Hotel Uzbekistan
Offizieller Name
Republik Usbekistan / Oʻzbekiston Respublikasi
Fläche
448.900 km²
Einwohner
33,46 Mio. (2020, geschätzt, UNO)
Bevölkerungswachstum
1,4 % pro Jahr (2020, geschätzt)
Regierungssitz
Taschkent
Amtsprache
Usbekisch
Regionalsprachen
Tadschikisch, Kasachisch, Karakalpakisch, Kirgis.

WILLKOMMEN IN USBEKISTAN!

Übersichtskarten

Kulturhistorische Gebiete
Kulturhistorische Gebiete / Kartensammlung Sidikov
Vorkommen von Edel- und Buntmetallen
Vorkommen von Edel- und Buntmetallen / Aus Kartensammlung Sidikov

Einen ersten Einstieg in das Verständnis eines jeden Landes bieten verschiedene kartographische Darstellungen an. Hier sei ein Beispiel angeführt. Kommentar zur Karte 1 ("Kulturhistorische Gebiete"): Usbekistan besteht aus fünf kulturhistorischen Gebieten, deren Grenzen mit den Grenzen der ehemaligen vormodernen Staaten (Chanate bzw. Emirate) ungefähr identisch sind. Es sind das Gebiet Taschkent, das Gebiet Sirdarjo und der usbekische Teil des Ferghana-Tals (Nr. 1 bzw. 2 - das Chanat von Kokand), die Gebiete Dschisach, Samarkand, Buchara und Nawoi (Nr. 3 - das Emirat von Buchara), die beiden südlichen Gebiete Kaschkadarjo und Surchandarjo (Nr. 4 - das sog. Ostbuchara, das oft nominell zum Emirat Buchara gehörte) und das Gebiet Choresm und die autonome Teilrepublik Karakalpakstan (Nr. 5 - das Chanat von Chiwa). Diese kullturhistorischen Gebiete prägen bis heute lokale und regionale Identitäten in Usbekistan, aufgrund derer oft diverse Solidaritätsnetzwerke in der Politik bzw. der Wirtschaft entstehen können und dementsprechend das Handeln der Akteure bestimmen. Für das Verständnis der heutigen Problem- und Interessenlagen im politischen/wirtschaftlichen Feld ist die Unterscheidung zwischen kulturhistorischen Gebieten und regionalen Verwaltungseinheiten (s. unten "Administrative Gliederung") von Bedeutung.

Perspektivische Karten Usbekistans mit zuschaltbaren thematischen Layern

Physical Map of Uzbekistan
Physical Map of Uzbekistan

Zusätzliches Kartenmaterial

    Lage und Größe des Landes

    Lage und Größe Usbekistans
    Lage und Größe Usbekistans © TUBS (CC BY-SA 3.0)

    Usbekistan liegt im Herzen Zentralasiens (fr. Mittelasien) zwischen Syr-Darja und Amu-Darja, den größten Flüssen dieser Gegend. Es grenzt im Norden und Nordwesten an Kasachstan, im Nordosten an Kirgisistan, im Osten und Südosten an Tadschikistan, im Südwesten an Turkmenistan und im Süden an Afghanistan. Die Fläche des Landes beträgt 448 900 km². Das Land erstreckt sich über 930 km von Nord nach Süd und über 1 425 km von West nach Ost. Die Länge seiner Grenzen beträgt insgesamt 6 221 km. Usbekistan ist schon aufgrund seiner Geographie das Schlüsselland für die zentralasiatische Region und dies ist beileibe keine Übertreibung, denn im Falle eines Konflikts könnte die Regierung in Taschkent destabilisierende "Störmaßnahmen" gegen jedes Nachbarland initiieren, wie es sich in den letzten Jahren gezeigt hat.   

    Landesimpressionen

    Inzwischen bietet Internet eine Fülle von Reiseeindrücken, Fotos, Diashows und Videos über Usbekistan an, wie z.B. folgende Videofilme mit einem Begleitartikel oder Reiseblogs:

    Auch folgende Websites laden zum Eintauchen in die Bilderfluten ein:

    Portal d. Bibi-Khanym-Moschee in Samarkand
    Portal d. Bibi-Khanym-Moschee in Samarkand © Marakanda

    Bilder

    Diashows 

    Videos

    Blogs:

