über eine relativ breite, weit definierte Mittelschicht aus selbständigen Kleinunternehmern, Angestellten und Beamten (deren Einkommen vergleichsweise niedrig ist) und einer schmalen Oberschicht. Diese spaltet sich in alteingesessenes Bildungsbürgertum und ökonomische Elite. Ein wesentliches Distinktionsmerkmal ist in dieser Hinsicht die Sprache. So spricht die bürgerliche Oberschicht oft mehr und besser französisch als arabisch, was oft der Tatsache geschuldet ist, dass die privaten französischen Schulen eine meistens bessere Ausbildung bieten als staatliche Schulen. Gerade bei jüngeren Leute die nicht aus dem klassischen Bildungsbürgertum stammen verliert das Französische jedoch zunehmend an Bedeutung, während Englisch immer wichtiger wird.

Vor allem in den Armenvierteln der Großstädte, aber auch in verarmten Regionen des Landesinneren nimmt die Frustration und Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen zu. Selbstverbrennungen nehmen seit 2011 stark zu. Die Anzahl illegaler Fluchtversuche über das Mittelmeer nach Europa war 2017 so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Zwei Drittel der Migranten sind zwischen 20 und 30 Jahren alt, so eine Studie des FTDES.  

Gesundheitswesen

Die Reform und Stärkung des Gesundheitswesens war eine der Prioritäten in Tunesien nach der Unabhängigkeit. Über die Jahre haben Missmanagement und Korruption dem Sektor jedoch starke Schäden zugefügt. Zwar gibt es in allen Landesteilen staatliche Gesundheitseinrichtungen, diese sind jedoch trotz guter medizinischer Ausbildung der Beschäftigten oft in desolatem Zustand: es mangelt an Ausstattung und Fachärzten, die vor allem in den Großstädten an der Küste angesiedelt sind. Darunter leiden vor allem bedürftige Patienten. Seit dem Sommer 2018 fehlt es überdies immer häufiger an Medikamenten, die auf Grund von Zahlungsschwierigkeiten der Zentralapotheke nicht mehr eingekauft werden. Darüber hinaus gibt es ein weites Netz an Privatkliniken und niedergelassenen Ärzten von oft deutlich besserer Qualität. Tunesien gibt rund 6% seines Staatshaushaltes für das Gesundheitswesen aus. 

Die staatliche Krankenkasse CNAM ist für die Versicherung zuständig und erstattet Behandlungen in staatlichen Einrichtungen und teilweise auch Behandlungskosten bei niedergelassenen Ärzten. Ähnlich wie in Deutschland wird dabei ein Hausarzt-Modell praktiziert. Auch Medikamente werden teilweise erstattet. 

Die staatlichen Familienplanungszentren ("planning familial") bieten kostenlose Gesundheitsvorsorge und Abtreibungen für Frauen an. Verhütungsmittel werden vom Staat subventioniert. Außerdem bemühen sich verschiedene Nichtregierungsorganisation um sexuelle Aufklärung. Während der Anteil an HIV-Infizierten in Tunesien relativ gering ist kritisieren Nichtregierungsorganisation die mangelnde Verfügbarkeit von Medikamenten und Diskriminierung und Stigmatisierung von Infizierten durch medizinisches Personal. Drogenkonsum spielt vor allem unter Jugendlichen eine große Rolle. Während der Staat sehr scharf gegen Konsumenten vorgeht macht er kaum Präventions- und Aufklärungsarbeit. Es existiert derzeit landesweit eine einzige Entzugsklinik in Sfax. 

Geschlechterverhältnis

Männer und Frauen: in Tunesien weitgehend gleichgestellt [Foto: Amine Ghrabi, Flickr, CC - BY NC SA]
Männer und Frauen: in Tunesien weitgehend gleichgestellt [Foto: Amine Ghrabi, Flickr, CC - BY NC SA 2.0]

Tunesien hat das modernste Personenstandsgesetz der Region, das seit mehr als 50 Jahren in Kraft ist. Rechtlich gesehen sind Männer und Frauen bis auf das Erbrecht weitgehend gleichgestellt. Im Alltag unterscheidet sich das Geschlechterverhältnis je nach Region und Bildungsniveau stark. In der Politik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Als Resultat der zunehmenden Urbanisierung und Landflucht stehen auf dem Land oft Frauen dem Haus vor und sind in der Landwirtschaft tätig, während die Männer in den Städten arbeiten und nur selten nach Hause kommen. Während es für einige Frauen vor allem in den Städten völlig selbstverständlich ist, nachts auszugehen haben andere manchmal kaum das Recht, alleine das Haus zu verlassen. Geschlechterrollen, Traditionen und soziale Konventionen sind im Umbruch und heterogen. Prostitution ist in bestimmtem Rahmen und ausgewiesenen Zonen legal, allerdings ist illegale Prostitution deutlich weiter verbreitet als legale.

