Halbinsel Lang Co in Zentralvietnam (©Großheim)
Offizieller Name
Sozialistische Republik Vietnam
Fläche
329.560 km²
Einwohner
94,35 Mio.
Bevölkerungswachstum
0,97 % pro Jahr
Regierungssitz
Hanoi
Amtssprache
Vietnamesisch
Regionalsprachen
Sprachen ethnischer Minoritän, Chinesisch

Übersichtskarte, Lage und Größe des Landes

Vietnam (CIA Factbook Vietnam, gemeinfreies Photo))
Vietnam (CIA Factbook Vietnam, gemeinfreies Photo)

Vietnam befindet sich in Festlandsüdostasien und erstreckt sich mit einer Fläche von ca. 330000 km² vom Delta des Roten Flusses im Norden zum Mekong Delta im Süden. Es grenzt an China, Laos und Kambodscha.

Landesimpressionen

Vietnam ist ein Land mit vielfältigen Landschaften und zahllosen Naturschönheiten. Impressionen von der Vielfältigkeit der Natur und der Kultur Vietnams vermitteln die Bilder von

Reisterrassen in der Nähe von Sapa, einem "Luftkurort" an der chinesischen Grenze (© Großheim)
Reisterrassen in der Nähe von Sapa (© Großheim)
Ländliches Vietnam  (© Großheim)
Ländliches Vietnam (© Großheim)
Impression aus einem vietnamesischen Dorf (© Khuc Thanh Binh)
Impression aus einem vietnamesischen Dorf (© Khuc Thanh Binh)

Grunddaten

Grunddaten zu Vietnam erhalten Sie im CIA Factbook und der Country Study Vietnam.

Die Einführung von UNDP Vietnam enthält wichtige Daten zur Entwicklung Vietnams. Sehr informativ sind auch das "Country Profile" der UN sowie das Factsheet der Asian Development Bank und die Länderinformationen des Auswärtigen Amtes sowie die Seiten der Weltbank und des Statistischen Bundesamtes

Naturräumliche Gegebenheiten

Überschwemmung in Hanoi (© Arjuna Johannes Menon)
Überschwemmung in Hanoi (© Arjuna Johannes Menon)

Das Klima in Vietnam ist zweigeteilt. In Nordvietnam herrscht subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten wie bei uns. Damit enden allerdings auch bereits die Ähnlichkeiten mit dem kontintaleuropäischen Klima. Wenn in Nordvietnam im Winter die Temperatur auf 10 Grad fällt, kann es einem kälter vorkommen als bei -10 Grad in unseren Breitengraden, weil die feuchte Kälte in Vietnam "bis auf die Knochen geht" (so ein vietnamesisches Sprichwort). In Südvietnam herrscht dagegen immer tropisch warmes Klima mit einem Wechsel von Regen- und Trockenzeit.

Die Geographie Vietnams wird auch durch die Vielzahl von Flüssen (Roter Fluss, Mekong) bestimmt, die auch zur Energiegewinnung (Bau von Staudämmen) genutzt werden. Einige dieser Projekte sind jedoch umstritten, weil sie nicht nur Umweltschäden mit sich bringen, sondern auch die Umsiedlung der örtlichen Bevölkerung erforderlich machen.

Das Mekong-Delta hat in den letzten Jahren mit zunehmender Versalzung und Trockenheit zu kämpfen. So erreichte der Mekong 2016 den niedrigsten Pegelstand seit 1926.

In der Taifunzeit kommt es vor allem in Teilen Zentralvietnams häufig zu Überschwemmungen, die häufig mit Todesopfern verbunden sind, so z.B. im Juni 2011. Bei einem der heftigsten Taifune seit 2006 kamen im Oktober 2013 in Zentralvietnam mindestens 5 Menschen ums Leben. Ca. 120000 Menschen mussten evakuiert werden. Nachdem Vietnam im November 2013 beim Taifun Haiyan, der auf den Philippinen ganze Inseln verwüstet hatte, noch glimpflich davongekommen war, führte ein weiterer Taifun einige Tage später zu 28 Todesfällen; 80000 Menschen mussten evakuiert werden.

