Motorradtaxi schwer beladen
Währung
Uganda Shilling (UGX)
Wechselkurs
4.250 pro € (August 2018)
Zeitzone
East Africa Time (UTC +3 Stunden)
Landesvorwahl (Telefon)
+256
Klima (für Hauptstadt)
Äquatorialklima

Die Einreise

Verkehrsalltag in Kampala
Verkehrsalltag in Kampala © Patrick Ehrler

Das Auswärtige Amt hält Informationen zu den Einreisebestimmungen des Landes bereit. Bei der ugandischen Botschaft in Berlin erhalten Sie Informationen zu Ihrem Visum. Seit August 2016 müssen alle Reisenden nach Uganda ein sog. E-Visum vor der Reise online beantragen und es online bezahlen. Die dafür notwendigen Dokumente, wie der Pass, der Nachweis der Gelbfieberimpfung, Passbild, teilweise Reiseverlauf etc., müssen als Datei an das Immigration Department in Uganda geschickt werden. Nach Prüfung der Dokumente erhält der Antragsteller eine Bestätigung, damit kann an der ugandischen Grenze das Visum ausgestellt werden. Somit hat die ugandische Regierung auch eine Möglichkeit unerwünschte Personen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Die Kosten für das Visum für die einmalige Einreise wurden im Juli 2016 von 100 USD auf 50 USD reduziert, die Kosten für die mehrmalige Einreise und für das sog. EAC-Visum, das gleichzeitig für die Einreise nach Kenia und Ruanda berechtigt, bleiben bei 100 USD. Das ugandische Ministry of Internal Affairs hält Informationen zur Einreise und dem Aufenthalt in Uganda bereit. Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Seiten der Deutschen Botschaft in Kampala.

Wohnen und Versorgen

Leben auf dem Land
Alltag auf dem Land © J. Ehrler

In Kampala gibt es eine große Auswahl an Gästehäusern, aber auch Häuser und Apartments zur Miete. Derzeit wird Kampala in gewerbliche Zonen eingeteilt, betroffen sind bislang die Stadtteile Kololo und Nakasero; dies wird sich auf die Wohnungspreise auswirken. Auch in den größeren und mittelgroßen Städten werden Sie bei der Wohnungssuche fündig. Die Stromversorgung ist unregelmäßig, die Netzspannung beträgt 240 Volt. Die meisten Güter des täglichen Bedarfs finden Sie in der Hauptstadt und vieles auch in den weiteren Städten des Landes. Die Lebenshaltungskosten sind je nach persönlichen Bedürfnissen sehr unterschiedlich. Während viele Ugander mit einem USD pro Tag auskommen müssen, gibt es vor allem in Kampala durchaus Möglichkeiten, auch sehr viel Geld auszugeben. Ein sehr informatives Magazin mit Infos zu Ausflügen, Kultur, Gesundheit und vielem mehr, das in vielen Restaurants und Hotels kostenlos ausliegt und inzwischen auch online verfügbar ist, ist The Eye.

Kulinarisches

Chapatibäcker
Chapatibäcker am Straßenrand © J. Ehrler

Die ugandische Küche bietet einige Delikatessen. Je nach Region und Landschaftsform werden verschiedene Nahrungsmittel angebaut und zubereitet. In Zentraluganda ist das typische Gericht Matooke, ein aus Kochbananen hergestellter fester Brei, der meist in Bananenblättern gedämpft wird. Immer mehr kommt Posho auf den Tisch, ein aus Maismehl zubereiteter schnittfester Brei. In Ostuganda wird vor allem Hirse angebaut, somit wird das Hauptgericht "Atapa" daraus und aus Maniok, in Uganda Cassava genannt, zubereitet. Süßkartoffeln sind ebenfalls in Ostuganda sehr verbreitet. An den Straßen werden gerne Chapatis und Samosas, mit Fleisch oder vegetarisch, verkauft.