Die berühmtesten Vorkämpfer für die Rechte der Frauen waren in Tunesien oft Männer. Neben Habib Bourguiba tat sich besonders der Religionswissenschaftler und Gewerkschaftler Tahar Haddad hervor, der sich bereits in den 1930 Jahren ausführlich mit der Rolle der Frau beschäftigte. Seine Veröffentlichungen dienten Bourguiba als Grundlage für die Ausarbeitung des Familienstandgesetzes CSP, das er 1956 voranbrachte. Darin setzte er bewusst darauf, die Gleichstellung von Frauen religiös zu begründen. Neben der Abschaffung der Polygamie war eine Heirat nur mit beiderseitigem Einverständnis möglich, die Verstoßung wurde verboten und durch ein modernes Scheidungsrecht ersetzt, das beiden Geschlechtern gleiche Rechte zuspricht. 1965 wurde außerdem eine Fristenregelung für Abtreibungen eingeführt, Verhütungsmittel waren eine Zeit lang kostenlos erhältlich. In einer weiteren Reform des CSP 1993 wurde eingeführt, dass die Mutter den Familiennamen und die Staatsangehörigkeit an ihre Kinder weitergeben kann. Trotzdem sind Frauen nach wie vor nicht komplett gleichgestellt, insbesondere in Hinblick auf das Erbrecht, auch wenn die neue Verfassung dies vorschreibt. Im Sommer 2017 verabschiedete das Parlament eine umfassende Strafrechtsreform zum bessern Schutz von Frauen vor Gewalt. Kritiker werfen unterdessen der Regierung vor, Frauenthemen vor allem aus Imagegründen zu propagieren.   

Der Mutterschutz hingegen wird in Tunesien extrem restriktiv gehandhabt, er gehöre zu den schlechtesten der Welt, so die ILO. Trotz der weitgehenden Gleichstellung stellt Gewalt gegen Frauen nach wie vor ein Problem dar. Häusliche Gewalt ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren, so eine Studie. Ein umfassendes Gesetzentwurf zum Schutz von Frauen vor Gewalt wurde im Sommer 2017 verabschiedet. Außerdem betreiben verschiedene Nichtregierungsorganisationen massive Lobbyarbeit für besseren Schutz von Frauen. Im September 2017 hob das Justizministerium eine Anordnung auf, die die Ehe von Tunesierinnen mit Nicht-Muslimen untersagte.

Der Frauenanteil an der arbeitenden Bevölkerung liegt bei rund 25% (2012), Frauen stellen fast ein Drittel der Richter und Anwälte, im höheren Bildungsbereich sind sie überrepräsentiert.

Die tunesische Regierung hat sich die Förderung von Frauen immer auf die Flagge geschrieben und betonte die Bedeutung der Frauenrechte. Auch Leila Trabelsi, Ehefrau Zine El Abidine Ben Alis, Präsidentin der Arab Women Organisation, trat regelmäßig bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf und stellte sich als Förderin der Frauen dar. Der 13.August, an dem 1965 der CSP verkündet wurde, ist in Tunesien Feiertag. Er wurde jedoch von der Regierung vor allem als Propagandamöglichkeit genutzt. Neben diesem Staatsfeminismus taten sich zivilgesellschaftliche Organisationen lange schwer. Die Association tunisienne des femmes democrates (Atfd), die unter anderem Rechtsberatung für Frauen in Scheidungsfällen, anbietet und zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen die Wahlberichterstattung der tunesischen Medien überprüft, war unter Ben Ali die einzige NGO, der es gelang, sich in größerem Maße und unabhängig von der Regierung für Frauenrechte einzusetzen.