    Grunddaten

    Staatsname: O'zbekiston Respublikasi, vertreten im Nationalen Internet-Portal

    Verfassung: 8.12.1992

    Währung: Som, eingeführt 1994

    Einwohnerzahl: geschätzt 30,02 Mio. (2018, kein Zensus nach d. Unabhängigkeit)

    Bevölkerungswachstum: geschätzt 1,49% (2015)

    Administrative Gliederung: Autonome Republik Karakalpakstan (Qoraqalpogʻiston Respublikasi), zwölf Regionen (Viloyatlar): Andischan (Andijon), Buchara (Buxoro), Dschisach (Jizzax), Kaschkadaryo (Qashqadaryo), Namangan (Namangan), Nawoi (Navoiy), Samarkand (Samarqand), Surchandaryo (Surxondaryo), Sirdaryo (Sirdaryo), Fergana (Farg'ona), Choresm (Horazm) und Taschkent (Toshkent), sowie Stadtregion Taschkent

    Ethnien und ethnische Gruppen (geschätzt): Usbeken (80%), Russen (5,5%), Tadschiken (5%), Kasachen (3%), Karakalpaken (2,5%), Tataren (1,5%)

    Religionszugehörigkeit: Sunniten (hanafitische Schule), lokale schiitische Minderheiten (turksprachig, überwiegend in Samarkand, Buchara), Christen, Juden

    Hauptstadt: Taschkent seit 1930, davor - Samarkand

    Staatssprache: Usbekisch

    Staatsoberhaupt: Shavkat Mirziyoyev (seit dem 8.9.2016 als Interimspräsident, seit 4.12.2016 als gewählter Präsident)

    Mitgliedschaften: UN, OSZE, PfP (NATO), GUS, GUUAM (bis Anfang 2005), SCO, CAC, OIC, EURASEC

    Grunddaten: Usbekistan in Zahlen 2016/17: Wirtschaftliche und soziale Indikatoren, aus dem CIA - The Factbook - Uzbekistan, Library of Congress: a Country Study: Uzbekistan, Auswärtiges Amt über die Entwicklungen in Usbekistan, Statistisches Bundesamt: Länderprofil Usbekistan.

    Naturräumliche Gegebenheiten

    Topographie Usbekistans
    Topographie Usbekistans / © Sadalmelik (CC BY-SA 3.0)

    Der nordwestliche Teil des Landes ist eben und nimmt das Zentrum des Turanbeckens ein. Er umfasst einen Teil der vom Serawschan durchflossenen Qysyl-Qum-Wüste (dt. Rote Sandwüste). Diese Wüste ist 600 km lang und 350 km breit und wird im S vom Amu-Darja begrenzt, der in den abflusslosen, schwach salzigen Aralsee im NW mündet. Das Gebiet ist durch einen schmalen Streifen der Mirsa-Tschul-Steppe (dt. Hungersteppe) mit dem östlichen Landesteil verbunden, der die dicht besiedelte, fruchtbare Fergana-Ebene am oberen Syr-Darja zwischen Vorbergen des Tienschan umfasst. Die Hauptstadt Taschkent liegt in einer Oase am Westrand der Tienschan-Ausläufer. Die Gebirgs- und Vorgebirgszonen sind stark erdbebengefährdet. Es herrscht ausgeprägtes kontinentales Klima mit hohen Temperaturschwankungen.

    Usbekistan hat eine vielfältige Flora: es gibt mehr als 3.700 (nach anderen Angaben ca. 4.800) Pflanzenarten, davon sind 20 Prozent nur in Usbekistan beheimatet. Die meisten dieser Pflanzen findet man in den Gebirgen, nur einige in den Wüsten- und Steppenregionen. Genauso vielfältig ist die Tierwelt des Landes.

    Usbekistan ist reich an Bodenschätzen. Usbekistan besitzt reiche Vorräte an Gold, Uran, Kupfer, Silber, Blei, Zink, Wolfram, Erdgas und an einigen anderen Bodenschätzen. Das Land fördert derzeit jährlich Bodenschätze im Wert von ca. 5,5 Mlrd. USD. Das Gesamtpotential der mineralischen Rohstoffe werden auf mehr als 3,3 Billionen USD eingeschätzt.