Traditionell wird in Uganda für die Zubereitung von Gemüse und oftmals auch von Fleisch kein Öl verwendet, sondern im Süden die Soße aus Erdnüssen und im Norden aus Sesam zubereitet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist sicher ein Gericht der Karimajong und anderer Nomaden, sie bevorzugen Blut, z.T. mit Milch gemischt.

Als Getränk wird in ländlichen Gebieten Hirsebier, das je nach Region anders heißt, z.B. Malwa im Süden des Landes, oder Ajono in Teso, gern aus langen Strohhalmen getrunken. Waragi, als Gin in Flaschen oder Plastiktüten im Handel, ist ebenfalls sehr beliebt. Vielerorts wird der Alkohol aber selbst gebrannt und ist nicht immer ungefährlich.  

Doch Uganda verfügt auch über mehrere Bierbrauereien, Softdrinks werden ebenfalls im Land hergestellt und sind überall erhältlich. Die Familien in ländlichen Regionen stellen noch vielfach Säfte aus Maracuja oder Orangen frisch her.

Zwar ist Uganda ein Kaffeeanbaugebiet, doch als Kaffeetrinker muss man schon in gute Hotels oder Coffeeshops gehen, um einen Kaffee zu bekommen, der nicht durchscheinend ist und aus löslichem Kaffeepulver zubereitet wurde.

Gute ugandische Küche ist durchaus in den Restaurants des Landes zu finden, oftmals in den Garküchen recht günstig, oder eher teuer in der gehobenen Gastronomie. Internationale Küche findet man in Kampala in vielen Restaurants und eingeschränkt in kleineren Städten.

Geld

Bankgebäude in Kampala
Eine der großen Banken in Kampala ©J. Ehrler

Die ugandische Währung heißt Uganda Shilling. Der Euro wird in den Forex Bureaus und Banken genauso gerne getauscht wie der USD. Die Wechselkurse waren lange relativ stabil, bis das Jahr 2011 von starken Schwankungen geprägt war. Seither sind viele Preise in Dollar festgelegt, jedoch meist in Ugandaschillingen zu zahlen. Erstmalig stieg der Wechselkurs im September 2015 auf knapp über 4000 UGX. Die ugandischen Banken haben in den letzten Jahre viele Fortschritte gemacht, sowohl in Kampala als auch in den meisten größeren Städten kann Geld am Automaten mit Kreditkarte und z.T. auch EC-Karte abgehoben werden. Die Auszahlung erfolgt in Uganda Shilling. Allerdings ist es möglich ein Euro- bzw. Dollarkonto in einer Bank einzurichten, um darauf Geld zu überweisen.

Kinder und Schule

Die nächste deutsche Schule ist in Nairobi, Kenia. In Kampala gibt es allerdings eine gute Auswahl an Schulen mit internationalem Standard. Besuchen Sie für eine erste Orientierung die Seiten der Rainbow International School oder der Kabira International School.

Sicherheit

Überlandbus
Straßenzustand in Karamoja nach heftigen Regen 2012 / ©Josef Ehrler

Uganda gilt als ein relativ sicheres Land. Dennoch rät das Auswärtige Amt dazu, eine Annäherung an die kongolesische Grenze, wegen der dortigen Unruhen, zu vermeiden. Der Ausbruch von Gewalt im Südsudan kann sich immer wieder auf die angrenzende Region auswirken. Bei Reisen nach Karamoja sollte eine Annäherung an die kenianische Grenze vermieden werden. Nach den Terroranschlägen im Westgate Einkaufszentrum in Kenia im September 2013, in der Küstenregion im Juni 2014 und November 2015, wird auch in Uganda immer wieder vor möglichen Anschlägen gewarnt. Menschenansammlungen sind generell zu meiden. Ein fürchterlicher Terrorakt mit über 70 Toten wurde beim Finale der Fußball-WM 2010 in Kampala verübt.
Das US State Department bietet speziell für amerikanische Bürger Sicherheitshinweise und Reisewarnungen.