Nach dem Umbruch von 2011 hat sich jedoch eine Vielzahl von Organisationen gegründet, die sich in verschiedenen Bereichen für die Belange von Frauen einsetzt. Auf wissenschaftlicher Ebene untersucht das Centre de recherche, d'études, de documentation et d'information sur la femme (Credif) die Rolle von Frauen in Tunesien.

Homosexualität ist in Tunesien tabu, auch wenn es in den Städten eine kleine, mehr oder weniger versteckt lebende homosexuelle Szene gibt. Homosexuelle Handlungen können mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden und es kommt regelmäßig zu Verurteilungen. Seit 2011 engagieren sich mehrere Nichtregierungsorganisationen für die Rechte von sexuellen Minderheiten. Für besondere Empörung sorgt dabei, dass immer wieder Rektaluntersuchungen bei Verdächtigen vorgenommen werden, deren Ergebnisse dann vor Gericht als Beweis für Homosexualität herangezogen werden. 

Bildung

Tunesien hat seit der Unabhängigkeit massiv in die Bildung investiert. Rund 18% des Staatshaushaltes (2015) fließen in den Bildungssektor, davon rund ein Drittel in den Hochschulsektor. Messbare Erfolge sind die kontinuierlich steigende Alphabetisierungsrate, die derzeit bei rund 80% liegt, und die hohe Anzahl an Abiturienten und Akademikern. Vor allem auf dem Land ist die Analphabetenrate jedoch höher. Die Einschulungsrate liegt bei rund 99%, allerdings führen längst nicht alle eingeschulten Schüler die Schule auch zu Ende. Gerade in ländlichen Gebieten stellen der frühzeitige Schulabbruch und Kinderarbeit ein Problem dar. 

Den hohen Schüler- und Studentenzahlen steht allerdings eine sinkende Qualität der Bildung gegenüber, so Kritiker. Neben mangelnder Vorbereitung auf selbständiges Arbeiten werden vor allem schlechte Sprachkenntnisse bemängelt. Viele Tunesier sind selbst nach Abschluss eines Studiums nicht in der Lage, sich korrekt auf Hocharabisch oder Französisch zu verständigen. Im Alltag wird tunesischer Dialekt gesprochen, der gerade in den gebildeten Schichten oft mit Französisch gemischt wird. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 fühlen sich die jungen Tunesier in ihrer Zukunft weit mehr von Arbeitslosigkeit als vom Terrorismus bedroht.
Ein Bericht des Bildungsministeriums und der Unesco aus dem Jahr 2008 gibt weitergehenden Einblick in das tunesische Bildungssystem.

Schule, Berufsbildung

Zwei spielende Schulkinder: Schuluniform ist in Tunesien Pflicht [Foto: Alain Bachellier, CC - BY NC ND]
Schuluniform ist in Tunesien Pflicht [Foto: Alain Bachellier, CC - BY NC ND 2.0]

Das tunesische Schulsystem ist nach französischem Vorbild strukturiert. Schulpflicht besteht von 6 bis 16 Jahren. Vor allem Frauen sind nach wie vor Analphabeten. Nach sechsjähriger Grundschule folgen 3 Jahre College. Um für Studium oder Ausbildung zugelassen zu werden folgen danach 4 Jahre Lycée, wobei das erste Jahr einem allgemeinen Curriculum folgt, bevor die Schüler sich für einen von sechs möglichen Schwerpunkten entscheiden müssen (Wirtschaft, Informatik, Sprachen, Mathematik, Sport, Naturwissenschaft), der bis zum Abitur führt. Unterrichtssprache ist Arabisch, Französisch und Englisch werden ab dem dritten Grundschuljahr unterrichtet.
Zuständig für die Berufsbildung ist das Arbeitsministerium (und in speziellen Bereichen das jeweils zuständige Ministerium zum Beispiel für Tourismus oder Landwirtschaft). In zweijährigen Kursen können Abiturienten an Berufsschulen technische Berufe erlernen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, ohne Abitur (nach zwei Jahren Lycée) eine Ausbildung aufzunehmen, die aus zwei zweijährigen Modulen besteht.  
Neben dem staatlichen Bildungssystem gibt es, vor allem in den Städten, eine hohe Anzahl von Privatschulen, sowohl im Grundschulbereich als auch im weiterführenden Schulsystem. Insbesondere die französischen Schulen genießen hohes Renommee.