Ca. ein Viertel des Landes ist bewaldet. Die Dschungel Vietnams zeichen sich durch eine reichhaltige Flora und Fauna aus - mit vielen z.T. seltenen, allerdings z.T. bedrohten Tierarten.

Die meisten ethnischen Vietnamesen siedeln in den beiden großen Deltagebieten - dem Delta des Roten Flusses im Norden mit der Hauptstadt Hanoi und dem Mekong-Delta im Süden mit Ho Chi Minh-Stadt, der größten Stadt Vietnams, am nördlichen Rand. Von Nord nach Süd erstreckt sich das Truong Son-Gebirge (auch "annamitische Kordilleren" genannt), das z.T. bis an das Südchinesische Meer reicht. Der Küstenstreifen ist deshalb vor allem in Zentralvietnam sehr schmal.

Vietnam verfügt über eine Reihe von Bodenschätzen. Der lukrativste Rohstoff sind die Erdölvorkommen im Südchinesischen Meer. Vor allem der Norden ist mit seinen Kohle- und Eisenerzvorkommen reich gesegnet. Daneben gibt es in Nord- und Zentralvietnam auch Phosphat-, Bauxit-, Mangan-, Zinn-, Gold- und Zinnvorkommen.

Ökologische Probleme

Bedrohte Tierarten wie Schlangen landen häufig im "Gesundheitsschnaps" (© Großheim)
Bedrohte Tierarten wie Schlangen landen häufig im "Gesundheitsschnaps" (© Großheim)
Abwasserentsorgung in Hanoi (© Großheim)
Abwasserentsorgung in Hanoi (© Großheim)

Umweltbelastungen

Im Zuge von đổi mới hat die vietnamesische Wirtschaft zwar eine beträchtliche Dynamik entfaltet, doch ist dies auch mit schwerwiegenden Umweltbelastungen verbunden. Zwar hat die vietnamesische Regierung in den letzten Jahren eine Reihe von Gesetzen zum Umweltschutz verabschiedet und sich einer nachhaltigen Entwicklunghttp://www.asiasentinel.com/index.php?option=com_content&task=view&id=4104&Itemid=188 verschrieben, doch mangelt es noch an der praktischen Umsetzung.

Die Luftverschmutzung in Städten wie Hanoi stellt ein grosses Problem dar. Hierfür sind auch die ca. 26 Mio Mopeds verantwortlich, die auf den vietnamesischen Straßen unterwegs sind und z.T. die Luft "verpesten". Die vietnamesische Regierung hat dieses Problem erkannt und angekündigt, sukzessive zunächst Mopeds älterer Bauart auf ihren Schadstoffausstoß zu kontrollieren und niedrigere Emissionswerte einzuführen. Zudem soll bis 2015 schadstoffärmeres Benzin eingeführt werden.

Im Zuge der Reformpolitik hat die Produktion von Müll massiv zugenommen. Es gibt bereits zivilgesellschaftische Initiativen, das Bewußtsein für eine ökologisch nachhaltigere Müllentsorgung zu heben, doch ist dies sicher ein längerer Prozess.

Nach Angaben des vietnamesischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie werden in den Industriezonen des Landes fast 50% der Abwässer ungeklärt in die Flüsse entsorgt. Besonders betroffen sind die Flüsse im Süden wie der Dong Nai, aber auch der Mekong.

Im April 2016 brach in den Gewässern von Zentralvietnam ein verheerendes Fischsterben aus, dessen Ursachen zunächst noch nicht feststanden. Erst Ende Juni 2016 gab die vietnamesische Regierung das Ergebnis einer Untersuchung bekannt, wonach eine taiwanesische Stahlfabrik in Ha Tinh diese Umweltkatastrophe durch die Entsorgung von giftigen Chemikalien verursacht hat. 

