Rikschas in Hoi An (©Großheim)
Währung
Đồng
Wechselkurs (VND)
27,400 Đồng pro € (November 2020)
Zeitzone
UTC+7
Landesvorwahl (Telefon)
+84
Klima (für Hauptstadt)
subtropisch

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Seit dem 1.7.2015 benötigten Deutsche für eine Reise nach Vietnam von maximal 15 Tagen kein Visum mehr. Diese Bestimmung galt zunächst bis zum 30. Juni 2016, wurde aber bis zum 30. Juni 2021 verlängert. In anderen Fällen beantragen Sie das Visum entweder bei der vietnamesischen Botschaft in Berlin oder beim vietnamesischen Generalkonsulat in Frankfurt.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus setzte die vietnamesische Regierung am 10. März 2020 vorübergehend die Visafreiheit für Deutsche aus. Zurzeit (Stand: August 2020) ist bei der Einreise nach Vietnam eine zweiwöchige Quarantäne obligatorisch.

Wer sich länger beruflich in Vietnam aufhält und nicht alle drei Monate sein Visum verlängern möchte, kann eine "Temporary Residence Card" beantragen.

Mittlerweile gibt es eine Fülle von Reiseveranstaltern, die sich auch auf Vietnam spezialisiert haben. Sie können aber ebenso als Individualtouristen durchs Land reisen.

Auch die Auswahl an Reiseführern und deutsch-sprachiger Literatur zu Vietnam (Fachbücher, Übersetzungen vietnamesisch-sprachiger Literatur etc.) ist groß.

Wohnen und Versorgung

Dönerstand in Hanoi (© Großheim)
Dönerstand in Hanoi (© Großheim)
Garküche in Hanoi (© Großheim)
Garküche in Hanoi (© Großheim)
Pizzeria in Hanoi (© Großheim)
Pizzeria in Hanoi (© Großheim)
Vietnamesisches Sandwich in Hoi An (© Großheim)
Vietnamesisches Sandwich in Hoi An (© Großheim)

In Vietnam ist im Zuge der Reformpolitik der Bauboom ausgebrochen. Wohnraum ist also generell ausreichend vorhanden. Bei der Wohnungssuche sollte man sich am besten auf die Ratschläge "erfahrener" Expats verlassen, die sich z.B. auf Diskussionsforen austauschen. Eine weitere gute Informationsquelle speziell zu Hanoi ist die Website The New Hanoian.

Das vietnamesische Essen ist leicht. Vietnamesen essen in der Regel schon morgens ein warmes Gericht, z.B. phở, eine Nudelsuppe entweder mit Hühner- oder Rindfleisch. Über den Ursprung des vietnamesischen Nationalgerichts phở gibt es unterschiedliche Versionen. Zu fast jedem vietnamesischen Gericht gehört die Fischsauce, deren Geruch zwar nichts für feine Nasen ist, die aber der vietnamesischen Küche das "gewisse Etwas" verleiht. Dabei gibt es klare regionale Unterschiede - so wird bei vielen Gerichten in Saigon anders als in Hanoi Zucker verwendet. Ein typisches nordvietnamesisches Gericht ist z.B. bún chả, Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Kräutern.

Einige Gerichte wie Hundefleisch sind für den westlichen Gaumen gewöhnungsbedürftig, gehören aber seit langem zur vietnamesischen Küche. Insgesamt ist in Vietnam der Konsum von Hunde- und auch Katzenfleisch jedoch in den letzten Jahren zurückgegangen.

Zu essen bekommt man in Vietnam immer etwas - ob an der Straße ("Street Food"),  in einfachen Garküchen oder in teuren Restaurants. Einige große Restaurants sind z.B. wie ein Markt mit verschiedenen Ständen gestaltet - mit vielen Gerüchen, aber auch der entsprechenden Geräuschkulisse. Mittlerweile ist die Auswahl an Restaurants so groß, dass man die Orientierung verlieren kann. Zudem gibt es vor allem in Hanoi spezielle "bia hơi-Restaurants", wo man zu "Leichtbier" (bia hơi) Snacks genießen kann.  