    Ökologische Probleme

    Wassernutzung und - verschmutzung in Zentralasien
    Wassernutzung und - verschmutzung in Zentralasien © Zentralasien-Analysen
    Zu wenig ausgeprägtes Umweltbewusstsein
    Zu wenig ausgeprägtes Umweltbewusstsein © Arustan Joldasov

    Ausgelöst durch den intensiven Baumwollanbau und die damit verbundene übermäßige Nutzung der Aralseezuflüsse bei ineffizienten Bewässerungsmethoden hat sich der Wasserspiegel des Aralsees dramatisch abgesenkt. Durch den großen Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und Düngemitteln sind Boden und Trinkwasser in der Region um den Aral-See herum kontaminiert. Auf der Insel "Ostrow Wosroschdenije" ("Wiedergeburt") wurden während der Sowjetzeit Biowaffen an Tieren getestet. Diese Insel ist durch die Austrocknung des Aralsees seit 2018 Teil des Festlandes geworden, von dem nun erhebliche Gefahren ausgehen.  Die Bevölkerung in der Aralregion leidet in besonderer Weise unter den unmittelbaren Folgen der Umweltkatastrophen. Die GIZ versucht durch die Aufforstung im Aralseegebiet die Situation zu verbessern. Nun fordert Usbekistan eine internationale Experten- und Geberkonferenz zur Beseitigung von Folgen der Austrockung. Unzureichende Schadstoffkontrollen bei Verkehr, Altlasten, Energiewirtschaft und Industrie sowie die unzureichende Müllentsorgung verstärken die Belastung der Ballungszentren. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind vielfach unzureichend. Das Umweltbewusstsein ist nicht hinreichend ausgeprägt, insbesondere bei der Regierung. Es wurde zwar eine Umweltbehörde gegründet, sie wurde jedoch mit keinerlei wirksamen Machtbefugnissen zur Umsetzung der konkreten umweltpolitischen Ziele ausgestattet. Der sterbende Aralsee lockt nun immer mehr Touristen aus dem Ausland. Allerdings ist der Aralsee nicht der einzige Umweltproblem des Landes. Auch die zunehmende Luftverschmutzung in der Hauptstadt und landesweit stellt eine Herausforderung dar, welche seitens der Regierung jedoch kaum angegangen wird. Oder das Problem der Luftverschmutzung wird mit zahlreichen Tricks bei der Messung von Werten heruntergespielt.

    Austrocknung des Aralsees

    Aral Sea Live Earth - The Run for Water 

    Der Aralsee - Arte Doku 1/5 

    Sozialgeographische Gegebenheiten

    Städtebau und Stadtentwicklung

    In Usbekistan befinden sich uralte urbane Zentren: Taschkent, Samarkand, Buchara und Chiwa. Diese waren im Mittelalter bedeutende Zentren der islamisch-orientalischen Stadtkultur. In der russischen Kolonialzeit wurden Taschkent, Samarkand und Buchara zu Verwaltungszentren ausgebaut. Dies geschah durch regelmäßig angelegte, etwas von den muslimischen Altstädten abgesetzte russisch-europäische Stadtteile. Dies ist bis heute besonders gut in Taschkent, Samarkand und Buchara nachzuvollziehen.

    In sowjetischer Zeit entstand eine Reihe neuer Verwaltungszentren, ferner Städte in Bergbaurevieren, später auch Industriestädte. Im 20. Jh. wurden die größeren Städte flächenhaft erweitert und für das moderne Verkehrswesen ausgebaut. Moderner mehrgeschossiger Wohnungsbau hielt nahezu überall Einzug und kontrastiert zu der traditionellen Wohnform mit niedrigen, zur Straße abgeschirmten, aber um einen Garten gruppierten Gebäuden. Zugleich entstanden in allen Verwaltungszentren monumentale Verwaltungsgebäude.

    In Taschkent wurde das Erdbeben von 1966 zum Anlass genommen, große Teile der niedrigen, stark durchgrünten altstädtischen Bebauung abzureißen und durch mehrgeschossigen Wohnungsbau zu ersetzen. Seit den 1970er Jahren nahm man sich auch des architektonischen Erbes der orientalischen Städte an und restaurierte die prominenteren Profan- und Kultbauten der historischen Altstadtbereiche von Samarkand, Buchara und Chiwa. 

    Die großen Basare sind heute die wichtigsten Einkaufszentren der Großstädte. Neubauten entstanden insbesondere für Banken, internationale Hotelketten und die Repräsentation der unabhängigen Staaten. Die größeren Städte Usbekistans erleben eine sehr starke Zuwanderung vom Land, trotz der Tatsache, dass die Regierung versucht, durch die aus sowjetischer Zeit stammenden Zuwanderungsbestimmungen (Propiska, Registratsiya) die Armutszuwanderung in die Städte einzudämmen. Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sträflich vernachlässigte Infrastruktur der Städte bedarf nun besonderer Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen seitens der Regierung. Denn die Zahlen sprechen für sich: Ein Drittel der usbekischen Städte hat keinen Zugang zur Kanalisation.