Auch die Ha Long-Bucht, seit 1994 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft, ist von Umweltverschmutzung betroffen, die unter anderem durch den Kohleabbau in der Bucht hervorgerufen wird. So sind zwar nach wie vor viele Touristen von der Schönheit der Ha Long-Bucht beeindruckt, doch ebenso vom extremen Verschmutzungsgrad des Wassers entsetzt. Letzteres ist allerdings auch dadurch bedingt, dass der Müll und andere Rückstände, die durch das hohe Touristenaufkommen entstehen, direkt in die Bucht geleitet werden.

Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde 2012 mit deutscher Unterstützung eine Anlage zur Reinigung von Grubenwasser fertiggestellt, die die Verschmutzung der Region durch den Kohleabbau reduzieren soll. Bei den größten Überschwemmungen seit langem gelangten allerdings im August 2015 große Mengen belasteten Schlamms aus den Kohlegruben in die Ha Long-Bucht.

Seit Beginn 2009 werden erhitzte Diskussionen über den Plan der vietnamesischen Regierung, im zentralen Hochland in großem Rahmen mit dem Abbau von Bauxit zu beginnen, geführt. Viele befürchten erhebliche ökologische Folgeschäden.

Ein besonders eklatantes Umweltproblem in den letzten Jahrzehnten ist der rasante Rückgang der Waldbestände, der auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen ist. Mittlerweile sind wieder ca. 32 % der Fläche Vietnams bewaldet - ein Ergebnis gezielter Aufforstungsmaßnahmen der vietnamesischen Behörden in Zusammenarbeit mit ausländischen Forstexperten. Auch die deutsche EZ ist in diesem Bereich engagiert: Ein Beispiel ist ein Projekt im Phong Nha Ke Bang-Nationalpark in Zentralvietnam. Illegales Logging ist jedoch nach wie vor verbreitet: dies zeigte sich, als nach dem letzten Taifun Ketsana plötzlich viele Flüsse mit illegal geschlagenem Holz verstopft waren. Außerdem gibt es Hinweise darauf, daß die vietnamesische Armee in den Schmuggel von Holz aus Laos verwickelt ist.

Das Fällen von Hunderten von Bäumen in der Hauptstadt Hanoi, die für ihre Boulevards berühmt ist, führte in Teilen der Öffentlichkeit zu massiven Protesten. Als Reaktion legte die Stadtverwaltung den Plan, ca. 7000 Bäume zu fällen, zunächst "auf Eis".

Klimawandel

Außerdem sind vor allem die Küstengebiete Vietnams stark vom Klimawandel betroffen. Vor allem das Mekong-Delta ist durch den steigenden Meeresspiegel bedroht. Dem Küstenschutz kommt deshalb große Bedeutung zu. Ebenso gibt es Pläne, den Hochwasserschutz in Ho Chi Minh-Stadt, das in großen Teilen nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt, zu verstärken. Darüber hinaus stellen Überfischung und der Bau von Staudämmen in Laos und China Probleme für das Mekong-Delta dar, die nicht nur Vietnam, sondern auch andere Anrainerstaaten betreffen.

Der Klimawandel betrifft allerdings nicht nur den Süden, sondern auch die anderen Landesteile - so wurde im Winter 2015 in einigen Orten in Zentral- und Südvietnam zum ersten Mal seit Menschengedenken Schneefall beobachtet.

Als Reaktion auf den Klimawandel hat Vietnam im März 2012 eine "Nationale Strategie zum Klimawandel" verabschiedet.

Ein Großteil der Mangrovenwälder, die das Mekongdelta traditionell vor den Fluten schützten, sind in den letzten Jahren abgeholzt worden, um Platz für Shrimp-Farmen zu schaffen. Neben der Wiederaufforstung soll jetzt umweltfreundliche Garnelenzucht das Problem lösen - in vielen Shrimp-Farmmen werden massiv Antibiotika eingesetzt.