Hochschulbildung

In Tunesien gibt es 13 staatliche Universitäten. Das Studium ist kostenlos, Unterrichtssprachen sind Arabisch und Französisch. Das Abitur garantiert das Recht auf einen Studienplatz, diese werden allerdings zentral vergeben, so dass nicht jeder Schüler das gewünschte Fach bzw. an der gewünschten Hochschule studieren kann. Generell ist es leichter, einen Studienplatz in geisteswissenschaftlichen Fächern statt technischen oder Wirtschafts-Studiengängen und an einer Universität außerhalb von Tunis zu bekommen als in der Hauptstadt.
Privatunis und Kooperationen mit ausländischen Bildungseinrichtungen machen nur rund 1% aus, was vor allem auf bürokratische Hürden zurückzuführen ist. Außerdem vergibt der tunesische Staat Stipendien nur an Studenten öffentlicher Hochschulen.
Für viele westafrikanische Studenten ist Tunesien ein beliebter Studienort, denn die Ausbildung gilt als besser als in ihren Heimatländern, allerdings sind die Lebenshaltungskosten geringer als in Europa und es ist wesentlich leichter, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Kultur

Kulturelle Identität

Tunesien kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, auf die die Bevölkerung sehr stolz ist. Das Zusammentreffen von Phöniziern, Römern, Berbern, Arabern, Andalusiern, Osmanen und Italienern wird oft von Tunesiern als Grund für ihre Toleranz und Offenheit angeführt und spielt eine wichtige Rolle fürs Selbstverständnis der Bevölkerung. Jede Region hat ihren Dialekt, traditionelle Gerichte und Trachten. Viele Tunesier können ihre Abstammung genau nachverfolgen, ohne dass jedoch die Herkunft als Mittel der Abgrenzung gegenüber anderen Tunesiern eingesetzt wird. Eine Ausnahme bildet das Verhältnis zu dunkelhäutigen Tunesiern. Sie sind vermutlich vor hunderten von Jahren aus Subsahara-Afrika eingewandert und leben heute in ganz Tunesien, vor allem aber im Süden des Landes, wo sie schätzungsweise 20% der Bevölkerung ausmachen. Sie werden von Teilen der Bevölkerung stark diskriminiert. So werden zum Beispiel Ehen zwischen hell- und dunkelhäutigen Tunesiern nicht gerne gesehen, und viele Dunkelhäutige arbeiten nur in bestimmten Berufen, zum Beispiel in der Gastronomie. Auch Menschen aus Subsahara-Afrika berichten immer wieder darüber, dass ihnen Rassismus entgegenschlägt. Seit dem Umbruch 2011 findet in der Öffentlichkeit zum ersten Mal eine Debatte über das Thema statt, verschiedene NGOs versuchen zum Beispiel mit Videoclips die Bevölkerung zu sensibilisieren. 
Neben den Einflüssen der verschiedenen Zivilisationen, die das Land in den vergangenen Jahrtausenden gestreift haben, definieren sich die Tunesier vor allem über Sprache und Religion. Ein überwiegender Teil der Tunesier sind Muslime und definiert sich auch als solche – wenn auch der Grad des Einflusses der Religion stark variiert von wörtlicher Auslegung der religiösen Texte bis zu einem rein kulturellen Verständnis. Das tunesische Arabisch weicht relativ weit vom Hocharabischen und den im Machreq gesprochenen  Dialekten unterscheidet. Dies führt mitunter dazu, dass Tunesier von nicht-maghrebinischen Arabern mit dem Hinweis zurückgewiesen werden, sie seien keine „echten“ Araber.
Viele junge und ältere Tunesier fühlen sich Europa, insbesondere Frankreich und Italien, sehr nahe – mit den Bewohnern und dem Lebensstil dieser Länder sehen sie weit mehr Übereinstimmungen als zum Beispiel mit den arabischen Golfstaaten. Doch von Europa fühlen sie sich, unter anderem auf Grund rigider Visa-Bestimmungen und mangelnder Unterstützung während der Amtszeit Ben Alis, im Stich gelassen. Gleichzeitig weisen viele eine afrikanische Identität Tunesiens weit von sich: Für viele Tunesier beginnt Afrika südlich der Sahara. Diese doppelte Zurückweisung durch Europa einerseits und viele arabische Staaten andererseits, bei gleichzeitiger Negierung einer möglichen afrikanischen Identität, führte gerade unter jungen Tunesiern in der Vergangenheit zu einer Art kollektiven Identitätskrise.
Die Revolution scheint in diesem Zusammenhang die tunesische Identität zu konsolidieren und als einendes Element zu dienen. So singen Tunesier beispielsweise wieder die Nationalhymne, die früher nur zu offiziellen Anlässen des Regimes gespielt wurde. Außerdem sind sie stolz darauf, diese Revolution ohne ausländische Hilfe geschafft zu haben, während von vielen europäischen Staaten, allen voran Frankreich, die politische Situation in Tunesien so dargestellt wurde, als habe man die Wahl zwischen Islamisten und Überwachungsstaat – sie wollen nun beweisen, dass es einen dritten Weg gibt.
Tunesien hat eine der höchsten Internet- und Mobilfunk-Penetrationsraten in der arabischen Welt und in Afrika. Rund 4 Millionen Tunesier nutzen das Internet. Geht man davon aus, dass diese ihre Familie darüber informieren, was dort passiert, hat das Netz nicht zu unterschätzenden Mobilisierungscharakter. Die Zahl der tunesischen Facebook-Nutzer stieg von 1,8 Millionen vor der Revolution auf 2,4 Millionen an. Für viele Tunesier ist die Frage „Hast du Facebook?“ gleichbedeutend mit der Frage, ob man Email oder Internetzugang habe. Internet und Satelliten-Fernsehen prägen das Leben vor allem der Jugendlichen, unabhängig von ihrer politischen Überzeugung.