Auch in Vietnam "geht die Globalisierung durch den Magen". So bekommt in Vietnam mittlerweile Döner und andere "westliche" Speisen - allerdings angepasst an den vietnamesischen Geschmack. Im Januar 2014 eröffnete die erste McDonalds-Filiale in Ho-Chi-Minh-Stadt - bislang waren nur die anderen großen internationalen Ketten auf dem vietnamesischen Markt vertreten. Franchisenehmer ist interessanterweise Henry Nguyen, ein Amerikaner vietnamesischer Herkunft und Schwiegersohn des früheren vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung.

Im Gegensatz zur "Vorreformzeit" ist die Versorgungslage in Vietnam heutzutage sehr gut. Auf den Märkten sollte man beim Kauf von Lebensmitteln, besonders von frischem Gemüse und Obst, jedoch aufpassen, da diese z.T. mit Pestiziden belastet sind. In den größeren Städten bieten internationale Supermärkte, aber auch kleinere Geschäfte mittlerweile Biogemüse an. Auf jeden Fall sollte man sich jedoch darüber informieren, ob diese sich tatsächlich an Standards von Biogemüse halten.

Von Seiten des Hanoier Volkskomitees wird die Produktion von unbelastetem Gemüse gefördert.

In Vietnam gibt es eine Reihe von Feiertagen. Viele Geschäfte haben an diesen Tagen trotzdem geöffnet - allerdings nicht während des vietnamesischen Neujahrsfestes (Tết-Fest). In dieser Zeit sind viele Läden, auch Supermärkte, z.T. fast eine Woche geschlossen.

Die Öffnungszeiten sind in Vietnam nicht einheitlich. Generell gilt, dass Behörden, Banken etc. recht früh öffnen.

Geld und Geldtransfer

Tresorgeschäft in Hanoi (© Großheim)
Tresorgeschäft in Hanoi (© Großheim)

In Vietnam können Sie zumindest in den größeren Städten mittlerweile an vielen Geldautomaten mit Ihrer EC-Karte oder Kreditkarte Geld erhalten. Wenn Sie Geld wechseln möchten, können Sie dies auch in für den Geldumtausch lizenzierten Goldgeschäften machen - dies geht sehr viel schneller als in den Banken. Der Kurs des vietnamesischen Dong ist relativ stabil. Nicht nur aus diesem Grund sollten Sie niemals auf der Straße Geld wechseln! Wenn sowohl Ihr Geld als auch Ihre Kreditkarten gestohlen wurden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich von Deutschland aus Geld überweisen zu lassen. Für den Fall, dass Ihnen Ihr Reisepass abhandengekommen ist, kann die deutsche Auslandsvertretung einen vorläufigen Reisepass ausstellen.

Reisen, Transport und Verkehr

Verkehr 1987 (© Großheim)
Verkehr 1987 (© Großheim)
Xe om-Fahrer bei der "Siesta" (© Großheim)
Xe om-Fahrer bei der "Siesta" (© Großheim)
Verkehr in Hanoi (© Großheim)
Verkehr in Hanoi (© Großheim)
Hund fährt mit (© Großheim)
Hund fährt mit (© Großheim)

In Vietnam haben Sie die Auswahl bei den Verkehrsmitteln. Sehr beliebt sind z.B. Züge. Wenn Sie Zeit haben, sollten Sie sich nicht das Erlebnis einer Bahnfahrt von Hanoi nach Saigon entgehen lassen.

Schneller kommen Sie natürlich mit dem Flugzeug an Ihr Ziel, mit der staatlichen Fluggesellschaft Vietnam Airlines oder den privaten Carriern Bamboo Airways, Jetstar oder VietJet.

In den Städten wie Hanoi gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich fortzubewegen. Die Verkehrsmittel wie "xe ôm" (Mopedtaxis) und der Verkehr an sich sind z.T. etwas gewöhnungsbedürftig. Anfangs kostet es auch einige Überwindung, eine vielbefahrene Straße zu Fuß zu überqueren. Vietnamesen "machen es vor". Taxis sind normalerweise ein sicheres Verkehrsmittel, allerdings sollte man darauf achten, dass nicht überhöhte Preise verlangt werden. So versuchte Anfang November 2011 ein Taxifahrer in Hanoi zwei Gäste aus Singapur "auszunehmen" und verlangte von ihnen für eine Strecke von 10 km eine stolze Summe von gut 200 €. Allerdings war er an die Falschen geraten, seine Gäste waren Teilnehmer der ersten Interpol-Tagung, die in Vietnam ausgerichtet wurde. Kurze Zeit später wurde der Taxifahrer festgenommen; das Taxiunternehmen, für das er fuhr, musste den Betrieb einstellen.