    Die bereits in der frühen Sowjetzeit eingesetzte Neubewertung für den Fremdenverkehr (weniger Baumwolle - mehr Tourismus) und dann die Anerkennung des kulturellen Erbes begünstigten umfassende Sanierungsmaßnahmen in Chiwa, Buchara und Samarkand. Allerdings hat die nach der Unabhängigkeit des Landes wieder aufgenommene "Wiederherstellung" von historischen Bauwerken auch eine Kehrseite: Nur wenige Bauwerke sind im Original erhalten geblieben, weil die Regierung durch die von ihr intensiv betriebene "Restaurierung" von historischen Artefakten in der Tat Originale zerstört und an ihrer Statt kitschige historisierende Neubauten erstellen lässt. Das architektonische Erbe wird regelrecht von Bulldozern zertrümmert. Betroffen sind vor allem Schachrisabs (Heimatstadt von Timur), Taschkent, Buchara und Samarkand.

    Besonders erschwerend kommt ein entfesselter Kapitalismus hinzu: Wie zahlreiche Berichte aus Taschkent und aus den Provinzen des Landes belegen, haben die oligarchischen Gruppen die Stadt bzw. alte Siedlungen für sich als eine neue Einkommensquelle entdeckt: alte Bezirke werden komplett abgerissen, deren Einwohner gewaltsam vertrieben (siehe Video unten) und neue gesichtslose architektonische Monster werden hingeklotzt.

    Verkehrswesen

    Usbekistan verfügt über ein verzweigtes Transportsystem. Das Verkehrssystem umfasst die Eisenbahnlinien, das Strassennetz (öffentliches Netz mit fester Decke - 42.000 km, Stand: 1. Januar 2018), die Luftlinien und das Pipelinesystem. Der öffentliche Nahverkehr ist insbesondere in der Hauptstadt Taschkent gut ausgebaut.

    Eisenbahnverkehr: 1994 wurde die AG Usbekische Eisenbahnen gegründet. Der Eisenbahnverkehr hatte im Jahre 2014 einen Anteil von 90% am gesamten Güterverkehr des Landes. Die Gesamtlänge der Eisenbahnlinie beträgt ca. 4.642 km (ektrifiziert: 1.658 km; 1. Januar 2018), zudem ca. 2 000 km Bahnhofs- und Rangiergleisanlagen und 362,4 km Gleise in Industrieanlagen. Usbekistan setzt seit kurzem auf touristische Angebote auf seinen Bahnnetzen.

    Straßenverkehr: Das Straßennetz Usbekistans zählt zu den am besten ausgebauten in den GUS-Staaten. 91,9% des Gütertransports und 99% der Personenbeförderung wurden 2016 nach Angaben des usbekischen Verkehrsministeriums über die Straße abgewickelt. Die wichtigsten Schnellstraßen sind Taschkent-Termes, Taschkent-Buchara-Nukus-Muynak, Taschkent-Angren-Kokand und der Ferghanaring, der die Städte des Ferghantals miteinander verbindet. Insgesamt gibt es in Usbekistan mehr als 115 000 km. Straße, davon 95,6% asphaltiert.

    Luftverkehr: Usbekistan ist für europäische Reisende am besten per Flug zu erreichen. Viele Fluglinien verbinden das Land mit den Haupt- und Großstädten in Europa und Asien. Die nationale Fluggesellschaft Usbekistan Airways verfügt über moderne Flugzeuge und betreibt auch den Inlandsflugverkehr. Die Flughäfen Taschkent, Samarkand, Termes und Urgentsch sind internationale Flughäfen.

    Das Pipelinenetz: Das usbekische Gaspipelinesystem umfasst neun Hauptpipelines mit einer Länge von insgesamt 12 000 km. Diese sind an das gemeinsame Pipelinesystem der GUS-Staaten angeschlossen und liefern Gas auch nach Europa.

    1993 rief die EU das Projekt TRACECA – Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia – ins Leben. Darin sind mehrere Einzelprojekte vereinigt, die bestehende Transportwege zwischen Europa und Asien verbinden und die Infrastruktur ausbauen sollen. Beteiligt an TRACECA sind alle EU-Mitgliedstaaten, Aserbaidschan, Georgien und Armenien, die Ukraine, Moldawien, Bulgarien, Rumänien und die Türkei, sowie Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan.