Aktuelle Kunst und Kultur

Das Stadttheater von Tunis ist in einem Jugendstilgebäude untergebracht [Foto: dalbera, CC - BY 2.0]
Das Stadttheater von Tunis ist in einem Jugendstilgebäude untergebracht [Foto: dalbera, CC - BY 2.0]

Tunesiens Kulturszene konzentriert sich weitestgehend auf die Hauptstadt Tunis. Fast alle unabhängigen Theater, elf der nur noch 14 landesweit existierenden Kinos befinden sich dort und ein Großteil der Galerien und Festivals. Zwar gibt es in vielen, auch kleineren Städten des Landes staatliche Kulturhäuser, diese dienten jedoch oft mehr Propagandaveranstaltungen der RCD als kulturellen Ereignissen. Mit der Revolution lässt sich jedoch eine merkliche Verschiebung feststellen, so wurde zum Beispiel das Budget der Festivals in Carthage (Musik) und Hammamet (Musik und Theater), die jeden Sommer stattfinden, stark gekürzt, dafür wird mehr in Festivals im Landesinneren investiert. Im jährlichen Wechsel finden im Herbst die Journées Cinématographiques de Carthage, das älteste afrikanische Filmfestival, und die Journées Théâtrale de Carthage statt, bei denen Filme bzw Theaterproduktionen vor allem aus dem arabischen Raum und Afrika gezeigt werden. Im Bau befindet sich derzeit ein unter der Regierung Ben Ali begonnenes Prestigeprojekt, die Cité de la culture, die bei Fertigstellung die größte Kultureinrichtung Afrikas wäre. Das 2006 begonnen Projekt sollte eigentlich 2009 fertiggestellt werden, befindet sich aber im Sommer 2011 nach wie vor im Bau. Unter anderem soll dort ein Museum für moderne Kunst, ein Opernsaal (obwohl es in Tunesien keinerlei Opernproduktionen gibt) und die seit mehr als 30 Jahren geplante Kinemathek Platz finden. Allerdings warf der Bauleiter nach Unstimmigkeiten mit dem Kulturministerium im Frühjahr 2011, so dass das Projekt seitdem auf Eis liegt.
Tunesien hat eine lange Filmtradition. Die ersten Filmproduktionen entstanden bereits um 1900, der erste mittellange Spielfilm in den 1920er Jahren, gedreht von Albert Samama Chikly. Nach einer Blütezeit in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren machten sich auch im tunesischen Kino die Zeichen einer allgemeinen Erstickung der Kulturszene und der Zivilgesellschaft im allgemeinen bemerkbar. Gegen Mitte der 2000er Jahre wagte eine Gruppe jüngerer Independent-Regisseure einen vorsichtigen Neuanfang, mit Filmen wie No Man’s Love, Elle et Lui, und La tendresse de loup, die mit gängigen Erzählschemas und Themen des klassischen tunesischen Autorenkinos brachen. Gleichzeitig dynamisiert sich die Dokumentarfilm- und Kurzfilmszene seit einigen Jahren, so dass dort oft die spannendsten aktuellen Produktionen zu entdecken sind. Allerdings leidet die Branche unter wirtschaftlichen Problemen vor allem im Bereich des Vertriebs. Die wenigsten Filme entstehen ohne staatliche Subventionierung. Im März 2018 soll in Tunis die tunesische Kinemathek eröffnen.
Viele ausländische Großproduktionen wie zum Beispiel "Der englische Patient" oder Teile von "Star Wars" wurden in der tunesischen Wüste gedreht.
Der Schwerpunkt tunesischer Theaterproduktionen liegt auf sozialkritischem Schauspiel. Einige in Tunis angesiedelte unabhängige Theater präsentieren regelmäßig auch international erfolgreiche Stücke, wie zum Beispiel das El Hamra und das El Teatro, das von Zeineb Farhat und Taoufiq Jbeli geleitet wird und auch einen Ausstellungsraum hat, wo viele vor allem junge tunesische Künstler zu sehen sind. International am bekanntesten sind die Arbeiten von Fadhel Jaaibi und Jalila Baccar, deren kritische Stücke auf vielen arabischen und europäischen Festivals gezeigt werden. In der Regel werden Stücke auf tunesisch gespielt, meistens gibt es aber französisch übertitelte Aufführungen. 