In den letzten Jahren haben Taxiunternehmen wie Uber und Grab Teile des vietnamesischen Marktes erobert und machen nicht den alteingesessenen Taxiunternehmen, sondern vor allem den Mopedtaxis das Leben schwer. Im Frühjahr 2018 wurde Uber in Vietnam von Grab übernommen.

Ende der 1980er Jahre war der Verkehr z.B. in Hanoi noch vergleichsweise "beschaulich" und wurde von Fahrradfahrern und einer Straßenbahn, einem Relikt aus der französischen Kolonialzeit, bestimmt. Interessanterweise sollen jetzt im innerstädtischen Bezirk Hoan Kiem nach einem Plan des Volkskomitees von Hanoi Cyclos wieder durch Straßenbahnen ersetzt werden, weil erstere "unzivilisiert" seien.

Das öffentliche Bussystem ist in Hanoi in den letzten Jahren stark ausgebaut worden. 

Wer mit dem eigenen Auto in Vietnam fahren möchte, benötigt einen vietnamesischen Führerschein.

In den letzten Jahren sind ebenso viele der Flughäfen in Vietnam erneuert und ausgebaut worden, vor allem die drei internationalen Flughäfen in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang. Auch Vietnam Airlines, die nationale Fluggesellschaft, hat sehr stark expandiert, seine Luftflotte modernisiert und viele neue Destinationen in seinen Flugplan aufgenommen. Neben der staatlichen Vietnam Airlines gibt es zwei kleinere Fluggesellschaften: JetStar und VietJet.

Bedenken Sie bei Ihren Reisevorbereitungen, dass das Klima in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich ist. Während in Nordvietnam subtropisches Klima herrscht (mit vier Jahreszeiten), finden Sie in Südvietnam tropisches Klima mit lediglich zwei Jahreszeiten (Trocken- und Regenzeit).     

Mit Kindern in Vietnam

Wer mit Kindern in Ho Chi Minh-Stadt lebt, verfügt über verbesserte Schulmöglichkeiten. An der German International School hat der Schulbetrieb im August 2009 begonnen.

Daneben gibt es sowohl in Ho Chi Minh-Stadt als auch in der Hauptstadt Hanoi eine Reihe weiterer internationaler Schulen.

In Hanoi gibt es eine Reihe von Freizeitmöglichkeiten für Kinder.

Sicherheit für Ausländer

"Tragt auf dem Motorrad und Moped Schutzhelme!" (© Großheim)
"Tragt auf dem Motorrad und Moped Schutzhelme!" (© Großheim)
"Wenn man schon Schnaps oder Bier getrunken hat, sollte man nicht mehr [selbst] fahren!" (© Großheim)
"Wenn man schon Schnaps oder Bier getrunken hat, sollte man nicht mehr [selbst] fahren!" (© Großheim)

Vietnam ist ein relativ sicheres Reiseland. Trotzdem sollte man vor allem in den Städten und touristischen Zentren vor Taschendieben wachsam sein. Beliebte Ziele von "eingespielten Teams" auf schnellen Mopeds sind z.B. Touristen, die Taschen, Kameras etc. locker über der Schulter hängen lassen.

Äußerst gefährlich ist in Vietnam der Verkehr, der nach wie vor von Mopeds bestimmt wird. Die Rate der Verkehrstoten ist in Vietnam erschreckend hoch. Um diesem Problem Herr zu werden, hat die vietnamesische Regierung Ende 2007 per Gesetz die Helmpflicht auch in Städten eingeführt. Der Großteil der Bevölkerung hält sich mittlerweile an das neue Gesetz. Viele der Helme dienen jedoch mehr als modisches Accessoire als der Verkehrssicherheit und sind häufig von minderwertiger Qualität. So kamen 2013 immer noch 11000 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Zu besonders vielen Verkehrstoten kommt es in der Regel während des vietnamesischen Neujahrsfests (Tet), weil zu dieser Zeit besonders viel getrunken wird und viele unterwegs sind: so starben an den ersten fünf Tet-Tagen des Jahres 2015 bei 275 gemeldeten Unfällen 164 Menschen. Seit Anfang 2020 gilt für Auto- und Mopedfahrer in Vietnam: 0,0 Promille Alkohol. Das Alkoholverbot führte bereits in einem kurzem Zeitraum zu einem merklichen Rückgang von Unfällen und Verkehrstoten. Ebenso reduzierte sich bereits kurz nach Inkrafttreten der neuen Regelung der Verkauf von Bier in Gaststätten drastisch. 