Uganda sterben jedes Jahr über 3000 Menschen auf der Straße, 40 % davon sind Fußgänger. Als Ursachen gelten vorwiegend menschliches Versagen, zu schnelles Fahren, riskante Überholmanöver, überladene Lastwagen, heruntergefallene Ladung, Fahren mit Alkokol oder Drogen und oftmals ohne Führerschein. Viele Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten ereignen sich bei der Nutzung der Motorradtaxen, die üblicherweise Boda bodas genannt werden. Gefahren wird meist ohne Helm, oft mit spärlicher Bekleidung und vielmals sitzen drei und mehr Personen auf dem Motorrad, dazu kommt noch das Gepäck. Die Regierung bemüht sich derzeit mit verstärkten Kontrollen den oftmals tödlichen Unfällen vorzubeugen. Anschnallen und Helmnutzung sollten auch in Uganda selbstverständlich sein.

Gesundheit

Trotz der Armut bemühen sich die Ugander um Hygiene. Doch gerade unterwegs sind offen angebotene Lebensmittel mit Vorsicht zu genießen.
Malaria ist weit verbreitet, denken Sie von daher an eine geeignete Vorbeugung. Vor Abreise sollten Sie sich tropenmedizinisch beim Arzt beraten lassen. Hinweise zu Ihrer Gesundheitsvorsorge bietet z.B. der Reisemedizinische Infoservice und das Auswärtige Amt. Informieren Sie sich auch über die medizinische und zahnmedizinische Versorgung in Uganda.

Zu beachten sind außerdem Erkrankungen wie AIDS, Geschlechtskrankheiten, Tuberkulose, Meningitis, Cholera oder Hepatitis. In den letzten Jahren gab es immer wieder Ausbrüche von Ebola, zuletzt 2012 in Luwero. Derzeit gibt es Fälle der hochansteckenden Erkrankung im Nachbarland, der Demokratischen Republik Kongo, in der Region Beni. Im Falle eines erneuten Ausbruchs sind Menschenansammlungen und Körperkontakt so weit wie möglich zu vermeiden. In jüngerer Zeit gab es vereinzelt Ausbrüche des Marburg-Virus, zuletzt Ende 2017 in Ostuganda.

Eine Gelbfieberimpfung ist derzeit noch nicht generell vorgeschrieben, allerdings gibt es einen Gelbfieberausbruch in Angola, der sich bereits über die Dem. Rep. Kongo weiterverbreitet hat. Auch in Uganda wurden Fälle von Gelbfieber gemeldet. Eine Impfung ist vorgeschrieben, wenn die Einreise von einem anderen afrikanischen Land erfolgte. Neuerdings werden am Flughafen die Impfpässe sogar nach einer Zwischenlandung in einem afrikanischen Land kontrolliert und das elektronische Visum ist nur mit Nachweis einer Gelbfieberimpfung zu bekommen.

Telekommunikation

Internet

Die Nutzung des Internets wird auch in Uganda immer beliebter. Derzeit nutzen bereits über 37 % der Bevölkerung das Internet, dabei ist die Anzahl der Nutzer von sog. Mobile Money, also des Geldtransfers über das Handy, ebenfalls ansteigend. Sehr beliebt ist auch die Nutzung von Internetcafés. In vielen Städten gibt es WLAN-Hotspots, zum Beispiel in Shopping Malls oder Cafés. Heftige Diskussionen löste die Einführung der Steuer auf soziale Medien wie Whatsapp, Facebook, Twitter etc. aus. Für die Nutzung müssen täglich 200 UGX bezahlt werden.