Die vielleicht bekannteste tunesische Musikrichtung ist der Mezoued, eine populäre Dudelsackmusik, ohne die kaum eine tunesische Hochzeit stattfindet, und mit dem die meisten Tunesier in einer Art Hassliebe verbunden sind. Auch der Maalouf, eine andalusische inspirierte Instrumental- und Vocalmusik, ist sehr beliebt. Viele junge Sänger greifen dabei auf Stücke aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts zum Beispiel von Saliha oder Hedi Jouini zurück, deren oft sehr freizügigen Texte heutzutage nur noch durchgehen, da die Stücke als Klassiker des tunesischen Liedguts gelten. Moderne Instrumentalmusik machen unter anderem die Oud-Spieler Anouar Brahem und Dhafer Youssef, die weit über die Grenzen Tunesiens hinaus bekannt sind. Großen Erfolg vor allem bei Jugendlichen haben oppositionelle Liedermacher wie Bendir Man (der unter Ben Ali Auftrittsverbot hatte) oder der von der sufistischen Tradition inspirierte Mounir Troudi. Außerdem gibt es in Tunis eine kleine, aber wachsende Gruppe von DJs und Videokünstlern, die elektronische Musik machen. Der Rapper El General, der mit seinem Stück Rais El Bled ("Der Präsident des Landes"), in dem er offen Ben Ali kritisierte, quasi die Hymne der tunesischen Revolution geschrieben hatte, konnte an den Erfolg allerdings kaum anknüpfen. Dafür gerieten jüngere Rapper wie Kafon, Klay BBJ oder Weld El15, die in ihren Songs die Situation in den Armenvierteln und die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen beschreiben, in den Blick der Öffentlichkeit, meistens weil sie sich wegen Drogenkonsums oder als gewalttätig eingestufter Texte vor Gericht verantworten mussten, wie zum Beispiel Weld El15 mit seinem Song Boulicia Kleb ("Polizisten sind Hunde). Der Rapper wurde im Dezember 2013 nach mehreren Gerichtsverfahren freigesprochen.
Neben tunesischen Musikern hören Tunesier in der Regel viel klassische arabische Musik wie beispielsweise Abdelwahab, Oum Kalthoum und Fairouz.