Da wegen der exzessiven Verwendung von Pestiziden Gemüse häufig stark belastet ist, wird seit einigen Jahren auch Biogemüse angebaut.

Agent Orange

Eine spezielle Umweltbelastung stellt nach wie vor das Entlaubungsmittel Agent Orange dar, das während des Vietnam-Krieges massiv von den USA eingesetzt wurde und als Spätfolge u.a. zu Mißbildungen bei Neugeborenen führte. Vietnamesische Behörden waren bislang aufgrund des hohen finanziellen Aufwandes nicht in der Lage, eine landesweite Untersuchung über die Folgen von Agent Orange zu realisieren. Die gemeinsamen Forschungsprojekte über die Spätfolgen von Agent Orange, auf die sich Vietnam und die USA geeinigt hatten, wurden 2004 von Washington auf Eis gelegt.

Ob diese Entscheidung der US-Regierung damit zusammenhing, daß Anfang 2004 zum ersten Mal Vietnamesen vor US-Gerichten gegen amerikanische Firmen klagten, die während des Vietnam-Kriegs Agent Orange hergestellt hatten, kann nur spekuliert werden. Die Klage wurde im März 2005 von einem US-Gericht abgewiesen, was in Vietnam für sehr viel Unmut sorgte. 2007 gingen deshalb einige vietnamesische Kläger in den USA in die nächst höhere Instanz. Die Klage wurde jedoch im Februar 2009 vom Obersten Gerichtshof der USA abgewiesen. 

Mittlerweile unterstützt die USA Vietnam finanziell bei der Reinigung der von Agent Orange verseuchten Gebiete. Allerdings bedeutet dies nicht, dass die USA die Verantwortung für die Spätfolgen des Einsatzes von Agent Orange übernehmen.

Auch die vielen Minen und Granaten, die noch vor allem in der Nähe des 17. Breitengrades, der früheren Demarkationslinie, unter der Erde liegen, sind eine Hinterlassenschaft des Krieges. Viele NGOs, darunter auch solche, die auf Initiative von US-Veteranen entstanden sind, versuchen einen Beitrag zum Kampf mit dieser Hinterlassenschaft des Krieges zu leisten.

Artenvielfalt

Vietnam zeichnet sich durch eine sehr große Artenvielfalt aus. Darunter sind z.B. seltene Affenarten, so z.B. Gibbons. In den letzten Jahren machte das Land durch die Entdeckung bislang unbekannter Tierarten von sich reden. So wurde vor ca. 20 Jahren in Zentralvietnam das Saola, das auch als "asiatisches Einhorn" bezeichnet wird und der Antilope ähnelt, entdeckt. Zum Schutz des Saola wurden spezielle Programme initiiert. Gleichzeitig hat jedoch auch der Handel mit seltenen Tieren zugenommen, so daß die Artenvielfalt stark bedroht ist. Dies trifft auf eine Reihe seltener Tiere  zu. So wurde 2010 das letzte Exemplar des Javanischen Nashorns in Vietnam getötet. Die Nachfrage nach Nashorn in Vietnam wird so mittlerweile durch illegale Importe aus Südafrika gedeckt.  Die Zahl der in Südafrika geschossenen Tiere ist seit 2010 massiv angestiegen. Das Horn wird in Vietnam zu Medizin verarbeitet. Nach der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der südafrikanischen und der vietnamesischen Regierung zum Schutz der Nashörner besteht jetzt ein wenig Hoffnung, daß der Schmuggel zurückgeht. Im November 2014 wurden in Südafrika zwei vietnamesische Staatsbürger verhaftet, die 41kg Nashorn außer Landes schmuggeln wollten - nach den Behörden der größte diesbezügliche Schmuggelfall in Südafrika bisher.