Ursache für Verkehrsunfälle ist vielfach der mangelhafte Zustand vieler Autos, vor allem von Bussen, deren "TÜV" schon lange abgelaufen ist, die aber immer noch auf den Straßen Vietnams unterwegs sind.

Mittlerweile werden z.B. in Hanoi auch leichtere, aber dennoch sichere Helme verkauft, die den an die tropischen Temperaturen angepasst sind. Seit Mai 2010 gilt die Helmpflicht auch für Kinder ab sechs Jahren.

Da Krankenwagen vor allem in der Rush Hour sehr lange brauchen, um an den Unfallort zu gelangen, sind jetzt in Hanoi im Rahmen eines Pilot-Projektes des Deutschen Roten Kreuzes "Motorrad-Sanitäter" ausgebildet worden, die vor Ort Erste Hilfe leisten können.

Ein weiteres Problem im Straßenverkehr in den Städten ist die extreme Luftverschmutzung, der vietnamesische Verkehrsteilnehmer durch z.T. phantasiereiche Bekleidung Herr zu werden versuchen.

Gesund bleiben

Vor Reisen nach Vietnam sollte man sich über die Gesundheitsrisiken wie z.B. Malaria informieren.

Ob in ihrem Reisegebiet Malariaprophylaxe oder spezielle Impfungen wie gegen Japanische Enzephalitis erforderlich sind, erfährt man u.U. am besten vor Ort. Sowohl in Hanoi als auch in Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es englisch- bzw. deutschsprechende Ärzte.

Zahnkliniken z.B. in Hanoi sind z.T. auf sehr hohem Standard.

Gemäß den allgemeinen medizinischen Informationen des Auswärtigen Amtes sind vor allem bei längeren Aufenthalten besondere Impfungen wie z.B. gegen Japanische Encephalitis erforderlich.

Die hohe Luftverschmutzung in den Städten stellt eine beträchtliche gesundheitliche Belastung dar. Empfehlenswert ist es z.B., einen qualitativ hochwertigen Mundschutz zu tragen.

Eine interessante Alternative zu westlicher Medizin ist die traditionelle Medizin, die in Vietnam nach wie vor stark verbreitet ist. In Hanoi bieten eine Reihe von staatlichen und privaten Gesundheitszentren Akupunktur u.a. an. 

Telekommunikation, Internet

Das Post- und Telekommunikationswesen in Vietnam hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Dies gilt auch für die digitalen Medien (die Anfänge des Internets in Vietnam gehen auf die zweite Hälfte der 1990er Jahre zurück), die in den letzten Jahren massiv expandiert sind, aber noch unter langsamen Netzen leiden. In Vietnam gibt es verschiedene Internetprovider. Auch in Vietnam hat mittlerweile Cyberkriminalität Einzug gehalten, die naturgemäß transnational aktiv ist. 

Mit einer vietnamesischen SIM-Card können Sie in Vietnam auch Ihr europäisches Handy benutzen. In Vietnam gibt es drei große Mobilfunkanbieter.

Nützliche Adressen

Das Länderinformationsportal

Das Länderinformationsportal
Das Länderinformationsportal

Die Beiträge im Länderinformationsportal (LIPortal) wurden bis Dezember 2020 von ausgewiesenen Landesexpertinnen und Landesexperten betreut, um eine Einführung in eines von ca. 80 verschiedenen Ländern zu geben. Das LIPortal bot damit eine Orientierung zu Länderinformationen im WorldWideWeb - viele Verweise sind auch weiterhin aktuell.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2020 aktualisiert.

Der Autor

Dr. Martin Großheim, Prof. für vietnamesische Geschichte an der Seoul National University. Studium in Passau und Hanoi, mehrere längere Studien- und Forschungsaufenthalte in Vietnam, Frankreich, Japan und den USA. Publikationen u.a.: "Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. Leben und Legende", "Modernes Vietnamesisch" (zusammen mit Ngo Thi Bich Thu).

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