Viele Galerien, die vor allem in den nördlichen Vororten von Tunis wie La Marsa und Sidi Bou Said und in Hammamet angesiedelt sind, stellen junge tunesische Künstler aus. Im Palais Kheireddine, in der Altstadt von Tunis, befindet sich das Museum der Stadt Tunis, wo ebenfalls regelmäßige Ausstellungen stattfinden. Einen guten Überblick über aktuelle Tendenzen im Bereich Malerei, Skulptur und Photographie bietet der Printemps d'art de la Marsa, ein jährlich im Frühsommer stattfindendes Kunstfestival. International bekannt ist der Kalligraph Nja Mahdaoui, dessen Arbeiten selbst Flugzeuge zieren.
Graffiti-Künstler erobern zunehmend den öffentlichen Raum, allerdings geraten sie immer wieder in Konflikt mit dem Staat. Auf der Insel Djerba wurde mit dem Projekt Djerbahood ein ganzes Dorf in ein Open Air-Museum verwandelt. Auch die Karikaturen- und Comicszene, mit dem regimekritischen _Z_ als Vorreiter, erlebt seit 2011 einen Boom, auch junge Fotografen etablieren sich zunehmend.

Tunesische Literatur wird sowohl auf Arabisch als auch auf Französisch verfasst, so dass sie zumindest in Ausschnitten auch für ein europäisches Publikum zugänglich ist (wobei arabischsprachige Literatur leider selten übersetzt ist). Eine leider nicht online verfügbare Ausgabe der britischen Literaturzeitschrift Banipal widmet sich modernen tunesischen Autoren.
Der tunesische "Nationaldichter" ist Abu El Qassem Chebbi (1909-1934), der stark von der europäischen Literatur der Romantik beeinflusst war. Seine Gedichte sind Teil jedes tunesischen Schulunterrichts. Sein Gedicht "An die Tyrannen dieser Welt", das sich ohne sie direkt zu benennen an die französische Kolonialmacht richtet, ist neben "Der Wille zu leben" (von dem einige Verse zum Refrain der tunesischen Nationalhymne gemacht wurden) das bekannteste Werk Chebbis.

In Tunis findet jedes Frühjahr eine Verkaufsmesse statt, auf der hauptsächlich Verlage aus dem arabischen Raum ausstellen. Tunesische Verlage veröffentlichen 1000 bis 1500 Bücher pro Jahr, wobei es sich mehrheitlich um wissenschaftlich-technische Publikationen handelt. Die Situation tunesischer Verleger ist daher überwiegend prekär. Nur 20% der Tunesier gaben an, 2009 ein Buch gekauft zu haben. Mit der Revolution wurden Einfuhrbeschränkungen und Zensur von Büchern aufgehoben, vor den Buchhandlungen bildeten sich über Wochen regelrechte Menschentrauben, angelockt von ehemals verbotenen vor allem politischen Büchern. 

Ehemals verbotene Bilder im Schaufenster einer Buchhandlung in Tunis
Nach der Revolution sind auch Buchhandlungen wieder interessant - denn dort stehen jetzt Bücher, die früher verboten waren [Foto: tab 59, Flickr, CC - BY SA 2.0]

Religion

Offizielle Religionen

Tunesien ist zu weiten Teilen muslimisch. 98 % der Bevölkerung sind Muslime – mehr oder weniger praktizierend. Die meisten sind Sunniten und gehören der malikitischen Rechtsschule an, darüber hinaus gibt es auf Djerba einige Ibaditen. Außerdem gibt es einige Sufi-Orden, über die Zahl der Anhänger gibt es jedoch keine verlässlichen Angaben. Der Islam ist offizielle Religion Tunesiens und der Staatspräsident muss laut der Verfassung Muslim sein. Allerdings ist die freie Religionsausübung in der Verfassung garantiert und die verschiedenen religiösen Gemeinschaften leben in der Regel friedlich zusammen. Neben Muslimen leben in Tunesien rund 25 000 Christen (zum Großteil Katholiken), wobei die Gemeinden zum Großteil aus ausländischen Bürgern bestehen. Die Zahl der tunesischen Juden, die vor 1948 noch rund 7% der Bevölkerung ausmachten, ist mit der Staatsgründung Israels und dem Sechs-Tage-Krieg kontinuierlich gesunken. Heute leben noch rund 1500 Juden in Tunesien, die meisten im Großraum Tunis und auf der Insel Djerba, wo sich auch mit der La Ghriba-Synagoge eine wichtige Pilgerstätte für Juden aus aller Welt befindet. Sie gilt als die älteste erhaltene Synagoge in Nordafrika.
Neben religiösen Einflüssen spielen auch Volksglauben im Alltag eine Rolle, bestimmte Traditionen und Rituale sind über religiöse Grenzen hinweg verbreitet.