Auch die Zahl der in Vietnam lebenden Elefanten ist von 1500 bis 2000 Exemplaren im Jahre 1980 auf ca. 70 aktuell stark zurückgegangen. Der "Bedarf" nach Elfenbein wird deshalb mittlerweile durch illegale Importe aus dem Ausland gedeckt. So ist es kein Zufall, dass der französische Zoll in Paris bei einem vietnamesischen Pärchen Ende 2015 die bislang größte Menge an geschmuggeltem Elfenbein sicherstellte.

Ein spezielles Problem besteht darin, daß viele Tiere für die Herstellung von traditioneller Medizin verwendet werden. So werden z.B. Bären in Vietnam in Käfigen gehalten, um ihre Galle "abzuzapfen" - auch für Touristen aus Taiwan und Südkorea. Projekte, die sich u.a. für den Schutz von Bären einsetzen, müssen in Vietnam gegen massive Geschäftsinteressen kämpfen. Mit offizieller Rückendeckung der vietnamesischen Regierung konnte aber die internationale Tierschutzorganisation "Animals Asia" im Januar 2016 die letzten Kragenbären, die in der Ha Long-Bucht gehalten wurden, befreien. 

Da der Preis für Bärengalle gesunken ist, sind viele Besitzer von Bärenfarmen dazu übergegangen, Bären zu schlachten und das Fleisch an Spezialitätenrestaurants oder für die Herstellung von traditioneller Medizin zu verkaufen. Diese Praxis wird von den zentralen Behörden stillschweigend geduldet.

Das grundsätzliche Problem beim Artenschutz besteht darin, dass viele der bedrohten Tierarten auch dem "Speiseplan" der neureichen Elite Vietnams stehen und allgemein in der Öffentlichkeit kein großes Interesse an der Durchsetzung der bestehenden Gesetze zum Artenschutz besteht.

Die sicherlich berechtigte Kritik am mangelnden Artenschutz in Vietnam - in einer Rangliste des WWF von 2012 zum Schutz bedrohter Tierarten (Tiger, Elefanten und Nashörner) rangiert Vietnam auf den letzten Platz - sollte allerdings nicht zu weit gehen: im Feburar 2013 erhitzte der Artikel eines mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten US-Journalisten, wonach fast die gesamte Tierwelt in Vietnam von der einheimischen Bevölkerung "verkonsumiert" worden sei und vor allem der - so der Verfasser - überall im Land verbreitete Genuss von Hundefleisch zu einer besonders aggressiven Außenpolitik geführt habe, nicht nur in Vietnam selbst die Gemüter.

Sozialgeographische Gegebenheiten

Eisenbahn in Hanoi (© Kurfürst)
Eisenbahn in Hanoi (© Kurfürst)
Hochbahn in Hanoi (© Großheim)
Hochbahn in Hanoi (© Großheim)

Das Gros der Vietnamesen wohnt im dicht besiedelten Delta des Roten Flusses im Norden und im Mekong-Delta im Süden des Landes. 

Nach der Eingliederung der Provinz Ha Tay und weiterer angrenzender Gebiete hat die Hauptstadt Hanoi im Norden des Landes eine Bevölkerungszahl von ca. 6,4 Mio. Im gesamten Verwaltungsgebiet von Ho Chi Minh-Stadt im Süden wohnen ungefähr 7,1 Mio Menschen. 

Aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik und der damit verbundenen Zunahme der Bautätigkeit und der Verkehrsintensität platzen beide Städte "aus den Nähten". So gab es 2011 in der Hauptstadt bereits ca. 3,8, Mio Mopeds und 386000 Autos. Projekte wie der Ausbau eines öffentlichen Verkehrssystems in Hanoi, der Bau einer Metro in Ho Chi Minh-Stadt, deren Bau im Dezember 2014 begonnen hat und deren Fertigstellung für 2018 geplant ist, sowie allgemein ein verbessertes Verkehrsmanagement können hier gegensteuern. Ob das Projekt planmäßig durchgeführt wird, bleibt aber abzuwarten. Die erste U-Bahn in Hanoi sollte 2016 in Betrieb gehen, der Termin mußte aber auf 2020 verschoben werden.