Es gibt mehrere Internetprovider in Uganda. Die Zuverlässigkeit der Internetverbindung varriiert je nach Ort und Netzbetreiber, ist aber meistens sehr gut. In den großen Städten gibt es oft gut ausgebaute LTE Netze. Kabelgebundene Internetverbindungen und echte Flatrates sind unüblich. Üblich sind soganannte “Bundles”, das heißt man kauft sich ein bestimmtes Datenvolumen, gültig für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 10 GB für 30 Tage).

Telefonieren

Kommunikation ist für die Menschen in Uganda sehr wichtig. Die Installierung eines Festnetzanschlusses mag in Kampala oder den kleineren Städten mit einigem Nachhaken noch möglich sein, doch für die ländliche Bevölkerung ist dies oftmals ein Ding der Unmöglichkeit. Dank der Mobiltelefone ist inzwischen fast jeder irgendwie zu erreichen. Das Netz ist fast flächendeckend, Lücken gibt es noch in den Nationalparks und in abgelegenen Regionen. Unterwegs gibt es viele öffentliche Telefone, an kleinen Ständen mit einer Person als Dienstleister. Seit Anfang 2018 müssen alle Simkarten persönlich registriert werden, dis soll Kriminalität im Land verhindern.

Das Wetter

Reisen Sie bald aus und sind daher an den aktuellen Wetterdaten interessiert? Dank der Höhenlage (durchschnittlich 1000 - 1300 m über dem Meeresspiegel) hat Uganda ein sehr angenehmes Klima.

Die Temperaturen betragen im Durchschnitt 21 - 25°C. Allerdings ist es in den Bergregionen ziemlich kühl. In den nördlichen Landesteilen ist es wärmer, vor allem im Nordosten, in Karamoja. Die Regenzeit dauert von März bis Mai, doch sind auch von Oktober bis November Regenfälle zu erwarten.

Nützliche Adressen und Kontakte

  • Im deutschsprachigen Afrikaportal finden Sie eine Vielzahl an Infos und Tipps zu Veranstaltungen, Events, Kultur, Business, Fernsehsendungen und vieles mehr zum Thema "Afrika". Uganda ist dabei gut vertreten.
  • Der Verein Jugendhilfe Ostafrika fördert das Fahrrad als angepasstes Transportmittel in Ostafrika, organisiert Fahrradpatenschaften und arbeitet außerdem mit Projekten im Gesundheits-, Bildungs- und landwirtschaftlichen Bereich zusammen.
  • Tukolere Wamu, gemeinsam für Eine Welt e.V. ist ein Verein zur Förderung von Selbsthilfeinitiativen in Afrika. Seit Beginn der Initative wurden und werden über 130 Projekte, vor allem in den Bereichen Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung, Verbesserung der Lebensumstände für bestimmte sozial schwache Zielgruppen u.a. in Uganda gefördert.

Das Länderinformationsportal

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Das Länderinformationsportal

Im Länderinformationsportal (LIPortal) geben ausgewiesene Landesexpertinnen und Landesexperten eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern. Das LIPortal wird kontinuierlich betreut und gibt Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb. mehr

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2018 aktualisiert.

Autorin

Gertrud Schweizer-Ehrler

Gertrud Schweizer-Ehrler, Sozialmanagerin mit pflegerischer Grundausbildung arbeitete langjährig in einer NGO (Salem International) in Uganda, ist erste Vorsitzende des Vereins Tukolere Wamu, gemeinsam für Eine Welt e.V. Beratung, tätig in Schulung und Öffentlichkeitsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen, in der Organisation und Reiseleitung für Projekt- und Begegnungsreisen nach Uganda und ist Herausgeberin des Uganda-Ostafrika-Blogs.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Linktipps

  • Safari in Uganda.com: Infos zu Hotels, Reiseveranstalter, Safariveranstalter, Autovermietung, Bildergalerien, Linklisten, Reisetipps. 

Trainingsangebote der Akademie

Die Akademie der GIZ ist der führende Weiterbildungsanbieter für die internationale Kompetenzentwicklung. Wir stehen für innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen.

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Thorsten Hölzer
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