    U-Bahn: Die Hauptstadt Taschkent ist die erste Stadt in Zentralasien mit  U-Bahn. Es lohnt sich, einen Ausflug in diese architektonisch faszinierende "Unterwelt" zu unternehmen.

    "Die Neue Seidenstraße ("Belt and Road Initiative" - BRI): Im Rahmen dieser Initiative eröffnet sich für Usbekistan eine Chance sein von der Sowjetunion geerbtes Transportwesen mit chinesischer Unterstützung recht schnell und ziemlich kostengünstig zu modernisieren und dessen Bedeutung für den internationalen Warenverkehr mit China aufzuwerten.

    Staatsflagge & -wappen und Nationalhymne Usbekistans

    Die wichtigsten Staatssymbole wurden entweder vom ersten Ende August 2016 verstorbenen Präsidenten Islam Karimov persönlich entworfen (die Staatsflagge und das Staatswappen), oder (die Nationalhymne) unter seinem maßgeblichen Einfluss verfasst und komponiert. In einem ausführlichen Interview erklärte der damalige Präsident die Symbolik der Staatsflagge wie folgt: Blau, die Lieblingsfarbe der Usbeken (viele Häuserfassaden, besonders in der Provinz, werden oft blau gestrichen) und anderer Turkvölker, steht für den Himmel; Weiß soll Gerechtigkeit symbolisieren; Grün steht für den islamischen Glauben der usbekischen Bevölkerung (später wurde die islamische Konnotation im Zuge des Kampfes gegen den islamistischen Terrorismus nicht mehr erwähnt und Grün gilt nun als Symbol der Gastfreundschaft des Landes) und die dünnen roten Streifen sollen auf die Stärke des Volkes hinweisen. Der abnehmende ("alte") Halbmond, der vermutlich in Anlehnung an die türkische Staatsfahne wohl unbedacht übernommen wurde, verweist auf den Islam (?!) der überwiegend muslimischen Bevölkerung und repräsentiert die Wiedergeburt (?!) des Landes. Zur Erklärung: Der islamische Halbmond ist  immer ein zunehmender ("neuer"). Die zwölf Sterne werden auf zwei Weisen interpretiert: In der einen stehen sie für die zwölf Provinzen (Viloyatlar), in der anderen Deutung für den zwölfjährigen Zyklus eines altertümlichen (chinesischen) Kalenders, welcher auch in Mittelasien verbreitet ist.

    Das Staatswappen ist kreisförmig. In diesem dominieren selbstverständlich die "Nationalfarben" Blau, Weiß und Grün. In der Mitte schlägt ein Xumo/Simurgh/Phönix die Flügel auseinander und soll die Wiedergeburt bzw. Freiheit symbolisieren. Links umschlingt eine Baumwoll-Pflanze und rechts umschlingen Weizenähren das Wappen (eine sehr sowjetisch anmutende Darstellung). Im oberen Teil des Wappens befindet sich das Mondsichelsymbol in einem Feld, dessen Form vom im Koran verwendeten Zeichen Rub al-hizb abgeleitet ist. Dies deutet auf die Religion Islam hin, zu der sich die Mehrheit der Bevölkerung bekennt. Im Hintergrund wird die lichte Zukunft Usbekistans dargestellt. Die aufsteigende Sonne über den Bergen soll diese Zukunft symbolisieren. Die beiden Straßen stellen die beiden wichtigsten Flüsse des Landes - Amudarja und Syrdarja - dar.

    Staatsflagge
    Staatsflagge © gov.uz
    Staatswappen
    Staatswappen © gov.uz
    Nationalhymne
    Nationalhymne (eng.) © gov.uz

    Das Länderinformationsportal

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    Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

    Letzte Aktualisierung

    Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2020 aktualisiert.

    Autor

    Dr. Bahodir Sidikov, geb. 1970 in Taschkent. Studium d. Arabistik, Islamwissenschaft und Geschichte des Nahen Ostens in St.-Petersburg. Seit 2005 als Politikberater tätig. Schwerpunkte: Staat und Staatlichkeit, Wirtschaft und Entwicklung sowie Gesellschaft; informelle Netzwerke, politischer Islam in Zentralasien und im Südkaukasus. Gutachter für die Soros Stiftung, Weltbank, Swiss Peace Foundation und die Bertelsmann-Stiftung.

     

     

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