Seit Beginn der Reformpolitik ist die Infrastruktur in Vietnam auch mit internationaler Hilfe massiv ausgebaut worden - nicht nur in den Städten, sondern vor allem auf dem Lande. So sind viele Straßen erneuert und verbreitert worden und es wird z.Zt. an einer zweiten Nord-Süd-Verbindung entlang dem früheren Ho Chi Minh-Pfad gebaut, die die Nationalstraße 1 entlasten soll. Viele Straßen befinden sich jedoch nach wie vor in einem schlechten Zustand. 

Auch das vietnamesische Eisenbahnnetz soll modernisiert werden. Dies gilt insbesondere für die wichtigste Eisenbahnlinie Vietnams, die von Hanoi nach Ho Chi Minh-Stadt führt. Der ehrgeizige Plan der vietnamesischen Regierung hierfür japanische Technologie - den Shinkanzen-Zug - zu verwenden, wird in Vietnam kontrovers beurteilt. So lehnte die vietnamesische Nationalversammlung das Projekt im Juni 2010 ab. Viele Delegierte befürchteten wohl vor allem, daß ein solches "Mammutprojekt" zu einer massiven Veruntreuung der damit verbundenen Gelder führen würde.

2015 kündigte die vietnamesische Regierung an, die Eisenbahnlinie von Nord nach Süd bis 2020 zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke auszubauen.

Vietnam verfügt zwar eigentlich über ausreichend Häfen, doch häufen sich die Klagen über Ineffizienz und die mangelnde Anbindung vieler Häfen ans Hinterland. Der Hafen von Haiphong ist der größte Hafen in Nordvietnam.Zu den wichtigsten Häfen in Zentral- und Südvietnam gehören Cam Ranh, Saigon und Vung Tau.

Dass die Stromversorgung in Vietnam alles andere als sicher ist, zeigte sich im Mai 2013, als ein Kran versehentlich einen Baum zu Fall brachte und dieser auf die Hauptstromleitung fiel, die von Nord- nach Südvietnam führt. Als Folge waren ca. ein Drittel der Provinzen in Vietnam mehrere Stunden ohne Strom.

Flagge und andere nationale Symbole

Vietnamesische Nationalflagge
Vietnamesische Nationalflagge (gemeinfrei, Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Flag_of_Vietnam)
Vietnamesisches Nationalwappen
Vietnamesisches Nationalwappen (gemeinfrei, Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Wappen_Vietnams)

Der rote Untergrund der vietnamesischen Nationalflagge steht für den Sozialismus. Die fünf Zacken des Sternes symbolisieren die Bauern, das Proletariat, das Militär, die Intellektuellen und die Jugend. Die Flagge ist seit dem Ende des Vietnamkrieges 1975 in ganz Vietnam gültig und ersetzte im Süden die alte Flagge der untergegangenen Republik Vietnam.

Im vietnamesischen Nationalwappen wird die Rolle der Arbeiter- (= Zahnrad) und der Bauernschaft (= Reis) hervorgehoben (Bündnis zwischen Arbeitern und Bauern). Die Inschrift steht für "Sozialistische Republik Vietnam" (Cong Hoa Xa Hoi Chu Nghia Viet Nam).

Vietnam hat sich seine Unabhängigkeit in verlustreichen Kriegen erkämpfen müssen. Dies kommt auch im Text der recht martialischen vietnamesischen Nationalhymne zum Ausdruck.

 

 

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2016 aktualisiert.

Der Autor

Martin Großheim, PD Dr. habil. Studium der Südostasienkunde, Mittleren und Neueren Geschichte und Englischen Literaturwissenschaft. Mehrere längere Studien- und Forschungsaufenthalte in Vietnam. Z.Zt. Privatdozent an der Universität Passau. Neueste Publikation "Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. Leben und Legende".

 

 

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