Politische und gesellschaftliche Bedeutung

Die Zitouna-Moschee überragt die Altstadt von Tunis [Foto: abac077, CC-BY NC SA]
Die Zitouna-Moschee überragt die Altstadt von Tunis [Foto: abac077, CC-BY NC SA 2.0]

Die Rolle des Islam ist in den vergangen Jahren in Tunesien wieder bedeutender geworden, was auch mit der teilweise paradox erscheinenden Religions-Politik der Regierung Ben Ali zu tun hat. Während es zum Beispiel verboten war, in öffentlichen Institutionen ein Kopftuch zu tragen, und Frauen mit Kopftuch auf der Straße in den frühen 2000er Jahren noch in polizeilichen Gewahrsam genommen wurden, präsentierte Ben Ali sich gleichzeitig als religiöser Staatsmann. So ließ er den Gebetsruf im Fernsehen und Radio wieder einführen und erteilte eine Lizenz an einen muslimischen Radiosender und eine islamische Bank (die beide seinem Familienclan gehörten). Gleichzeitig mussten die Predigten in den Moscheen genehmigt werden und jedes Freitagsgebet begann mit einem Gruß an den Präsidenten.

Während ein staatlich reglementierter, moderater Islam von der Regierung propagiert wurde, bestrafte sie alle, die von dieser Richtung abwichen, mit teilweise drakonischen Strafen. Ein ernsthafter, kritischer Diskurs über den Islam wurde von der Regierung Ben Ali weitestgehend unterdrückt (von den Veröffentlichungen weniger Intellektueller wie Mohamed Talbi, Youssef Seddik und Yadh Ben Achour abgesehen, die nur einen kleinen, gebildeten Kreis erreichten). Dies führt gerade unter jüngeren Tunesiern zu einer gewissen Empfänglichkeit für radikale Ideen und vorgefertigte, klare Antworten auf religiöse Fragen. Die mangelnde religiöse Bildung wird auch von Ennahdha-Politikern wie zum Beispiel Abdelfattah Mourou, dem derzeitigen Vizepräsidenten des tunesischen Parlaments, immer wieder kritisiert. 

Mit der zunehmenden Freiheit durch die Revolution und einer generellen Rückbesinnung auf Religion im gesamten arabischen Raum ist in der jüngsten Vergangenheit ein Wiederaufleben der Religiosität beziehungsweise ein offeneres Zurschaustellen zuvor verdeckt gelebter Religion zu beobachten. Teilweise nimmt diese unter den Salafisten auch gewalttätige Züge an. 
Der Umgang der älteren Generationen mit der Religion ist oft wesentlich entspannter, sie wird mehr als Teil einer kulturellen Identität gesehen, über die man nicht diskutieren muss, als Objekt politischer und sozialer Auseinandersetzung
La Goulette, ein Vorort von Tunis am Hafen, war bis in die 60er Jahre hinein ein Sammelbecken tunesischer Juden, Muslime und italienischstämmiger Katholiken und Symbol schlechthin für die gerne betonte tunesische Toleranz. Noch heute leben dort einige Juden und Katholiken. 

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im November 2018 aktualisiert.

Die Autorin

Sarah Mersch ist freie Journalistin und Trainerin und arbeitet unter anderem für verschiedene ARD-Anstalten, die Deutsche Welle und Online- und Printmedien. Sie lebt zwischen Deutschland und Tunesien. Seit 2011 ist sie Landestrainerin für Tunesien bei der GIZ - Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) in Bonn.


Website

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ ist der führende Weiterbildungsanbieter für die internationale Kompetenzentwicklung. Wir stehen für innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen.

> Angebote aus dem Weiterbildungskatalog

Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren.

> Wir freuen uns über Ihre Anfragen!

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare zu diesem Länderbeitrag oder zum LIPortal insgesamt. Richten Sie Ihre Anfrage an:

Thorsten Hölzer
(Akademie für Internationale Zusammenarbeit)

+49 (0)228 4460 2036

Zum Kontaktformular

Download